Zylinderkopfmuttern mit Bund und Kupferdichtscheibe?

Motor-Vergaser-Antrieb
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dynamo
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Zylinderkopfmuttern mit Bund und Kupferdichtscheibe?

Beitrag von dynamo »

12 Bundmutter m Hut rr.jpg
10 alte Kopfmutter rr.jpg
Hallo,
Ich habe Probleme die Kopfmuttern dauerhaft abzudichten. Auflageflächen der Muttern am Kopf sind plan. Muttern SW14 mit Loctite 222 am Gewinde aufgedreht, Weicheisenscheiben beidseitig mit Motorsilikon beschmiert, Hut mit Motorsilikon geformt. Das war nicht völlig dicht, bis ich die Kopfmuttern nachziehen mußte (wegen Setzung und mit Drehmomentschlüssel). Dazu mußte das Motorsilikon-Häubchen entfernt werden. Weil ich kein Motorsilikon hatte, verwendete ich fürs neue Häubchen Standard-Silikon. Das hielt 3 Jahre leidlich dicht. Siehe Bild, es sah eigentlich noch gut aus. Ich habe alle Beiträge im Forum zu dem Thema gelesen (glaube ich). Dann habe ich Bundmuttern genommen, Außen-Dm gleich der Weicheisenscheiben, und sie mit weich aufgelöteter Kupfer-Kappe zu Hutmuttern gemacht. Die Eisenscheiben weggelassen, um eine Dichtebene weniger zu haben. Wieder Loctite 222 ans Gewinde, und Motorsilikon an den Bund. Der Tipp zur Probefahrt ohne Luftleitbleche ist prima. Nur kann man in der Stadt nicht ohne Nummerschild fahren. Ich habe das Schild am Gepäckträger befestigt. Ergebnis war: Immernoch nicht dicht. Die Seite pteng.de sagt, daß Silikon für diesen Zweck ungeeignet ist und empfiehlt Loctite 510, das ich bestellt habe.
Leider habe ich jetzt weder Zeit noch Nerv zu weiteren Experimenten, die Karre muß zum TÜV. Aber was wäre denn von 1mm dicken weichgeglühten Kupfer-Unterlegscheiben zu halten? Und die Chemie-Panscherei, die auch noch teuer ist, ganz sparen.
Gruß, Heinz
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heinkel-bernd
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Re: Zylinderkopfmuttern mit Bund und Kupferdichtscheibe?

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Heinz,

ich montiere die Zylinderköpfe immer mit den Original-Scheiben und -Muttern in Anlehnung
an die Beilage zur Montageanleitung 103 A-1/A-2 (Club-Seite Download) ! :wink:
Bisher hatte ich noch nie Probleme mit Undichtheiten am Zylinderkopf ! :D

Kupferdichtscheiben anstelle der Weicheisenscheiben würde ich nicht verwenden, da weichgeglühtes
Kupfer ganz andere "Reibwerte" als Stahl besitzt. Da müsste das Anzugs-Dremoment neu berechnet werden ! :?

Ich weiß, daß Dir das jetzt vielleicht nicht weiter hilft, ich werde aber trotzdem meine Vorgehensweise zur
Zylinderkopf-Montage erklären:

Die Dichtflächen am Zylinderkopf werden bei Bedarf eben gefräst (Hast Du ja geprüft)
Planfräsen d.Dichtflächen.JPG
Die Zuganker werden auf festen Sitz geprüft und die Gewinde nachgeschnitten.
Die Gewinde der Zuganker und die Dichtflächen der Kopfmuttern werden mit Bremsenreiniger entfettet.
Nach Auflegen der Kopfdichtung und Aufetzen des Kopfes werden auf die Dichtflächen der Kopfmuttern
dünne Silikon-Schnüre gelegt ( Loctite 5920 bis 350°C)
Dichtmittel auftragen 1.JPG
Die Weicheisenscheiben werden mit leichter Drehung über die Enden der Zuganker gesteckt
(das verteilt die Dichtmasse gleichmässig )
und gleichfalls mit loctite 5920 versehen.
Dichtmittel auftragen 2.JPG
Fortsetzung nächster Beitrag
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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heinkel-bernd
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Re: Zylinderkopfmuttern mit Bund und Kupferdichtscheibe?

Beitrag von heinkel-bernd »

Fortsetzung des Beitrages:

Kurz vor Aufdrehen der Muttern (sind auch plangedreht) wird von oben so viel
Schraubensicherung (Loctite 222 oder 243) aufgetragen, bis sie ein paar Gewindegänge
nach unten läuft.
Schraubensicherung auftragen.JPG
Die Muttern werden gleichmäßig mit gesteigertem Drehmoment bis mind. 30 NM angezogen.
Ich gehe bei Kopfdichtungen aus Massiv-Kupfer immer auf mind. 35 NM.
Nach dem Anziehen der Muttern wird bei Bedarf von oben noch etwas Schraubensicherung auf den
Gewindespalt der Muttern gegeben, die dann zur 100 %igen Abdichtung in den Spalt sickert.
Kopfmuttern festziehen.JPG
Überschüssiges Dichtmaterial wird gleich vorsichtig abgewischt, um dem nachfolgenden Monteur
einen guten Eindruck zu hinterlassen ! :D
überschüss.Dichtmittel entf..JPG
Das Nachziehen des Zylinderkopfes erübrigt sich für mich, da ich i.d.R. die alte Fußdichtung in Verbindung
mit beidseitigem Silkon-Auftrag und eine Kopfdichtung aus Massiv-Kupfer verwende ! :wink:

