Risse im Schwimmer Pallas- und Bing Vergaser

Motor-Vergaser-Antrieb
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oldbiker
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Risse im Schwimmer Pallas- und Bing Vergaser

Beitrag von oldbiker »

Hallo,
an zwei Vergasern (Bing und Pallas) sind feine fast nicht sichtbare Risse am zylindrischen Messingblech erkennbar.
Folge ist, dass nach einer gewissen Zeit mehr oder weniger Benzin in den Schwimmer eindringt und im schlimmsten Fall der Motor absäuft und stehen bleibt. Zwischensymptome sind schlechte Gasannahme aus dem Leerlauf und schwarzer Qualm.
Komischerweise habe ich dieses Thema hier im Forum nicht gefunden obwohl es wie ich nun auf einem regionalen allgemeinem Oldtimer- Treff feststellen konnte bei vielen bekannt ist
nicht nur bei Heinkel Fahrern. Einer baut sich sogar Schwimmer aus Kunststoff :)
Für den Bing gibt es lt. ET Liste für 16.-€ einen ET Schwimmer. Für den Pallas leider nicht. Auch ein über ebay erstandener Pallas hatte diese feinen Risse :(
Kann mir jemand sagen wie man ggf. solche gerissenen Schwimmer wieder auf Dauer funktionsfähig bekommt? Löten oder kleben bringt ja zusätzlich Gewicht und ein Gramm mehr verändert ja den Spritpegel im Vergaser.
Gruß aus Remscheid
Dietmar
Gundolf 5530
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Re: Risse im Schwimmer Pallas- und Bing Vergaser

Beitrag von Gundolf 5530 »

Moin Moin

40 Euro kostet mittlerweile ein Bing Schwimmer....

Kann man ganz normal weichlöten, soviel Gewicht ist das wenig Lötzinn nun auch nicht, zumal man ja den Schwimmer vorher schön blank schmirgelt
und damit ja auch Materiaal abträgt.
Wenn der Schwimmer allerdings schon so aussieht als ob er aus vielen Lamellen zusammengesetzt ist, ist da alllerdings auch nichts mehr zu machen.
Ich meine auch das die Bing Schwimmer wesentlich öfters undicht sind, ist für den Pallas Schwimmer eher untypisch.

Gruß Gundolf
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ThomasD
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Re: Risse im Schwimmer Pallas- und Bing Vergaser

Beitrag von ThomasD »

Hallo Dietmar,
das mit dem Selber löten würde ich unabhängig von dem bischen Gewicht erst probieren, wenn du schon einen Ersatz Schwimmer hast.
Das Löten der Risse mag ja noch möglich sein, aber der Ärger fängt bei den vorhandenen Lötungen an. Wie willst du verhindern, das du eine Stelle dicht lötest, aber dafür alte Lötungen nichtaufgehen. So ein Schwimmer ist ursprünglich sicher mit einer Vorrichtung im Ofen auf einmal gelötet worden. Außerdem weißt du nicht welche Art von Lot verwendet wurde, da gibt es gravierende Unterschiede bezüglich der Schmelztemperatur.
Ich denke du tust Dir einen Gefallen, wenn du in den sauren Apfel beisst und 40€ investierst, der neue Schwimmer sollten dann auch die nächsten Jahre seinen Dienst tun.
Gruß aus Berlin
Tommy
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bims
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Re: Risse im Schwimmer Pallas- und Bing Vergaser

Beitrag von bims »

Servus Dietmar,

hier noch die Antwort eines Kupferschmiedemeisters (Behälter- und Apparatebauer):

Der Messingschwimmer besteht aus zwei Hälften, sogenannte Drückteile.
Drückteile deshalb, weil eine ebene Metallscheibe (Ronde) mittels einer polierten Rolle hydraulisch
oder mechanisch über eine rotierende Form "gedrückt" wird !
So werden auch Kochtöpfe, Edelstahlschüsseln, Halbkugeln u.v.m. hergestellt.

Da das Metall nach dieser plastischen Verformung unter Eigenspannung steht und Messingblech
durch chemische und thermische Einflüsse mit der Zeit spröde wird, entstehen mit einem gewissen Alter
diese Längsrisse ! :(
Schwimmer gerissen kompr..JPG
Schwimmer gerissen kompr..JPG (25.54 KiB) 11618 mal betrachtet
Weichglötete Nähte müssen eine gewisse Überlappung aufweisen. Da diese Riss-Kanten aber stumpf
gegeneinander stoßen, wird eine derartige Weichlötnaht nicht lange halten! Zumal man aus Gewichts-
gründen keine "Lötraupe" auftragen oder belassen kann !

Für Deinen BING-Vergaser ist es das beste, ihm einen Neuen zu spendieren und für Deinen
PALLAS hätte ich evtl. noch einen Guten gebrauchten im Schrank ! :D
Wenn Du interessiert bist, sende eine P.N.
Viele Grüße aus dem schönen Oberfranken B I M S
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oldbiker
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Re: Risse im Schwimmer Pallas- und Bing Vergaser

Beitrag von oldbiker »

...Erst mal danke für die verschiedenen schnellen Antworten...
Werde es erst mal mit weichlöten versuchen( bei 40 € einen Versuch wert).
Die Dichtheitsprüfung werde ich in heißem Wasser machen...da müssten,bei noch vorhandenen Undichtheiten, dann Bläschen aufsteigen.
Bims, auf Dein Angebot komme ich evtl zurück.
Gruß
Dietmar

PS verwunderlich ist, dass dieses Thema bisher im Forum nicht auftauchte, zumal es den Pallas Schwimmer gar nicht gibt und der Bing sehr teuer ist...oder bauen alle den Club Vergaser ein?
Gundolf 5530
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Re: Risse im Schwimmer Pallas- und Bing Vergaser

Beitrag von Gundolf 5530 »

Moin Moin

Doch, das Thema ist schon mindestens einmal behandelt worden.
Einfach mal Schwimmer in die erweiterte Suche eingeben....

