Liebe Heinkel-Gemeinde,
Silvester – der letzte Tag des Jahres hat begonnen, nur noch wenige Stunden, dann ist 2021 Geschichte. Da kann man nun wehmütig werden oder auch euphorisch, an einem Jahr hängen schließlich gute Erinnerungen, die man festhalten will, aber natürlich auch weniger gute, die gar nicht schnell genug verblassen können. Und dann gibt es noch ganz spezielle Erinnerungen: Die Heinkel-Erinnerungen. Zum meinem großen Glück gehören diese fast ausnahmslos zu den guten Erinnerungen. Und von daher will ich sie hier noch einmal mit euch teilen, auch um mit Euch aus diesen Erlebnissen, Erkenntnissen und Erinnerungen des vergangenen Jahres, Pläne für die Zukunft zu schmieden. Los geht’s, das war mein Heinkel-Jahr.
Es werde Licht!
Die dunkle Jahreszeit spülte schon im Dezember 2020 den Wunsch nach einer Tachobeleuchtung ins Forum. Durch regen Austausch wurde eine Idee geboren, mit Hilfe eines 3D-Druckers einen Kranz zu realisieren, der mit LEDs bestückt und ins Tachogehäuse eingesetzt wird. Anfang Januar 2021 hatten wir den Prototyp für den A1/A2, samt Reglereinheit auf dem Tisch liegen. Leider hat es die Beleuchtung noch nicht in die Serienproduktion geschafft, weil ich einfach zu lange brauche, um die Dinger zusammenzubauen. Aber vielleicht hat eine oder einer von Euch eine tolle Idee, wie man das Problem lösen könnte – 3D-Druckmodelle und Schaltungen stelle ich gerne zur Verfügung.
Es werde Licht – die Zweite!
In unseren Rollern verübt ein Schatz seine stete Arbeit – es ist die Lichtmaschine. Es gilt sie zu hegen und pflegen, denn Lichtmaschinen sind rar. Entlastung für die alten Maschinen schafft ein geringe Leistungsabforderung, also runter mit dem Stromverbrauch. Als einzige veränderliche Größe steht da die Beleuchtung zur Disposition. Während es für Scheinwerfer, Standlicht (vorne) und auch Bremslicht (wobei das ja fast nie brennt) fertige oder nahezu fertige Lösungen gibt, habe ich für das Soffittenlicht im Rücklicht nichts gefunden, das sich gut verwenden ließe. Denn der Leuchtkörper muss zum einen nach hinten strahlen (Rücklicht), aber auch nach unten (Kennzeichenbeleuchtung). Und – zumindest bei der Kennzeichenbeleuchtung – sollte das Licht dem einer Glühfadensoffitte ähneln und kein kalt-weißes LED-Licht sein. Da habe ich, wie gesagt, nichts gefunden. Mit warm-weißen LEDs und einem Aufnahmekörper aus dem 3D-Drucker ließ sich ein Ersatz konstruieren, der sehr gut funktioniert. Jedoch: Achtung! Das Thema LED-Licht wurde schon häufig hier diskutiert, natürlich sind die allermeisten Lösungen in diese Richtung besser (in Hinsicht Lichtausbeute, Stromverbrauch, Langlebigkeit) als die alten, aber zugelassen sind sie meist natürlich nicht. Da muss dann jede oder jeder selbst entscheiden. Falls jemand Interesse an der 3D-Druckvorlage und der integrierten Schaltung zur Spannungsstabilisierung hat, kein Problem, immer gerne.
