Pleuelabriss-Lima fest

Motor-Vergaser-Antrieb
A2Koeln
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Re: Pleuelabriss-Lima fest

Beitrag von A2Koeln »

Hallo Heinkler, Hallo Stephan,
vielen Dank für Deine - Stephan - Hinweise. Die Lima hat bei der Aktion eine Vierteldrehung gemacht. Wärme habe ich auch schon erfolglos eingesetzt. Ich werde schauen, ob der Keil noch gängig ist. Der scheint zumindest mit seinem Oberteil noch in der Nut zu stecken. Wenn ich Deine Hinweise richtig deute, gibt es dann fast keine Chance, die Lima abzuziehen. Ich denke, es ist auch garnicht gut, zu viele Schläge auf den Zapfen auszuteilen. Wenn ich an die mürbe Motorinnenwand, in der das Kugellager sitzt, denke, wundert es mich, dass die nicht schon rausgebrochen ist.

Offenbar sind Pleuelabrisse durchaus nicht selten. Jetzt höre ich doch vom ein oder anderen, dass da so ein Abriss mal vorkam.
Hast Du denn einen Rat, das Problem noch zu lösen? Geht das Flexen oder sind die Materialien zu fest? Da die Lima im Konuslager sicherlich hin ist, will ich darauf keine Rücksicht mehr nehmen.

Wegen der Kurbelwelle magst Du Recht haben. Ich frage mich aber, ob das Pleuel vom Fachmann auch auf Materialermüdung hin geprüft wird, was im Zweifel nur mit Ultraschall oder Röntgen geht. Das Messen von Toleranzen halte ich in Hinblick auf die Beurteilung von Materialerhalt und Materialgüte nicht Ziel führend. Das m.E. größte Risiko der Materialermüdung wird damit nicht ausgeschlossen.
Kann bei Instandsetzung noch auf ein neues Pleuel zurück gegriffen werden??? Falls nicht, sind da auch nur gebrauchte Teile zu verwenden. Wenn die dann nicht akribisch untersucht wurden, bin ich nicht bereit, annähernd 400 EUR auszugeben für ein Teil, was vielleicht ebenfalls bald den Materialtod stirbt. Ein gewisses Risiko bei so alten Teilen gehe ich dann halt lieber ein.
Gruß
A2Köln
Heinkelgrüße von
A2Köln
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Stephan Tödt
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Re: Pleuelabriss-Lima fest

Beitrag von Stephan Tödt »

Hallo A2 Köln
Da ich bei meinen inzwischen gut 300tkm noch keinen solchen Schaden hatte bin ich bei Materialermüdung etwas skeptisch.
Da der Motor abrupt abgebremst hat und sich die Lima, wie Du sagst, um eine viertel Umdrehung auf der Kurbelwelle verdreht hat, muss das gebrochene Pleuel irgendwo hart eingeschlagen sein. Diese Stelle wird jetzt die blanke Stelle am Pleuel sein (Sind die Ränder abgerundet?), während die andere Hälfte scheinbar nicht aufgeschlagen und noch rau ist. Hier würde aber ein gutes scharfes Bild eventuell Aufschluss geben, so ist es nur eine Vermutung. Die Einschlagstelle müsste auch irgendwo zu finden sein. Daher bin ich skeptisch im punkto Materialermüdung.

Materialermüdung kann man natürlich nicht so einfach erkennen, dafür gibt es technische und chemische Hilfsmittel, die bei einer normalen Kurbelwellenüberholung aber nicht eingesetzt werden. Man kann allerdings ein neues Pleuel einbauen lassen, um diese Schwachstelle zu minimieren. Materialfehler sind hier natürlich immer noch möglich.

Das vermessen der Kurbelwellenteile reicht natürlich allein nicht aus, aber schon dabei dürften die meisten Kurbelwellen durchfallen.

Bei einer viertel Verdrehung und den bisherigen versuchen kannst Du weitere Versuche beide Teile zu trennen sicher einstellen.

Die Lima dürfte am Konus genau so aussehen wie die Kurbelwelle! Da ich so einen Schaden wie gesagt noch nicht hatte, hab ich mir auch noch keinen Kopf darüber gemacht wie man in so einem Fall noch etwas retten kann. Da wären die anderen Opfer gefragt, die das Problem schon hatten! Eventuell hast Du die Lichtmaschine auch schon durch die Schläge ruiniert, da das Kurbelwellenlager sicher nachgegeben hat und Du die Lima eventuell auf das Gehäuse oder die Kohlebürstenhalter geschlagen haben könntest, je nachdem wie stark sie aufgesetzt hat.
Mit der Flex dürftest Du sicher überall durch, aber nicht ran kommen. Ich vermute, mehr als für ein Schnittmodel dürften die Teile dann nicht mehr taugen.

Ich fürchte, hier kann ich Dir keinen brauchbaren Tipp geben. Wie gut, dass Du noch eine Ersatzmotor hast!

Gruß Stephan
Typenreferent für die Modelle 103A0 bis A2. Im Auftrag des Heinkel-Club Deutschland e.V.! ;-)
A2Koeln
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Re: Pleuelabriss-Lima nicht mehr fest!

Beitrag von A2Koeln »

Liebe Heinkler,
Lima ist ab!!!!
Ein guter Freund hat den von mir "vergewaltigten" Limaabzieher vom Club letztlich mit einem 24er! Gewinde mit einer 1er Steigung umgearbeitet. Nach mehrmaligem Spannen kurz vorm endgültigen Aufgeben löste sich die Lima ohne Knall. Kontinuierlich kam sie runter. Der Kurbelzapfen ist zerstört, ebenso das Gegenlager in der Lima.
Also der richtige Abzieher war die Lösung!
Gruß A2Köln
Heinkelgrüße von
A2Köln
HenningW
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Re: Pleuelabriss-Lima fest

Beitrag von HenningW »

Liebe Kollegen,

ich weiss, das Thema ist gelöst und nunmehr alt, aber ich habe es anders gelöst. Icih schreibe das, um eine alternative Lösung aufzuzeigen.
Ich hatte das selbe Thema vor ca. 25 Jahren, Abriss genau dort. Die Lima hat sich auch durch den Ruck weitergedreht und über das Gewinde noch weiter auf den Konus der Kurbelwelle gschoben.
Lösung: Da die Kurbelwelle eh hinüber war, das Gehäuse auch, aber das ist ncith relevant, gab es nur noch die Lima als wertvolles Teil, das zu retten war. Ich habe die Kurbelwelle senkrecht auf einer Ständerbohrmaschine eingespannt (mit Lima und Gehäuse) und den Kern des Konusses (in dem das M10-Geinde zur Fisierung der Lima uaf der Kurbelle ist) herausgebohrt. Den Durchmesser des Bohrers weiss ich natürlich ncht mehr, aber es stand zum Schluss nur noch der Konus. Ein Rundmaterial in das nunmehr gebohrte Loch und mit dem Abzieher ging der Rotor ganz leicht ab. Der Rotor und der Stator waren gerettet.

Gruß Henning
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