Hallo Uwe,
gleich einen anderen Motor zu kaufen halte ich für etwas extrem - so schlimm wird es sicher nicht sein, dass Dein Motor nicht mehr zu retten ist. Und beim Kauf eines "neuen" Motors besteht auch immer die Gefahr, "die Katze im Sack zu kaufen" - sprich: eine Menge Geld auszugeben für ein Aggregat, das dann auch nicht vollständig in Schuss ist...
Ich würde den aktuellen Motor an Deiner Stelle erst einmal ordentlich "befunden" (lassen). Wenn Du Glück hast, ist nur die Kopfdichtung durchgegangen und das kann man schnell und ohne große Mechanik-Spezialkenntnisse reparieren (wie es geht steht in der Montageanleitung - kein Hexenwerk!).
Was auch sein kann sind undichte Ventile - da kann man Glück haben und es genügt, die neu einzuschleifen. Kann man auch relativ einfach selbst machen.
Und selbst in dem Fall, dass die fehlende Kompression von der Kolben-Zylinder-Kombi kommt, ist das zwar nicht ganz billig zu erneuern, aber auch machbar (sh. Montageanleitung; alle Teile gibt's im Shop beim Club).
Klar ist auch ein "worst case" denkbar und der Motor ist unwiederbringlich im Eimer. Aber das ist nach meiner (bescheidenen) Erfahrung bei den Heinkel-Motoren eher selten.
Also erst einmal den Teufel nicht an die Wand malen, tief durchatmen und ein paar mal darüber schlafen. Nur Mut!
Ich vermute, dass Du selbst "werkstatt- und werkzeugmäßig" (noch) nicht gut genug ausgestattet bist, oder? Dann hilft Dir sicher ein Heinkelfreund in der Nähe (ich selbst lebe in Südbayern, sonst hätte ich Dir auch gerne praktische Hilfe angeboten).
Oder Du machst Dich selbst dran - das ist doch auch einer der Reize an der "Oldtimerei".
Um den Zylinderkopf und Zylinder abzunehmen brauchst Du noch nicht einmal besonders viel Spezialwerkzeug (die Grundausstattung um den Motor auszubauen wie Schraubenschlüssel, Ratschenkasten, Schraubendreher, Zangen usw. hast Du sicher schon; das brauchst Du ja auch dann, wenn Du die "große Lösung" wählst und einen Austauschmotor besorgst). Ein Drehmomentschlüssel ist wichtig zu haben, eine schlanke 14er Nuss für die Zylinderkopfmuttern und vielleicht noch ein Kolbenringspanner und das Hilfsmittel zum Ausdrücken des Kolbenbolzens (die beiden letztgenannten Werkzeuge sind aber schon "Luxus" und nicht zwingend notwendig, wenn man vorsichtig und mit Bedacht arbeitet). Dazu ggf. noch ein paar Kleinteile vom Club (Kopfdichtung, neue Unterlegscheiben, ein paar Muttern, Schraubensicherungslack/Dichtmittel), die Montageanleitung - und schon kann es los gehen.
Falls Du keinen Heinkelfreund in der Nähe findest, der Dir zur Hand gehen kann, dann hilft auch das Forum, da bin ich ganz sicher.
Ich drücke Dir die Daumen und hoffe, dass Du noch im Laufe dieser Saison mit Deinem Touristen wieder auf der Straße sein wirst.
Viele Grüße,
Bernd