Übersetzung Tachoantrieb

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BerndSt
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Übersetzung Tachoantrieb

Beitrag von BerndSt »

Hallo Heinkelfreunde,

ich habe mal wieder eine Frage (und "Unterfragen") an die Tachospezialisten unter Euch und hoffe, dass das jemand weiß. Nämlich:

Welche Übersetzung hat der Tachoantrieb?

Für einen A1-Tachoantrieb (21055.32 4/2) konnte ich das gerade selbst ausmessen. Mein Ergebnis: bei 10 Radumdrehungen dreht sich die Tachowelle 19 mal. Somit komme ich auf ein Verhältnis 1 : 1,9.

Erste Unterfrage: habe ich richtig gerechnet (hoffe ich ja schon, soweit sollte es selbst an einem späten Freitagabend noch reichen... :wink: )

Zweite Unterfrage: Ist dieses Verhältnis "Radumdrehungen zu Umdrehungen der angeschlossenen Tachowelle" bei A1, A2 Telegabel und A2 Schwinge gleich? (dank der Antworten von Gundolf zu meinen letzten "Tachofragen" weiß ich, dass A1 Telegabel und A2 Schwinge unterschiedliche Antriebe haben - zumindest, was die Drehrichtung angeht).

Dritte Unterfrage: kennt jemand die Übersetzungsverhältnisse für die anderen Typen (insb. A0)?

Warum ich das wissen will? Weil ich gerade mit der Nachjustierung von Tachos herum experimentiere und dafür die Drehzahlen der Tachowelle brauche, die dann (mit einer relativ einfachen Dreisatzrechnung auf Basis des Radumfangs) zu den einzustellenden/angezeigten Geschwindigkeiten in Beziehung gesetzt werden sollen.

Der "Versuchsaufbau" soll so sein: eine stufenlos verstellbare Bohrmaschine mit angeschlossenem Drehzahlmesser soll eine definierte Umdrehungszahl abliefern. Der über eine Tachowelle daran angeschlossene Tacho soll dann auf die zu dieser Drehzahl passende Geschwindigkeit eingestellt werden. Die Justierung erfolgt über die Verstellung der Vorspannung der Tachonadel (Position auf der Achse im ausgependelten Zustand) und über Änderung der Spannung der Rückholfeder.

Ja, ich weiß! Für so etwas gibt es Spezialisten, die wissen was sie tun und die auch die korrekten und geeichten Werkzeuge dafür haben. Die können auch Sachen machen, die man mit "Bordmitteln" niemals hinbekommen wird (z.B. Nachmagnetisieren, Rückholfedern nachfertigen und anpassen usw.).

Aber mein Spiel- und Basteltrieb verlangt von mir, dass ich mal selbst herausfinde was geht - und was nicht. :lol: (und ich habe hier ein paar kaputte NSU-Tachos liegen, mit denen ich eh nichts besseres anzufangen weiß - sh. meine letzten Fragen zum Thema)

Vielen Dank und beste Grüße,
Bernd
SNAFU!
Gundolf 5530
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Re: Übersetzung Tachoantrieb

Beitrag von Gundolf 5530 »

Moin Moin

Das stimmt NICHT das der Tachoantrieb vom 103 A1 +103 A2 mit Telegabel und 103 A2 mit Schwinge unterschiedliche Drehrichtungen haben !!
Der Unterschied ist das der ANSCHLUSS der Tachowelle auf unterschiedlichen Seiten ist ( Bei der Schwinge in Fahrrichtung Vorwärts, bei der Telegabel in Fahrtrichtung Rückwärts )Ansonsten müßten ja auch die Tachometer unterschiedlich sein.
Der Tachoantrieb des 103 A0 hat eine andere Drehrichtung !
Jetzt zu den W.Zahlen am Tacho:
Der Tacho für den Schalenlenker hat W 1.28
Der Tacho für den 103 A0 mit Rohrlenker hat W 1.35
Die VDO Tachos für den Tacho des 8" hat W 0.95
Wenn ich die Tachos mit der Bohrmaschine teste, läuft die Bohrmaschine beim Tacho für den Schalenlenker RECHTS herum, bei den beiden anderen Tachos LINKS herum.
Veigel Tachos habe ich noch nicht gesehen, die gab es ja an den ersten Kikis.
Du Bernd dürftest wohl auf deinen NSU Dingern W 1.0 haben.....


