Nockenwelle

Motor-Vergaser-Antrieb
Antworten
Benutzeravatar
Stephan Tödt
Beiträge: 244
Registriert: 14.12.2005, 20:00
Wohnort: Hamburg / Langenhorn

Nockenwelle

Beitrag von Stephan Tödt »

Hallo Heinkelfreunde,
ich habe da mal eine Beobachtung gemacht und würde gerne mal wissen, ob es einigen von Euch genau so ergangen ist.

Ich habe mal von langer Zeit in „meinem“ Roller eine ganz neue (nicht aufgearbeitete) Nockenwelle (Club) eingebaut. Seit dem Umbau bekomme ich das Eisen nicht mehr über 85 km/h wenn ich es wirklich mal will. Da ich aber ohnehin kaum über 70 km/h fahre und mein Roller durch diverse Anbauten nicht gerade Windschnittiger und auch noch 40 kg schwerer geworden ist, habe ich dem weiter keine Beachtung geschenkt und es so hingenommen. Es war uninteressant für mich.

Jetzt habe ich bei meiner Schwester auch eine neue Nockenwelle (Club) eingebaut, da die Alte schon 0,5 mm runter war. Dieser Roller war aber immer schon viel flotter am Start und auch in der Endgeschwindigkeit viel schneller, ohne dass er sich mühte. Nach dem Umbau der Nockenwelle hat dieser Roller nun das gleiche Problem, er geht nur bis 80 km/h und wenn der Wind günstig steht vielleicht mal auf 85 km/h.
Er lief vorher aber an die Hundert (echte). Ich habe sonst nur die Kurbelwelle erneuert, weshalb ich ihn auch auseinander genommen habe. Die Kompression liegt bei 10,5 Bar und es ist eine Kontaktlose Zündung von „Steini“ eingebaut die ich schon mehrfach überprüft habe, ob sie sich gelockert hat. Vergaser ist geblieben, Ventile sind korrekt auf dem richtigen OT eingestellt!

Für mich liegt jetzt die Vermutung nahe, dass es mit der Nockenwelle zu tun hat.
Daher meine Frage:
Hat jemand von Euch schon mal so eine neue Nockenwelle vom Club eingebaut und vielleicht dieselben Erfahrungen gemacht?
Weiß jemand, ob diese Nockenwelle ein Nachbau nach Muster ist oder nur eine die „auch passt und geht“?

Verwundern tut es mich nur dass die Abgenutzte Nockenwelle mehr Leistung zu bringen scheint als die neue mit 0,5 mm mehr Hub.
Wenn ich wieder etwas mehr Zeit habe werde ich mal einige Versuche durchführen.

Gruß Stephan
Typenreferent für die Modelle 103A0 bis A2. Im Auftrag des Heinkel-Club Deutschland e.V.! ;-)
Benutzeravatar
Rolf
Beiträge: 38
Registriert: 10.07.2006, 21:56
Wohnort: Mögglingen

Re: Nockenwelle

Beitrag von Rolf »

Hallo Stephan,
ich hatte vor circa zwei Jahren eine neue Nockenwelle vom Club eingebaut. Damals hatte ich den Motor auch komplett neu gelagert und einen neuen Kolben eingebaut. Die Leistung war nach der Überholung des Motors genau so gut wie mit der alten Nockenwelle.
Die Endgeschwindigkeit war laut Tacho, bei idealen Bedingungen und mit viel Anlauf bis zu 100km/h.
Letzten Winter mußte ich wegen Getriebeproblemen den Motor wieder zerlegen. Dabei hatte ich festgestellt,dass die neue Nockenwelle einseitig abgenutzt war. Ich hatte überholte Schlepphebel eingebaut. Die Bohrung war nicht parallel zur Lauffläche. Ich habe also wieder eine neue Nockenwelle und neue Schlepphebel bestellt. Es gibt momentan drei Typen von Nockenwellen. Die originale, eine mit mittleren Steuerzeiten und die Sportnockenwelle.
Ich habe mich für die mittlere Variante entschieden. Nach meinem Eindruck hat der Motor jetzt etwas mehr Leistung im unteren Bereich,wobei die Endgeschwindigkeit in etwa gleich geblieben ist.

