Pleulbuchse Hunger-Spezial-Werkzeug

Motor-Vergaser-Antrieb
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Hans
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Re: Pleulbuchse Hunger-Spezial-Werkzeug

Beitrag von Hans »

Ich glaube, für den Hobbybereich und dort für Heinkelmotor ist das wohl ausreichend. Wie machst du das erwähnte "Nachrichten"?

Ich glaube nicht, dass alle Motoreninstandsetzer das so machen. Einem Motoreninstandsetzer, bei dem ich aufgeschweißte Muttern und mit der Flex eingeschlitzte Flacheisen sehen würde, dem würde ich keinen Motor geben - auch nicht den Heinkel. Wer weiß, was der sonst noch für "Spezialwerkzeug" verwendet.
Gruß
Hans
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Werner
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Re: Pleulbuchse Hunger-Spezial-Werkzeug

Beitrag von Werner »

Nur weil es mit einfachen Mitteln zuhause gemacht ist muss es ja nicht schlecht oder ungenau sein. Wenn ich die Welle durch das Pleuelauge schiebe und die Welle dann links und rechts an der Dichtfläche aufliegt ist es doch ok. Wenn es nicht passt wird an der Welle angefasst und mit der Hand das Pleuel nachgebogen. So einfach ist das. Das mache ich übrigens immer wenn ich bei einem Motor den Zylinder runter habe. Viele Heimwerker haben ja früher den Kolbenbolzen mit Hammer und Schraubenzieher herausgeschlagen, da sind verbogene Pleuel keine Seltenheit. Ich habe auch zuerst etwas sparsam geguckt als mein Motorinstandsetzer mir das gezeigt hat aber für ein leicht schiefes Pleuel baue ich keine neue Welle ein. Häufig macht sich ein verbogenes Pleuel ja durch Kolbenschäden bemerkbar. Deswegen war ich damals mal bei ihm. Ein neuer Zylindersatz war nach kurzer Zeit wieder kaputt. Er hat dann das Pleuel mit der Hand gerichtet und der Motor lief wieder.
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Erdgeschoss
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Re: Pleulbuchse Hunger-Spezial-Werkzeug

Beitrag von Erdgeschoss »

Hans hat geschrieben: 27.04.2021, 15:14 Ich glaube nicht, dass alle Motoreninstandsetzer das so machen.
Ich presse das Pleuel aus und richte es nach dem Einpressen der Buchse auf der Fräsmachine nach dem unteren Pleuelauge aus; aber ich bin auch angerichtet dafür.

Definitiv ist die Methode mit o.g. Mitteln valide, wenn es sorgsam gemacht wird. "Basteln" wird im Hobbybereich oft auf höchstem Fertigkeitsniveau betrieben, und ich möchte es eigentlich gar nicht so abwertend nennen. Gerade, daß hier und an ähnlichen Stellen solches findige Vorgehen geschildert und gezeigt wird, schätze ich als den höchsten Wert von - gut geführten - Foren ein. :)
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Hans
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Re: Pleulbuchse Hunger-Spezial-Werkzeug

Beitrag von Hans »

Erdgeschoss, ich stimme dir zu!
Frage: Was meinst du mit
Ich presse das Pleuel aus ...
Zerlegst du die Kurbelwelle und richtest dann das Pleuel auf der Fräse aus?
Gruß
Hans
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Erdgeschoss
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Re: Pleulbuchse Hunger-Spezial-Werkzeug

Beitrag von Erdgeschoss »

Hans hat geschrieben: 28.04.2021, 09:48 Frage: Was meinst du mit
Ich presse das Pleuel aus ...
Zerlegst du die Kurbelwelle und richtest dann das Pleuel auf der Fräse aus?
Wenn ich eine Kurbelwelle überholen muß, zerlege ich sie am liebsten und prüfe auch das untere Pleuellager, oft ist es dann sogar einfacher, einen kompletten Pleuelsatz neu in die Welle einzubauen.

Aber wie gesagt, das nur im Rahmen einer ganzen Überholung und auch nur, wenn es wirklich sein muß.


Am Rande: Das untere Pleuellager der ausgebauten Kurbelwelle kann man vollkommen ohne Meßzeug bewerten. Welle am Pleuel in der einen Hand halten und mit der anderen Hand auf das obere Pleuellager nach unten klopfen. Wenn es klickt, hat das untere Lager zu viel Spiel. Entölt hört man etwa ab 4/100mm.
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Hans
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Re: Pleulbuchse Hunger-Spezial-Werkzeug

Beitrag von Hans »

Welle am Pleuel in der einen Hand halten und mit der anderen Hand auf das obere Pleuellager nach unten klopfen. Wenn es klickt, hat das untere Lager zu viel Spiel.
Ja! Aber dazu gehört auch eine Portion Erfahrung bis man hört was man hören soll.


Was nutzt du, um die Lagerzapfen der Kurbelwelle nach dem Wieder-Zusammenbau auszurichten?

Gruß
Hans
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Erdgeschoss
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Re: Pleulbuchse Hunger-Spezial-Werkzeug

Beitrag von Erdgeschoss »

Hans hat geschrieben: 29.04.2021, 17:14 [...]
Was nutzt du, um die Lagerzapfen der Kurbelwelle nach dem Wieder-Zusammenbau auszurichten?
[...]
ÄhhHammerHust* pfeif*

aus Kupfer
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Erdgeschoss
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Re: Pleulbuchse Hunger-Spezial-Werkzeug

Beitrag von Erdgeschoss »

Kurbelwellerichten_02.jpg
So messen zum Beispiel und dann bei Bedarf einfach in der Hand halten und mit Thor draufzünden.

Wenn die Planparallelität nicht stimmt, ist es Mist... das hieße, daß die Bohrungen in den Wangen schief (gedrückt) sind. Da kann man vorsichtig mit Keilen oder Presse draufdrücken, aber schön ist das nicht.
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Werner
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Re: Pleulbuchse Hunger-Spezial-Werkzeug

Beitrag von Werner »

So machts mein Instandsetzer auch. Hubzapfen mit Presse einpressen. Auf das Drehgestell auflegen und mit der Messuhr prüfen ob alles gut ist. Wenn nicht, Welle in die eine Hand, Kupferhammer in die andere Hand und mit ordentlich Dampf auf die Wange kloppen. Danach wieder prüfen. Sieht nicht unbedingt professionell aus, und mancher Feinmechaniker oder Maschinenbauingenieur bekommt Magengeschwüre beim Zusehen , aber so wirds gemacht und funktioniert.
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Hans
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Re: Pleulbuchse Hunger-Spezial-Werkzeug

Beitrag von Hans »

Kupferhammer in die andere Hand und mit ordentlich Dampf auf die Wange kloppen
So kenne ich es auch.

Statt Drehgestell (habe ich nicht) spanne ich sie auf einer gute Drehbank zwischen Spitzen und drehe sie dann unter zwei Messuhren von Hand.
vorsichtig mit Keilen oder Presse draufdrücken, aber schön ist das nicht
Auch das mache ich so. Da ist mir noch nichts anderes eingefallen.

Gruß
Hans
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