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Zuganker am Zylinderkopf abdichten

Verfasst: 22.06.2022, 19:42
von Rücklicht
Ich denke das ist ein Thema welches mit Dichtmitteln auf die eine oder andere Weise gut oder weniger gut gelöst werden kann.
Da hat wohl jeder Schrauber seine Triks, Mittel und sonstige Lösungen.
Um diese soll es hier nicht gehen, denn ich denke darüber ist schon viel geschrieben worden.

Ich hätte eine Idee:
PICT1659.JPG
Was ihr hier seht sind M8 Muttern in einer Qualität von 8.8
Es befindet sich auf einer Seite eine Dichtung, welche bestimmt ist eine M8 Gewindestange an einem Verbrennungsmotor an einer Ölpumpe abzudichten.
Der einzige Unterschied gegenüber dem Heinkelkopf ist, dass dort nicht mit einer U-Scheibe gearbeitet wird, sondern direkt auf das Pumpenteil geschraubt wird.
Ist am Heinkelmotor schlecht, denn der Kopf besteht aus Alu.

Somit benötigt man noch eine U-Scheibe. Hätte man jetzt eine U-Scheibe, welche auf einer Seite einen O-Ring auf einer Seite besitzt, denke ich dass man die perfekte Dichtung ohne weiters Dichtmittel besitzt. Sofern die Dichtungen die Temperaturen aushalten, aber das könnte man ja mal probieren.

Nach den passenden U-Scheiben habe ich schon gesucht, leider aber noch nicht gefunden. Ich habe aber schon solche Teile gesehen, auch in den Größen welche wir benötigen würden.
Es gebe auch hier zwei Möglichkeiten: Man lässt etwas dickere U-Scheiben anfertigen in welche man O-Ringe einlegt welche dann immer wieder verwendbar sind, oder findet U-Scheiben welche auf einer Seite eine Dichtung besitzen.

Vielleicht kann der eine oder andere was dazu beitragen, unter welcher Normbezeichnung, oder Sonderbestellung man solche U-Scheiben finden kann.
Es wäre für die weniger kundigen Schrauber sicher eine einfache Lösung, die Motoren an dieser Stelle leicht dicht zu bekommen.

Re: Zuganker am Zylinderkopf abdichten

Verfasst: 22.06.2022, 20:06
von Scoot-Bike
Moin.
Es gibt USIT - Scheiben mit jeweils einer Dichtlippe auf jeder Seite.
Die Auflagefläche, bezogen auf die Metallfläche der Usit - Scheibe ist aber im
Verhältniss zur Weicheisenscheibe und auch der Fläche an den Orginalmuttern
zu klein ( Flächenpressung ! ).
Die Auflageflächen, gerade im Bereich des Stößelkanals würden leiden.
Zudem ist das Gewinde dann noch immer separat abzudichten.
Bis dann.

Re: Zuganker am Zylinderkopf abdichten

Verfasst: 22.06.2022, 21:08
von Erdgeschoss
Ich habe Flanschmuttern genommen, Stahlscheiben gedreht, die von Innendurchmesser und Höhe einen innen eingelegten O-Ring gequetscht haben, der wie eine Stopfbuchse plan und radial abdichtet.
Eigentlich OK, aber man muß den O-Ring mehr quetschen, als für ihn gut ist und jedes mal einen neuen nehmen.

Spielerei; da habe ich eine Lösung für ein nicht vorhandenes Problem gesucht. Ein Tropfen Dirko HT unter die Mutter hat denselben Effekt, nur nicht so "schön".

Re: Zuganker am Zylinderkopf abdichten

Verfasst: 22.06.2022, 21:53
von Scoot-Bike
Moin.
Stopfbuchse ? Nachstellbar ? Talgpackung ? Graphitpackung ? Leckagerate ? ......... Im falschen Bereich unterwegs ?
Ein O-Ring wird zu 20 % angepresst. Was ist mit der Gewindeabdichtung ?
Bis dann.

Re: Zuganker am Zylinderkopf abdichten

Verfasst: 22.06.2022, 22:03
von Rücklicht
"Stahlscheiben gedreht, die von Innendurchmesser und Höhe einen innen eingelegten O-Ring gequetscht haben, der wie eine Stopfbuchse plan und radial abdichtet."

Es wäre ja schön, wenn man solche Scheiben kaufen könnte. Wenn man einfach einen zB. 10x1,5mm O-Ring unten einlegen könnte. Dann wäre zB. das Problem unten gegenüber dem Alukopf dicht.
Darauf die oben gezeigte Mutter und dicht wäre die Problemstelle.

