Kurbelwelle klemmt beim Zusammenbau der Motorhälften

Motor-Vergaser-Antrieb
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GerhardM
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Kurbelwelle klemmt beim Zusammenbau der Motorhälften

Beitrag von GerhardM »

103A2: Im Rahmen einer Motorüberholung habe ich auch eine überholte Kurbelwelle eingebaut und alle Lager erneuert.
Beim Einbau der Kurbelwelle in die rechte Motorhälfte bin ich nach der Reparaturanleitung vorgegangen.
Das heißt, Gehäusehälfte erhitzt und die Kurbelwelle mit aufgepresstem Lager eingesetzt. Dabei auch einen Blechstreifen (vielleicht etwas dünner als 0,3 mm) entsprechend der Reparaturanleitung gelegt.
Die Kurbelwelle ließ sich in diesem Einbauzustand drehen, hatte aber an einer Stelle beim Drehen leichten Kontakt zum Motorgehäuse. Ich dachte, das wird sich dann schon beim Zusammenbau richtig distanzieren.
Nach dem Aufsetzen der linken Kubelgehäusehälfte war dann die Kurbelwelle fest und ließ sich nicht mehr drehen.
Solange die beiden Gehäusehälten noch ca. 1cm auseinander waren (also solange ich keinen großen Druck ausübte), ließ sich sich noch drehen. Nachdem ich aber mit dem Gummihammer die beiden Hälften näher zusammen brachte und die Muttern zur Verschraubung der beiden Motorhälften anzog (Punkt 16 der Reparaturanleitung auf Seite 36), war die Kurbelwelle fest.
Vermutlich habe ich die Kurbelwelle (KW) damit an die rechte Gehäusewand gedrückt und damit unbeweglich gemacht.
Ich hatte schon früher eine Kurbelwelle an einem anderen Motor eingebaut und diese Probleme nicht gehabt.
Bevor ich nun weiter mache, bitte ich um Rat, wie ich weiter vorgehen soll.
Reicht es evt., wenn ich beim Zusammenbau ein dünnes Blech zwischen rechter Wange der KW lege und erst nach dem Zusammenbau entferne?
Danke schon mal für Eure Hilfe
VG
Gerhard
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heinkel-bernd
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Re: Kurbelwelle klemmt beim Zusammenbau der Motorhälften

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Gerhard,

ich mache das immer folgendermaßen:
Nachdem ich die Kurbelwelle in die rechte angewärmte Gehäusehälfte bis zum Blechstreifen eingesetzt habe,
kippe ich ab und zu während des Abkühlens die Kurbewelle nach allen Seiten, damit sich das Lager beim
Einschrumpfen in seinem Sitz richtig anpassen kann !Der Blechstreifen bleibt noch dazwischen !
Der Zweck für dieses Kippen ist, dass ja die K.W. einseitig auf dem Blechstreifen aufsitzt und das Gewicht der K.W.
diese mit dem Lager verkantet !

Ich hatte aber auch schon oft den Fall, dass die K.W. trotzdem nach dem Zusammenfügen der Gehäusehälften am
Kurbelgehäuse anstreift.
Das behebe ich bei zusammengefügtem Gehäuse, indem ich den Gehäusebereich in der Nähe des rechten
K.W.-Lager nochmals gut anwärme und die Kurbelwelle am Zapfen durch leichte Schläge mit dem Kunststoffhammer
wieder vorsichtig etwas zurück klopfe, bis sich diese frei drehen lässt ! :wink:

Lt. Montageanleitung sollte man eigentlich nicht auf die K.W.-Zapfen schlagen, ich hatte durch die o.g. Methode
danach aber nie Probleme damit !
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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Werner
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Registriert: 14.12.2005, 19:40

Re: Kurbelwelle klemmt beim Zusammenbau der Motorhälften

Beitrag von Werner »

Genau so wie Bernd es beschreibt mache ich es auch. Ganz so empfindlich ist die Welle nicht
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Nordlicht26655
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Re: Kurbelwelle klemmt beim Zusammenbau der Motorhälften

Beitrag von Nordlicht26655 »

Bernd und Werner,
eure zehn Jahre alten Antworten haben mir heute sehr weitergeholfen, und nach all den Jahren soll euch nun ein Dank ereilen :wink: !
Mein A2 "Montagsmotor" zeigte beim trockenen Probezusammenbau zwecks Prüfung der Steuerzeiten dasselbe Verhalten. Kurbelwelle drehte, aber beim langsamen Zusammenziehen der Gehäusehälften mit einigen M6 Muttern fing die Kurbelwelle an, leicht an der rechten Gehäusehälfte zu schleifen, beim finalen 1/10mm dann völlige Blockade - trotz des Prozederes mit dem 0,3 Blech bei Einbau der KW. Schlechte Laune stellte sich ein. :| Die rechte KW-Wange lag eng am rechten Gehäuse an, da passte keine 0,1 Fühlerlehre mehr dazwischen.
Dank euch konnte ich durch Erhitzen des Gehäuses von der Limaseite her und zwei Schlägen mit dem Gummihammer auf den rechten Kurbelwellenzapfen die Leichtgängigkeit der KW wieder herstellen. Messen mit der Fühlerlehre ergab nun 0,25mm Abstand zwischen der rechten KW-Wange und dem rechten Gehäuse.
Ich hoffe, die KW wird diesen Zustand dann im Betrieb auch beibehalten. Oder habt ihr da negative Überraschungen erlebt?
Beste Grüße & ein Hoch auf die Suchfunktion des Forums!
Hartmut

@Bernd: die Schläge auf den rechten KW-Zapfen gehen ja über ein solides Teil der KW direkt aufs rechte KW-Lager. M.E. besteht keine Gefahr des Verzugs der KW in ihren kritischen Bereichen. Übler wären wohl Schläge, deren Kraft über die Kurbelwangen und den Hubzapfen auf die andere Seite übertragen werden... Leiden muss m.E. nur das rechte KW-Lager, da die Lagerkugeln ja die Kraft vom Innen- auf den Außenring übertragen dürften. Aber das sollte ein Lager gelegentlich abkönnen :mrgreen:
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heinkel-bernd
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Re: Kurbelwelle klemmt beim Zusammenbau der Motorhälften

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Hartmut,

man sollte bedenken, dass sich die entgültige Position der Kurbelwelle durch das Festziehen der selbstsichernden Mutter
am Kettenritzel der Primärkette (10 mkg/98 Nm) einstellt, da hier die KW mit dem Innenring des Festlagers
verbunden wird (durch Seegerringe fixiert) :idea:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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