Zündung

Motor-Vergaser-Antrieb
Pema
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Zündung

Beitrag von Pema »

Ein freundliches hallo an alle.

Vor drei Jahren habe ich mir einen restaurierten Heinkel 103-A2 Baujahr 1966 gekauft.
Der Zylinderkopf ist auf bleifrei umgebaut.
Vergaser Bing 1/20/55
Zündkerze Beru – Ultra 14-5AU
Der Roller lief immer sehr gut, hing sauber am Gas, ließ sich gut starten und zog.
Das Zündkerzenbild war rehbraun, nur der Gewindesockel war schwarz.
Bei einer längeren Fahrt fing er an zu ruckeln, wie Aussetzer oder ausgehen, wurde die Geschwindigkeit reduziert lief er wieder sauber. Bis in die heimatliche Garage steigerte sich das Phänomen es reichte gerade so um nicht die Reststrecke zu schieben.
Bei ca. 4000 km auf dem Tacho vermutete ich den Unterbrecher. Nachdem Ausbau stellte ich fest das der Unterbrecher noch in Ordnung war. Die weitere Fehlersuche ergab, dass die große Rändelmutter vom Vergaser (ganz oben) locker war. :oops: Also baute ich den Unterbrecher wieder ein, nachdem ich die Kontakte gereinigt hatte.
Den Kontaktabstand mit der Fühlerlehre auf 0,4 und den Zündzeitpunkt auf 0,7 vor OT mit der Prüflampe eingestellt. (Die Markierungen am Gehäuse stimmen)
Der Roller sprang beim Starten auch sofort an und hing gut am Gas.
Beim überprüfen mit dem Schließwinkel-Messgerät werden exakt 45° angezeigt. Beim Abblitzen mit der Stroboskoplampe liegt die Markierung allerdings ca. 1/3 über SP in Richtung FP.

Ich habe den Zündzeitpunkt nochmals mit der Lampe überprüft, es sind 0,7 vor OT.

Die Probefahrt von ca. 150 Km wurde problemlos absolviert, der Motor hing sauber am Gas, zog gut.
Das Zündkerzenbild war allerdings ziemlich verrußt.

Die Vergasereinstellung wurde ja nicht verändert, kann dieses Kerzenbild wirklich an der Zündeinstellung liegen?

Bevor ich jetzt mit dem Vergaser experimentiere hätte ich gerne eure Tipps und Ratschläge dazu.

Dankende Grüße
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heinkel-bernd
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Re: Zündung

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Pema,

hast Du beim Anblitzen der Zündung durch Drehzahlerhöhung den Fliehkraftregler gleich
mit überprüft ?
Vielleicht ist am Versteller eine Feder gebrochen oder lahm, sodass die Fliehgewichte schon
bei Leerlaufdrehzahl die Zündung vorverstellen !

Hier habe ich Dir die Kennlinie des Zündverstellers eingefügt:
Kennlinie Zündversteller 1 kompr..jpg
Das kann man evtl. am Unterbrechernocken auch fühlen:
Am U-Nocken durch Linksdrehung fühlen, dass der Nocken von den Federn komplett bis zum
spürbaren Anschlag zurück gezogen wird.
Durch Rechtsdrehung des Nockens muss die Gegenkraft der Federn spürbar sein.
Zwischen Anschlag (Linksdrehung) und Gegendruck der Federn (Rechtsdrehung) sollte kein "Spiel"
spürbar sein !

Ich stelle die Zündung immer mit Stropo-Lampe ein, da man dabei den Fliehkraftregler gleich mit
überprüfen kann !
Bei ca. 1.400 UPM sollte die Verstellung beginnen, bei ca. 3.400 UPM sollte die F.P.-Marke erreicht sein !
Wenn wesentlich früher, sind die Federn lahm.
Wenn wesentlich später, sind die Federn zu straff (Was nicht sein kann, wenn die richtigen Federn)

Auch ein defektes Kurbewellenlager habe ich mit der Stropo-Lampe schon diagnostiziert
(Geht aber nur bei Unterbrecherbetrieb)

Bevor Du aber am Vergaser weiter suchst, solltest Du auf jeden Fall die Zündanlage nochmals genau
überprüfen ! :shock:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
Pema
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Re: Zündung

Beitrag von Pema »

Guten Abend Bernd,

vielen Dank für deine ausführliche Hilfe.
Ich werde die Zündung nach deiner Anleitung nochmals überprüfen und Bericht erstatten. :D
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Bernd Hünten
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Re: Zündung

Beitrag von Bernd Hünten »

Wenn die Zündung jetzt stimmt und das Verhalten wieder auftritt, ein weiterer Tipp dazu:
Nach längerer Autobahnfahrt mit 85 - 90 wurde mein Roller plötzlich langsamer und lief trotz Vollgas nur noch mit ca 65 - 70 km/h. Nach einiger Zeit mit diesem Tempo und wenig Gas nahm er wieder Gas an. Einige Zeit später begann das Spiel von Neuem. Ursache war eine Zündkerze, die zu heiß wurde! Ein anderer Wärmewert und die Sache war vergessen!
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m). Inzwischen über 150 000 Heinkelkilometer.
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heinkel-bernd
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Re: Zündung

Beitrag von heinkel-bernd »

Bernd Hünten hat geschrieben:Ursache war eine Zündkerze, die zu heiß wurde! Ein anderer Wärmewert und die Sache war vergessen!
Das heisst in diesem Fall:
Statt NGK B7HS> NGK B6HS,
oder statt Beru 14-7AU> Beru 14-5AU
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
Pema
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Re: Zündung

Beitrag von Pema »