Grüßevon der Ostalb
Rolf
Grüße von der Ostalb
Rolf
Benutzeravatar
Stephan Tödt
Beiträge: 244
Registriert: 14.12.2005, 20:00
Wohnort: Hamburg / Langenhorn

Re: Nockenwelle

Beitrag von Stephan Tödt »

Hallo Rolf,
danke für die Antwort, die ist zumindest aussagekräftig. Wäre auch ärgerlich, wenn ich die Nockenwelle wieder ausbauen müsste.

Dann werde ich mich mal auf den Vergaser stürzen und mal sehen ob ich ihn anders bestücken muss.

Heute viel mir auf, dass der Gasgriff langsam sehr schwer geht. Eventuell hat sich auch nur die Seele aufgeribbelt und blockiert den letzten Rest. Ich werde morgen mal einen neuen Gaszug einbauen.

Sonst fliegt die „Steini“ Zündung raus, bei meinem Roller ist sie auch schon wieder rausgeflogen. Nach über zwanzig Jahren hat mich mein Roller verlassen, und was war es? Das einzige Hitech-Teil (Ein Jahr vorher eingebaut). Wenn man seinem Roller schon mal was Gutes tun will. Bewährte Technik sollte man nicht verändern!

Ich bleib dran und werde berichten.

Gruß Stephan
Typenreferent für die Modelle 103A0 bis A2. Im Auftrag des Heinkel-Club Deutschland e.V.! ;-)
Wolfgang
Beiträge: 122
Registriert: 17.12.2005, 16:55
Wohnort: Schorndorf

Re: Nockenwelle

Beitrag von Wolfgang »

Hallo Stephan,

hat leider etwas gedauert. Ich hab mal nachgeschaut und festgestellt, dass ich vor 4 Jahren eine neue Nockenwelle vom Club eingebaut habe. Mir ist allerdings nie etwas negatives aufgefallen. Ich erinnere mich,d ass ich damals das "Gefühl" hatte, dass der Motor besser geht. Aber könnte ja auch sowas wie "Placebo" gewesen sein. :?

Wolfgang
Udo9257

Re: Nockenwelle

Beitrag von Udo9257 »

Hallo Stephan,

habe die Beiträge zu "Nockenwelle" gelesen.

Habe an meinem A1 vor 2 Jahren und an meinem A2 vor 1 Jahr die neuen Nockenwellen nebst neuen Schlepphebeln vom Club in diese beiden Motoren eingebaut. Beide Motoren wurden mit überholten Kurbelwellen, neuen Kolben, ausgeschliffenen Zylindern und überholten Zylinderköpfen instandgesetzt.
Beide Roller gehen sehr gut und erreichen locker die angegebene Höchstgesschwindigkeit und teilweise sogar darüber. Auch am Berg ziehen die Motoren sehr gut. Ich kann dies immer wieder feststellen, wenn wir gemeinsame Heinkelausfahrten unternehmen. Ich kann nur positiv darüber berichten.

Heinkelgrüße aus Albstadt
Udo
Benutzeravatar
Stephan Tödt
Beiträge: 244
Registriert: 14.12.2005, 20:00
Wohnort: Hamburg / Langenhorn

Re: Nockenwelle

Beitrag von Stephan Tödt »

Hallo Jungs,
ich bin beruhigt, dass alle nur gute Erfahrungen mit der neuen Nockenwelle vom Club haben. So kann ich sie zumindest vernachlässigen und muss sie nicht ausbauen.

