In den letzten Tagen hatte ich an einem Touristen ein ähnlich seltsames Problem, das mich auch
wieder viel Zeit und Kopfzerbrechen gekostet hat
Außer den üblichen Überraschungen, die man an den alten "Bastelbuden" immer findet, bestand das
Hauptproblem darin, dass der Motor nach gewisser Fahrzeit kurz nach dem Abstellen des Motors kaum
mehr ansprang und wenn er dann lief, nur widerwillig auf Drehzahlm kam. Beim Anfahren reichte aber
die Kraft nicht und der Motor würgte sofort ab
Stand der Motor wieder eine gewisse Zeit, brachte er so lange wieder sehr gute Leistung, bis man
situationsbedingt anhalten musste und der Motor kurze Zeit mit Leerlaufdrehzahl laufen musste.
Dann wieder das gleiche Problem
Nachdem ich die Zündung und alles was dazu gehört überprüft/erneuert und den Vergaser zerlegt, geprüft
und überholt hatte, trat der Fehler nach einer Probefahrt wieder auf.
Was mich stutzig machte, dass sich zwischen den Elektroden der Zündkerze (schon eine heissere B6HS)
Russpartikel angesammelt haben und dadurch kein ordentlicher Zündfunke erreicht wurde.
Vorher fiel mir auch noch auf, dass sich, entgegen meiner bisherigen Erfahrung, das Standgas nicht bis auf
ganz niedrige Drehzahl drosseln ließ, obwohl der Gasschieber komplett geschlossen hat.
Auch eine kleinere 25er Leerlaufdüse verändete nichts daran.
Selbst der Dichtsitz der Leerlaufdüse im Vergaser wurde leicht nachgefräst.
Auch Falschluft über die Anschlussmuffe, den Ansaugkrümmer und dessen Anschluss am Kopf konnte
ausgeschlossen werden.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich erinnerte mich daran, dass ich mit dem Leerlauf an einem anderen Vergaser schon mal unerklärliche Probleme
hatte, was nur durch den Tausch des Vergasergehäuses behoben werden konnte.
Gedacht, getan ! Vergaser zerlegt, alle Einzelteile in ein anderes Gehäuse übertragen und in Grundeinstellung
gebracht, eingebaut, der Motor sprang an.
Die freudige Überraschung war groß, als beim Herausdrehen der Standgasschraube der Motor immer langsamer
lief und auch ausging. Und auch das Hineindrehen der Gemischschraube (Ist kein Zweitakter, Werner) bewirkte
das Ausgehen des Motors
Meine Vermutung über die schadhaften Vergasergehäuse (inzwischen 3 Stück, die äußerlich noch sehr gut aussehen):
Im Inneren des Gehäuses muss sich ein Riss gebildet haben, der das Eindringen von zusätzlichem Kraftstoff in das
Leerlaufsystem ermöglicht
Anders kann ich mir nach den vielen Reparatur-, Tausch- und Einstellungsversuchen dieses Verhalten
nichr erklären
