Kabinenmotor im A2?

Motor-Vergaser-Antrieb
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heinkel-bernd
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Re: Kabinenmotor im A2?

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Wolfgang,

"So isser brav"! :D
Die 200er Motoren sollte man wirklich für die Kabinen-Fahrer aufsparen, denn die haben mit der
Ersatzteilbeschaffung etwas mehr Probleme als wir Terroristen ! :lol:
Es wurden schon Kabinen-Motoren geopfert, nur um an das Rückwärtsgang-Getriebe zu kommen, die
sich Gespannfahrer unbedingt einbauen mussten :cry:

Für meinen 103A-0 habe ich vor längerer Zeit einen A-0-Motor und einen A-2-Motor optimiert und
habe alle Originalteile wieder verwendet !
Die Motoren haben eine Kompression von locker 10bar (Soll 9bar) und bringen den Roller, natürlich
ohne Gegenwind, auf der Ebene leicht auf 100 km/h ! :P

Voraussetzung ist natürlich ein guter Zylinder mit passendem Kolben und guten Kolbenringen !
(Sicherheitshalber Neuanschaffung, bzw. ausgeschliffener Zylinder)
Zu Leistungsoptimierung habe ich folgendes gemacht:
- Erhöhung der Verdichtung durch großzügiges Planfräsen der Dichtflächen von Zylinder und -Kopf
und Verwendung einer "weichgeglühten" Zylinderkopf-Dichtung aus Kupfer 0,4mm dick.
Kupferdichtung leitet die Wärme vom Kopf optimal an den Zylinder weiter !<br />Zündkerzengewinde verstärkt: HELICOIL mit Schraubensicherung eingesetzt
Kupferdichtung leitet die Wärme vom Kopf optimal an den Zylinder weiter !
Zündkerzengewinde verstärkt: HELICOIL mit Schraubensicherung eingesetzt
- Bei Verwendung des alten Zylinders mit Kolben baue ich die alte Fußdichtung (alte Enbaulage beachten)
mit beidseitiger Dichtmasse wieder ein. Diese und die Kopfdichtung aus Kupfer können sich nicht mehr
"setzen", dadurch erspare ich mir das Nachziehen des Zylinderkopfes nach dem Einfahren !
- die Ventilführungen werden ausgebaut und an den Enden auf eine strömungsgünstige Form geschliffen
(an der Stirnkante noch etwas Fläche lassen, zum Aufsetzen des Ventilsitz-Fräsers !)
Links bearbeitet,   Rechts original
Links bearbeitet, Rechts original
- Vor dem Einpressen der Führungen werden die Ein- und Auslasskanäle ganz fein ausgeschliffen, bzw poliert.
- Der Ansaugkrümmer wurde etwas ausgeschliffen und geglättet
- Der Ventildekel bekam einen größeren Anschluß zur Entlüftung
Der Schlauch führt, im Gegensatz zur herkömmlichen Ausführung,<br />zum Motorluft-Adapter (Zwischenstück)
Der Schlauch führt, im Gegensatz zur herkömmlichen Ausführung,
zum Motorluft-Adapter (Zwischenstück)
- Der Fliehkraftreger wurde auf Funktion geprüft und mit einer kontaktlosen Zündung eingebaut
- Der 20er BIG-Vergaser wurde überholt und bei Betrieb optimal eingestellt
- Die Nockenwelle wurde belassen, könnte aber durch die Neue vom Club ersetzt werden, was aber
nur mit einem größeren Vergaser und dementspr. Ansaugkrümmer sinnvol ist !

Wie oben erwähnt, bin ich mit der Leistung meiner 175er Motoren zufrieden. Mein Tourist hält mit
dem Roller eines Freundes mit, der einen 200er Umbausatz von Glaser eingebaut hat ! :D
Zuletzt geändert von heinkel-bernd am 26.02.2012, 00:19, insgesamt 2-mal geändert.
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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bims
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Re: Kabinenmotor im A2?

Beitrag von bims »

Servus Manfred
manfred030 hat geschrieben:mich interessiert, wie Du Zylinder und Kopf gasdicht bekommen hast? Denn bei einer Zylinderbohrung von 64mm bleibt zwischen Zylinder und Stößelkanal ja ein Steg von ca. 1 mm Auflagefür die Dichtung stehen. Oder hast Du die Glaser Methode angewendet?
Das konnte ich nicht glauben und habe gleich mal nachgemessen ! :shock:
(Natürlich mit Meßschieber)
Zylinder Steg zum Stösselkanal kompr..JPG
Bohrung ist 63,5mm, Stegdicke zum Stösselkanal ist 4,0mm !
Da hätte man noch jede Menge Fleisch und mit einer Kupferdichtung die nötige Sicherheit. :wink:
Vielleicht hat jemand schon an Deinem Stösselkanal rumgefeilt :oops:
Viele Grüße aus dem schönen Oberfranken B I M S
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Werner
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Re: Kabinenmotor im A2?

