Anfangsschwierigkeiten und andere Kleinigkeiten

Motor-Vergaser-Antrieb
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bims
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Re: Anfangsschwierigkeiten und andere Kleinigkeiten

Beitrag von bims »

Servus Tommy,

ich würde das Kolbenbolzenlager im Pleuel nicht gegen ein Nadellager tauschen ! :?
Habe dabei ein ungutes Gefühl. Einem Bronze-Gleitlager traue ich für diesen Zweck mehr zu ! :P

Bei Bedarf eine neue Bronzebuchse einpressen, sauber ausreiben, neuen Bolzen durch,
hält wieder die nächsten 50.000 km ! :D
Viele Grüße aus dem schönen Oberfranken B I M S
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BerndSt
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Re: Anfangsschwierigkeiten und andere Kleinigkeiten

Beitrag von BerndSt »

Servus Tommy,

ich habe gerade mal wieder bei Pteng gestöbert (http://www.pteng.de/heinkel/heinkel.htm) und als ich beim Thema Kolben war, fiel mir dieser (schon etwas ältere) Thread wieder ein:
ThomasD hat geschrieben:... Und siehe da nach kurzer Zeit kam alles zurück mit dem Hinweis, das der Kolben schief im Zylinder läuft!!!!!!!! ...
Eine (vermutlich abwegige) Idee ist mir da gekommen - kann es sein, dass Du deachsierte Kolben hast, die falsch eingebaut wurden? OK, das ist unwahrscheinlich, aber vielleicht willst Du das ja mal nachlesen. Findest Du hier: http://www.pteng.de/heinkel/antrieb/kolben/frame_r.htm

Viele Grüße nach Berlin,
Bernd
SNAFU!
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ThomasD
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Re: Anfangsschwierigkeiten und andere Kleinigkeiten

Beitrag von ThomasD »

Hallo Bernd,

ne das ist definitiv nix deachsiert.
Habe den ganzen Kram am Freitag zum tausendsen Mal zerlegt.
Tatsächlich ist die Bohrung für den Kolbenbolzen schief. Also mal schnell eine Ausdrück- und einziehvorrichtung für die Buchse gedreht.
Buchse raus, eine neue auf Passmaß in einem Zug gedreht und mit der Vorrichtung garantiert gerade eingezogen. Kolben und Zylinder Probehalber montiert und Motor ohne Kopf drehen lassen und wat is ? Nüschte der Kolben pumpt immer noch Öl. Jetzt bleibt nur noch eine verbogene Pleulstange als Wurzel allen Übels. Ist nur leider nicht so einfach zu Überprüfen. Geschweige denn zu richten.
Nächste Möglichkeit wäre eine Buchse mit Untermaß einzuziehen und mit einer Vorrichtung winklig nachzureiben.
Habe aber gerade keine Energie mehr jetzt auch noch Vorrichtung zum nachreiben zu bauen. Hat vielleicht jemand so ein Teil, das er mal für einen Nachmitttag verleihen könnte?
Außerdem fällt auf, das die Pleulstange zwar keinerlei Höhenspiel auf dem Kurbelzapfen hat, dafür aber ein leichtes seitliches Spiel !
Aber ich denke das wird wohl eher normal sein , da es ein relativ schmales Lager mit einem langen Hebel dran ist.
Hat da jemand Erfahrungswerte die er mittteilen könnte ?

Grüße Tommy
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heinkel-bernd
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Re: Anfangsschwierigkeiten und andere Kleinigkeiten

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Tommy,

die Flucht des Kolbenbolzen lässt sich mit relativ einfachen Mitteln prüfen:
Eine Welle, die genau durch das Bronzelager für den Kolbenbolzen passt, etwas länger als der Kolbndurchmesser !
Diese Welle in das Bronzelager einschieben und genau vermitteln (Stellung KW-O.T.).
Links und rechts vom Pleuel zwei gleich hohe(in meinem Fall 33mm) Metallklötzchen auf die Dichtfläche des Zylinders
unter die Welle legen.
Durch leichtes vor und zurückdrehen der LIMA den Spalt links und rechts zu den Unterlagen beobachten und ein
gleichseitiges Aufsitzen auf den Unterlagen prüfen !
Kolbenbolzen Flucht kompr..JPG
Ist das Pleuel tatsächlich verbogen, kann man es mit einem selbstgefertigten Windeisen wieder richten !
Dabei zur Aufnahme des Gegendrucks seitlich zum Kurbelgehäuse Hartholzklötzchen mit leichter Spannung
zum Pleuel einlegen !
Pleuel richten kompr..JPG
Minimales seitliches Kipp- und Axialspiel des Lages auf der KW ist in Ordnung ! :D
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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ThomasD
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Re: Anfangsschwierigkeiten und andere Kleinigkeiten

Beitrag von ThomasD »

Hallo Bernd,
danke für die klasse Anleitung (Hast du eigentlich für alles eine Fotoanleitung ?)
Habe mir das Ganze jetzt mal mit einer 18'er Welle und zwei Parallelstücken angeschaut.
So richtig schlimm schief sieht es nicht aus, aber klar ist das der Kolben wirklich schief läuft!!
Durch das seitliche Kippspiel der Pleulstange ist es relativ schwer einzuschätzen welche Stellung jetzt die richtige ist.

