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Ladekontrolle an und Blinker aus
Verfasst: 24.04.2019, 22:40
von grs
Hallo Zusammen,
gestern haben ich meinen 103A2 auf 2 parallele AGM-Akkus umgerüstet. Kurz angestartet, alle Verbraucher gecheckt und nach 30sek wieder aus gemacht. Alles gut...
Heute habe ich das Fahrzeug zur Garage gefahren und bei der Gelegenheit über zwei rausgelegte Leitungen die Ladespannung (geregelt an Batterie) messen wollen. Vorab: Ab mittlerer Drehzahl ist diese mit 15,5V viel zu hoch. Batteriespannung (parallel gemessen, Ladezustand unbekannt "out of the box") war irgendwo zwischen 12,5 und 13V, Anlasser zieht souverän durch. Soweit noch verständlich...
Was ist aber passiert: Nach 500m Fahrtrecke war nun plötzlich meine Ladekontrolle hell an und geht nur bei sehr niedriger Drehzahl im Leerlauf aus, also quasi invers zu dem, was ich erwarten würde. Und siehe da: Der Blinker funktioniert seitdem auch nicht mehr. Licht ist normal.
Ich habe nun gerade das Forum und den Schaltplan gewälzt, werde nicht so richtig schlau, wie diese Dinge zusammenhängen.
Hat jemand der Elektronik-Experten hier eine spontane Idee, wo ich mit der Fehlersuche anfangen soll?
Viele Grüße
Gerd
Re: Ladekontrolle an und Blinker aus
Verfasst: 24.04.2019, 23:27
von heinkel-bernd
Servus Gerd,
grs hat geschrieben: 24.04.2019, 22:40
Ab mittlerer Drehzahl ist diese mit 15,5V viel zu hoch.
- Elektromechanischer Regler (alte Ausf.) oder Elektronischer (Umbau) ?
- Wurde
VOR dem Batterietausch mal die geregelte Spannung gemessen ?
Vermutlich hat die hohe Ladespannung nichts mit dem Batterietausch zu tun.
Die alten mechanischen Reler bringen nicht selten eine zu hohe Spannung.
- Stimmen die Batterie-Anschlüsse an Regler / Masse ?
Bei "Falsch-Polung" funktioniert so ziemlich alles an der Elektrik, i.d.R. zeigt jedoch das Blinkrelais
eine Fehlfunktion !
- Massekabel von Rahmen (Reglerfuss) zum Motor unterbrochen ?
- Die Anschlüsse der LIMA an den Regler richtig ? Insb. DF, D+ und blaue Leitung von Kontrollleuchte
zu D+ (Siehe Anschlusschema unten)
.
.
- Bei der Parallelschaltung der beiden 12V-Akkus alles richtig gemacht ?
Beide Batterie + zusammen an Regler Klemme 30 / beide Batterie - an Motor-Masse.
Nicht verwechseln mit der "Reihenschaltung " von zwei 6V-Akkus !
Ich hoffe, es ist nur eine Kleinigkeit, die "im Eifer des Gefechts" jedem mal passieren kann
Viel Erfolg beim Suchen des Kupferwurms und
Re: Ladekontrolle an und Blinker aus
Verfasst: 25.04.2019, 01:45
von BerndSt
Hallo Gerd,
der "andere Bernd" hat Dich ja schon umfassend beraten. Dem ist fast nichts hinzuzufügen.
Nur eine kleine Idee habe ich auch noch: der Ausfall des Blinkers könnte (

) auch nichts mit der Batterie und der erhöhten Ladespannung zu tun haben (oder wie ein guter Freund von mir gern sagt: "auch wenn Du Dir das Bein gebrochen hast, kannst Du von einem herunterfallenden Blumentopf erschlagen werden"

). Soll heißen: es gibt Zufälle und gleichzeitig auftretende Ereignisse, die nur scheinbar etwas miteinander zu tun haben.
Die Funktion des Blinkers solltest Du also m.E. unabhängig von Deinem "Ladeproblem" testen. Dafür würde ich:
- bei ausgeschalteter Zündung die Ist-Spannung der Batterien testen. Bringt der "Batterie-Pack" so wie er ist noch die nötige Nennspannung (mind. 12V, besser 13V) oder ist er gar bereits "über den Jordan" gegangen?
- heinkel-bernds Rat beherzigen und prüfen, ob die Polung richtig ist.
- Falls die Polung korrekt und die Spannung noch da ist: Zündung einschalten, Motor nicht starten, Blinker betätigen. Geht er jetzt? Falls ja hast Du ein Indiz, dass bei laufendem Motor die Batterien nicht mehr genügend Saft liefern und dass das Blinkerproblem tatsächlich mit dem Ladeproblem zusammenhängt.
- Falls die Spannung nicht mehr da ist (oder auch dann, falls noch ausreichend Spannung angezeigt wird - weil Spannung und Stromstärke ja "zwei Paar Stiefel" sind): eine andere, "frische" 12V-Spannungsquelle (Autobatterie, Energiestation o.ä) statt des Batteriepacks anschließen und danach den Blinker noch einmal testen.
- Sollte der Blinker dann auch nicht gehen: als erstes die Sicherung prüfen (Schaltplan hast Du ja). Also prüfen, ob (bei eingeschalteter Zündung) Strom an der Sicherung ankommt (und hinter der Sicherung auch noch anliegt - selbst wenn die Sicherung gut aussieht kann sie hinüber sein oder schlicht miesen Kontakt im Halter haben).
- Sofern Du Strom "hinter der Sicherung" hast wäre mein nächster Verdächtiger das Blinkerrelais. Bevor Du das prüfst (oder gar austauschst) solltest Du zur Sicherheit alle vier Blinkerbirnen auf Funktionsfähigkeit prüfen (12V-Quelle an Birnchen, ganz simpel). Warum? Weil man an die Blinkerbirnen schneller und einfach rankommt als an das Blinkerrelais.

