Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Motor-Vergaser-Antrieb
HeinkelRichi
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Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Beitrag von HeinkelRichi »

Hallo,
ich habe ein Problem mit meinem 103A1. Die Zündkerzen sind nach kürzester Zeit defekt. Fehler: der Zündfunke springt nicht mehr über an den oberen Kontakt, sondern an das Gehäuse. Das führt zu Fehlzündungen und Stillstand. Ich habe die NGK BS6 und BS7 getestet, wobei die BS7 ca 100km durchhielt, die andere nur 15km.
Die Kerze ist schwarz und verrußt. Der Zylinder und der Kolben mit Ringen ist neu. Der Vergaser ist überholt, neue Pumpe ist drin. Der Spritverbrauch erscheint relativ hoch. Die Zündspule, der Kondensator, das Kabel und der Zündkerzenstecker sind neu.
Habe die Zylinderkopfschrauben noch nicht nachgezogen (ca 1000Km nach Zylinder und Kolbentausch) Kann es das sein?

Wer kann helfen? Vielen Dank schon mal vorab.
Richard
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heinkel-bernd
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Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Richard,

Auch ein neuer/überholter Vergaser muss dem Motor angepasst werden ! (Hauptdüse, Nadelstellung, usw.)
HeinkelRichi hat geschrieben: 02.05.2018, 14:03 Ich habe die NGK BS6 und BS7 getestet,
Hast Du Dich verschrieben ?
Diese Bezeichnungen kenne ich nicht :?
Die richtige Bezeichnung von NGK für den Heinkelmotor ist B7HS oder B6HS :wink:
Auch kein "R" in der Bezeichnung sonst istdie Zündung doppelt entstört wenn der Kerzenstecker auch
entstört ist und das kannn den Zündfunken schwächen :(
Auf dem BERU-Stecker vom Club steht:" 1 K Ohm" und dieser ist entstört !

Wenn sich Deine (richtige) Kerze nicht frei brennt und diese "verdreckt" solltest Du die heißere B6HS verwenden :wink:
Ich verwende an meinen Motoren nur B7HS und hatte noch nie Probleme.
Mancher Motor mag aber diese Kerze einfach nicht und läuft mit der 6er dann problemlos :D

Mit einem Kompressionstest (besser noch Druckverlustprüfung) lässt sich die Dichtheit des Brennraumes feststellen.
Die Ebenheit der Dichtflächen, die Art der Kopfdichtung und die Höhe des Anzugdrehmoments haben
großen Einfluss auf die Dichtheit, nicht nur beim komprimieren !
Beim Ansaugen kann bei unzureichender Abdichtung auch Motoröl über den Stösselkanal angesaugt werden,
das unvollständig verbrannt wird und die Funktion der Kerze erheblich stören kann.
(Kohle ist elektrisch leitfähig und der Strom nimmt den leichtesten Weg)

Mein alter Autotuner hat mir gesagt:" Ein Zylinderkpf wird nachgezogen, nachdem der Motor wieder richtig warm gefahren wurde"!
Es schadet also nichts, wenn Dein Zylinderkopf schon nach 300 km nachgezogen wird,
nachdem er ein paar mal richtig Temperatur bekam :wink:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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Bernd Hünten
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Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Beitrag von Bernd Hünten »

Hallo Richard,
mein Motor mag auch keine NGK-Zündkerzen. An anderer Stelle im Forum habe ich schon einmal darüber berichtet. Die kürzeste Laufleistung war 15 m! Ich weiß nicht, woran es liegt. Auch mit der Iridium hatte ich später kein Glück!
Seit einigen 1000 km fahr ich die Champion L82 C, kein Ärger mehr gehabt. Da ich an den Einstellungen des Motors nichts geändert habe, ist mir dieses Verhalten unerklärlich.
Viel Glück!
Bernd

Hier noch ein Nachtrag zur Zündkerze:
viewtopic.php?f=3&t=71
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m). Inzwischen über 150 000 Heinkelkilometer.
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Werner
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Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Beitrag von Werner »