Ich möchte einfach nur eine Lösung aufzeigen, wie es möglich sein sollte dieses Dichtproblem zu lösen wenn sich dann jemand (da wäre die Heinkel Ersatzteilversorgung dann gefragt) darum kümmert, die Teile anfertigen zu lassen.
Was kostet denn eine U-Scheibe mit passender Nut für einen O-Ring, wenn da mal ein paar Tausend über eine CNC Maschine laufen.

Nur es sollte sich jemand, wenn man die Idee für Interessant findet, damit befassen. Es kann doch einfach nicht sein, dass man sich immer mit Pampe (Dichtmittel) behelfen muss.

Sicher ich bekomme meine Motoren auch dicht, aber es war für mich einfach nur eine Idee welche vieleicht helfen könnte.
Übrigens könnten Heinkelneulinge (welche ja auch beworben werden) überzeugt werden, dass man sich Gedanken über nützliche Verbesserungen bemüht.

Re: Zuganker am Zylinderkopf abdichten

Verfasst: 23.06.2022, 09:05
von GvO
Servus,
Ohne das man z.B. die Dichtfläche mit einem Zapfensenker in einer Standbohrmaschine vorbereitet hat, bringt so eine moderne Dichtscheibe leider auch nichts. Ab Werk und über die Jahre sind die Flächen alles andere als optimal. Ist oft kein Wunder das man es nicht dicht bekommt, wenn man beim senken mehr als 1mm abnehmen muss bis man eine gerade Fläche bekommt. Mit der Bearbeitung der Dichtfläche ist es ein Kinderspiel das klassisch Dicht zu bekommen, ohne bring auch eine optimierte Dichtscheibe nichts.
Soll nicht abschrecken was zu machen, nur das man sich keine falschen Hoffnungen macht.
Mit Xometry.eu kann man sich Kleinserien ohne eigene Drehmaschine einfach machen lassen. Dann sieht man auch was einen der Spaß kostet.
Viel Erfolg, Guido

Re: Zuganker am Zylinderkopf abdichten

Verfasst: 23.06.2022, 15:52
von heinkel-bernd
Sorry Rücklicht, wenn auch ich hier etwas anderer Meinung bin :?
Es wäre für die weniger kundigen Schrauber sicher eine einfache Lösung, die Motoren an dieser Stelle leicht dicht zu bekommen.
Etwas handwerkliches Geschick mit Zuhilfenahme von Gehirnschmalz ist beim Schrauben unverzichtbar !
Leider überschätzen manche ihre Fähigkeiten, sind zu stolz sich Tipps zu holen und lernen halt dann durch ihre Fehler (oder auch nicht) :shock:
"Plug & Play" an einem historischen Motorroller halte ich ausserdem für langweilig

Die Methode, die ich anwende, dauert höchstens 5 min länger als mit mit vorgefertigten Dichtelementen,
sieht sauber aus, ist auch bei ausgenudelten Bohrungen anwendbar und wird zuverlässig dicht :wink:
viewtopic.php?p=16739#p16739
Tipps gibt es ja genug, man muss sich nur die Mühe machen sie zu suchen !

Re: Zuganker am Zylinderkopf abdichten

Verfasst: 23.06.2022, 19:43
von Rücklicht
Hallo Bernd, du hast recht:
Die Erde ist eine Scheibe und wenn es nach dir ginge würden wir sicherlich noch in Höhlen wohnen.

Ich gehe davon aus, dass das Dichtmittel welches du benutzt schon zu der Zeit verfügbar war, als sich Ernst Heinkel mit seinen Rollern beschäftigt hat.
Denn so was gehört doch dann sicherlich auch nicht an einen Oldtimer.
Ich bin mir sogar sicher, wenn es damals das Material wie solche Muttern gegeben hätte, wären diese genommen worden.
Ich wollte lediglich eine saubere Möglichkeit zum Abdichten lösen und nicht weiterhin arbeiten wie in der Steinzeit.
Bisher habe ich auch alle Roller dicht bekommen, nur sieht es halt nicht schön aus, denn was hat Dichtmittel an Schauben zu suchen, wenn man es sauber lösen könnte.

Die Muttern welche ich abgebildet habe, wurden übrigens für ein Oldtimerauto entwickelt, welches wesentlich bekannter ist als der Heinkel.

Es konnte sich keiner mit der Idee beschäftigen, es konnte sich jeder nur damit beschäftigen, warum es nicht geht oder warum man es nicht mag.
Solche Antworten muss man sich nicht antun.
Wenn einer meint es ist nicht nötig, dann kann man einfach keine Antwort geben.
Oft ist weniger Mehr.

