es ist in der Vergangenheit schon berichtet worden über den Umbau des Hauptscheinwerfers auf LED und den damit verbundenen Vorteilen. Allerdings ging es dabei um den 140mm-Scheinwerfer, wie er im 103-A2 verbaut ist. Als Besitzer eines 103-A1 suchte eine bei mir passende Lösung für den dort vorhandenen 130mm-Scheinwerfer. Diese sollte kompatibel austauschbar sein, um jederzeit den Original-Zustand meines HEINKEL wieder hestellen zu können.
Nachfolgend will ich kurz darstellen, wie ich zum Ziel kam:
- Bei Louis erwarb ich einen (kompletten) Anbau-Scheinwerfer, dessen Lichtaustritt (= Durchmesser der durch den Lampenring tretenden Scheibe) einen Durchmesser von 132 mm aufweist (Gazzini, Best.-Nr. 10036256 bzw. 10036255, € 249,-). Dieser Scheinwerfer hat ein E-Prüfzeichen und ist somit ohne weiteres Zulassungs-Procedere verwendbar. Sicherheitshalber habe ich mir vom Anbieter auch den Prüfbericht zusenden lassen, der sich (allein) auf den LED-Einsatz bezieht.
- Der eigentliche LED-Einsatz ist im Lampenring mit Federn eingeklemmt und somit leicht zu entnehmen. Das Gehäuse braucht man nicht - es geht allein um den verbauten LED-Einsatz (Fabrikat JUTE AL014, Taiwan, leider nicht einzeln zu beschaffen).
- Der eigentliche Einsatz weist in einem kurzen Abschnitt einen für die Öffnung des HEINKEL-Lampengehäuses etwas zu großen ringförmigen Durchmesser auf (143mm). Dieses "Zuviel" trug ich durch vorsichtiges Schleifen des entsprechenden Kunststoff-Gehäuseteils auf ca. 140 mm ab, sodass der Einsatz leicht beweglich in die Öffnung passt (damit man später die Höhe der Lichtkante einstellen kann). Das ist problemlos ohne Einbuße der Stabilität möglich, da das Kunstoff-Gehäuse im fraglichen Bereich recht massiv ausgeführt ist. Die Scheibe des LED-Einsatzes sollte für die Dauer der Anpassungs-Arbeiten mit einem Schutz gegen Kratzer beklebt werden (Kreppband o.ä.), da man doch recht häufig die Teile zusammenfügt, um die optimale Passung durch Probieren zu erzielen.
- Ein neuer Original-Scheinwerfer-Chromring (HEINKEL-Shop, € 24,90) wurde für die Aufnahme des LED-Einsatzes angepasst:
- Entfernen der Biegelaschen zur Befestigung des Original-Einsatzes
- Aufweiten des freien Durchmessers auf den Durchmesser der Lichtscheibe des LED-Einsatzes (einige Millimeter!)
Diese Arbeiten müssen sehr sorgfältig durchgeführt werden, damit der Chromring einerseits nicht im Sichtbereich verkratzt wird und andererseits "satt-saugend" auf den Absatz des LED-Einsatzes passt (bzw. der Einsatz entsprechend durch den Ring geht). Der manuell bearbeitete Rand des Chromrings ist später sichtbar und muss daher "perfekt" sein. Ich verwendete dafür meinen stationär befestigten Bandschleifer - die Umlenkrundung des Schleifbandes ist ideal geeignet, die Öffnung des Chromringes zu bearbeiten. Aber Obacht: Handschuhe tragen und sehr sachte schleifen! Man hat es mit recht fligranem Blech zu tun. Man kann sicherlich auch mit einem Dremel arbeiten, aber es ist damit sicherlich schwieriger, die Rundung der großen Öffnung gleichmäßg hinzubekommen.
- Wenn alles passt, kann der LED-Einsatz mit Polymer-Baukleber (kein Silikon, Acryl oder Epoxy!) in den Chromring geklebt werden. Dabei ist die "TOP"-Markierung in Deckung zu bringen mit der oberen Befestigungsöffnung des Lampenrings (TOP muss oben sein!). Die Fuge zwischen Chromring und Glaskörper des LED-Einsatzes sollte rundum gefüllt sein (Dichtigkeit!!). Nach außen austretender Kleber kann gut mit etwas Waschbenzin (Bremsenreiniger) entfernt werden, solange er nicht abgebunden hat. Auf der Innenseite sollte der Kleber in der Fugentiefe einige wenige Millimeter den Außendurchmesser des Einsatzes umschließen. Dabei muss beachtet werden, dass in diesen Freiraum auch das Lampengehäuse des Rollers ragt, also sollte man den Spalt nicht zu großzügig auffüllen, um die für die Einstellung des Scheinwerfers nötige Bewegungsfreiheit nicht zu sehr einzuschränken.
Nach Verfestigung des Klebers ist die Verbindung bombenfest.
- Die elektrischen Anschlüsse des neuen Einsatzes habe ich steckerkompatibel zu dem Original-Einsatz ausgeführt, sodass ein Wechsel zwischen Alt-Original und Neu-LED innerhalb weniger Minuten durchgeführt werden kann.
Dabei habe ich (bisher) die vorhandene Leitung für das Tagfahrlicht nicht verwendet, da dieses bei KBA-zugelassenen Fahrzeugen nicht erlaubt ist. Man "könnte" natürlich Zündung-Plus auf diese Leitung geben, um dann mit Tagfahrlicht (an Stelle des Abblendlichts) seine Position zu markieren. Das Tagfahrlicht erlischt automatisch, sobald "richtiges" Licht eingeschaltet wird.
- Gegenüber Original verringerte Leistungsaufnahme (Stand-/Abblend-/Fernlicht 2W/15W/27W, Tagfahrlicht 10W)
- Sehr (!!) viel mehr Licht auf der Straße
Hier noch ein paar Bilder:
Alt und Neu von vorn - gut zu erkennen die Beschriftung des Einsatzes - insbesondere die "E6"-Kennzeichnung (bei ca. 19:00 Uhr)
Alt und Neu von hinten - kritisch ist der große Außendurchmesser des LED-Einsatzes ganz tief unten im Lampenring
Standlicht (Ring) und Abblendlicht
Der Balken unter dem Abblendlicht wäre das Tagfahrlicht...
Abblendlicht Bilux und LED - das Fenster verdeutlicht den Unterschied