Hallo. Du schreibst das der Kraftstoffverbrauch sehr hoch ist. Das wird die Ursache sein. Ein Heinkel Roller darf maximal 3 Liter verbrauchen sonst ist was faul. Ich habe auch lange dieses Problem mit den Kerzen gehabt und gleich zeitig hoben Spritverbrauch. Erst nachdem ich einen besseren Vergaser montiert hatte war das mit den abgesoffenen Kerzen erledigt. Oft sind die Beschleunigerpumpen oben wo die Düsennadel sich bewegt ausgeschlagen und lassen im teillastbereich zu viel Kraftstoff durch. Bei meinem Roller konnte man sehen das er beim Beschleunigen qualmte. Besorg dir mal einen anderen Vergaser, am besten einen von dem du weißt das er ok ist dann wird das Problem gelöst sein. Solltest du keinen zur Hand haben schick mir ni Nachricht. Ich könnte dir probehalber einen leihen.
HeinkelRichi
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Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Beitrag von HeinkelRichi »

Hallo liebe Heinkler,
danke für eure schnellen Rückmeldungen und eure Bereitschaft zur Hifle.
Also mit der zündkerzenbezeichnung habe ich mich vertan, es sind die B7HS und B6HS; kein R in der Bezeichnung. Den Stecker habe ich vom Club bezogen, Typ und Ohmwert werde ich mir anschauen.
Ich werde jetzt mal den Zylinderkopf nachziehen und die Champion L82C ausprobieren.
Der Vergaser wurde von einem Vergaserspezialisten überholt und dabei auch eine neue Beschleunigerpumpe eingebaut, daran "sollte" es also nicht liegen.
Werner, vielen Dank für dein Angebot für das Vergaserausleihen, ich melde mich ggf wieder bei dir.
Vielen Dank nochmal an alle und ich werde berichten wie es weitergeht.
Schönen Tag und beste Grüße aus Trier an der Mosel,
Richard
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Wolfram
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Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Beitrag von Wolfram »

Hallo Richi,

mMn hat Werner recht.

Die aus rel. hartem Stahl bestehende Düsennadel hat nur einen kleinen Ringspalt in der Pumpennadeldüse aus rel. weichem Messing.
Die Düsennadel hängt "locker" im Gasschieber.
Hierdurch wackelt sie in der Gegend rum und verschleißt über die vielen Stunden die Nadeldüse.
Bedeutet: Zwischen 1/4 und 3/4 Gas stimmt nix mehr mit der Gemischaufbereitung.

Dein schwarzes, verrußtes Kerzenbild untermauert diese Theorie.

Gruß

Wolfram
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heinkel-bernd
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Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Beitrag von heinkel-bernd »

HeinkelRichi hat geschrieben: 02.05.2018, 14:03 Der Vergaser ist überholt, neue Pumpe ist drin.
Wirklich NEU :?:

Ich würde mein Hauptaugenmerk jetzt aber nicht auf die Nadeldüse richten.
Ich habe mir mal einen Stift gedreht, der nach den Angaben in der Vergasertabelle 2,66 mm besitzt.
Damit habe ich mehrere Nadeldüsen geprüft und an Vielen war nur ganz geringer Verschleiß feststellbar :wink:
Wie (vielleicht nicht Allen) bekannt ist, gibt es auch eine "stumpfe" Düsennadel 15 x 1,95, diese wird im Shop
mit der Bezeichnung "Kabinennadel" geführt :wink:
Die "schlanke" 20 x 1,65 hat 20 mm Konuslänge und einen Durchmesser von 1,65 mm am äußersten Ende des Konus.

Ich würde erst einmal den überholten Vergaser RICHTIG abstimmen ! (Leerlauf- und Hauptdüse, Nadelstellung)
Evtl. mit der stumpferen Düsennadel !
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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Bernd Hünten
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Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Beitrag von Bernd Hünten »

Hallo Richard,
wenn der Vergaser überholt ist, könnte vielleicht der Dichtring zwischen Beschleunigerpumpe und Mischkammereinsatz vergessen sein. Der fällt bei der Montage auch leicht ab.