Das einzige, was ich mich frage ist : aus welchem Material ist das Pleul ? Guß? Geschmiedeter Stahl?
Nich das mir das gute Stück beim Richten bricht, außerdem stellt sich mir die Frage wie genau muß es denn werden.

Vielleicht wohnt ja ein erfahrener Heinkel-Schrauber in Berlin und wäre so nett sich das mal kurz anzuschauen?

Gruß Tommy
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heinkel-bernd
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Re: Anfangsschwierigkeiten und andere Kleinigkeiten

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Tommy ,

zur Flucht Deines Kolbenbolzens kippst Du halt das Pleuel einmal bis zum Anschlag nach links und
einmal das gleiche nach rechts ! Wenn in beiden Stellungen die Welle zu den Parallelstücken die gleiche Luft
aufweist, dann ist Dein Pleuel in Ordnung ! :D
Am besten die Lichtmaschine mit eine kleinen Keil so festsetzen, daß in Mittelstellung des Kippspiels
nur ganz wenig Luft ist. Die Parallelstücke müssen natürlich mit gleichmäßigen Abstand zum Pleuel
liegen (da würde ich mich nach der Öffnung im Kurbelgehäuse richten) und die Prüfwelle muß im
Pleuel genau vermittelt sein (mit Klebeand fixieren)! Gegenlicht ist auch hilfreich ! :idea:

So viel ich weiß, besteht das Pleuel aus Maschinenguss und verträgt schon einen vorsichtigen "Drücker" ! :wink:
Garantie kann ich natürlich keine übernehmen ! :?
Ich habe den Tip von einem versierten, älteren Herkules-Profi und habe ihn bei meinem Pleuel auch schon
angewandt ! :D

Zu den deachsierten Kolben:
BerndSt hat geschrieben: kann es sein, dass Du deachsierte Kolben hast, die falsch eingebaut wurden?

Die Kolbenbolzen dieser Koben sind in Drehrichtung zu Kurbelwelle nach vorne oder nach hinten
verschoben (habe ich jetzt nicht im Kopf), dabei passt sich ja der Kolben selbsttätig dem Zylinder an !
Der Zweck dieses verschobenen Kolbenbolzens ist es, das leichte Kippen des Kolbens beim Arbeitstakt
zu minimieren und den Motor dadurch etwas leiser zu machen ! Es bringt geräuschmäßig nicht viel
und der Verschleiß ist dadurch auch nicht geringer !( Siehe Buch von Lammersdorf )

Soeben fällt mir ein :idea: :
Hast Du mal die Auflagefläche Deines Zylinders angeschaut ? Ist die Zylinderbohrung rechwinkelig zur unteren
Dichtfläche ? Das wäre noch eine Ursache, die ich mir aber gar nicht vorstellen kann ! :shock:
Aber man hat ja schon Pferde k.............! :mrgreen:

Zu meinen Fotoanleitungen:
Mein Fotoarchiv ist schon recht umfangreich und wenn mal nichts passendes dabei ist, gehe ich schnell mal
in mein Lager, schnappe mir das benötigte Teil und mache ein paar Fotos davon !
Du siehst ja daß das Kurbelgehäuse auf den letzten Bildern noch nicht in "Behandlung" war, das geschieht
erst wenn es zu seinem ursprünglichen Zweck gebraucht wird :wink:
Mit dem Bearbeitungs-Programmen weden die Fotos dann dementsprechend aufbereitet und fertig
ist die Laube ! :lol: :lol: :lol:

Viel Erfolg bei der Fehlersuche und immer gelassen bleiben ! Die Heinkel-Saison ist ja schon so gut wie zu Ende !
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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ThomasD
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Re: Anfangsschwierigkeiten und andere Kleinigkeiten

Beitrag von ThomasD »

Hallo zusammen,
also um das Pleul zu überprüfen habe ich mir nun doch noch auch dafür eine kleine Hilfsvorrichtung gedreht und geschliffen.
Einen Bolzen Ø18x20mm lang mit Stirnseitigen Gewinden, dann auf der Flachschleife die Strinflächen winklig und parallel geschliffen.
Zwei Scheiben Ø50x5mm dick, auch beidseitig flachgeschliffen, so das ich jetzt einen Bolzen mit zwei absolut parallel und winklig zueinanderstehenden Flächen habe. So jetzt konnte ich mit einem Haarwinkel von der Zylinderauflagefläche des Motors aus das Ganze überprüfen.
Zum Richten reicht auch ein 18'er Messingrundstab, den man durch die Kolbenbolzenbuchse steckt. Das Richten geht relativ einfach, da das Pleul nicht sehr dick ist.

