Einfach mal den Motor ohne Ventildeckel laufen lassen und langsam Gas geben.
Dann sieht man, wieviel Öl duch den Stösselkanal nach oben geschleudert wird
Dazu kommt noch der Überdruck, den der abwärtsgehende Kolben im Kurbelgehäuse
bei jeder Motorumdrehung erzeugt.
Verstärkt wird dieser Überdruck noch durch die "BlowBye-Gase, die durch die Explosion
des Benzin-Luft-Gemisches mehr oder weniger am Kolben vorbei in das Kurbelgehäuse
gedrückt werden
Diese mit Ölnebel angereicherte Luft wird gezielt über den Stößßelkanal und den Schlauch
auf dem Ventildeckel nach unten an die Umgebung abgeführt.
Dabei schlägt sich das Öl auch zum größten Teil an der Unterseite des Ventildeckels nieder.
Aber !
Für Alle, die meine Erklärung aufmerksam durchgelesen haben und sich darüber weitere
Gedanken machen:
Selbstverständlich erzeugt der aufwärtsgehende Kolben bei jeder Motorumdrehung auch einen
Unterdruck im Kurbelgehäuse, trotzdem wird m.E. je nach Verschleiß des Kolbens, der Kolbenringe
und der Zylinderlaufbahn der Überdruck im Kurbelgehäuse überwiegen
Stephan hat geschrieben: 26.10.2019, 22:05
das Öl steigt an den Stösselstangen, die sich langsam hoch und schnell abwärts bewegen, hoch.
Sorry Stephan ! Diesen Effekt kann ich mir nicht vorstellen !
Die Ventilerhebungskurve, die ich vor Jahren für den Touristmotor erstellt habe,
zeigt das Gegenteil:
Die Ventile werden etwas schneller geöffnet, als geschlossen.
Das heisst: Die Aufwärtsbewegung der Stössel geschieht etwas schneller, als die
Abwärtsbewegung. Was aber bei dieser extrem schnellen Frequenz bestimmt auch keinen großen
Einfluss auf eine mögliche "Ölförderung" haben dürfte.