Re: Ein Neuer stellt sich vor...
Verfasst: 21.04.2013, 13:04
Hallo Achim,
als erstes: meine (dringende) Empfehlung ist, dass Du ab jetzt für neue Fragen und Berichte jeweils neue Themen in den passenden Unterforen anlegst. Langsam wird es nämlich unübersichtlich - und "Small-Talk" ist das (leider) schon lange nicht mehr.
Dann aber zu Deinen letzten Beiträgen:
Beim Grübeln über Deine äußeren Standrohre hat sich bei mir die Befürchtung verfestigt, dass Dein Tourist irgendwann in der Vergangenheit mal heftig eins "auf die Nase" bekommen hat. Der Zustand der Standrohre könnte auf einen schlecht reparierter Frontschaden (oder anderweitigen extrem harten Schlag auf die Vorderradgabel) hinweisen. Ich empfehle deshalb, dass Du die vordere Gabel noch einmal ganz genau ansiehst. Ist die Gabelbrücke frei von (Haar-)Rissen? Sind die inneren Standrohre gerade? Hat der Lenkkopf evtl. etwas abbekommen bzw. ist der Rahmen frei von Verzug? Nicht, dass Du hier eine Menge Arbeit und Geld investierst, nur um hinterher feststellen zu müssen, dass die gesamte Geometrie des Rahmens nicht mehr stimmt. Und: ist die Vorderradnabe unbeschädigt?
Derjenige, der den Roller vorher "gepflegt" hat, war ganz offensichtlich ein Verfechter der Instandhaltungsphilospophie "was funktioniert ist auch erlaubt".
Ich hoffe für Dich, dass Du bei Deinen weiteren Arbeiten nicht noch mehr solche "dicken Hunde" findest, wie den neu gesetzten Stehbolzen für den Auspuffträger. Ob Du den wieder in den Ursprungszustand zurück versetzt, ist von Deinem persönlichen technischen Anspruch abhängig. Sehr viel Kraft lastet darauf ja nicht - grundsätzlich könnte man das also auch belassen (bevor man noch etwas "verschlimmbessert"). Ich persönlich würde das zwar reparieren, aber ich bin diesbezüglich auch eher ein "Tüpferlscheisser".
Neue Scheiben und (selbstsichernde) Muttern sind natürlich Pflicht - das ist schließlich auch keine Frage des Perfektionismus, sondern schlichte Notwendigkeit...
Das obere Motorlager muss getauscht werden, aber das weißt Du ja selbst.
Und die beiden hintere Motorlager würde ich an Deiner Stelle bei dieser Gelegenheit auch gleich tauschen (viel besser können die auch nicht mehr sein, stelle ich mir vor).
Die Lenkkopflager verfügen über je 33 Kugeln (oben und unten). Zähle die nach dem Kugelregen gefundenen Kugeln mal ab - nicht um sie wieder zu verwenden, sondern um zu verhindern, dass noch einige davon unsichtbar auf dem Werkstattboden herum liegen. Nach Murphy's Gesetz rutschst Du darauf nämlich genau dann aus, wenn Du mal etwas Schweres, Zerbrechliches und Unwiederbringliches trägst.
Dann noch zum Ausbau der Lagerschale aus der Ringmutter:
Am einfachsten schneidest Du mit dem Dremel zwei oder drei kleine, leicht angeschrägte Kerben innen in den Laufring. Die Ringmutter danach umgedreht auf den entsprechend geöffneten Schraubstock legen (einspannen ist gar nicht nötig, es genügt, wenn die Ringmutter auf den Backen aufliegt und die Lagerschale selbst frei ist) und mit einem scharfen Meißel, der in die Kerben eingreift austreiben. Das folgende Bild stammt aus dem nahezu unerschöpflichen Bildarchiv von heinkel-bernd (und der Tipp zur Herangehensweise auch). Ich bin sicher, Bernd hat nichts dagegen, wenn ich das hier einstelle:
Beim Austreiben der Lagerschale unbedingt peinlich genau darauf achten, dass Du das Feingewinde der Ringmutter nicht mit dem Meißel verletzt. Dieses Gewinde ist recht empfindlich - ein falscher Schlag genügt, um das Gewinde zu ruinieren.