PS: Habe eben mal bei einem 103 A0 Tachoantrieb probiert...
Merkwürdigerweise macht auch der bei 10 Radumdrehungen 19 Tachowellenrunden. ....
Gruß Gundolf
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BerndSt
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Re: Übersetzung Tachoantrieb

Beitrag von BerndSt »

Hallo Gundolf,

danke für die Hilfe. Du hast eine PN. Und eine ordentliche Antwort auf Deinen Post kommt natürlich auch noch.

Viele Grüße,
Bernd
SNAFU!
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BerndSt
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Re: Übersetzung Tachoantrieb

Beitrag von BerndSt »

Hallo Gundolf,

Vorab: Achtung, es folgt ein langer Text ohne Bilder. Muss wirklich niemand lesen, der dazu keinen Bock hat! :D

meine erste Antwort auf Deine Nachricht habe ich wieder gelöscht, weil ich darin Dinge geschrieben haben, die mich sehr als "auf dem Holzweg befindlich" hätten aussehen lassen. :mrgreen:

Mittlerweile habe ich noch ein bisserl recherchiert, mich belesen und an meinem Heinkel ein paar Abmessungen ermittelt. Und jetzt komme ich einer Erklärung zu den Übersetzungsverhältnissen und den Wegzahlen zumindest etwas näher.

Doch der Reihe nach. Zuerst einmal vielen Dank für Deine Hilfe und besonders dafür, dass Du den A0-Tachoantrieb geprüft hast. Als zweites meine Entschuldigung dafür, dass ich bzgl. des A2-Schwingenmodells Unfug schrieb - ich hatte mir zwar die Fotos aus dem oben verlinkten Beitrag vorher angesehen, dann aber doch Blödsinn getippt. War wohl doch schon etwas spät gestern Nacht...

Und nun zu den Wegezahlen und zu dem was ich herausgefunden habe.

Die Wegezahlen bezeichnen die Anzahl der Umdrehungen der Tachowelle (!), die erfolgen, wenn das Rad 1 Meter zurücklegt.

Also sollte sich die Welle für einen A1-Tacho 1,28mal drehen, wenn der Roller einen Meter zurücklegt. Bei einem A0 1,35 mal und bei einem Roller mit 8-Zoll-Rädern 0,95mal.

Wenn nun der Tachoantrieb bei A1 und A0 tatsächlich 1,9 Tachowellenumdrehungen bei einer Radumdrehung erzeugt, dann sollten eigentlich die Wegezahlen der Tachos gleich sein.

Aber sie sind es nicht - was kann dafür wohl die Ursache sein? Ich kann hier nur Vermutungen anstellen, warum das - bei gleicher Radgröße - geändert wurde. Evtl. haben sich die tatsächlichen Rollumfänge der damals verfügbaren Räder soweit geändert, dass eine "Nachkorrektur" angeraten erschien? Neue Gummimischungen, leicht andere Dimensionierung? Oder die gesetzlichen Grundlagen zur max. zulässigen Abweichung des Tachos wurden geändert? Oder die Marketingabteilung wollte gerne andere/genauere/höhere Geschwindigkeitsanzeigen für das neue Modell haben? Ich weiß es nicht - es ist etwas mysteriös...

Wenn ich das "Pferd mal von hinten aufzäume" komme ich zu diesen Ergebnissen:

An meinem A1 ist aktuell ein Reifen montiert, der einen unbelasteten Radius von 22,5cm hat. Der belastete Radius (Roller abgebockt, gemessen von Radmitte zur Fahrbahn) ist nur 21,5cm.

