Kohlen ersetzen

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heinkel-bernd
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Re: Kohlen ersetzen

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Gundolf,

Herzlichen Dank für die prompte Aufklärung ! :D

Habe ich heute Früh im Inhaltsverseichnis der Heinkel-Infos wohl doch übersehen. :?
Meine Darstellung dieses Inhaltsverzeichnisses zeigt mir leider keine Suchfunktion an !

Diese Anleitung erscheint mir ohne Fotos der einzelnen Arbeitsschritte jedoch etwas dürftig und
die massiven Messing-Kohlehalter lachen einen 40 Watt Lötkolben bestimmt auch aus !
Ich schaffte es nicht einmal mit 100 Watt die Messingflächen anständig zu verzinnen !
Da man die Lötstellen möglichst schnell erhitzen muss, damit der vorherige Lötpunkt nicht wieder
aufgeschmolzen wird und sich dadurch der Draht wieder verschiebt, ist m. E. ein elektr. Lötkolben mit
mind. 200 Watt erforderlich ! Ich verwende immer meinen schweren Gas-Lötkolben, den ich vorher richtig
aufheize und zum Löten auf kleinste Flamme zurück drehe. Das geht dann ruck-zuck ! :wink:
heinkel-bernd hat geschrieben:Wenn ich meinen ausgeliehenen Turbo-Lötkolben wieder zurück habe, werde ich darüber einen ausführlichen Bericht erstellen und erst mal hier in`s Forum stellen.
Natürlich mit aussagekräftigen Fotos der einzelnen Arbeitsschritte.
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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DER-SCHRAUBER
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Re: Kohlen ersetzen

Beitrag von DER-SCHRAUBER »

Bei "mordernen" Kohlen sind im Innenleben ein Pin (aus Kunstoff) und eine Feder verbaut.
Ist die Kohle dann bis zur Verschleisgrenze runter wird der Pin und Feder frei geschliffen und drücken die Litze zurück.

Bleibt die Frage gibts diese auch in der Grösse für den Heinkel?

Gruss Markus
Gundolf 5530
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Re: Kohlen ersetzen

Beitrag von Gundolf 5530 »

Moin Moin

Am besten man fragt mal nach...
Anbei Bild von Packungen mit Kohlen für Heinkel MADE IN GERMANY
Nicht enttäuscht sein wenn nach 60 Jahren die eine und die andere Firma nicht mehr existiert....

Gruß Gundolf

PS: Mega Kohlen gibt es noch beim Club
DSCN9834.JPG
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heinkel-bernd
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Re: Kohlen ersetzen

Beitrag von heinkel-bernd »

DER-SCHRAUBER hat geschrieben:Bleibt die Frage gibts diese auch in der Grösse für den Heinkel?
Da der Querschnitt der Heinkel-Kohlen ja trapezförmig ist, wird das noch schwieriger passende Kohlen
mit diesem "Begrenzer" zu finden !
Und die "Härte" muss ja dann auch wieder stimmen, den Zirkus hatten wir ja schon einmal ! :?

Wir können doch froh sein, dass wir von der GmbH Kohlen bekommen, die sowohl von der Passform,
als auch von der Laufleistung überzeugen ! :D

Der "Wenig-Fahrer" sollte halt alle 10.000 km (das sind bei vielen einige Jahre) die Kohlen kontrollieren,
der "Vielfahrer" lötet (oder lässt) sich die Begrenzer an die Führungen und kann ganz entspannt seine
Kilometer "abspulen" ! :wink:

Eine überabeitete Anleitung hierzu :
http://www.heinkel-club.de/forum/downlo ... &mode=view
ist in Arbeit :P
Zuletzt geändert von heinkel-bernd am 19.01.2016, 21:33, insgesamt 1-mal geändert.
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
zugschwg
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Re: Kohlen ersetzen

Beitrag von zugschwg »