- Und danach bleiben m.M.n. nur noch das Relais oder der Schalter. Beide können durch Überspannung kaputt gegangen sein (wobei das Relais wahrscheinlicher als der Schalter ist - aber man weiß ja beim "Kupferwurm" nie...).
Schließlich noch als Ergänzung zu Bernds Beitrag: Schau Dir auf jeden Fall beide Batterien ganz genau an. Zu hohe Ladespannung kann für Blei-Gel-Akkus absolut tödlich sein. Und manchmal kann man das auch sehen - hier ein trauriges Beispiel aus meiner eigenen "Heinkelkarriere":

- Ble-Gel-Akku nach längerem Betrieb mit zu hoher Ladespannung
So sah die vom Vorbesitzer eingebaute Batterie aus, nachdem ich den gerade frisch gekauften Heinkel auf eigener Achse "am Stück" über ein paar Hundert Kilometer nach Hause gefahren hatte...
Deshalb als meine letzte Empfehlung: nach der Fehlerbehebung die AGM-Akkus keinesfalls weiterhin mit diesem Regler betreiben. 15V Ladespannung halten die Dinger auf die Dauer nicht aus!
Viel Erfolg bei der Fehlersuche,
Bernd
Re: Ladekontrolle an und Blinker aus
Verfasst: 25.04.2019, 07:21
von grs
Danke euch schonmal für die sehr schnellen und ausführlichen Antworten bei Nacht!
Ich werde jetzt leider nicht ganz so schnell handeln können, da ich am Wochenende unterwegs sein werde und mein einjähriger Sohn mich nach Feierabend beschäftigst.
Es kann daher ein paar - für mich unbefriedigende - Tage Funkstille geben. Ich halte euch aber auf jeden Fall dann auf dem Laufenden.
Nur vorweg:
Spannungsregler mutmasslich (nicht geöffnet) mechanisch. Ich gehe auch davon aus, dass die Ladespannung vorher genauso zu hoch war. Den werd ich versuchen, zu verstellen, wenn Fehler gefunden ist. Wenns nicht klappt, kann ich immer noch tauschen/umrüsten.
Sicherungen augenscheinlich i.O., werde aber nochmal genauer inkl. Kontaktierung schauen müssen.
Wenn mich nicht die abendliche Umnachtung getäuscht hat, ging der Blinker auch unter Batteriespannung 12,xV am Ende nicht mehr, jedoch zu Beginn der Fahrt nach Batteriewechsel.
Versehentliche Reihenschaltung der Akkus schliesse ich mal gemäss Messergebnis aus, sonst muss ich jeden Anschluss checken ob richtig und noch leitfähig dran...
Soweit erste unsystematische Eindrücke von gestern (müde und mit Zeitdruck
Rest in ein paar Tagen nach Abarbeitung Checkliste.
Liebe Grüße aus München
Gerd
Re: Ladekontrolle an und Blinker aus
Verfasst: 25.04.2019, 08:52
von grs
BerndSt hat geschrieben: 25.04.2019, 01:45
- bei ausgeschalteter Zündung die Ist-Spannung der Batterien testen. Bringt der "Batterie-Pack" so wie er ist noch die nötige Nennspannung (mind. 12V, besser 13V) oder ist er gar bereits "über den Jordan" gegangen?
- heinkel-bernds Rat beherzigen und prüfen, ob die Polung richtig ist.
- Falls die Polung korrekt und die Spannung noch da ist: Zündung einschalten, Motor nicht starten, Blinker betätigen. Geht er jetzt? Falls ja hast Du ein Indiz, dass bei laufendem Motor die Batterien nicht mehr genügend Saft liefern und dass das Blinkerproblem tatsächlich mit dem Ladeproblem zusammenhängt.
Um etwas systematisch in Checklisten zu arbeiten, wäre vorab erledigt:
1: 12,5V Leerlauf (Mit Abblendlicht 12,2V) und
3: Nein Blinker gehen im Stillstand nicht,
Ladekontrolle aber auch im Stillstand nicht (kommt dann erst oberhalb Leerlaufdrehzahl