Gruß Gundolf
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oldbiker
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Re: Risse im Schwimmer Pallas- und Bing Vergaser

Beitrag von oldbiker »

Hallo Gundolf,
habe unter erweiterter Suche unter "Schwimmer" so recht nichts passendes gefunden.
Nun Schwimmer an vier Stellen gelötet und Dichtheit geprüft (mußte zwei mal nachlöten) auf einer geeichten (Post) Wage gewogen; Ergebnis: Gewichtszunahme 1 Gramm, also von 7 auf 8 Gramm.
Die Auswirkung wird natürlich sein, dass der schwerere Schwimmer erst bei einem höheren Spritniveau die Spritzufuhr drosselt und es zu einer Überfettung des Gemisches kommt.
Nun frage ich mich, kann/ soll ich das kompensieren z.B. mit teifer hängen der Schiebernadel oder mit einer tiefer zusätzlich angebrachten Rastkerbe in der Schwimmernadel ?
Werde erst mal so Probefahrten machen und dann ggf. mit der Schiebernadel anfangen.
Werde weiter berichten.
Gruß
Dietmar
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BerndSt
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Re: Risse im Schwimmer Pallas- und Bing Vergaser

Beitrag von BerndSt »

Hallo Dietmar (und alle Mit-Leser),

ich lasse mich hier gerne berichtigen - aber ich glaube nicht, dass das höhere Schwimmergewicht zur Folge hat, dass die dem Vergaser zugeführte Spritmenge insgesamt verändert wird. Der Schwimmer sorgt nach meinem Verständnis "nur" dafür, dass in der Vorratskammer des Vergasers immer genug Benzin enthalten ist. Ist der Schwimmer nun "zu schwer", regelt er die Befüllung der Vorratskammer etwas später ab als der leichtere Schwimmer, das Niveau des höchsten Füllstands in der Vorratskammer liegt also höher.

Was dann - sofern meine Überlegung richtig ist - passieren kann, ist, dass die Vorratskammer überläuft, weil das Zuflussventil zur Vorratskammer später (oder zu spät oder auch überhaupt nicht) schließt. Das solltest Du aber schon direkt nach dem Einbau des gelöteten Schwimmers merken können.

Im ungünstigsten Fall kann es evtl. auch passieren, dass die Leerlauf-Luftdüse (die - zumindest beim Bing, Pallas kenne ich nicht aus eigener Erfahrung - etwas oberhalb des höchsten Füllstandsniveaus liegt) "absäuft". Sollte das der Fall sein, würdest Du das an schlechtem (oder keinem) Leerlauf merken.

Falls es jemand besser weiß, lerne ich gerne dazu! Und auf die Ergebnisse Deiner Probefahrten bin ich gespannt (ich vermute aber, dass Du keinen Unterschied feststellen wirst).

Viele Grüße,
Bernd
SNAFU!
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heinkel-bernd
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Re: Risse im Schwimmer Pallas- und Bing Vergaser

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Nichtschwimmer (Taucher),

habe vor Kurzem wegen schlechten Leerlaufs meinen Vergaser zerlegt und festgestellt, daß der
fast neue Schwimmer beim Schütteln Geräusche aus seinem Inneren von sich gab !
Das Wiegen ergab 9 Gramm und die Prüfung des gekühlten Schwimmers in heißem Wasser zeigte
eine undichte Lötnaht an der Verbindung der beiden Hälften ! :shock:

Kurzerhand habe ich am oberen Rand ein kleines Loch gebohrt, den Schwimmer mit der Bohrung
nach unten gehalten und mit der Heißluftpistole leicht angewärmt. Dieses "Übergewicht" in Form
von Benzin wurde dadurch restlos aus dem Schwimmer gedrückt ! :wink:
Nach dem Blankschleifen der Lötstellen habe ich die Naht nachgelötet und die Bohrung wieder durch
Weichlöten verschlossen. Das überflüssige Lötzinn habe ich abgeschabt, bzw. abgeschliffen.
Jetzt wieg der Schwimmer wieder seine 7 Gramm und das Leerlaufverhalten des Vergasers ist auch
wieder in Ordnung ! :D
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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oldbiker
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Re: Risse im Schwimmer Pallas- und Bing Vergaser

Beitrag von oldbiker »

Hallo,
Ergebnis des nachgelöteten und nun 1 Gramm zu schweren Schwimmers ist, dass der Motor bei Ampelhalt und wieder Anfahren fast abstirbt, nur unwillig Gas annimmt und schwarzen Qualm aus dem Auspuff schmeißt und die Kerze auch nach längerer Fahrstrecke (10 km) schwarz verrußt ist. Klar, das Benzin Niveau im Schwimmergehäuse wird durch den zu schweren Schwimmer zu hoch geregelt und das Benzin Luftgemisch zu fett, vor allem im Leerlauf.
Habe an der Schwimmernadel eine zweite ca. 2mm tiefer liegende Kerbe "reingedremelt".
Ergebnis: alles i.O.
....und hallo BerndSt, schau mal hier( http://www.gs-classic.de/tipps/verg_19.htm) ...es macht sehr wohl etwas aus wie hoch das Benzin Niveau im Schwimmergehäuse ist.
Gruß
Dietmar
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