Alu reparieren

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sushimoto

Alu reparieren

Beitrag von sushimoto »

Hallo allerseits,

Das habe ich gerade beim stöbern nach speziallösungen für beschädigtes Alu-zeug gefunden. Klingt ja fast zu gut, wenn man im forum liest, welche Probleme die leute mit der Alu-schweisserei haben.

http://al85.de/

Das scheint ja ideal für abgeschrabbelte oder gerissene Trittbretter und Stoßstangen zu sein.. (!?)
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Stephan Tödt
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Alu-Lötdraht

Beitrag von Stephan Tödt »

Hallo sushimoto,
ich habe ein ähnlichen Draht vor Jahren gekauft, und möchte einiges zu bedenken geben.

Vorweg, das Zeug funktioniert!!
Ich habe damit z.B. meinen Campi Anhänger an den Scharnieren vom Deckel gelötet, und ausgerissene Gewinde am Lüftergehäuse zugelötet und neu machen können welche jetzt stabiler als neu sind.

Ich habe mal Weichlöten (kann jeder mehr oder weniger) Hartlöten und Kunststoffschweißen gelernt, und auch VA kann ich problemlos schweißen, wenn ich ein entsprechendes Schweißgerät zu Verfügung habe.
Viele „meinen“ leider nur sie könnten Weichlöten, und wer es kann dem läuft es dann kalt den Rücken runter, wenn er das Ergebnis sieht!

Mit so einem Draht ist es nicht so einfach wie es aussieht, man braucht schon sehr viel Gefühl fürs Material (denn nicht alle aufbringen), denn der Schmelzpunkt von dem Draht liegt nicht sehr viel unter dem des Aluminiums. Wer zu viel Wärme benutzt, hat nachher einen schönen Klumpen Aluminium.
Große Teile benötigen sehr viel Wärme. Aluminium ist ein sehr guter Wärmeleiter und die Wärme ist sofort im Material verteilt. Wenn das Teil schneller abkühlt als es erwärmt werden kann, wird es nichts.
Das Trittbrett ist ein sehr schönes Beispiel. Es ist sehr groß, passt nicht in Frauchens Backofen (wenn sie mal außer Haus ist) und man benötigt schon einen Grill, einen großen Campingkocher oder ähnliches zum Löten, denn nicht jeder hat einen Industrieofen oder mehrere Brenner zur Verfügung, um das Werkstück gleichmäßig zu erwärmen. Die Wärme verschwindet ins Trittbrett, und es hat so viel Oberfläche, daß es sehr schnell die Wärme über diese wieder abgibt.
Also Vorsicht, damit ihr eure guten Teile nicht versaut. Meistens reicht es auch die Teile zu schweißen, was jede bessere Schlosserei für billiges Geld können sollte. Ich kann daß leider gerade nicht.
Der Vorteil, das Alu-Lot ist sehr stabil und hart, was auch ein Nachteil sein kann.
Ich hatte mir beim Löten des Campi Anhängers gedacht (es waren meine Anfänge) wenn ich die Schicht etwas dicker mache schadet es nichts, daß kann ich ja wegfeilen, da das Blech nachher ja ohne Beulen sein soll um Lackiert zu werden. Bei der Bearbeitung mit der Feile stellte sich dann heraus, daß das Zeug wesentlich härter als das Blech war, und ich mußte sehr aufpassen, um nicht das Blech durchzufeilen. Als Feinmechaniker hatte ich es zum Glück gelernt, und so blieb alles heil, machte aber mehr Arbeit als notwendig gewesen wäre.
Wenn man jetzt ausgerissene Gewinde damit erneuert, weil der Gewindeeinsatz auch schon ausgerissen ist (oder man ihnen nicht traut), dann ist es sehr schön, wenn das Material sehr hart ist. Mann sollte aber das Loch noch etwas aufbohren, damit die Verunreinigungen raus sind, und es lassen sich kleinere Löcher so auch einfacher wieder auffüllen.
Auch hier wie überall beim Löten und Schweißen gilt, das Werkstück muß Metallisch rein sein. Auf eine saubere Verbindung für ein gutes Ergebnis ist zu achten!

So, daß nur in “Kürze“!

Wer es sich jetzt noch zutraut soll es versuchen, ich wünsche ihm viel Erfolg, und ganz ehrlich, ich habe auch erst an einem alten Stück Material geübt, bevor ich an meinen Campi gegangen bin!!!
Es ist auch keine Zauberei, aber man sollte sich ausreichend Zeit nehmen, auf die schnelle kann es leicht schief gehen.

Gruß Stephan
Typenreferent für die Modelle 103A0 bis A2. Im Auftrag des Heinkel-Club Deutschland e.V.! ;-)
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