Die ausgebauten Laufringe solltest Du erst einmal noch nicht wegwerfen - man kann sie gut dazu verwenden, die neuen Laufringe wieder einzupressen/einzuschlagen. Vorher die Lagersitze gut reinigen und die Lagerschalen natürlich "trocken" verbauen (ohne Fett oder andere "Gleithilfen") - aber das weißt Du wahrscheinlich auch schon. Danach lassen sich aus den alten Lagerschalen formschöne Ohrringe für die werte Frau Gemahlin anfertigen.
Auch Dir noch einen schönen Sonntag,
viele Grüße,
Bernd
als erstes: meine (dringende) Empfehlung ist, dass Du ab jetzt für neue Fragen und Berichte jeweils neue Themen in den passenden Unterforen anlegst. Langsam wird es nämlich unübersichtlich - und "Small-Talk" ist das (leider) schon lange nicht mehr.
Dann aber zu Deinen letzten Beiträgen:
Beim Grübeln über Deine äußeren Standrohre hat sich bei mir die Befürchtung verfestigt, dass Dein Tourist irgendwann in der Vergangenheit mal heftig eins "auf die Nase" bekommen hat. Der Zustand der Standrohre könnte auf einen schlecht reparierter Frontschaden (oder anderweitigen extrem harten Schlag auf die Vorderradgabel) hinweisen. Ich empfehle deshalb, dass Du die vordere Gabel noch einmal ganz genau ansiehst. Ist die Gabelbrücke frei von (Haar-)Rissen? Sind die inneren Standrohre gerade? Hat der Lenkkopf evtl. etwas abbekommen bzw. ist der Rahmen frei von Verzug? Nicht, dass Du hier eine Menge Arbeit und Geld investierst, nur um hinterher feststellen zu müssen, dass die gesamte Geometrie des Rahmens nicht mehr stimmt. Und: ist die Vorderradnabe unbeschädigt?
Derjenige, der den Roller vorher "gepflegt" hat, war ganz offensichtlich ein Verfechter der Instandhaltungsphilospophie "was funktioniert ist auch erlaubt".
Das obere Motorlager muss getauscht werden, aber das weißt Du ja selbst.
Die Lenkkopflager verfügen über je 33 Kugeln (oben und unten). Zähle die nach dem Kugelregen gefundenen Kugeln mal ab - nicht um sie wieder zu verwenden, sondern um zu verhindern, dass noch einige davon unsichtbar auf dem Werkstattboden herum liegen. Nach Murphy's Gesetz rutschst Du darauf nämlich genau dann aus, wenn Du mal etwas Schweres, Zerbrechliches und Unwiederbringliches trägst.
Dann noch zum Ausbau der Lagerschale aus der Ringmutter:
Am einfachsten schneidest Du mit dem Dremel zwei oder drei kleine, leicht angeschrägte Kerben innen in den Laufring. Die Ringmutter danach umgedreht auf den entsprechend geöffneten Schraubstock legen (einspannen ist gar nicht nötig, es genügt, wenn die Ringmutter auf den Backen aufliegt und die Lagerschale selbst frei ist) und mit einem scharfen Meißel, der in die Kerben eingreift austreiben. Das folgende Bild stammt aus dem nahezu unerschöpflichen Bildarchiv von heinkel-bernd (und der Tipp zur Herangehensweise auch). Ich bin sicher, Bernd hat nichts dagegen, wenn ich das hier einstelle:
Beim Austreiben der Lagerschale unbedingt peinlich genau darauf achten, dass Du das Feingewinde der Ringmutter nicht mit dem Meißel verletzt. Dieses Gewinde ist recht empfindlich - ein falscher Schlag genügt, um das Gewinde zu ruinieren.
Die ausgebauten Laufringe solltest Du erst einmal noch nicht wegwerfen - man kann sie gut dazu verwenden, die neuen Laufringe wieder einzupressen/einzuschlagen. Vorher die Lagersitze gut reinigen und die Lagerschalen natürlich "trocken" verbauen (ohne Fett oder andere "Gleithilfen") - aber das weißt Du wahrscheinlich auch schon. Danach lassen sich aus den alten Lagerschalen formschöne Ohrringe für die werte Frau Gemahlin anfertigen.
Auch Dir noch einen schönen Sonntag,
viele Grüße,
Bernd