Micha L hat geschrieben: 18.08.2024, 17:27
aber klar ist mir jetzt eigentlich auch, dass ich es am besten ganz oder gar nicht angehe...
Viele Grüße, Michael.
Darin sah ich von Anfang an die einzige Chance, dass der Motor wieder ein paar Jahre ordentlich läuft
Und mit dem 175ccm Motor gibt es auch keine Probleme bei de Ersatzteilbeschaffung
Allerdings gibt es bei der Revision eines Heinkel-Viertaktmotors auch Besonderheiten, die vermutlich
auch einem Kfz-Meister nicht bekannt sein dürften
das untere Pleuellager auf dem Hubzapfen besitzt auf seinen beiden Rollenlagern i.d.R.etwa 1 bis 2mm seitliches Spiel, was aber nicht zum
Kippen der Pleuelstange führen darf
Auch ein minimales,spürbares Höhenspiel dürfen diese Rollenlager nicht aufweisen, was man am besten spürt, wenn die Kurbelwelle
ausgebaut ist und das vorhandene Motoröl mit Bremsenreiniger und Pressluft ausgespült wurde, um die dämpfende Wirkung des Öls
auszuschalten
Bei Verwendung einer Kopfdichtung aus massiv Kupfer muss nicht nur der Zylinderkopf plangedreht werden sondern auch
die Dichtfläche des Zylinders, da sich das Kupfer nur wenig an Unebenheiten der Dichtflächen anpasst. Dafür hat die
Kupferdichtung gegenüber einer "weichen" Dichtung mehrere Vorteile: Kupfer hat sehr gute Wärmeleitfähigkeit,
wodurch der Wärmeübergang des Zylinderkopfes zum Zylinder gleichmässiger und wirkungsvoller ist.
Die Kopfdichtungen, die ich aus Kupfer herstelle besitzen die gleiche Aussenkontur wie die oberste Kühlrippe des
Zylinders, wodurch diese Kupferdichtung als zusätzliche Kühlrippe wirkt
Ein weiterer Vorteil, nur wenn auch eine metallische Fußdichtung verwendet wird: das Nachziehen des Zylinderkopfes
erübrigt sich, da sich das weichgeglühte Kupfer durch das Anziehdrehmoment der Kopfmuttern anpasst und daduch
auch eine leichte Kaltverfestigung erfährt
Ein kleiner Tip für ausgeglühte und oxidierte Kupferdichtungen:
In alten Säuere-Batterien befindet sich ca. 30 %ige Schwefelsäure, die sich nochmal ewas verdünnt mit Wasser zum Blankbeizen von
oxidiertem Kupfer verwenden lässt

einwirken lassen und leicht abreiben.
Danach gut mit schwacher Seifenlauge neutralisieren und mit Wasser abspülen. Kaltverfestigung durch Biegen und Richten vermeiden !
Sicherheitsregeln im Umgang mit Batteriesäure beachten 