Servus Christian, Uwe und Olaf,
Gemach, Gemach die Herren, ich mahne mal zu etwas Zurückhaltung (da kommt der gelernte Sozipäd in mir durch...

).
@Olaf:
Insgesamt hast Du recht, was die Umgangsformen hier im Forum und ganz allgemein unter Erwachsenen angeht.
@Uwe:
Im Prinzip gebe ich Dir ebenfalls absolut recht. Christians erster Post hier im Forum ist - drücken wir es mal sehr vorsichtig aus - reichlich ungeschickt.
Aaaber: es soll Menschen geben, die mit dem geschriebenen Wort insgesamt so ihre Probleme haben. Ich denke da an einen meiner früheren Kollegen: einer der bestbezahlten IT-Berater im Bereich Fahrzeugelektronik. Kompetent bis dorthinaus, angesehen in europaweiten Expertenkreisen und ein schlauer und im persönlichen Umgang sehr freundlicher Mensch. Nur schreiben konnte der so etwas von überhaupt nicht, das war kaum zu glauben. Reden wie ein Buch, aber schreiben? Keine Chance!
Will damit sagen: die Gründe für Christians "ruppige" Ansage könnten evtl.
nicht daran liegen, dass es ihm an Umgangsformen fehlt, sondern daran, dass er sich mit Schreiben generell nicht so wohl fühlt.
Ende des Einwands und nur ein Gedanke zur späteren Nacht von mir.
@Christian:
Für den ersten Post im Forum warst Du auch nach meiner Einschätzung reichlich ungeschickt. Aber vielleicht willst Du das ja in Deinem nächsten Post noch klarstellen? Wenn nicht, dann nicht - aber es könnte Dir m.E. weiterhelfen.
Zu Deinem Problem:
Ich denke, bei Deinem Touristen ist die Dichtkappe (im Shop die Nummer 21.1060, Tafel 04) brüchig/undicht geworden. Diese Dichtkappe sitzt innen am Kupplungsdeckel und dichtet den Kupplungsstift gegen das Öl im Gehäuse ab (Ölbadkupplung). Das ist beim Tourist schon fast ein "Klassiker" und kein Grund zur Panik.

Muss aber gemacht werden...
Um die Dichtkappe zu tauschen, muss die Kupplungsseite des Motors geöffnet werden. Das geht (mit "Hängen und Würgen") bei eingebautem Motor - genauere Infos findest Du in den "Schraubervideos" auf der Club-Site (
https://heinkel-club.de/schraubervideos), Abschnitt "Kupplung tauschen". Ich bevorzuge es, den Motor dafür auszubauen und bei dieser Gelegenheit gleich noch andere Wartungsarbeiten zu erledigen, die im Laufe der Jahre vernachlässigt wurden. Aber das ist Geschmackssache und soll jeder selber entscheiden.
Meine dringende Empfehlung dazu: unbedingt für den Einbau die "Montagehülse Kupplungsstift" (Nummer 11.1894, im Shop unter "Spezialwerkzeug") verwenden. Diese Hülse verhindert, dass das Gewinde am Kupplungsstift die Dichtlippe der Dichtkappe beschädigt (falls das passiert, tropft nach dem Zusammenbau wieder Öl raus). Und falls Du die 10 Euro für die Montagehülse sparen möchtest, dann tut es auch zur Not die vordere Hälfte eines im Durchmesser passenden Kugelschreibers...

(habe ich jahrelang so gemacht und mir dann doch irgendwann die Hülse zugelegt). Wichtig ist nur, dass die Dichtlippe während des Einbaus vor dem Gewinde des Kupplungsstifts geschützt wird.
Und wenn Du Dich schon daran machst tausche bei dieser Gelegenheit auch gleich den Radialdichtring für das Getriebeschaltsegment (Nummer 4.06504.001, Tafel 01). Das ist ein weiterer kritischer Punkt, wo Öl austreten kann. Auch dafür empfiehlt sich die Verwendung der "Montagehülse Schaltwelle" (Nummer 11.1895, ebenfalls bei "Spezialwerkzeug" im Shop). Ein "Sparfuchs" kann vor dem Zusammenbau auch die Verzahnung der Schaltwelle mit Tesafilm abkleben, um die Dichtlippe des neuen Radialdichtrings zu schützen, aber so richtig "state of the art" ist das auch nicht...
Schließlich brauchst Du noch eine neue Kupplungsdeckeldichtung (Nummer 21.1077, Tafel 01). Man kann da auch stattdessen mit Gehäusedichtmittel und der alten Dichtung arbeiten, aber das ist m.E. Pfusch.
Und dann noch:
Im allgemeinen hat die Welle stark Spiel meineserachtens jedenfalls.
Ohne (!) die Kupplungsschnecke hat der Kupplungsstift tatsächlich extrem viel "Spiel" (der wird ja durch die Schnecke geführt, ohne Schnecke wackelt er ungeführt wie der sprichwörtliche Lämmerschwanz). Mit der Kupplungsschnecke sollte aber kaum Spiel zu spüren sein. Falls auch die Schnecke selbst im Gehäuse viel Spiel haben sollte, dann hast Du ein ganz anderes Problem - dann ist das Gehäuse und die Schneckenführung im Gehäuse ausgeschlagen. Aber mir ist das bis jetzt noch nicht untergekommen und es würde auf einen größeren Fehler hinweisen...
So, ich hoffe das hilft.
An alle Beteiligten: nichts für Ungut und
viele Grüße,
Bernd