Der Abrollumfang des Rades beträgt unbelastet somit ca. 141cm. Der "dynamische Abrollumfang" (und damit die Wegstrecke, die das Rad unter Belastung zurücklegt) wird über eine Näherungsformel berechnet: "dynamischer Rollradius" = 2/3 "Radius unbelastet" + 1/3 "Radius belastet" - für mein Rad also 22,2cm (Hinweis: diese Näherungsformel gilt für moderne Radialreifen - bei Diagonalreifen könnte sie leicht abweichen, aber mir soll das erst einmal so genügen).

Setzt man den ermittelten "dynamischen Rollradius" für die Ermittlung des dynamischen Abrollumfangs an, so errechnet sich eine Wegstrecke von 139,49cm pro Radumdrehung.

Um 1m zurückzulegen, muss das Rad also 0,717 Umdrehungen machen. Das bedeutet für die Tachowelle, dass sie für 1m 1,36 Umdrehungen macht.

Et voilá! 1,36 kommt an die Wegezahl des A0-Tachos sehr nahe ran - die fehlenden 0,01 sind wohl Rechen- und Rundungsfehler.

Eine Wegezahl von 1,28 würde nach dieser Berechnungsformel bedeuten, dass (bei gleicher Tachoantriebsübersetzung) das Rad eines A1 etwas größer sein müsste als beim A0.

Genauer berechnet: 1,28 Wellenumdrehungen bei einem Übersetzungsverhältnis von 1:1,9 ergibt 0,674 Radumdrehungen, um 1m zurückzulegen. Der (dynamische) Rollumfang eines solchen Rades müsste 148,4cm betragen. Und das entspräche einem dynamischen Rollradius von 23,6cm. Das ist im Vergleich zu meinen Reifen ein Unterschied von 1,4cm und damit nicht wirklich viel, wenn man sich verschiedene Reifen ansieht.

Wäre interessant, falls noch jemand ein originales (!) A0 Rad und ein originales A1-Rad (Werksauslieferung) hätte und den unbelasteten Radius mal messen würde.

Und was hilft das jetzt bei der Tachokalibrierung? Eine Menge! Für das Vorderrad an meinem Heinkel könnte ich auf Basis dieser Werte den Tacho jetzt halbwegs genau einstellen (der geht im Moment so "genau" wie die "Giesinger Heuwage", wie man hier bei uns sagt :lol: ). Nämlich so:

50km entsprechen bei einem dynamischen Abrollumfang von 139,49cm ca. 35844 Radumdrehungen. Das wären dann 68103 Tachowellenumdrehungen. Wenn die in einer Stunde anfallen, bin ich genau 50km/h gefahren. Also teile ich das durch 60 und weiß jetzt, dass an der Bohrmaschine bei 1135 Umdrehungen pro Minute der Tacho auf die 50 zeigen muss, um genau zu meinem Heinkel und meinen Reifen zu passen.

Was man übrigens leider nicht einstellen kann, ist die Anzeige/Abweichung des Kilometerzählers. Die ist nicht ohne Weiteres veränderbar, weil sie über Zahnräder und Schneckenwellen läuft (und dadurch starr an die Umdrehungen der Tachowelle gekoppelt ist). Und andere Zahnräder anzufertigen (geschweige denn, sie vorher zu berechnen) geht eindeutig über meine Fähigkeiten hinaus. :roll:

Langer Text, aber immerhin ein Ergebnis zu meiner ursprünglichen Frage - und darum wollte ich es auch ins Forum stellen. Wenn wir jetzt noch die Übersetzungsverhältnisse für die anderen Modelle herausfinden, kann jeder für seinen Tacho und seine Räder die korrekten Werte bestimmen. Vielleicht kann das ja mal jemand brauchen.

