ich darf mich erst einmal vorstellen: Mein Name ist Bernd (schon wieder einer...) und ich bin dieses Jahr ein halbes Jahrhundert alt geworden. In meiner Jugend (ab 14 Jahren - zuerst schwarz, dann legal
Mit 23 Jahren hatte ich dann einen bösen Motorradunfall, der mich ein Bein gekostet hat und ich schwor mir, nie wieder auf einen Bock zu steigen. Aber wie das eben so ist mit den guten Vorsätzen: mit jedem Jahr das verging, wurde (vor allem immer im Frühjahr) der Drang größer, mir wieder ein Krad zuzulegen. Und jetzt zu meinem 50sten dachte ich mir "was soll's, man gönnt sich ja sonst nichts"
Seit einer Woche bin ich nun stolzer Besitzer eines 103-A1 (EZ 1959) und ich habe damit gleich ein paar Hundert Kilometer abgespult. Der Vorbesitzer war ein Club-Kamerad und gelernter KFZler, da ging ich davon aus, dass der Heinkel fahrbereit ist. War er auch. Bis heute, als ich den ersten Kundendienst gemacht habe. Und dabei sind mir gleich ein paar Sachen unangenehm aufgefallen.
1. Der OT ist nicht da, wo er laut Markierung sein soll, sondern um knapp 10 Grad versetzt (ausgemessen mit der bei Pteng beschriebenen Methode). Das ist insofern ungünstig, als sich die Unterbrecherkontakt-Trägerplatte nicht weit genug verschieben lässt, um die Zündung exakt einzustellen. Hat leichte Frühzündung, geht aber gerade noch so. Hat jemand eine Idee, was da zu machen ist?
2. Die Kupplung ist saumäßig schwergängig (ich habe schon Muskelkater in der linken Hand). Aber sie trennt sauber und rückt auch sauber wieder ein. Kein "Schlupf" - aber eben extrem streng. Was kann das sein (mir fallen eigentlich nur zu starke Kupplungsfedern ein, aber warum sollte jemand so etwas machen)?
3. Das schlimmste aber war, als ich die Zündkerze ausgebaut habe (sh. Betreff). Die ging gut raus - aber bei näherer Betrachtung musste ich feststellen, dass nicht die Kerze aus dem Kopf geschraubt wurde, sondern der Gewindeeinsatz selbst. Der sitzt jetzt schön fest auf der Kerze und im Zylinderkopf ist ein übergroßes Loch
4. Die Kerze selbst ist brutal verölt/verrust. Da tippe ich erst einmal auf eine falsche Vergasereinstellung. Dazu mache ich dann aber einen neuen Thread auf, weil mir die div. erhältlichen Anleitungen zur Vergasereinstellung leider nicht weiterhelfen - der verbaute Vergaser sieht deutlich anders aus, als ein Standard-Bing bzw. - Pallas.
Sonst wäre ich mit dem Heinkel ganz zufrieden. Er verliert minimal Öl an der Verbindung der Schwinge zum Motor, das ist aber gerade noch im erträglichen Bereich (über Nacht ein Tröpfchen Öl auf dem Garagenboden). Darum kümmere ich mich im Winter, zumal der Bock ansonsten trocken ist. Den (hoffentlich) "goldenen Oktober" über wollte ich aber gerne noch fahren - aber der herausgedrehte Gewindeeinsatz macht mir üble Sorgen.
Ich bin für jede Hilfe dankbar (und werde Euch in Zukunft bestimmt noch öfter mit technischen Fragen löchern).
Viele Grüße aus Südbayern (ich wohne zwischen dem Starnberger See und Garmisch-Partenkirchen),
Bernd