Hallo Leute,

bei der Anleitung in der die Kohlen durch einen Keil geklemmt werden, habe ich den Eindruck, dass das Einlöten der Begrenzer bei eingebauten Haltern stattfindet und die Klemmung die Kohle gegen die vorgespannte Feder drückt. Ich wäre jetzt davon ausgegangen, dass man die Halter vor dem Löten aus dem Magnethalter ausbaut. Zum einen um die Wärmeabfuhr zu minimieren und auch die Isolierscheiben und -Buchsen nicht durch Hitze zu zerstören.
Kann es sein, dass der Grund für die Litzenverbindung von der Kohle zum Federende bei den Kohlen für die SIBA Anlage der ist, dass bei Abnutzung der Kohlen diese am Verschleißende nicht mehr gegen den Läufer drücken und damit dessen Zerstörung verhindern ?
Kennt jemand die max. Laufleistung der aktuellen Kohlen für die Bosch-LIMA des 103 A1 ?
Im Moment ist meine LIMA demontiert und für alle Optionen offen.
Ich selbst fahre mit dem Heinkel eher wenig (ca. 500 km / Jahr), da ich mangels Hänger und Anhängerkupplung eher selten zu Treffen fahre, außer sie finden bei mir in der näheren Umgebung statt. Aber vielleicht ändert sich das ja, wenn ich mal in Rente bin (dauert aber noch mindestens 7 Jahre).

Gruss
Günter
A2Koeln
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Re: Kohlen ersetzen

Beitrag von A2Koeln »

Hallo Günter,
bei jeder Fahrt schalte ich das Abblendlicht - serienmäßig, konventionelle Birnen - an. Der erste Satz Kohlen, gekauft beim Club 2010, hat bei dieser Fahrweise 15.000km gehalten. Der jetzige Satz hält in anderem Motor mit besserem Kollektor bereits knapp 19.000km.
Den Ausfall der ersten Kohlen hat die Ladekontrollleuchte angezeigt, in dem sie immer später beim Gasgeben ausging.

Vom Einlöten eines Begrenzers halte ich nicht viel. Ich denke, bei glattem Kollektor 19Tkm abzuspulen, braucht's derlei Unsicherheitsfaktoren nicht. Löst sich nämlich das eingełötete Stück, so hast Du mit Sicherheit den Kollektor unwiederbringlich geschrottet. Ist kein Begrenzer eingebaut, muss man halt die Ladekontrollleuchte beobachten. Sollte die weiche Litze dann doch - wie bei mir geschehen - den Kollektor berühren, hält sich der Schaden in Grenzen.
Gruß A2koeln
Heinkelgrüße von
A2Köln
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heinkel-bernd
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Re: Kohlen ersetzen

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus A2Koeln, Servus Heinkelgemeinde.
A2Koeln hat geschrieben:Den Ausfall der ersten Kohlen hat die Ladekontrollleuchte angezeigt, in dem sie immer später beim Gasgeben ausging.
Ob das bei jeder/m LIMA/Regler der Fall ist, lasse ich mal dahingestellt ! :?
Verlassen würde ich mich darauf nicht, da es sich ja um 4 Kohlen handelt, wobei ja 2 für den Anlasser
zuständig sind (Oder irre ich mich da ?)

Was mich aber zu einer weiteren Überlegung geführt hat, ist diese Frage von Günter:
zugschwg hat geschrieben:Kann es sein, dass der Grund für die Litzenverbindung von der Kohle zum Federende bei den Kohlen für die SIBA Anlage der ist, dass bei Abnutzung der Kohlen diese am Verschleißende nicht mehr gegen den Läufer drücken und damit dessen Zerstörung verhindern ?

Mit SIBA-Kohlen konnte ich das jetzt nich überprüfen, da ich im Moment kein SIBA-Magnetsystem zur Hand habe.

