Wie immer: die Elektrik

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Frank Livani
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Wie immer: die Elektrik

Beitrag von Frank Livani »

Moin Jungs und Mädels,

hab gestern, stolz wie Bolle, meinen 103A2 von der Bühne in den Hof gefahren und wollte die erste Runde drehen. Auf der Bühne sprang er problemlos an und beim Einschalten der Zündung leuchtete auch immer brav die Ladekontroll-Leuchte. Aber kaum stand er im Hof und kaum hatte ich Puls, weil es soweit sein könnte, tat sich beim Drücken des Zündschlüssels nix. Also, der Motor dreht, die Batterien haben auch, wenn ich ne Prüflampe dranhalte, Saft, aber das Dingen zündet nicht. Da lugte ich mal auf's Tacho und siehe da, da war nix Rotes zu sehen.

Jetzt frage ich mich, ob ich wirklich die Haube vorne nochmal abbauen muss, um die Karre komplett, inklusive Zündschloss durchzumessen?
Oder hat jemand spontan ne Idee, was das sein könnte.

Ein paar Stunden vor dem Rausschieben, hab ich mich an die Einstellung der Schaltzüge gegeben. Das hat auch soweit alles funktioniert. Jedoch als der Roller wieder feste auf der Bühne stand, hab ich den Anlasser nochmal betätigt. Anscheinend war aber ein Gang eingelegt. Aber anstatt einen Ruck nach vorne zu tun (was nicht ging, weil der Roller gezurrt war) gab es nur ein Dumpfes "Klonk". Danach hab ich, glaube ich, die Zündung erst wieder nach Zusammenbau betätigt. Könnte es da irgendeinen Zusammenhang geben?

Grüße Frank "dominomachines Livani
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heinkel-bernd
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Re: Wie immer: die Elektrik

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Frank,

wenn der Anlasser den Motor dreht, wären meine ersten Überprüfungen:
- Schmelzsicherungen o.k. ?
- Batteriespannung bei eingeschalteter Zündung an KLemme 15(+) der Zündspule vorhanden ?
- Funken an der Zündkerze vorhanden ?
Somit bekommt man mal einen groben Anhaltspunkt, wo man weitersuchen muss, bevor man den ganzen Roller zerlegt :idea:

Viel Erfolg und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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Frank Livani
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Re: Wie immer: die Elektrik

Beitrag von Frank Livani »

Moin Bernd,

ich gebe zu, dass es durchaus sehr suboptimal ist, wenn man, ich ich in meinem Brass, die Hälfte an Infos zu erwähnen vergisst. Also, danke für die Hinweise, auf die ich jetzt direkt mal antworte:
- Die Schmelzsicherungen sind alle okay
- Spannung liegt bei eingeschalteter Zündung auf Klemme 15(+) an der Zündspule an
- Zündfunken hab ich aber keinen
- Ladekontrollleuchte ist bei eingeschalteter Zündung aus

Und im Voraus schon einmal vielen Dank für's Mitdenken.

Grüße Frank
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verbert
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Re: Wie immer: die Elektrik

Beitrag von verbert »

Moin Frank,

das sind wunderliche Dinge, die Du dort beschreibst. :D Habe ich Dich richtig verstanden: Du drückst den Anlasser, er dreht, der Motor startet aber nicht. Du hast aber 12V an der Klemme 15 an der Zündspule anliegen, aber Du hast keinen Zündfunken? Außerdem brennt die Ladekontrolllampe nicht, wenn Du die Zündung einschaltest? Und diese ganze Tragödie spielt sich an einem 103A2 ab? Wobei alles auf der Bühne ging und dann vor der Halle nicht mehr?

Ist es so gewesen?

Besonders irritierend daran ist, dass die Funktion der Ladekontrolllampe ja mit der Zündung gar nichts zu tun hat. Eine kaputte Sicherung (wenn es die richtige ist) würde die Ladekontrolllampe außer Gefecht setzen, aber Du sagst, die Sicherungen seien alle heil. Wenn die Verkabelung nach Plan ist, dann sag mal, ob der Blinker bei eingeschalteter Zündung geht. Also wenn Du einen 103A2 hast… :)

Geht der Blinker nicht, dann stimmt da doch was nicht mit der Sicherung.

Dass Du keine Zündung hast, ist aber davon vollkommen unabhängig. Auch ohne Sicherungen ließe sich der Roller starten, Anlasser und Zündspule sind nicht abgesichert.