Ich habe jetzt ein wenig mit den Einstellungen des Vergasers getestet, welche aber keine Veränderungen an der Endgeschwindigkeit brachten. Bis 81km/h mit (JPS geprüft) und dann ist Schluss. Eine 115ner Hauptdüse ist schon drin, und größer halte ich nicht für sinnvoll. Oder hat jemand noch eine größere Hauptdüse in seinem Vergaser (es ist der Alternativ -Vergaser)?
Im Dritten dreht er ohne Probleme bis 70km/h was eine Drehzahl von etwa 6000 U/min macht und im Vierten eine Geschwindigkeit von etwa 100km/h bringen würde.

An der „Steini“ Zündung wird es dann wohl nicht liegen, da ich bei der Drehzahl von 6000 U/min keine Probleme feststellen konnte und die Zündung einwandfrei arbeitet. Den Rotor hatte ich gleich zu Anfang mit zwei weiteren Klemmschrauben versehen, so dass ich ihn etwas fester drehen kann ohne dass der Nocken auf der Welle klemmt. Alles mehrfach geprüft und für in Ordnung befunden.

Jetzt werde ich als nächstes den Fliehkraftregler mit der Stroboskoplampe prüfen, ob er auch ganz auf macht oder irgendwo hängen bleibt. Die Federn sind zumindest neu. Wird aber ein wenig dauern, es gibt wichtigere Dinge und er läuft ja sonst prima.

Wenn jemand noch eine andere Idee hat, her damit, so langsam gehen sie mir aus.

Gruß Stephan
Typenreferent für die Modelle 103A0 bis A2. Im Auftrag des Heinkel-Club Deutschland e.V.! ;-)
Udo9257

Re: Nockenwelle

Beitrag von Udo9257 »

Hallo Stephan,

welchen Vergaser hast du in dem Roller montiert? Den alten Bing oder den Pallas? Beide Vergaser haben standardmäßig eine 85er oder 80er Hauptdüse mit Nadelstellung in der dritten Kerbe montiert. Oder hast du wohl den neuen Clubvergaser von Bing montiert? Sollte dies der Fall sein, wäre die standardmäßige 115er- Hauptdüse zu groß dimensiert. Gute Fahrwerte mit dem neuen Clubvergaser ergaben an meinen beiden Heinkeln die 105er - Hauptdüse. Düsennadel in der 2. Kerbe. Leerlaufdüse auf 40er vergrößert (Original 35er) , ergibt einen besseren Übergang. Die besten Fahrwerte ergaben sich mit der 100er - Hauptdüse. Jedoch ist dabei das Gemisch zu mager, sodaß der Motor eine schlechtere, innere Kühlung hat, was u. U. zu einem Motorschaden führen kann.

Heinkelgrüße aus Albstadt
Udo
Benutzeravatar
Stephan Tödt
Beiträge: 244
Registriert: 14.12.2005, 20:00
Wohnort: Hamburg / Langenhorn

Re: Nockenwelle

Beitrag von Stephan Tödt »

Hallo Udo,
wenn Du einen Beitrag zurück guckst, da habe ich erwähnt, dass ich den "neuen Alternativ-Vergaser" montiert habe.
Allerdings habe ich einen der Ersten und fahre ihn schon seit etlichen Jahren. Ich weiß nicht mehr wie lange schon, ich werde mal meine alten Rechnungen durchsehen. Ich hatte eigentlich auch nie Probleme damit. Inzwischen habe ich mich erkundigt, und rausbekommen, dass der momentane Alternativ-Vergaser vom Club immer noch mit dieser Hauptdüse bestückt ist.

Die Originalvergaser laufen mit so einer großen Düse natürlich nicht mehr sauber.
Ich werde mir mal ein paar Düsen für die Hauptdüse besorgen und etwas experimentieren. Bei der Leerlaufdüse habe ich noch nicht reingeguckt. Die hat aber eigentlich auch nichts mit der Endgeschwindigkeit zu tun und sonst läuft er ja sehr gut.
Schwarz "Rauchen" tut im übrigen auch nicht.

Ist aber ein brauchbarer Hinweis, Danke!
Gruß Stephan
Typenreferent für die Modelle 103A0 bis A2. Im Auftrag des Heinkel-Club Deutschland e.V.! ;-)
Antworten