Pulverbeschichtung entfernen

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BerndSt
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Pulverbeschichtung entfernen

Beitrag von BerndSt »

Servus allesamt,

ich bin mitten in der Winterrevision meines A1 und "durfte" dabei feststellen, dass das hintere Schutzblech rostig geworden ist und auch einen Riss im Blech hatte.

Der Riss ist bereits mit einem aufgeschweißten Blech geflickt. Aaaaber...

Der Vorbesitzer wollte dem Schutzblech wohl vor vielen Jahren mal was Gutes tun und hat es pulverbeschichten lassen. Wenn das gut gemacht ist, ist es eine prima Lösung. Wenn aber - wie bei meinem Blech - vor der Beschichtung nicht ganz sauber gearbeitet wurde, blüht Rost unter der Beschichtung auf.

Und deshalb muss die Beschichtung jetzt erst einmal runter. Und damit beginnt mein Problem. :(

Hat einer von Euch (positive) Erfahrungen mit der Entfernung von Pulverbeschichtung? Kennt jemand einen Trick der funktioniert?

Bereits probiert habe ich:
  • Fächerscheibe und Winkelschleifer: geht, aber nur auf den Außenflächen und nicht innen und an schwer zugänglichen Stellen. Nimmt außerdem ziemlich viel Blechmaterial ab und ist deshalb nicht optimal.
  • Sandstrahlen (zwei Versuche, einmal mit Sand und einmal mit Korund): geht auch, ist mir auf Blech aber eher unsympathisch, weil die Gefahr besteht, das Blech zu schwächen und ungewollt Verzug am Blech herbeizuführen.
  • Schleifen (mit Dreiecksschleifer und von Hand): kann man vergessen - das Schleifpapier setzt sich in Null-Komma-Nix zu und es dauert "ewig".
  • Drahtbürste (von Hand und mit "gezopfter Topfbürste" in der Bohrmaschine): bringt so gut wie nichts.
  • Abbeizer: trotz angeblicher "Profiqualität" und Auftrag über Nacht (unter Folie) rührt das kaum an.
  • Ameisensäure (ein Tipp aus dem Web): kann man total vergessen, das macht die Beschichtung bestenfalls etwas matt, entfernt aber so gut wie nichts.
  • Heißluftpistole und Spachtel: funktioniert halbwegs, ist aber mühsam und hilft in den Ecken und innen auch nicht so richtig, weil man dort mit dem Spachtel nur schwer arbeiten kann. Darüber hinaus ist es eine furchtbare Sauerei, weil die abgeschabten Flocken hart werden und überall in der Werkstatt rumfliegen.
Schutzblech.jpg

Noch nicht probiert habe ich:
  • Abflammen mit der Lötpistole (wird heißer als die Heißluftpistole): da habe ich etwas Bedenken, versehentlich zu heiß zu arbeiten und das Blech auszuglühen. Und die dabei entstehenden Dämpfe sind bestimmt nicht sehr gesund.
  • Das ganz Schutzblech ins Lagerfeuer werfen und die Beschichtung dadurch abbrennen (ein Tipp aus dem Web): das halte ich für eine grobe Umwelt-Sauerei und vermutlich besteht auch dabei die Gefahr das Blech zu überhitzen.
  • Spezial-Abbeizer mit Ameisensäure-Anteil (auch ein Tipp aus dem Web): so etwas scheint es zu geben; ist aber nicht ganz billig und bevor ich so etwas kaufe würde ich gern wissen, ob das nicht rausgeworfenes Geld ist.
  • Strahlen mit anderem Strahlgut: gelesen habe ich von Glasperlen-Strahlen, aber damit habe ich keine Erfahrung. Wäre das die beste Lösung?
Ich war also nicht untätig, bin aber bis jetzt nicht glücklich mit den verschiedenen Methoden um das "Teufelszeug" zu entfernen.

Hat jemand noch einen anderen Tipp oder vielleicht schon Erfahrung mit einer Methode, die funktioniert?

Falls es auf Strahlen hinausläuft: kann mir bitte jemand eine Empfehlung für das korrekte Strahlgut geben?

Danke schon mal im Voraus und beste Grüße,
Bernd
SNAFU!
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Werner
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Re: Pulverbeschichtung entfernen

Beitrag von Werner »

Da gibts wirklich nur die Möglichkeit die Beschichtung mit hohen Temperaturen abzubrennen also Ofen Gasbrenner Lagerfeuer. Alles andere bringt nix. Ob Abbeizer oder ewiges Schleifen wesentlich umweltfreundlicher sind bezweifle ich allerdings. Ganz ohne CO2 und Luftbelastung gehts wohl nicht
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BerndSt
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Re: Pulverbeschichtung entfernen

Beitrag von BerndSt »

Danke, Werner,

ich hatte schon so etwas befürchtet :wink:

Lagerfeuer fällt aus wg. Winter und Nachbarschaft. Ofen fällt aus wg. meiner Frau ( :mrgreen: ) und weil ich im Ofen lieber Schweinebraten und Kuchen als Schutzbleche brate/backe.

