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Flammenrückschlag in den Vergaser

Verfasst: 22.06.2024, 10:13
von Loser
Hallo

ich habe hier einen Heinkel Turist 103 A mit den MotorType 407 A-O
der nach der Winterpause nicht mehr anspringt und beim Starten flammenrückschläge in den Vergaser produziert (hatte sogar einen Vergaserbrand)
folgesdes habe ich schon überprüft Ventilspiel + Zündzeitpunkt + Zündkerze
hat jemand kennt von euch Profis dieses Phänomen und kann mir weiterhelfen bevor ich alles zerlege
bin für jeden Tipp Dankbar
Danke
Gruß Manfred

Re: Flammenrückschlag in den Vergaser

Verfasst: 22.06.2024, 10:44
von Rued
Wenn er vorm Winter noch normal lief, wirds wohl ein Vergaserproblem sein (irgend eine Bohrung zugewachsen, meistens im Stand/ Teillastbereich). Schon mal probiert, ob er mit Startpilot läuft?

Re: Flammenrückschlag in den Vergaser

Verfasst: 22.06.2024, 13:57
von Loser
Danke Rued für deine Antwort

Vergaser hatte ich im Ultraschallbad bevor ich ihn gestartet habe 1 - 2 mal ist er angesprungen

mit Startpilot hatte ich auch versucht das löst nur einen Vergaserbrand aus
normaler weise wenn ein 4Takt Motor einen Flammenrückschlag in den Vergaser macht kann es folgendes sein: so meine Theorie

1.Zündung ist zu früh oder Zündung zündet um 180 °versetzt
2. Einlass - Ventil sind offen oder beschädigt
3. Steuerzeiten Stimmen nicht (Kette übergesprungen ?)

Re: Flammenrückschlag in den Vergaser

Verfasst: 22.06.2024, 17:38
von heinkel-bernd
Servus,
1.Zündung ist zu früh oder Zündung zündet um 180 °versetzt
Das kann man mit Stroboskop-Lampe oder simpler Prüflampe prüfen :idea:
Info:Konstruktionsbedingt zündet die Kerze auch bei Kolben-O.T. zwischen Ausstossen und Ansaugen(380 ° versetzt).
2. Einlass - Ventil sind offen oder beschädigt
Die gezielte Kontrolle ist etwas schwieriger, da man Pressluft und einen Zündkerzen-Adapter benötigt
Guckst Du hier: viewtopic.php?t=2795
Sollte man aber auch an fehlendem Kompressionsdruck grob feststellen können :wink:
3. Steuerzeiten Stimmen nicht (Kette übergesprungen ?)
Wer an Motoren handiert sollte zumindest die Funktionsweise des Motors kennen !
Von Seite 34 der Montageanleitung, die zur Pflichtlektüre jedes Heinkelschraubers gehört, stammt diese Abbildung
Kurbelgehäuse offen.png
Nr.3 = Steuerrad an Nockenwelle
Nr.2 = Steuerritzel an Kurbelwelle
A= Markierung zum Steuerritzel
4 bis 11 = Schaltgetriebe
SORRY Manfred, ich habe halt schon viele "Hunde" von Leuten gesehen, die meinten ,einfach so drauflosschrauben zu können!
So auch schon mal ein Steuerrad, dessen Markierung zum -Ritzel um 2 Zähne versetzt war :shock:

Re: Flammenrückschlag in den Vergaser

Verfasst: 22.06.2024, 19:40
von Loser
@heinkel-bernd
der Motor hatte vor der Winterpause funktioniert deshalb bin ich sehr verwundert das es jetzt zu flammrückschlägen kommt

Druckverlust Prüftung kann ich machen kein Problem !
Zündung hatte ich ja überprüft aber ohne die Stellung der Ventile zu überprüfen Danke für den Tipp
mache ich gleich am Dienstag
ich gebe dann Bescheid was das dabei rausgekommen ist !

wenn der Motor Steuerräder anstatt Kette hat kann ich die ausschließen
ich werde mir mal die Reparatur Anleitung runter Laden
Sorry Bernd ich hatte noch kein Heinkel Motor zerlegt deshalb meine unwissenheit :)