Als ich anfangs noch die üblichen Zylinderkopfdichtungen verwendet habe, hatte ich beim Lösen und
erneutem Nachziehen der Muttern auf das erforderliche Drehmoment auch keinerlei Probleme mit
der Dichtheit meiner Motoren ! :P

Slikon Loctite 5920 ist bis +350°C temparaturbeständig,
Schraubenscherung Loctte 222 bis + 150°C und Loctite 243 bis+ 180°C
Nach längeren Fahrten und schonungsloser Belastung meines Motors erreichte er auf der Oberfläche
des Zylinderkopfes noch nie eine höhere Temberatur als 130°C !
(Gemessen mit Infrarot-Thermometer durch die Öl-Einfüllöffnung auf die Auslaßseite des Zylinderkopfes)

Ich verweise nochmals auf den Beitrag "Beilage zur Montageanleitung 103 A2/A1, Der Zylinderkopf"
von Horst Glaser im Download-Bereich der Club-Seite !

Viel Spaß und Erfolg beim HEINKEL-SCHRAUBEN !
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
dynamo
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Re: Zylinderkopfmuttern mit Bund und Kupferdichtscheibe?

Beitrag von dynamo »

Hallo Bernd,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Nun habe ich auch endlich die Information im Download gefunden. War mir nicht ganz fremd durch die Heinkel-Info. Die Kupferscheiben vergesse ich mal. Ob ich meine Bundmuttern mit Hut oder die klassische Lösung montiere, überlege ich noch. Auf die teure Loctite 510 Suppe warte ich noch. Nachdem das bei dir so gut dicht ist, stelle ich mir die Frage ob die Auflagen der Muttern bei mir noch so eben sind. Ich habe sie nie falsch behandelt, aber wer weiß? Kann man das prüfen ohne den Kopf abzunehmen? Das täte ich ungern.
Gruß, Heinz
shredder
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Re: Zylinderkopfmuttern mit Bund und Kupferdichtscheibe?

Beitrag von shredder »

Hallo, warum nimmt keiner Seallock-Muttern, Made in Bielefeld?

http://www2.boellhoff.com/web/centres.n ... D-0500.pdf
Gundolf 5530
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Re: Zylinderkopfmuttern mit Bund und Kupferdichtscheibe?

Beitrag von Gundolf 5530 »

Moin Moin

Weil wir alle den Bericht: Ölverlust beim 103 A1 oder A2

hier unter download zu finden, gelesen haben.

Gruß Gundolf
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heinkel-bernd
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Re: Zylinderkopfmuttern mit Bund und Kupferdichtscheibe?

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Heinz,

bei der klassischen Dichtmethode, die ich im vorigen Beitrag beschrieben habe, müssen die Dichtflächen
am Zylinderkopf nicht so exakt eben sein ! Das Dichtmittel wird, wenn es ganz nah am Gewinde aufgetragen
wird, durch die Scheiben und Muttern in den Spalt zwischen Zuganker und Bohrung gedrückt und dichtet
hier schon mal ab ! :wink:
Da ich das Werkzeug zum Planfräsen schon mal habe, verwende ich es bei schon "vermurksten" Dichtflächen ! :shock:

Servus shredder,

Danke für den Tip ! Ich bleibe aber, nicht nur aus folgenden Gründen, bei der klassischen Methode ! :idea:
Habe mir diese SEAL LOCK - Muttern gerade angesehen:
Temparatureständigkeit der Dichtung bis 110°C sehr grenzwertig !
Empfohlenes Anzugs-Drehmoment 21,6 bis 24,6 Nm nicht ausreichend !
Wer dieses Risiko eingehen will, den will ich nicht überreden ! :mrgreen:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
dynamo
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Re: Zylinderkopfmuttern mit Bund und Kupferdichtscheibe?

Beitrag von dynamo »

Hallo Bernd,

ich habe die Bundmuttern mit Hut mit Loctite 510 gedichtet. Jawohl Dichtung oder Wahrheit...das ist hier keine Frage. Es ist noch immer undicht. Der völlig korrekte Weg nach dem peinlich genauen Entfetten hätte wohl so ausgesehen: Loctite 222 auf das Gewinde des Zugankers, Motorsilikon (Reinz) in den eh schon verfüllten Spalt zwischen Zuganker und Bohrung im Kopf, Loctite 510 auf die Dichtfläche der Bundmutter. Das war mir zu kleinteilig, und die Suppen hätten sich unkontrolliert vermengt. Deshalb habe ich alles mit Loctite 510 geflutet. Danach noch eine Raupe mit Motorsilikon um den Bund der Muttern herum. Übrigens habe ich die Hutmuttern auf Dichtheit geprüft. Tja, und nach 300m Fahrt kommt an beiden Zugankern auf der Einlaßseite Öl durch. Das sieht mir danach aus, als wenn das Öl woanders herkommt.
Ich habe erst einmal aufgegeben und bin zum TÜV gefahren. Alles OK
Gruß, Heinz
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