Was hast Du für eine Zündung? Kontaktzündung? Oder was Elektronisches? Bei fehlendem Zündfunken: Zündkerze? Zündspule? Zündkabel? Oder eben die Zündung selbst? Fraglich nur, warum eine Komponente so plötzlich ausfällt? Und warum fällt das mit dem Ausfall der Ladekontrolllampe zusammen?
Klar Zufälle gibt es. Hatte ich auch mal. Zehn Jahre mit einer Steini-Zündung rumgefahren, nie war was dran. Dann mache ich bei meinem Roller eine große Überholung, alles auseinander, Lichtmaschine, Ventilspiel usw. Zwei Tage Arbeit. Dann Probefahrt, alles toll. Abends packe ich zusammen, schwing mich auf den Heinkel – keine Zündung mehr. Gesucht, gefunden, Steini-Zündung tot – von jetzt auf gleich. C’est la vie.

Aber hier haben wir noch die Duplizität, das ist schon extrem merkwürdig. Ach ja, dieses „Klonk“ war das vielleicht das Anlasser-Relais? Hört man normalerweise nicht, wenn der Anlasser dreh.

Ich würde zunächst mal im Sicherungskasten messen, ob da Spannung anliegt. Schauen ob Blinker, Bremslicht und Horn bei eingeschalteter Zündung gehen.


Ladekontrolllampe allein mal testen. Ich weiß nicht, wie gut man bei einem A2 drankommt, habe nur A0en im Fuhrpark. Aber wenn Du die entsprechende Sicherung rausnimmst und dann das blaue Kabel vom Regler abklemmst, kannst Du ja mal Durchgang messen oder auch 12V draufgeben.

Und bei Deinem Zündproblem, da würde ich mal einen Blick auf die Zündung werfen. Vielleicht hat sich die Kontaktplatte verdreht.

Viel Erfolg!

Lieber Gruß aus Wiesbaden volker
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Frank Livani
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Re: Wie immer: die Elektrik

Beitrag von Frank Livani »

Moin die Damen und Herren,

kann hochoffiziell Entwarnung geben!
Der Heinkel zündet wieder.

Nachdem ich eure Tipps beherzigt habe und mir nochmal den Schaltplan vom 103 angesehen habe, dachte ich, dass Verzweiflung kein guter Ratgeber ist. Also hab ich mich erstmal an das Mysterium der Ladekontroll-Leuchte gegeben. Hab den Tacho ausgebaut, die Glühbirne der Ladekontroll-Leuchte in den Blinkersockel reingesteckt (hab zwar auf einen neuen elektronischen Blinkgeber und LED-Blinkleuchten umgerüstet, aber ich dachte, das sei egal) stellte sich heraus, dass die Glühbirne einfach nur defekt ist. Hab es dann mal mit 6 Volt LED-Birnen mit BA9S-Sockel probiert, aber die geben bei 12 Volt keinen Mucks. Also muss ich mir wohl 12 Volt LED-Birnen besorgen :idea: . Die Dinger hab ich in meinen kleinen 50ern mit 6 Volt Anlagen (Yamaha RD 50 M und DT 50M) und die sind wirklich um einiges heller als die originalen Leuchtmittel. Aber immerhin, das Mysterium der Ladekontroll-Leuchte ist gelöst.

Danach hab ich ein Bier aufgemacht, nochmal nachgedacht und mich gefragt, ob es nicht einfach sein könnte, dass die Zündspule einen Defekt hat. Spannung liegt zu genüge auf 15(+) an, die Prüflampe strahlt wie bekloppt.
Kurzerhand also das gesamte Batterie-Gedöns entfernt, die Zündspule ausgebaut, eine uralte von Bosch im Fundus gefunden, das Zündkabel erneuert, ne 12 Volt Batterie probehalber flott drangehangen und siehe da: et funkt. Von hier bis nach Italien! :lol:

Also, Volker und Bernd: Danke für eure Ideen und eure Inspiration.
@Volker: es war alles exakt so, wie ich es beschrieben und du es wiederholt hast, aber in diesem Falle war es wirklich mal ne Duplizität, die zugeschlagen hat. Sowas hatte ich bislang auch nur sehr selten und ich hatte schon einige verschiedene Moppeds in meinen Fingern!

Liebe Grüße
Frank Livani
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verbert
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Re: Wie immer: die Elektrik

Beitrag von verbert »

Hey Frank,

na prima, freut mich, dass der Heinkel wieder läuft. Tja, manchmal gibt es sie, die Duplizitäten... Und denk dran: Wenn Du die Ladekontrolllampe durch eine LED ersetzt: Das LiMa-Plus (D+) ist das Minus für die LED. :D

LG und ein schönes Wochenende! volker
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