Die LIMA – das Herzstück wird zur Herzenssache
Wenn wir schon bei einer Rückschau sind – es ist keine überraschende Erkenntnis, dass auch unsere Lichtmaschinen nicht jünger werden. Unsere Lichtmaschinen bestehen aus zwei Teilen: dem Stator und dem Rotor. Der Stator oder auch das Magnetsystem ist fest im Roller verschraubt, der Rotor oder auch Glockenanker sitzt auf der Kurbelwelle und dreht sich um den Stator. Beide Bauteile sind kostbar, aber es hat sich gezeigt, dass der Stator häufiger Probleme bereitet. Der Rotor, wenn man darauf achtet, dass die Kohlen nie ganz abnutzen, macht nach meiner eigenen Statistik eher selten Probleme. Der Stator hingegen hat mich schon des Öfteren getriezt, auch auf Sylt letztes Jahr… Das Fehlerbild ist stets ähnlich, die Erregerspulen des Stators haben entweder Windungsschlüsse oder sie haben Masseschlüsse. Da hilft dann nichts, da müssen neue Spulen her. Und genau das ist das Problem. Woher neue Spulen nehmen? Sicher, es gibt Firmen, die Spulen nach vorgegebener Geometrie wickeln, aber leider ist das ziemlich teuer. Und ganz ehrlich: Ist das die Grundphilosophie von uns Heinklerinnen und Heinklern, einfach Geld auf die Back zu blättern und machen lassen? Ich denke nein. Daher hier nun mein größtes Heinkel-Projekt aus dem Jahr 2021: Die computergesteuerte Spulenwickelmaschine. Zwei über einen Arduino (Mikrocontroller) angesteuerte Schrittmotoren wickeln je nach eingefütterter Software Erregerspulen für SIBA- oder auch Bosch-Statoren. Noch sind die Maschine und die Software in der Feinabstimmung, doch erste erfolgreich gewickelte Spulen lassen Gutes erwarten. Sie entsprechen der vorgegebenen Geometrie und sie haben auf dem Prüfstand die richtigen Impedanzen (Wechselstromwiderstand). Der nächste Schritt wäre nun die fertigen neuen Spulen in einen Stator zu verbauen, diesen in einen Heinkel zu setzen und in ausgiebigen Probefahrten zu testen. Oder, was mein eigentlicher Plan war, einen Stator mit den neuen Spulen in einen LIMA-Prüfstand zu setzen. Nur gibt es diesen Prüfstand noch nicht… Dafür war das Jahr dann wieder einmal zu kurz. Falls aber eine oder einer von Euch diese Spulen mal ausprobieren will, meldet Euch, dann bauen wir mal einen Stator mit den selbst gewickelten Spulen zusammen und dann kann das Testen losgehen. Hier findet Ihr noch ein total mieses Video, das die Wickelmaschine in Funktion zeigt. Ich weiß nicht, warum ich kein besseres habe, aber heute kriege ich auch keines mehr gedreht.
Video zur Spulenwickelmaschine: https://www.youtube.com/watch?v=Ha0v_FASm7o
Plastik im Heinkel? Ja, warum nicht…
In der Tat, die Überschrift ist geklaut, sie stammt von den Heinkelfreunden Kiel, genauso wie die Idee. Wir haben es ausprobiert und haben das Schwingenlager mit einer PEEK-Buchse ausgestattet. Das so modifizierte Schwingenlager macht einen guten Eindruck, es dreht satt ohne fühlbares Spiel. Wie es sich im Langzeitbetrieb bewährt, werde wir sehen und darüber berichten. Es erscheint mir als eine schöne und kostengünstige Alternative zu entweder neuen Lagersätzen oder auch einer Hartverchromung der Hülsen – wobei das auch sehr schick funktioniert.
Und sonst?
Noch ein paar kleine Heinkel-Projekte kamen über das Jahr hinzu, wie der immer-undichte-Peilstab. Keine Ahnung wie Ihr das macht, mein Öl-Peilstab ist nie dicht. Immer sifft Öl raus. Irgendwann war ich es dann leid, und habe mir einen Schraubpeilstab gebaut. Nun ist alles dicht. Aber wenn Ihr einen Tipp habt, wie man den originalen Peilstab dicht bekommt, dann bin ich ganz Ohr.