Beitrag von Werner »

Hallo
ich habe die Glaser Methode angewandt aber nicht den Glaser Preis gezahlt. Ich kenne einen fähigen Niederländer dem habe ich einmal einen Glaser Zylinder mitgebracht der die Einfahrphase nicht überlebt hatte. Der Satz gehörte einem Freund aus Bayern den ich vom Jahrestreffen her kenne und er hatte mich gebeten meinen Niederländischen Kollegen mal zu fragen ob der Zylinder noch zu retten sei. Er hat ihn dann repariert und dann hat er mir auch so einen Satz gemacht.
Man kann aber nicht einfach den Kolben (GPM aus Italien) und den Zylinder einbauen und losfahren. Es sind einige Dinge zu beachten: Zur besseren Kühlung habe ich ein Lüfterrad mit 30 Flügeln verbaut und am inneren Luftleitblech auf der Auspuffseite die Austrittsöffnung vergrössert.
Einen größeren Ansaugstutzen aus VA habe ich mir selbst gebaut, er hat ca. 24mm innen. Der Vergaser ist der neue 22er vom Club mit 115er Hauptdüse und Nadelstellung 3. Am Kopf und am Auspuff wurde nichts geändert. Der Kolben ist fast genau so schwer wie der 60er Originalkolben und es treten keine stärkeren Vibrationen auf. Außerdem fahre ich auch nur noch Superkraftstoff ( auch schon als es noch Normal gab). Zur Leistung kann ich sagen dass der Roller nicht wesentlich schneller in der Endgeschwindigkeit ist aber er beschleunigt spürbar besser und ist stärker am Berg. Mein Freund hat einen wirklich schnellen A1 mit 60,5er Kolben der ist nicht viel langsamer auf gerader Strecke aber am Berg hänge ich ihn locker ab.
Ich weiß natürlich das diese Umbauten nicht unbedingt dazu taugen die Lebensdauer des Motors zu verlängern aber so macht der Roller einfach viel mehr spaß und ich fahre nicht allzu viele Km im Jahr da ich noch drei andere Roller bewegen muß.
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mk-32.de
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Re: Kabinenmotor im A2?

Beitrag von mk-32.de »

Hallo
Ich baue auch gerade einen 200ccm A0 Motor mit GPM Kolben. Zum Gewicht des Kolbens muss ich sagen daß es für mich doch zu viel unterschied war , der originale 60mm Kolben wiegt 222gr. Der GPM 256gr.. Deshalb hab ich mir mal die Mühe gemacht ein paar Kurbelwellen auszuwiegen.Die originale A0 Welle mit 60er Kolben hat ein Wuchtverhältnis von 40,32% eine A1/60mm hat 44,79% das ist laut Apfelbeck sogar im Original zu wenig :!: ( sollte eigentlich zwischen 50-75% sein) mit dem GPM Kolben käme man dann nur auf 36,8% was mir zu wenig erscheint, ich habe mich deshalb entschieden die Kurbelwelle neu zu wuchten, eine gut verständliche Anleitung gibt`s hier: http://www.autoschrauber.de/content/000 ... uchten.php
Für einen stehenden Einzylinder ware 60% OK ,da Heinkel ab Werk unter 50% blieb, habe ich 55% angestrebt
Die Welle sieht jetzt so aus:
kurbelwelle.jpg
kurbelwelle.jpg (22.39 KiB) 4303 mal betrachtet
Ich habe 105gr ausgleichen müssen dazu habe ich auf jeder Wange Hubzupfenseitig 2 Löcher mit Ø13mm /13mm Tief und 2 Löcher mit Ø 5mm/15mm Tief gebohrt.
wage.jpg
wage.jpg (22.32 KiB) 4303 mal betrachtet
Die Originale Auswuchtbohrung auf der Gegenseite habe ich mit Karosseriezinn aufgefüllt, dazu habe ich die Bohrung mit einem Dremel Hohlgeschliffen (so wie der Zahnarzt eine Plombe bohrt damit sie nicht rausfallen kann) mit Vorverzinnpaste verzinnt und dann aufgefüllt.
Ich habe jetzt ein Wuchtverhältniss von 56,88%
Eine gute Exeltabelle zur einfachen berechnung gibt`s hier:
http://emw-r35.de/Wuchtverhaeltnis.xls
so jetzt habt ihr wieder was zum tüfteln :D
gruss:klaus
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