So nun ist auch das Pleul zu 100% gerade. Seitliches Kippspiel gleichmäßig ausgerichtet. Zylinder wieder drauf und er pumpt nach wie vor Öl in den Brennraum, jetzt ist das Dingelchen aber wirklich kurz davor zum Mond geschossen zu werden.

Die einzige Idee die ich jetzt noch habe, ist mir einfach nochmal einen neuen Zylinder mit Kolben und Ringen beim Club zu bestellen.
Nur um den direkten Vergleich zu haben.
Wenn jemand eine andere Idee hat, würd ich sie gerne Hören.

Grüße aus Berlin Tommy
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heinkel-bernd
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Re: Anfangsschwierigkeiten und andere Kleinigkeiten

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Tommy ,
heinkel-bernd hat geschrieben:Hast Du mal die Auflagefläche Deines Zylinders angeschaut ? Ist die Zylinderbohrung rechwinkelig zur unteren
Dichtfläche ? Das wäre noch eine Ursache, die ich mir aber gar nicht vorstellen kann ! :shock:
Kannst Du den Zylinder nicht mit Innen-Spannbacken so in die Drehbank spannen, daß die Zylinderkopf-Seite
in Richtung Drehfutter zeigt ? Natürlich mit dünnen Kupfer- oder Alu-Unterlagen zwischen Backen und
Zylinderbohrung ! :wink:
Wenn Du jetzt den Zylinder so einrichtest, daß die Zylinderbohrung in der Maschine rund läuft (Messuhr)
dann sollte die Auflagefläche (zum Kurbelgehäuse) auch rund laufen und darf nicht eiern ! :?
(Auch mit Messuhr prüfen)

Ich habe zwar noch keinen Zylinder derartig geprüft aber einen Versuch wäre es wert ! :D
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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ThomasD
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Re: Anfangsschwierigkeiten und andere Kleinigkeiten

Beitrag von ThomasD »

Hallo Bernd,

habe mir Heute den Zylinder angeschaut. Auf der Drehbank aufgenommen und ausgemessen. Also Auflgagefläche ausgerichtet Planschlag kleiner 0,01mm, dann hat die Zylinderbohrung einen Schlag von 0,2mm. Ganz schön üppig für die kurze Distanz von Auflagefläche zur Bohrung.
Also gut ich werde den Scheiß Morgen nochmal aufnehmen und richtig spannen (habe Heute nur leicht gespannt zum Messen) und die Auflagefläche überdrehen.
Insgesamt scheint sich da ja eine Verkettung unglücklicher Fehler zu häufen, so das die Diagnose sich nicht auf einen Fehler beschränkt.
Ich hoffe das wirds dann mal endlich gewesen sein, sonst schieß ich das Teil doch noch zum Mond.

Danke nochmal für den Hinweis, eigentlich würde ich sowas ja nicht vermuten, aber man hat ja schon Pferde.....

Gruß Tommy
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ThomasD
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Re: Anfangsschwierigkeiten und andere Kleinigkeiten

Beitrag von ThomasD »

Hallo zusammen,

neues Jahr neues Glück. Habe nun doch mal wieder Zeit gefunden mich mit meinem Problemkind zu beschäftigen.
Nachdem ich nun auch noch die Auflagefläche des Zylinders nachgearbeitet hatte, war meine Lust zu schrauben erstmal am Ende.
Habe nun hoffnungsfroh zum x'ten Male alles wieder zusammen gebaut, und gleich auch noch die leichte Undichtigkeit an der Ölablassschraube der Schwinge beseitigt. Und wat is, immer noch das Selbe. So jetzt habe ich keine Lust mehr rumzudoktern. Habe mich jetzt mal beim Club als Mitglied angemeldet und werde jetzt nochmal hirnlos Teile tauschen. Ich bestelle mir jetzt einen neuen Zylinder samt Kolben beim Club, sobald die Anmeldeprozedur erleldigt ist. Ich habe da so einen Verdacht, das da was nicht stimmt mit dem bisherigen "neuen" Zylinder. Obwohl ich es nicht genau lokalisieren kann.

Tommy
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