Danke für die anregungen Gruß Manfred

Re: Flammenrückschlag in den Vergaser

Verfasst: 22.06.2024, 20:46
von heinkel-bernd
Servus Manfred,
Ich bin auch der Meinung von Rued und würde den Vergaser nochmal zerlegen und genauer untersuchen
Vergaser hatte ich im Ultraschallbad bevor ich ihn gestartet habe 1 - 2 mal ist er angesprungen
Ein Ultraschallbad ist kein Wundermittel! Ich habe schon viele Heinkel-Vergaser überholt und brauchte dieses Bad noch nie :wink:
Die Kanäle und Bohrungen in diesen Bing-Vergasern lassen sich alle visuell und mithilfe von Pressluft auf Durchgängigkeit
überprüfen. Auch vorsichtiges Durchreiben mit der dünnen Kupferlitze eines Elektrokabels hilft in hartnäckigen Fällen :D
Hier nochmal ein alter Thread von mir :
viewtopic.php?t=1534
Zündung hatte ich ja überprüft aber ohne die Stellung der Ventile zu überprüfen
Hier wird sich nach der letzten Fahrt ja nichts verändert haben ; Die Zündmarkierungen sind auf dem Lüfterrad, dieses sitzt fest
auf dem LIma-Rotor der auf der Kurbelwelle, gegen Verdrehung gesichert, verschraubt ist.Und die O.T.-Markierung lässt sich
einigermaßen genau mit einem dünnen Stab durch`s Kerzenloch prüfen.
Wurde denn schon an das Einfachste gedacht ? Zündkerze, Kerzenstecker, Zündkabel, lose Anschlüsse an der Zündspule, ect. :idea:
Auch Falschluft fällt mir noch ein, die das Gemisch , gerde zum Anspringen des kalten Motors stark abmagert :(

Re: Flammenrückschlag in den Vergaser

Verfasst: 23.06.2024, 13:01
von Loser
@Bernd

[quoteZündkerze, Kerzenstecker, Zündkabel, lose Anschlüsse an der Zündspule, ect.][/quote]
Zündkerze wurde erneuert alles andere habe ich natürlich überprüft

; Die Zündmarkierungen sind auf dem Lüfterrad, dieses sitzt fest
auf dem LIma-Rotor der auf der Kurbelwelle, gegen Verdrehung gesichert,
ist das mit einem Keil realisiert ? könnte auch sein das dieser abgeschert ist wäre nicht der erste

den Vergaser schließe ich aus weshalb sollte es durch den Vergaser zu einem Flammenrückschlag (Fehlzündung ) kommen ??

wie gesagt ich überprüfe das alles am Dienstag und Melde mich dann wieder

Danke Gruß Manfred

Re: Flammenrückschlag in den Vergaser

Verfasst: 23.06.2024, 15:14
von heinkel-bernd
Servus Manfred,
Dieser Keil, genannt "Scheibenfeder"dient nur zur exakten Positionierung des Rotors der unter Beachtung des Anzieh-Drehmoments
und "Setzschlägen" (Montageanleitung beachten) kraftschlüssig mit der Kurbelwelle verbunden sein sollte !
Da dieser Rotor aber eine erhebliche Trägheitsmasse besitzt, kann sich diese Verbindung bei plötzlichemAbbremsen der Kurbelwelle
(z.B. Kolbenfresser, sonst. Blockierung der KW) kurzzeitig lösen :( Der Rotor inkl.Lüfterrad und Unterbrecher verdreht sichauf dem
Kurbelzapfen, die weiche Scheibenfeder schert ab und der Zündzeitpunkt verschiebt sich entsprechend :cry:
Und die O.T.-Markierung lässt sich einigermaßen genau mit einem dünnen Stab durch`s Kerzenloch prüfen.
Da fällt mir noch was ein:
Ich hatte mal an einem älteren Motor durch Druckverlustprüfung ein undichtes Ventil festgestellt :? Da kam mir die Idee, den entsprechenden
Kipphebel auszubauen und bei 10 bar Druckluft im Brennraum mit Hartholz und Hammer ein paar mal lotrecht auf den Ventilschaft zu klopfen .
Nach ein paar sehr lauten "Blubbs"war das Ventil wieder dicht und es bedurfte keines weiteren Arbeitsaufwands :D
Vermutlich waren Rückstände aus dem Brennraum zwischen die Dichtflächen zwischen Ventilteller und Sitzring geraten und wurden
durch diese"russische Methode" weggeschleudert :wink:

Re: Flammenrückschlag in den Vergaser

Verfasst: 24.06.2024, 19:04
von Loser
@ Bernd

das mit den Rückständen an Ventilsitz hatte ich auch schon einige mal bei Motorrädern
aber das wird sich ja beim der Druckverlustprüfung zeigen

OT werde ich mit der Messuhr überprüfen ich hatte mir mal von 30 Jagren einen adapter mit Zündkerzen gewinde gebastelt glaube M 14 × 1,25

Re: Flammenrückschlag in den Vergaser

Verfasst: 25.06.2024, 12:56
von Werner
Bevor du lange herumexperimentierst. Das kann auch am Zündkondensator liegen. Wenn ich alles richtig gelesen habe, wurde der noch gar nicht erwähnt. Die Dinger gehen schon mal plötzlich kaputt obwohl der Motor zuvor noch einwandfrei gelaufen ist und machen genau diese Symptome