Abschließend sei noch das Projekt „Trockene Hose“ erwähnt. Das Durchnässen des Schaumstoffsitzkissens durch undichte Nähte, ist nicht nur nervig, ein Schaumstoffkern, der niemals trocknet, gammelt einem auch sprichwörtlich unter dem Hintern weg. Da ich keinen Weg gefunden habe, wie sich die Nähte sicher und dauerhaft abdichten lassen, habe ich den Schaumstoffkern zunächst in eine Teichfolie eingeschlagen und dann erst mit dem Bezug überzogen. Selbst wenn nun durch die Nähte Wasser eindringt, bleibt der Schaumstoffkern trocken. Komisch, warum habe ich davon kein Foto, wo ich doch sonst alles knipse?
So, nun fehlt nur noch eine Erinnerungssammlung. Die Erinnerungen an die Fahrten mit dem Heinkel. Neben vielen kurzen Ausflügen und Alltagsfahrten steht da natürlich unsere Familienreise von Wiesbaden nach Sylt im Sommer im Vordergrund - über 2000km durch das Land auf dem Heinkel. Dazu hier ein paar Impressionen. Schön war’s, was haben wir doch für ein Glück, mit diesen Rollern fahren zu dürfen.
Ich wünsche allen Heinklerinnen und Heinklern einen guten Start in das Jahr 2022. Bleibt gesund und passt auf Euch auf. Auf ein unfall- und pannenfreies neues Jahr. Lasst uns kreativ bleiben und den Austausch pflegen, damit uns unsere Roller noch lange begleiten. Darauf freue ich mich!
Alles Gute wünscht Euch Euer volker aus Wiesbaden
Das war mein Heinkeljahr 2021
Das war mein Heinkeljahr 2021
Zuletzt geändert von verbert am 09.01.2022, 14:02, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Das war mein Heinkeljahr 2021
Echt Toll! Ehrlich beeindruckend! Gutes 2021!
Wünsche Gutes 2022!
Hans
Wünsche Gutes 2022!
Hans
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Re: Das war mein Heinkeljahr 2021
Servus Volker,
echt stark, was Du mit den Touristen alles konstruierst und unternimmst
verkauft. In diese wurde in die Öffnung eine Nut für einen O-Ring eingestochen und mit diesem Dichtring bleibt auch diese
"Problemzone" trocken
(Artikel-Nr. 21.1076)
Hierzu passt aber nur der Messstab vom 103 A-1/A-2, kann aber für den 103 A-0 Motor einfach umgerüstet weden
Dir und Deinen Mitfahrer/innen wünsche ich weiterhin viel Glück und Freude auf Deinem Terroristen
und auch Allen hier im Heinkel-Club/-Forum Gesundheit und Zufriedenheit im Neuen Heinkel-Jahr 2022
.
So sieht Schnee aus
Das Foto ist aber scho viele Jahre alt
In diesem Winter leider wieder kaum Schnee in Oberfranken
echt stark, was Du mit den Touristen alles konstruierst und unternimmst
An einigen Tourist-Motoren habe ich die Aufnahmen für die Ölmessstäbe eingeschraubt, die der Shop als TauschteilAber wenn Ihr einen Tipp habt, wie man den originalen Peilstab dicht bekommt, dann bin ich ganz Ohr.
verkauft. In diese wurde in die Öffnung eine Nut für einen O-Ring eingestochen und mit diesem Dichtring bleibt auch diese
"Problemzone" trocken
Hierzu passt aber nur der Messstab vom 103 A-1/A-2, kann aber für den 103 A-0 Motor einfach umgerüstet weden
Dir und Deinen Mitfahrer/innen wünsche ich weiterhin viel Glück und Freude auf Deinem Terroristen
und auch Allen hier im Heinkel-Club/-Forum Gesundheit und Zufriedenheit im Neuen Heinkel-Jahr 2022
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So sieht Schnee aus
In diesem Winter leider wieder kaum Schnee in Oberfranken
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
BERND aus Bayreuth