Re: Zuganker am Zylinderkopf abdichten

Verfasst: 23.06.2022, 21:33
von Hans
Rücklicht,
unsachliche Vorabbemerkungen haben wir hier nicht nötig! - vor allem nicht auf Bernd gezielt!
Solche Antworten muss man sich nicht antun.
Nenn bitte deine Bezugsquelle, dann kann jeder selbst entscheiden.

Mit Muttern aus der Hydraulik habe ich gute Erfahrungen gemacht. Die bekommt man aber auch nicht im Baumarkt.

Bernds Methode führt zum Erfolg und man braucht keine besondere Bezugsquelle.

siehe auch: -------------------------------------
Korrektur: viewtopic.php?p=16740#p16740

Wenn einer meint, Angriffsphrasen seien nötig kann er einfach keine Antwort geben.
Weniger Phrasen dreschen ist immer mehr Sachlichkeit!

freundliche Grüße
Hans

Re: Zuganker am Zylinderkopf abdichten

Verfasst: 23.06.2022, 22:11
von Rücklicht
Hallo Hans,
von dir hätte ich einen Beitrag mehr sachlich erwartet, aber es soll so sein.

Ich habe einen Vorschlag mit einer Idee gemacht. Diesen Vorschlag wollte man nicht und hat die verschiedensten Gründe vorgebracht, um diesen zu verwerfen.
Sollte sich übrigens auf Beitrag 57 eine Lösung finden lasssen, welche mir heute Abend eingefallen ist, dann wird das nie ein Neuling lesen, denn einen Beitrag welcher sich nicht mit dem Thema befasst, sondern dagegen, wer liest den. Denn in diesem Forum wird ja nicht über das Thema gesprochen, sondern sehr viel drumrum. Vielleicht sind die jungen deshalb nicht an dem Fahrzeug interessiert.

Ich habe keinen persönlich angegriffen und hatte gehofft, was in meinem Eröffnungsbeitrag ja schon geschrieben war, dass es andere Möglichkeiten gibt, die Muttern da abzudichten.

Wenn man halt stur nach Schema "F" vorgeht, dann macht man das so nach dem Motto: "Das habe ich immer schon so gemacht"
Ich habe nirgends geschrieben dass diese Lösung nicht funktioniert. Ich mache es auch schon viele Jahre so und ich habe schon zig Motore überholt.

Ich habe so nebenbei mal ein Video auf YouTube angesehen, wo in ein paar Teilen die Kupplung an einem Motor A1 oder A2 gewechselt wurde. Mein Gott, schlimmer kann man es nicht machen. Einen Motor baut man in ca. 20m aus und für diese Arbeit auch in ähnlicher Zeit wieder ein. Wenn andere Dinge an dem Motor gemacht werden müssen muss man mehr abbauen, aber für die Kupplung wohl nicht, da kann notfalls das Hinterrad drauf bleiben.
Dann muss man für den Kupplungswechsell noch nicht mal das Öl ablassen.
Dort wurde der Motor quergedückt und was weis ich nicht alles. Kollege, dazu habe ich in vielen Jahren einiges an dem Fahrzeug erlebt.

Im übrigen ist die Bezugsquelle für die Muttern angegeben, man muss nur die Texte lesen und verstehen.

Ich habe den Beitrag mit dem 24er Gleichdruckvergaser mit meinem Beitrag ergänzt. Ich habe das Rued nachgebaut und bin inzwischen fertig.
Ich dachte mein A2 wäre schnell. Der A1 läuft jetzt wie Schmitts Katze. Ich hätte nie erwartet, dass ein moderner Vergaser so einen Unterschied macht.
Mit dem A2 ließ ich damals auf dem Treffen in Hamburg den alten Herrmann auf der Autobahn stehen. Inzwischen ist der wohl auch schon verfault.

Eins ist sicher. Ich brauche das Forum nicht wegen Tipps usw.
Ich fahre und repariere seit 45 Jahren Heinkel. Ich habe im Laufe meines Lebens viele Motore wieder zu Leben erweckt, repariert und auf andere Weise umgebaut.
Ich habe dabei am Anfang auch Lehrgeld bezahlt, was ich auf das Konto Ehrfahrung gebucht habe.

So das wars für mich heute Abend.
Ich habe jetzt sogar möglicher Weise mit Normteilen eine Lösung gefunden die Stehbolzen mit normalen Mutter und ohne Dichtmittel dicht zu bekommen. (Ja man muss mich nur etwas ärgern, dann finde ich meist die besten Lösungen)
Das muss ich dann ja auch nie vorstellen. Ihr habt ja Dichtungsmittel, das reicht auch.

Gruß aus der Pfalz