Ich habe mich noch einmal mit Clubkameraden ausgetauscht, weil ich im Hinterkopf einen kuriosen Fehler hatte. Auf unseren Ausfahrten mit gemäßigtem Tempo musste ein Clubkamerad dauernd die Zündkerzen wechseln, besonders nach Pausen wollte der Roller nicht mehr. Die Kerzen waren verdreckt. Er hatte eine ganze Sammlung neuer Kerzen mit verschiedenen Wärme werten dabei. Getauscht wurden dann alle möglichen Teile: Zündspule, Kondensator, Kabel, Stecker, Unterbrecherplatte und Vergaser. Auch ein kompletter Umbau von einem einwandfreien Fahrzeug brachte nichts. Das zog sich über ein Jahr hin.
Dann zerlegte er den Motor und stellte letztlich fest, dass das Nockenwellenzahnrad nicht maßhaltig war. Die Nut des Zahnrades war für den Keil auf der Nockenwelle zu breit! So konnte sich bei der Montage des Zahnrades auf der Nockenwelle eine Verschiebung ergeben. Nach der Kontrolle durch ein anderes Zahnrad stellte sich eine Verschiebung um etwa einen halben Zahn heraus. ( Soweit der Bericht)
Welchen Einfluß und welche Auswirkungen das hat, können mir vielleicht die Fachleute unter euch erklären.
Nach dem Auswechseln dieses Zahnrades durch ein gebrauchtes Zahnrad läuft der Roller seit 2 Jahren einwandfrei. Wo des erste Zahnrad herkam, habe ich leider nicht erfragt.

:!: Diese Geschichte ist kein Jägerlatein! :!:

Dir wünsche ich viel Erfolg.
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m). Inzwischen über 150 000 Heinkelkilometer.
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Werner
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Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Beitrag von Werner »

Vergaser vom Vergaserspezialisten? Das macht mich stutzig. Wenn das der gleiche Spezialist ist wie der von dem ich meinen Vergaser damals hatte dann ist der Fehler gefunden. Meine Kerzenprobleme damals hatte ich auch mit einem überholten Vergaser vom Spezialisten. Optisch sah er auch top aus nur technisch hats nicht hingehauen.
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heinkel-bernd
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Re: Zündkerze nach weniger als 100km defekt

Beitrag von heinkel-bernd »

Bernd Hünten hat geschrieben: 03.05.2018, 22:46 Die Nut des Zahnrades war für den Keil auf der Nockenwelle zu breit! So konnte sich bei der Montage des Zahnrades auf der Nockenwelle eine Verschiebung ergeben. Nach der Kontrolle durch ein anderes Zahnrad stellte sich eine Verschiebung um etwa einen halben Zahn heraus. ( Soweit der Bericht)
Ich kann mir aber trotzdem nicht vorstellen, dass eine solch geringe Verschiebung der Steuerzeiten einen großen
Einfluss auf die "Qualität" der Verbrennung hat :?

Ich fand in einem Motor mal eine Versatz von 3 Zähnen auf dem großen Steuerrad (NW 18°!!!) :shock:
Der Motor lief in allen Bereichen rund und mir ist bei den Probefahrten auch kein Qualmen aufgefallen.
Das einzige, weshalb ich dann den Motor zerlegt habe war, dass der Motor kaum Leistung brachte :(
Hier mein damaliger Bericht:
viewtopic.php?f=4&t=1443&start=40#p16340

Also, ich vermute auch wie Werner und Bernd H., dass es am Vergaser bzw. an dessen Einstellung liegt :wink:
Auch diesen Tipp sollte man ernst nehmen !
Bernd Hünten hat geschrieben: 03.05.2018, 22:46 wenn der Vergaser überholt ist, könnte vielleicht der Dichtring zwischen Beschleunigerpumpe und Mischkammereinsatz vergessen sein.
Noch eine Idee:
Schließt denn die Schwimmernadel richtig oder läuft der Vergaser über (tropft) wenn bei Stillstand der Benzinhahn
offen bleibt ???
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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