Probleme mit der Temperatur

Motor-Vergaser-Antrieb
Antworten
Hermann Götz

Probleme mit der Temperatur

Beitrag von Hermann Götz »

Hallo,
mein Vater hat in seinen Roller Tourist Bj.1960 einen 175ccm³ Motor eingebaut und seit dem Probleme mit der Temperatur. Der Roller wird so heiß das sich das Bezin verflüchtigt und der Roller nicht mehr läuft. Dies passiert bereits schon nach ca. 20 km.
Hat man davon schon gehört??
Hat jemand die gleichen Probleme??
Was kann er dagegen tun?????
Danke
Rüdiger
Heinkelholgi-alt

Beitrag von Heinkelholgi-alt »

Hallo Rüdiger,
hatte der Roller deines Vaters denn vorher einen anderen Motor? Wohl kaum, der 103 A-1 und A-2 hatten immer einen 175 cm³-Motor.
Aber nun zum Problem: Eine Motorüberhitzung kann hauptsächlich zwei Ursachen haben: 1.) Zu mageres Gemisch, insbesondere durch eine zu kleine Hauptdüse im Vergaser oder durch zu niedrigen Kraftstoffpegel im Schwimmergehäuse.
2.) Falscher Zündzeitpunkt, der erheblich in Richtung früh verstellt sein muss.
Es kommen theoretisch natürlich auch so profane Sachen wie mangelnde Kühlung durch verstopfte Kühlrippen am Zylinder und Zylinderkopf oder fehlende Luftleitbleche in Frage. Aber ich denke, bei einem neu eingebauten Motor kann man sowas wohl ausschließen .
Also: Vergaser überprüfen und Zündzeitpunkt checken!

Gruß Holgi
Stefan Welscher

Beitrag von Stefan Welscher »

Hallo,
ich habe einen Heinkelroller Bj. 58, 103A1 und habe ein ähnliches Problem. Der Roller springt super an wenn er kalt ist, wenn man jedoch 3 km oder mehr gefahren ist und den Motor abstellt und wieder anlassen möchte, kommt es zu Fehlzündungen und man muss warten bis er sich abgekühlt hat. Fahrzeug hab ich erst vor 3 Jahren neu aufgebaut. Vielleicht kann mir jemand sagen was ich machen kann. Danke
Helmut Schwabe #5318

Beitrag von Helmut Schwabe #5318 »

Das Wärmeproblem habe ich mit allen 4 Rollern gehabt,auch mit einen 103 A1 den ich seit 1959 fahre. Das Problem hat es mit verbleitem Benzin nicht gegeben.(Auch nach einer Nonstopfahrt nach Tarragona nicht.)Bleifreie Zylinderköpfe bringen
auch bei diesem Problem keine Lösung.Nach mehrmaligem Tanken mit Bleizusatz kann man das in den Griff bekommen.Nach Aussage eines "Motorpapstes"sind diese alten Motore nicht ohne Bleizusatz zu fahren.
A. Fingerle

Beitrag von A. Fingerle »

Hallo,
Das Wärmeproblem scheint mir weniger vom verbleiten
oder unverbleiten Benzin zu kommen, sondern von der
Wärmeisolation zwischen Ansaugkrümmer und Vergaser.
Seitdem mein A1 einen Pallasvergaser mit Pertinaxbuchse, und mein A2 eine Isolierung aus Pertinax dazwischen hat, sind die Probleme weg.
Vielleicht liegt es manchmal auch am Fahrstil.
Bei meinen A0 ohne irgend was ist es so!!
(alle mit bleifrei Zylinderkopf)

Gruß Andi
Erich-alt

Beitrag von Erich-alt »

Hitze hin, Hitze her. In Deutschland ist es ja gar nicht so warm dass es der Heinkel überhaupt merkt.
Einer meiner Roller läuft in den Tropen, das ist auch teilweise auf http://www.visayas.eu.com beschrieben.
Auch dort gibt es nur unlated, also bleifrei.
Ich habe den Roller über die Straßen gejagt und habe ihn in der City im Stau gefahren. Er hat mich bisher noch nie wissen lassen dass es heiß wäre. Dort aber, ist es HEISS

Worin besteht denn der Unterschied zwischen einem bleifreien Zylinderkopf und einem nicht für bleifrei geeignetem Kopf.
Die Ventilsitze sind meines Wissens härter. Mag sein dass es sogar andere Ventile sind.
Aber beides macht an der Verbrennung nichts aus. Dem Benzingas ist es doch egal welche Härte der Sitz besitzt.
Mag sein, dass sich bleifreier Sprit anders verhält, nur ich habe an allen Rollern noch nie einen Unterschied bemerkt. Ob umgebauter Kopf oder Original.
Sicherlich werden die umgearbeiteten Zylinderköpfe eine längere Lebensdauer besitzen als welche mit altem Ventilsitz. Wenn man das Geld für eine Überholung ausgibt, so lässt man auch die Sitze erneuern, denn das Blei für das Auslassventil, das geschmiert werden will, fehlt ja.