Viele Grüße,
Bernd

P.S. wenn jemand einen Rechnen- oder Denkfehler findet, dann möge er mich das bitte, bitte wissen lassen!
SNAFU!
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DER-SCHRAUBER
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Re: Übersetzung Tachoantrieb

Beitrag von DER-SCHRAUBER »

Hallo Bernd

Eine Wahnsinns Arbeit die Du Dir da gemacht hast, Respekt!
Einen dynamischen Radumfang zu berechnen ist eigentlich nie genau möglich. Die Einflüsse wie Temperatur Luftdruck Radumfang Schlupf ändern sich ständig. Daher müssen die Tachos in Autos auch, laut Gesetzgeber einen Vorlauf von min. 10% haben. Dies damit keiner bei einer Radarkontrolle sagen kann aber Laut Tacho….
Die Erfahrung auf dem Tachoprüfstand zeigt, dass die Abweichung meist sogar oben raus weitaus mehr ist.
Das ist anders beim LKW und Fahrzeugen mit Kontrollgerät. Diese müssen alle 2 Jahre das Kontrollgerät überprüfen lassen. Da wird dann tatsächlich ein Strich auf Reifen und Boden gemacht dann 10 Umdrehungen gefahren und die Wegstrecke gemessen. Dieser Wert wird dann durch 10 geteilt und so erhält man einen Mittelwert des tatsächlichen Radumfangs. Dieser wird dann bei der Eichung des Geräts eingegeben. Daher sind die auch sehr genau.

Um ordentliche Daten zu erhalten müsste man das mit dem Heinkelroller ähnlich machen. Wichtig dabei wäre das der Luftdruck im Reifen stimmt und das jemand auf dem Roller sitz. Und wegen des kleinen Radumfangs sollte man erwägen vielleicht mehr wie nur 10 Reifen Umdrehungen zu nehmen. Dies aber nur als Anregung.

Gruss Markus
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BerndSt
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Re: Übersetzung Tachoantrieb

Beitrag von BerndSt »

Hallo Markus,

danke für die Hinweise - so hatte ich mir das heute auch "angelesen".

Eigentlich wollte ich auch einen "Rollversuch" mit dem Heinkel machen, um für meine Räder den korrekten dynamischen Radumfang zu ermitteln. Aber da heute bei uns Schnee liegt, habe ich mich mit den Radiusmessungen begnügt - und die auch nur schnell und unsauber, weil ich mich heute auch nicht lange auf den Boden knien wollte (mein Roller steht im Freien...).

Wenn ich mich dran mache, meinen aktuell eingebauten Tacho zu justieren, werde ich aber auf jeden Fall vorher eine Wegstreckenmessung unter Last durchführen. Und nach der Justierung gibt es dann vor dem Wiederzusammenbau des Tachos auch noch eine Kontrollmessung während der Fahrt mit einem GPS-Navi.

Viele Grüße,
Bernd
SNAFU!
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DER-SCHRAUBER
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Re: Übersetzung Tachoantrieb

Beitrag von DER-SCHRAUBER »

BerndSt hat geschrieben:
Warum ich das wissen will? Weil ich gerade mit der Nachjustierung von Tachos herum experimentiere und dafür die Drehzahlen der Tachowelle brauche, die dann (mit einer relativ einfachen Dreisatzrechnung auf Basis des Radumfangs) zu den einzustellenden/angezeigten Geschwindigkeiten in Beziehung gesetzt werden sollen.

Der "Versuchsaufbau" soll so sein: eine stufenlos verstellbare Bohrmaschine mit angeschlossenem Drehzahlmesser soll eine definierte Umdrehungszahl abliefern. Der über eine Tachowelle daran angeschlossene Tacho soll dann auf die zu dieser Drehzahl passende Geschwindigkeit eingestellt werden. Die Justierung erfolgt über die Verstellung der Vorspannung der Tachonadel (Position auf der Achse im ausgependelten Zustand) und über Änderung der Spannung der Rückholfeder.

