Anlasser-Kohlen wechseln

Motor-Vergaser-Antrieb
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Angelhardy
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Anlasser-Kohlen wechseln

Beitrag von Angelhardy »

Hallo liebe Heinkel Gemeinde,

heute habe ich mich endlich aufgerafft und mich im Forum angemeldet. Das hat alles auch super geklappt.

Nun zu meinen Fragen:
Ich habe mir letztes Jahr einen 103A2 Baujahr 63 gekauft. In der Zwischenzeit habe ich die Kiste optisch wieder ganz gut in Schuß bekommen. Nun möchte ich mich noch etwas mehr an der Technk versuchen. Da die knapp 50.000 km in den letzten Jahrzehnten bestimmt nicht spurlos an den Anlasserkohlen vorbeigegangen sind, denke ich das es Zeit ist diese zu tauschen. Nun meine Frage: Muß der Motor zum Kohlenwechsel ausgebaut werden oder kann man sich darum herum mogeln. Oder sollte ich mir auf der anderen Seite gar keine Sorgen machen und einfach so lange fahren wie es die Kohlen mitmachen?

Ein weiteres Problem ist das Startverhalten des Rollers wenn er ein paar Tage gestanden hat. Nach dem Öffnen des Benzinhahns und 2maliger Betätigung des Gasgriffs drücke ich den Anlasser. Der zieht dann eigentlich auch ganz gut durch, aber man muß sehr lange orgen bis der Motor endlich erwacht. Läuft er dann, nimmt er zuerst kein Gas an. Erst nach ca. 1min kann die Drehzahl erhöht werden. Ab dann läuft er eigentlich ganz gut. Auch die nächsten Starts mit warmem Motor sind ok. Nach einigen Tagen Standzeit ist dann aber das Problem wieder da. Bekommt der Roller am Anfang zu wenig Sprit?

Ich würde mich freuen von Euch ein paar Tips zu bekommen.

Vielen Dank im voraus.

Angelhardy
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Stephan Tödt
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Re: Anlasser-Kohlen wechseln

Beitrag von Stephan Tödt »

Hallo Angelhardy,
zum ersten, der Motor muss raus, ohne geht es nicht. Außerdem brauchst Du noch einen Abzieher, ein Vorrichtung zum gegenhalten und ein Multimeter, ob der Einbau der Kohlen richtig geklappt hat.

Zu Deinen Starproblemen. Kontrolliere mal den Zustand und den Abstand der Kontakte, dann reinige vielleicht mal den Vergaser. Mir scheint so, als wenn die Wartungsarbeiten etwas auf der Strecke geblieben sind. Ein Heinkel springt eigentlich immer sehr gut an, egal wie lange er gestanden hat.

Gruß Stephan
Typenreferent für die Modelle 103A0 bis A2. Im Auftrag des Heinkel-Club Deutschland e.V.! ;-)
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Angelhardy
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Re: Anlasser-Kohlen wechseln

Beitrag von Angelhardy »

Hallo Stephan,

zuerst vielen Dank für Deine schnelle Antwort.

Betreffend die Kohlen werde ich dann doch noch etwas warten. Das ich das Zusatzwerkzeug wie Abzieher und Ähnliches brauche war mir schon bekannt. Aber das muß ich mir natürlich auch erst noch besorgen. Ich denke ich werde dieses Thema mit einer General- Sanierung des Rahmens verbinden. Doch jetzt kommt erstmal der Sommer und ich möchte fahren :) .

Zum Startproblem:
Den Vergaser hatte ich schon auseinander. Ich habe alles richtig sauber gemacht obwohl eigentlich nicht viel Verunreinigung drin war. Nur die Beschleunigerpumpe konnte ich nicht demontieren. Ich glaube hier hat sich schon einer der Vorbesitzer versucht und die Verschraubung sieht etwas demoliert aus. Könnte das die Ursache sein?

Wenn ich Dich richtig verstehe, tippst Du auf die Vergaserseite. Könnte es auch die Zündungsseiteseite (Zündspule, Zündkabel, Kerzenstecker)sein?

Grüße
Angelhardy
Wolfgang
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Re: Anlasser-Kohlen wechseln

Beitrag von Wolfgang »

Mh,, mir kommt es eher so vor, als das dein Motor durch dass 2-malige pumpen abgesoffen ist. Sieht mir auch nach Vergaser aus.

Probier doch mal einfach ohne zu pumpen zu starten.


Wolfgang
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Stephan Tödt
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Re: Anlasser-Kohlen wechseln

Beitrag von Stephan Tödt »

Hallo Angelhardy,
die Beschleunigerpumpe könnte sehr gut der Grund sein.

Bei der Zündung könnten es nur die Kontakte sein, die Zündspule macht mehr Probleme wenn sie beim Gebrauch heiß wird.

Mit den Kohlen würde ich bei der Laufleistung nicht lange warten. Wenn sie runter sind, dann ruinierst Du Dir den Kollektor und damit die Lichtmaschine. Wenn die im Eimer ist, dann wird es sehr teuer und Du wirst unter Umständen sehr lange nicht mehr fahren, da die schwer zu kriegen sind und wenn sehr teuer.