Günter hat mich aber, wie ich glaube, für die BOSCH-Kohlen auf eine gute und sichere Idee gebracht:
Kohlenbegrenzer BOSCH m.K. 1.JPG
- Eine ganz dünne Kupferlitze, max. 0,6 mm Durchm, ca. 10 cm abisolieren, etwas zusammendrehen und
das Ende kurz verzinnen
- Die Feder einer BOSCH-Kohle durch Linksdrehung von der Kohle abziehen und in die Stirnseite
des Kohlen-Zapfens (der die Feder auf der Kohle hält) ein 1 mm Loch ca. 5 mm tief bohren
- Die Bohrung nicht entgraten und die dünne Kupferschicht in diesem Bereich nicht entfernen !
- Diese Kupferschicht so verzinnen, dass die Bohrung noch frei bleibt (nicht mit Zinn verschliessen)
- das verzinnte Ende der Kupferlitze in die Bohrung schieben und mit der verzinnten Fläche der Kohle
mit reichlich Zinn verlöten
- Die blanke Kupferlitze kurz vor der Isolierung abschneiden
- Am Magnetsystem die Tiefe der Bohrung X für die Feder vom Boden bis zur Oberkante des Kohlenhalters
messen und notieren
- Kleine Scheiben aus dünnem Messing- oder Kupferblech fertigen. Bohrung 1 mm, Außendurchm. max. 5 mm
- Die Feder mit Rechtsdrehung auf die Kohlen schieben und die kleine Scheibe auf die Litze auffädeln
- Mit einer Spitzzange durch eine Feder-Windung (möglichst nahe an der Ms- oder Cu-Scheibe) die Litze greifen
- Durch Anziehen mit einer Flachzange an der überstehenden Litze und Drücken der Feder gegen die Kohle
(mit der Spitzzange, die Litze dabei etwas loslassen) die Feder vorspannen
- Nach dem Fixieren mit der Spitzzange kann der Abstand X gemessen werden und ggf. noch geändert werden
Den Abstand lieber etwas kürzer Wählen, da man dieses Maß durch Unterlegen mit kleinen Scheiben
in der Bohrung noch anpassen kann.
- Litze mit reichlich Lot mit der kleinen Scheibe verlöten, Länge überprüfen, überstehende Litze abschneiden
und überschüssiges Material bis zur Scheibe abschleifen.
Kohlenbegrenzer BOSCH    m.K. 2.JPG
Die Kupferlitze der Kohle sollte nach dem Einsetzen bei entspannter Feder nicht wesentlich über das Ende
des Kohlenhalters vorstehen !

Das war jetz mal ein Versuch, da es mich brennend interssiert hat, ob das machbar ist ! :wink:
Wem das Anlöten der Draht-Begrenzer zu unsicher ist oder sich nicht zutraut, kann das ja mal
ausprobieren.
Übrigens: Die kleinen Cu- oder Messingscheiben (auch zum Unterlegen) lassen sich ganz toll mit einer
Handstanze ausstanzen, die auch zum Punkschweißen bei Karosseriearbeiten verwendet wird
(1 mm Löcher vorher bohren !)

Eigentlich wollte ich ja eine genaue Anleitung zur Montage der Drahtbegrenzer schreiben, die, wenn es
fachmänisch gemacht wird, auch kein Risiko für die LIMA birgt !

Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, was ich machen soll !
Eine genue Anleitung (mit Fotos) für die Drahtbegrenzer oder eine mit den "Litzen-Begrenzern" ! :?
Oder mit beiden Möglichkeiten ?
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
zugschwg
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Re: Kohlen ersetzen

Beitrag von zugschwg »

Hallo Bernd,
finde ich gut, dass ich dich durch meine Fragen zu einer weiteren Verbesserung anregen konnte. Der Vorteil deines Vorschlages wäre, dass man keine Angst vor abgefallenen Drähten haben muss und dass man den Begrenzer beim Kohlenwechsel nicht jedes mal ablöten muss. Vielleicht könnte der Club diese Lösung in Zukunft anbieten. Für mich persönlich bin ich zu folgendem Schluss gekommen: Leider kenne ich den Kilometerstand meines Rollers wegen ursprünglich zerstörtem Tacho leider nicht. Ich denke aber, dass der Roller in ca. 40 Jahren Laufzeit aufgrund meiner geringen Fahrleistung ca. 30.000 km gelaufen ist. Die Kohlen sind um 4 mm abgenützt. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Original Kohlen ca. 75.000 km halten sollen. Meine Kohlen haben noch 5mm bis zur Litze und sind durch die Hubbegrenzung der Innenlitze vor Zerstörung des Kollektors geschützt. Damit müsste ich nochmal ca. 30.000 km fahren können. Durch die immer geringer werdende Anpresskraft der Kohlen an den Kollektor sollte die Restlaufzeit eher höher sein. Gehe ich davon aus , dass aktuellen Kohlen ca. 20.000 km halten, sehe ich im Moment keinen Grund, meine Kohlen zu wechseln. Wenn meine jährliche Fahrleistung von ca. 500 km sich nicht wesentlich erhöht, könnte ich mit meinen Originalkohlen noch 60 Jahre !! weiterfahren. Aber wenn ich mal in Rente bin und der Motor wegen mal wieder raus muss, kann ich mir das mit den Kohlen ja nochmal überlegen. Aber die nächsten 10 Jahre, denke ich, brauche ich mir darüber keine Gedanken machen.
Ich hoffe nur , dass keine weiteren Motoren wegen LIMA Defekten aufgrund abgenutzter Kohlen sterben müssen.