Dass der Vergaser am Heinkel nach einiger Standzeit vom heißen Motor aufgewärmt wird und der Sprit anfängt zu kochen ist ein anderes Problem. Hier kann vielleicht das bleifreie Benzin eine geringere Siedetemperatur besitzen als der alte Sprit. Da könnte man sagen, das war früher nicht so. Alles andere sind Empfindungen.
Kein Auto wurde wegen dem bleifreien Benzin aus dem Verkehr gezogen.
Dass bleifreies Benzin heißer verbrennt, würde fast bedeuten, dass es eine höhere Energie enthält.
Sollte das zutreffen, so wäre entweder der Roller schneller, oder die Energiezufuhr könnte geringer sein.
Beides habe ich auch wider nicht bemerken können.
Jeder Zweitakter hätte dann das selbe Problem mit dem heiseren verbrennen. Aber bisher habe ich noch nie ein Problem gehört, das Zweitaktmotoren betrifft.
Also kann da irgendwas nicht stimmen.

Sollte jemand jedoch Untersuchungen besitzen die solches mit Daten beweisen, wäre es nett wenn diese DATEN mal veröffentlicht würden.

Erich
Michael Koch

Beitrag von Michael Koch »

Habe auch das Problem mit kochendem Sprit (im Tank) gehabt und dies zu Zeiten mit Bleizusatz im Benzin ! Nach längerer Bergfahrt ging der Motor nach einigen Fehlzündungen aus und ich musste warten,bis er wieder abkühlte ! Nach Umbau des Kopfes auf bleifrei über den Club war eine leichte Verbesserung zu verzeichnen (was auch wiederlegt,dass bleifrei Sprit heisser werden soll) ! Nach akurater Zündeinstellung und neuem Unterbrecher mitsamt Kondensator und Zündspule wurde das Ganze nochmals verbessert ! Nun wurde der Sprit zwar immer noch sehr heiss,jedoch waren keine Motorausfälle wegen Überhitzung mehr zu verzeichnen ! Nach langen Versuchen kam ich dahinter,daß die Tankdeckelentlüftungen,je nach Herstellung und Alter,zum Teil sehr träge reagieren (mehr Druck im Benzin-und Tanksystem als durch die Erwärmung abgebaut werden kann) und somit hauptverantwortlich für Blasenbildung und Benzindampfgegendruck (Fehlzündungen) sind ! Die Abhilfe war ein 6 mm Loch exact in der Mitte des Tankdeckels,wodurch der Druck einwandfrei korrigiert wird ! Selbst beim längeren Scheuchen ist dieses Problem auf nimmer wiedersehen verschwunden ! Gutes gelingen + Grüße
Heinkelholgi-alt

Beitrag von Heinkelholgi-alt »

Hallo allerseits,
bezüglich des Problems mit der Dampfblasenbildung und damit verbundenen (Warm-)Startschwierigkeiten habe ich mal etwas recherchiert. Dabei kam heraus, dass die Aussage, früher habe es sowas nicht gegeben, womöglich doch glaubhaft ist. Tatsache ist nämlich, das den bleifreien Kraftstoffen erheblich mehr Alkohol zugesetzt wird, als früher. Dadurch sinkt die Siedetemperatur des Benzins erheblich, was zu den beobachteten Folgen führt.
Auch hier gilt wieder einmal: "Früher war eben doch alles besser!"
Fazit: die Pertinaxbuchsen, die zu Zeiten des Bleisprits niemand brauchte, haben nun durchaus einen Sinn. Ich wiederhole aber nochmals, wie schon an anderer Stelle geschrieben, dass der neue Bing-Vergaser keine derartige Buchse benötigt. Mehr als drei Umdrehungen hat mein A-1 auch bei heißem Wetter noch nie gebraucht, um wieder anzuspringen!

Gruß Holgi
Antworten