Beim Anlassen pumpt man nicht erst. Man lässt ihn nur drehen und gibt dann (gleichzeitig) etwas Gas. Dass sollte es dann gewesen sein.

Gruß Stephan
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basteludo
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Re: Anlasser-Kohlen wechseln

Beitrag von basteludo »

Wenn Du den Bezinhahn zudrehst,ist er dann wirklich dicht oder läuft Benzin nach?Dann hast Du auch ein Startproblem.Helmut
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Bernd Hünten
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Re: Anlasser-Kohlen wechseln

Beitrag von Bernd Hünten »

Lieber Stephan,
ich zitiere aus meinem Heinkel Handbuch Seite 26:
Bei kaltem Motor:
"Gasdrehgriff zwei- bis dreimal kurz aufdrehen und schließen. Zündschlüssel ....."
Bei warmen Motor:
"Zündschlüssel über die Einrastung drücken, dabei den Gasdrehgriff etwas öffnen bis der Motor anspringt."

Bei kaltem Motor ersetzt das Aufdrehen (einspritzen durch die Beschleunigerpumpe) das Betätigen eines sonst für den Kaltstart vorhandenen Choke.
Mit Heinkelgrüßen
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m). Inzwischen über 150 000 Heinkelkilometer.
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Stephan Tödt
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Re: Anlasser-Kohlen wechseln

Beitrag von Stephan Tödt »

Moin Bernd,
ich bin da eher Praktiker.
Handbücher und Bedienungsanweisungen sind eher was zum Sammeln und nachschlagen wenn irgend etwas wirklich nicht funktionieren will.
Es geht auch nicht darum wie ich einen Heinkel zu starten habe, sondern warum der Heinkel von Angelhardy nicht anspringen will. Und ob ich erst zwei mal pumpe, oder beim starten kurz zwei mal pumpe, oder gleichzeitig beim starten Gas gebe, ist doch wirklich nicht von Wichtigkeit. Hauptsache der Heinkel springt an und Angelhardy hat da definitiv ein Problem, welches nicht auf die „Starweise“ zurückzuführen ist.
Außerdem ist ein Choke nicht nur zum starten da. Drück mal bei einem „Choke-Fahrzeug“ sofort nach dem starten den Choke wieder rein, dann geht die Kiste mit ziemlicher sicherheit aus. Zumindest aber nimmt er das Gas nicht sauber an und läuft alles andere als sauber.
Ich kenne niemanden, der seinen Heinkel nach Handbuch startet, wir sind doch nicht bei „Microsoft“, dann wäre der Heinkel auch nie ein Oldtimer geworden.
Wenn ich mir ein Auto kaufe, dann guck ich auch nicht erst ins Handbuch ob ich vielleicht erst vorm starten das Fenster runterfahren oder den Luftdruck prüfen muß, sondern drehe den Schlüssel rum, (solange einer da ist) und dann hat er anzuspringen. Wenn er es dann nicht tut, dann mach ich mir erst Gedanken und schaue „vielleicht“ mal ins Handbuch.

Gruß Stephan
Typenreferent für die Modelle 103A0 bis A2. Im Auftrag des Heinkel-Club Deutschland e.V.! ;-)
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Angelhardy
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Re: Anlasser-Kohlen wechseln

Beitrag von Angelhardy »

Hallo zusammen,

vielen Dank für die vielen Beiträge. Ich denke wir sollten uns nicht in einen Glaubenskrieg zum Thema "Anlassen des Motors" verzetteln.
Ich habe auch schon alle möglichen Techniken durchprobiert (Anlassen ohne Pumpen vorher, Anlassen mit Pumpen, Anlassen mit Gas zu, Anlassen mit Gas auf, etc.). Wenn man ein Startproblem hat, probiert man zwangsweise alle Varianten durch.
Fakt ist: Er springt (gegen jegliche Heinkel Logik) schlecht an.

Ich persönlich glaube zwischenzeitlich auch, dass es sich um ein Benzinzufuhr Problem handelt. Der Benzinhahn schließt 100%ig. Es kann also nicht sein, dass der Vergaser geflutet ist.

Grüße und noch schönen Sonntag.

Angelhardy
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Bernd Hünten
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Re: Anlasser-Kohlen wechseln

Beitrag von Bernd Hünten »

Hallo Angelhardy,
Mir fallen zu deinem Problem folgende Möglichkeiten ein:
Wenn die Zündung in Ordnung ist:
- Ich hatte einen Plastikbenzinschlauch eingebaut, bei dem sich immer Luftblasen bildeten, die bei hoher Geschwindigkeit zum Leistungsabfall führten, bzw bei Starten ein Fluten des Schwimmers verzögerten und ich deswegen länger orgeln musste.
- das Schwimmergehäuse hat oben eine Luftbohrung, die leicht verdreckt und das Fluten des Schwimmergehäuses verhindert, ist sie frei?
- bei alten Vergasern kann das Plättchen in der Beschleunigerpumpe verkleben, zerlege die Pumpe und kontrolliere dort bitte. Ist die Feder darin noch gangbar?
Mit freundlichen Grüßen
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m). Inzwischen über 150 000 Heinkelkilometer.
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