Hallo Bernd,

die Neugier treibt mich wie genau Du das mit der Justierung machst. Ok ich lese das Verstellung der Vorspannung und Änderung der Spannung der Rückholfeder. Aber wirklich Vorstellen kann ich es mir nicht.
Hast Du dazu Fotos? Oder gibt es da eine Zeichnung?

Dank und Gruss Markus
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heinkel-bernd
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Re: Übersetzung Tachoantrieb

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Markus,

da ich schon mal hier bin :wink:
Tacho-Mechanik 1.JPG
Tacho-Mechanik 1 kompr..JPG
Magnet,Mechanik 1 kompr..JPG
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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DER-SCHRAUBER
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Re: Übersetzung Tachoantrieb

Beitrag von DER-SCHRAUBER »

Lieben Dank Bernd

wenn ich das nun richtig verstehe... geht es um die Feder die gut im 2ten Foto zu sehen ist.
Ok was man wohl machen kann ist die Feder dort wo sie Fixiert ist zu verkürzen um die Spannung zu verstärken..
Soweit kann ich noch folgen und dann??

Gruss Markus
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BerndSt
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Re: Übersetzung Tachoantrieb

Beitrag von BerndSt »

Hallo Markus,
Hallo Bernd,

zu Markus' Fragen: die Fotos hat heinkel-bernd - wie immer detailliert und genau - schon geliefert. Zur Frage wie das geht: theoretisch so wie ich geschrieben habe und wie du vermutest: Durch Änderung der Federspannung kann die Änderung der Anzeige erreicht werden. Man nimmt dazu den kleinen Klemmkeil, der die Spiralfeder sichert heraus und schiebt das Ende der Feder etwas zurück oder zieht es etwas heraus. Und mit "etwas" meine ich exakt "ETWAS" (im Sinne von "sehr wenig")!

Weiterhin kann man die Tachonadel abziehen und um ein paar Grad versetzt wieder aufbringen.

Und dann kann man den Tacho unter kontrollierten Drehzahlen an einem geeigneten Antrieb (z.B. stufenlos verstellbare Bohrmaschine mit angeschlossenem Drehzahlmesser) auf die gewünschte Anzeige hin einstellen. Das geht nach meinen ersten Erfahrungen nie auf's erste mal und erfordert mehrere/viele Iterationen.

Soviel zur Theorie. Und nun zur Praxis. Und da ist eine...

**** WARNUNG ***

... mehr als angebracht. Das alles ist sehr diffizil. :!: Man kann mit nur einem falschen Handgriff den Tacho "schrotten". Oder so verstellen, dass er nie wieder eine auch nur halbwegs korrekte Geschwindigkeit anzeigt.

Bevor Du (oder jemand anderes) also nun "locker-flockig" mal eben den Tacho zerlegst und dann beginnst, daran herumzupegeln sei gewarnt: das kann schief gehen. Und bei den ersten Versuchen ist die Wahrscheinlichkeit, dass es schief geht höher als die Wahrscheinlichkeit, dass es klappt. Deshalb "spiele" ich auch mit ein paar alten VDO-Tachos herum, die ich für den Heinkel eh nicht verwenden kann (die aber - abgesehen von der Wegezahl und den damit verbundenen Zahnrädern am Kilometerzählerantrieb - die gleiche Mechanik haben).

Falls ich bei meinen Arbeiten zu einem befriedigenden, nachvollziehbaren und "nachahmbaren" Ergebnis kommen sollte, werde ich das Gelernte gerne hier ins Forum stellen. Aber bevor ich da angekommen bin, wo ich hinwill werde ich mich zur Frage "wie justiert man einen VDO-Tacho nach" nicht mehr äußern. Ich möchte nämlich keine Diskussion im Sinne von "Du hast gesagt ... und jetzt ist mein Tacho kaputt, obwohl ich alles so gemacht habe wie von Dir beschrieben" lesen müssen.

Viele Grüße,
Bernd
SNAFU!
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