Guten Morgen,

vielen Dank für Eure Infos und Hilfe.
Leider komme ich erst am Sonntag zur meiner roten „Göttin“. :D

Vorab schon mal ein schönes Wochenende.
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oldbiker
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Re: Zündung

Beitrag von oldbiker »

...das beschriebene Fehlerbild kann auch durch Dampfblasen im Benzin verursacht werden...ein extra eingebauter Benzinfilter verstärkt noch den Fehler.
So erlebt auf der Rückfahrt von Salzbergen nach Remscheid auf der Autobahn bei ca. 25°C.
Gruß
Dietmar
Pema
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Re: Zündung

Beitrag von Pema »

Guten Abend,

ich habe heute die Schlitze der Unterbrecherplatte aufgefeilt, jetzt kann die Platte soweit gedreht werden das beim Abblitzen mit der Strobo-Lampe die Markierung genau auf SP steht.
(Mit der Prüflampe aber auf OT) ??
Allerdings, wenn ich den Schließwinkel auf 45° am Messgerät einstelle ist der Unterbrecherabstand viel zu gering ( 30er Fühlerleere passt nicht). Beim Abblitzen ist die Markierung dann auf OT. Der Motor läuft dann auch nicht sauber, geht leicht aus. Natürlich kann ich jetzt die Unterbrecherplatte zurück drehen, so dass die Markierung wieder auf SP steht.
Stelle ich den Unterbrecher mit der Fühlerleere auf 0,4 ein wird am Messgerät 40 ° angezeigt und der Motor springt leicht an und läuft rund. Das Kerzenbild hat sich stark verbessert.
Bei dem Schließwinkel Messgerät handelt es sich um ein altes Unitec. Eventuell ungenau oder nicht mehr ganz in Ordnung? Leider habe ich keine Möglichkeit zur Überprüfung.

Es stellt sich mir die Frage:
Unterbrecherabstand mit 40er Lehre einstellen und Platte ganz nach rechts drehen… oder mit Messgerät auf 45° dafür Platte etwas nach links drehen..? Welchen Abstand muss der Unterbrecher mindestens haben? :?: :?:

Zitat (von Heinkel Bernd)
Das kann man evtl. am Unterbrechernocken auch fühlen:
Am U-Nocken durch Linksdrehung fühlen, dass der Nocken von den Federn komplett bis zum
spürbaren Anschlag zurück gezogen wird.
Durch Rechtsdrehung des Nockens muss die Gegenkraft der Federn spürbar sein.
Zwischen Anschlag (Linksdrehung) und Gegendruck der Federn (Rechtsdrehung) sollte kein "Spiel"
spürbar sein !
Zitat Ende

Das werde ich nochmal prüfen. Ich „meine“ linksdrehen ging gar nicht, rechtsdrehen war möglich, beim Loslassen ging der Nocken wieder zurück.
Bin mir aber mit der Richtung im Moment nicht sicher.

Grüße Pema
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heinkel-bernd
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Re: Zündung

Beitrag von heinkel-bernd »

^Servus Pema,
heinkel-bernd hat geschrieben:Zwischen Anschlag (Linksdrehung) und Gegendruck der Federn (Rechtsdrehung) sollte kein "Spiel"
spürbar sein !
Das heisst:
Die Federn müssen mit Hilfe der Fliehgewichte den Nocken in Linksdrehung wieder bis zum Anschlag
zurück drehen !

Ein evtl. Spiel von ca. 10° würde die unterschiedlichen Messergebnisse zwischen Prüflampe und Stropolampe
erklären :idea:
Der Unterbrecherabstand/Schließwinkel muss nicht sooo genau passen (an den versch. Modellen 0,35 - 0,45 mm)
Wichtig ist der Zündzeitpunkt, der bei Leerlaufdrehzahl 10° vor O.T. (bei S.P.) liegen soll !
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
Pema
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Re: Zündung

Beitrag von Pema »

Guten Abend,
gestern habe ich eine Probefahrt mit konstant 80-9 0 km/h (ca.20 Km) gemacht. Bei sofortiger Kontrolle war das Kerzenbild ein schönes dunkles rehbraun.
Bei einer anschließender Probefahrt mit Vollgas und wechselnder Geschwindigkeit (Schnellstraße und Stadt) war die Kerze leicht rußig.

An Bernd: eine Beru 14-5 AU fahre ich bereits. :wink:

Vom Gefühl läuft der Roller ganz gut (habe allerdings keinen Vergleich) gemessen mit GPS Tacho 93.8 km/h (Tachoanzeige allerdings zw. 100 u. 110 :lol: )
Danach habe ich nochmals den Fliehkraftregler überprüft… ich meine beim rechtsdrehen ein minimales Spiel von ca. 1 mm zu spüren… allerdings ist das mein erster Heinkel und ich habe keine Erfahrung damit. :shock:
Beim Loslassen läuft der Nocken sauber zurück bis zum Anschlag.
Beim abblitzen war die Marke jetzt ca. 3-5 mm nach SP.
Daraufhin habe ich den Unterbrecherabstand auf 0,35 mit der Fühlerlehre eingestellt.
(Verteilerplatte kann nicht weiter nach rechts gedreht werden)
Beim abblitzen ist jetzt die Marke genau auf SP, läuft aber nicht mehr ganz so leicht / sauber an, nach ein paar Gasstößen läuft er.
Beim Gas geben wandert der Zündzeitpunkt ab ca. 1400 Umdrehungen Richtung F.P , erreicht aber weder bei 3400 Umdreh. noch darüber den F.P. Beim abblitzen bleibt die Marke bei ca. 5-7 mm vor F.P stehen.
:?: :?: :?:
Fragende Grüße
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