Zur ersten Liste von Bernd D.: Die Anschlüsse an Kl. 30 und Motormasse sollten passen (beide Akkus jeweils parallel an die Anschraubpunkte verkabelt), aber ich werde dem natürlich nochmal nachgehen, wenn ich die Zeit finde. Andere Anschlüsse hatte ich nicht gelöst, allerdings haben da einige augenscheinlich 56 Jahr auf der Uhr, da kann der Borkenkäfer schon mal gewütet haben und bei Berührung... Gemessen habe ich die geregelte Ladespannung vorher leider noch nicht.
Zur Schädigung der neuen Akkus: Ich gehe davon aus, dass die 15,5V nur 10sek beim Messen anlagen. Weiterer Betrieb mit schädigender Drehzahl bzw. Spannung wird so nicht erfolgen.
So, dann kann ich nächste Woche selbst hier nachlesen, was ich schonmal wusste und bis dahin wieder vergessen habe....
Viele Grüße
Gerd
Re: Ladekontrolle an und Blinker aus
Verfasst: 26.04.2019, 21:24
von Hans
Hi Klaus,
wo siehst du denn den Vorteil von Gel Akkus? Siehe Beitrag und Bild von BerndST! Ich fahre die vorgesehenen 2 Stück 6 Volt Blei-Flüssigsäure-Akkus. Die halten bei mir jetzt schon das siebte Jahr. Meine Pflege besteht darin, den Säurestand regelmäßig zu kontrollieren und selten mal nachzufüllen. Im Winter achte ich darauf, dass es keine zu tiefe Entladung durch Selbstentladung gibt, d.h. alle 4 bis 6 Wochen lade ich nach mit max 10% in Ampere der Ah-Kapazität - also bei 12Ah max 1,2 A! Dieses Nachladen gegen zu starke Selbstentladung bei längeren Stillständen ist auch bei Gel-Batterien notwendig. Die zwei Stück 6Volt Batterien passen nun mal auch viel besser in den vorhandenen Platz unter der Haube.
Gruß
Hans
Re: Ladekontrolle an und Blinker aus
Verfasst: 27.04.2019, 13:00
von grs
Hallo Hans und Klaus,
ob die AGM-Zellen sich nun für diesen Zweck bewähren, werden wir sehen. Jetzt sind sie mal drin und Bernd hatte ja schonmal positive Erfahren beschrieben. Wenn nicht, wird sich der finanzielle Schaden in Grenzen halten. Wenns der Zufall ganz dumm will, habe ich sie ggf. eh schon geschädigt.
Dass ich schauen muss, dass ich die Ladespannung herunter und auch recht stabil bekommen muss, ist klar. Ob mir das mit dem jetzigen mechanischen Regler gelingen wird, ist noch nicht klar....
Aber das erklärt meinen aktuellen Blinker-Ladekontroll-Fehler noch nicht alleine, obwohl ich den Schaltplan und die Funktion des Spannungsreglers denke ich inzwischen durchdrungen habe. Wenn ich die Zeit finde (sitze gerade im ICE von München nach Hamburg, da ist das mit dem Schrauben etwas blöd), wird mir daher nichts anderes übrig bleiben, als die Tipps der Bernds zu beherzigen: Punkt für Punkt suchen, ob das was malade ist oder der Mechniker trotz Diplomzeugnisses (oder gerade deshalb

) möglicherweise am letzten Dienstag in irgend einem Detail etwas umnachtet war...
Viele Grüße
Gerd
Re: Ladekontrolle an und Blinker aus
Verfasst: 27.04.2019, 14:34
von Hans
Hi Gerd,
bitte gib doch nochmal den Link zu Bernds Bericht mit den positiven Erfahrungen mit AGM-Akkus. Positive Erfahrungen möchte ich immer kennen!
Gruß
Hans
Re: Ladekontrolle an und Blinker aus
Verfasst: 27.04.2019, 15:19
von grs
Hans hat geschrieben: 27.04.2019, 14:34
Hi Gerd,
bitte gib doch nochmal den Link zu Bernds Bericht mit den positiven Erfahrungen mit AGM-Akkus. Positive Erfahrungen möchte ich immer kennen!
Gruß
Hans
Hallo Hans, du hattest in dem Faden sogar mitgelesen. Hier der Link:
viewtopic.php?t=1424&start=40
Viele Grüße
Gerd
Re: Ladekontrolle an und Blinker aus
Verfasst: 27.04.2019, 18:57
von Hans
Danke Gerd!
Das hatte ich schon nicht mehr in der Erinnerung!
Wenn ich die Akkus für "ümmesünz" bekäme, wurde ich auch durchaus die AGM-Akkus nehmen. Die Kostenfreiheit wäre da für mich aber der einzige relevante Vorteil.
freundliche Grüße
Hans