Viele Grüsse
Günter
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heinkel-bernd
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Re: Kohlen ersetzen

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Günter,

Deine "verschleißresistenten" Kohlebürsten haben bestimmt auch einen Nachteil:
Ich denke der Stromübergang vom Kollektor zum Bordnetz ist bei harten Kohlen nicht so gut wie bei weichen.
und erst recht nicht wenn die Federspannung durch Verschleiß nachlässt !

Deshalb würde ich auf jeden Fall (wenn der Motor wieder läuft) bei eingeschaltetem Fernlicht
die geregelte Spannung am Regler messen !
Bei Betrieb mit Blei-Säure-Akku sollte sie bei mind. 14 V liegen, damit die Batterie auch
ausreichend geladen wird.
Gel-Akkus sollten max. 13,8 bis 14 V abbekommen, da sie keine so hohen Ladespannungen
vertragen !
Ist der geregelte Ladestrom unter 13,8 V, solltest Du die ungeregelte Spannung der LIMA prüfen,
diese sollte bei mittl. Drehzahl mind. 60 V betragen. Wenn das passt, kann es nur noch am Regler liegen !

Und Jetzt für Alle nochmals zu meiner "neuartigen" Kohlenbegrenzung :

Ich wollte heute die restlichen drei Kohlen auch mit dem Litzenbegrenzer versehen, damit ich die LIMA
als "überholt" einlagern konnte.
Nachdem ich damit fast fertig war, sah ich zufällig, dass die Kohle, die ich gestern schon gemacht hatte
und die in einem Kohlenhalter steckte, wieder komplett nach außen gedrückt war.
Der Grund dafür war aber keine gelöste Lötstelle (hatte ich vorher schon einen kleinen Zugversuch durchgeführt)
sondern ein Bruch in der Mitte der Litze ! :shock:
Jetzt war mir klar ! Ich muss ein dünnes hochflexibles Kabel verwnden, das am besten nicht verdrallt, sondern
geflochten ist !
Da ich diese eine Kohle in ihren Führunge ja mehrmals getestet habe und dadurch das einfach verdrallte Kabel in der Feder immer wieder S-förmig abknickte, löste sich der Drall und die einzelnen Adern wurden dann beim Spannen
nicht mehr richtig geordnet und es kam dann nach und nach zum Bruch der einzelnen Adern ! :(
Habe mir dann soglich eine alte SIBA-Kohle angesehen. Die hat zwar auch keine geflochtene Litze, disese
besteht aber aus noch mehr dünneren Adern.
Jetzt muss ich erst mal gucken, wo ich eine passende "geflochtene" Kupferlitze herbekomme, die max. 1 mm
Außendurchmesser besitzt. Erst dann kann ich meine LIMA fertig machen und diesen Versuch erfolgreich
beenden !
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
zugschwg
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Re: Kohlen ersetzen

Beitrag von zugschwg »

Leider muss man zum Kontrollieren der LIMA-Kohlen den Motor jedes mal aus dem Rahmen ausbauen und auch teilweise zerlegen. Wie kriegt man den Motor möglichst Rücken schonend aus dem Rahmen heraus und wieder hinein ? Und gibt es eine käufliche Motorhalterung zum anschließenden Demontieren ? Mangels Werkstatt kann ich mir sowas nicht selbst zusammenschweißen.
Ich habe dazu im Forum noch nichts gefunden.

Gruss
Günter
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