Ich probiere als nächstes deshalb die gute alte Campingaz-Lötlampe (Gas-Sauerstoff-Brenner habe ich nicht) und werde berichten. Ich bin gespannt was länger dauert: die Beschichtung abflammen oder hinterher die Werkstatt von den herumgeflogenen "Bröseln" säubern... :lol:

Beste Grüße,
Bernd
SNAFU!
EricV
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Re: Pulverbeschichtung entfernen

Beitrag von EricV »

Hi Bernd,

Es gibt auch eine chemische Entlackung der Pulverbeschichtung, über die Sie sich in Ihrer Region erkundigen können.
schwobawolfgang
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Re: Pulverbeschichtung entfernen

Beitrag von schwobawolfgang »

Normalerweis bietet ein Kunststoff Beschichter auch das entfernen an.
Gruß Schwobawolfgang
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BerndSt
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Re: Pulverbeschichtung entfernen

Beitrag von BerndSt »

Servus zusammen,

zuerst einmal danke an Eric und Wolfgang - das weiß ich und ich nehme sogar an, dass das die einfachste und möglicherweise auch beste Option ist. Und wenn ich auf Zeit und Material schaue evtl. sogar noch die billigste. :P

Aber: ich betreibe das "Heinkel-Hobby" auch deshalb, weil ich die "Bastelei" liebe und gerne Sachen selber mache. Ich gebe zu, ein Dilettant zu sein - im Wortsinn: "ein Liebhaber einer Kunst oder Wissenschaft, der sich ohne schulmäßige Ausbildung und nicht berufsmäßig damit beschäftigt. Als Amateur oder Laie übt er eine Sache um ihrer selbst willen aus, also aus Interesse, Vergnügen oder Leidenschaft und unterscheidet sich somit von einem Fachmann.", Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dilettant

Falls ich die Beschichtung also mit eigenen Mitteln herunter bekommen kann (was noch lange nicht sicher ist), mache ich es lieber selbst und habe hinterher was gelernt.

Meine heutigen Anstrengungen in dieser Sache führen direkt zur Erkenntnis "mühsam nährt sich das Eichhörnchen!" :D

Abflammen mit dem Gasbrenner geht - aber irgendwie auch nicht besser als mit der Heißluftpistole. Der Brenner wird deutlich wärmer, was wiederum dazu führt, dass es mehr stinkt (gesund ist das nicht...), dafür aber die abgeschabten Farbreste die Werkstatt etwas weniger versauen (weil sie nicht vom Heißluftstrom durch die Gegend gewirbelt werden).

Durch die größere Hitze des Brenners besteht aber auch die Gefahr, dass man das Blech zu heiß macht - mit der Flamme muss man also besser aufpassen.

So sah das dann an der "Probefläche" aus:

mit Brenner und Spachtel abgeflammt
mit Brenner und Spachtel abgeflammt

Man sieht schon: da ist wohl eine ""mehrstufige Herangehensweise" nötig.

Deshalb bin ich danach über die "behandelte Stelle" auch noch einmal mit Abbeizer drüber:

danach mit Abbeizer behandelt
danach mit Abbeizer behandelt

Der zum Einsatz kommende Abbeizer rührt immer noch kaum an - da muss es etwas besseres geben.

Die nächsten Schritte sind:
  • restliche Flächen mit der Heißluftpistole grob bearbeiten
  • mit besserem/"schärferem" Abbeizer nachbehandeln
  • verbliebene Reste evtl. vorsichtig abstrahlen
  • von Hand schleifen
  • mit Zinkspray grundieren
  • lackieren
Ich werde berichten.

Ja, Eric und Wolfgang: ein professioneller Entlacker wäre bestimmt die bessere Idee! :mrgreen:

Bernd
SNAFU!
EricV
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Re: Pulverbeschichtung entfernen

Beitrag von EricV »

Ja, aber etwas selbst zu machen ist hinterher viel befriedigender. :D
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BerndSt
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[Gelöst] Pulverbeschichtung entfernen

Beitrag von BerndSt »

Hallo zusammen,

auch dazu bin ich Euch noch das Ergebnis schuldig.

Ich mache es kurz: Pulverbeschichtung mit "Hausmitteln" zu entfernen ist nicht oder nur mit einem unbefriedigenden Endergebnis möglich. Punktum.

Damit zum professionellen Entlacker zu gehen wäre definitiv die bessere Lösung gewesen...

Ich habe u.a. (sh. auch die früheren Beiträge im Thread)
  • abgeflammt mit Gasbrenner (schlecht für's Blech) und Heißluftpistole (besser für's Blech aber mühsam).
  • zwei verschiedene Abbeizer probiert (beide rührten die Beschichtung nicht an - was man da als Nicht-Profi kaufen kann ist für diesen Zweck sein Geld nicht wert).
  • Ameisensäure - glaubt ja nicht alles was im Netz geschrieben wird! Das hilft genau: nichts, null, nada, zipp!
  • gekratzt und geschliffen - kratzen kann man vergessen und schleifen verbraucht Scheifpapier ohne Ende bei mäßigem Ergebnis.
  • gestrahlt mit Korund, Sand, Glasgranulat, Granatsand - da braucht man viel Geduld und Strahlgut - und das Ergebnis könnte auch besser sein.
Am Ende habe ich es einfach gut sein lassen. Die Außenfläche bekam ich ganz gut sauber (Heißluft und Schaber, danach strahlen und schleifen), die Innenfläche des Schutzblechs blieb weitgehend "grausam" - aber das sieht ja keiner. :wink:

Nach der ganzen Mühe wurde das Schutzblech mit Fertan behandelt, danach grundiert und lackiert und abschließend mit 2K-Klarlack versiegelt.

So sieht das jetzt aus - und so bleibt das auch. Mein eigener Anspruch ist zwar nicht erfüllt, aber irgendwann muss es auch mal gut sein... :mrgreen:

Schutzblech_fertig.jpg

Übrigens (again what learned): nicht jeder 2K-Lack verträgt sich mit jedem Autolack - die Detailbetrachtung der erzielten Oberfläche macht das deutlich. :oops: Mein persönliches Fluch-Repertoire hat sich im Zuge der Arbeiten und bei der Betrachtung des getrockneten 2K-Lacks jedenfalls deutlich erweitert. :evil:

Viele Grüße,
Bernd
SNAFU!
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