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Gel- bzw- Microvlies-Batterien für den Heinkel

Verfasst: 28.12.2005, 11:21
von Henning
Ich überlege, ob ich meinen Roller nicht mit Gel-Batterien bzw. Microvlies-Batterien ausstatten soll, da sich diese sehr wenig entleeren bzw. fast ewig halten sollen. Dann müßte ich nach längerem Nicht-Fahren die Batterien nicht mehr ausbauen und laden.

Hat jemand damit im Heinkel Erfahrungen?

Verfasst: 28.12.2005, 11:21
von Heinkelholgi-alt
Hallo Henning,
ich fahre seit letztem Jahr meinen 103 A-1 mit einer Blei-Gel-Batterie 12V/17 Ah. Die hohe Kapazität wäre zwar nicht unbedingt nötig, aber ich hatte so einen Akku für 2 Euro gekauft (Sicherheitstechnik-Firmen wechseln die Notstrom-Akkus bei Alarmanlagen routinemäßig alle zwei Jahre aus, obwohl diese eine viel längere Lebensdauer haben, und verkaufen sie dann billig) und wollte ihn auch verwenden. Zufällig gibt es bei Ebay einen Verkäufer, der immer wieder Eigenbauhalterungen für diesen Akkutyp anbietet (VA, sehr ordentlich und passgenau gemacht, unter Suchbegriff "Heinkel" zu finden).
Seit ich diesen Akku drin habe, habe ich nie wieder Probleme gehabt, selbst, wenn der Roller mal zwei Monate gestanden hat. Kapazität ohne Ende, kaum Selbstentladung! Zwar gab es im alten Forum schon mal eine Diskussion zu diesem Thema, in der auch gesagt wurde, Bleigel-Batterien seien mehr für langsame Stromentnahme gedacht, nicht für die 40 A unserer Dynastartanlage. Aber das ist graue Theorie. Es funktioniert einwandfrei! Allerdings ist mein Roller auch zündungs- und vergasermäßig in einwandfreiem Zustand (neuer Vergaser und kontaktlose Steini-Transistorzündung) und springt immer sofort an.
Den (elektronischen) Lima-Regler habe ich auf ca. 13,9 V eingestellt, da Bleigelakkus bei Pufferbetrieb auf die Dauer keine höhere Ladespannung ab können.
Wenn der Akku in einem oder zwei Jahren mal "hin" ist, wird für ein paar Euro wieder ein neuer alter gekauft. Bis dahin: keine Planscherei mehr mit Aqua destillata, keine Säure auf den Klamotten, kein Ausbauen im Winter!
Ich bin vor Kurzem mal knapp 100 km am Stück gefahren, dann habe ich den Roller in die Garage gestellt. Wenn im März der erste Start anliegt, wird er ohne Probleme anspringen!

So long,
Holgi

Verfasst: 28.12.2005, 11:21
von HeinkelPeter-alt
Moin Heinkelfreunde!
Ich kann die von Holgi gemachten, positiven Erfahrungen mit so einem Gel-Akku ebenfalls bestätigen..allerdings mit einem Motorrad. Ich habe im Dezember 1998 (!) einen Reinblei- Gelakku (Hawker-Genesis 16Ah) in meine BMW (R65/Bj.83) montiert und seitdem nie wieder was machen müssen. Ich habe seitdem "Saft" satt , auch für die beiden Zusatzlampen, die ich seitdem ständig zugeschaltet habe ( was vorher nicht ging) . Ausgebaut habe ich den Akku auch seitdem nie wieder, auch nicht in der Winterphase, wo die R65 im "Stall" steht. Ich lade auch nie zwischendurch nach. Im Frühjar einfach auf den Starterknopf drucken...basta! Es hat sich gelohnt! Vor fast sieben Jahren gekauft, montiert , keinerlei Pflege,-oder sonstige Maßnahmen ....und seitdem nie wieder Akku-Probleme gehabt!
Gruss! HeinkePeter

Verfasst: 28.12.2005, 11:22
von Werner Schlüter
Hört sich alles gut an.Hab auch schon drüber nachgedacht.Was mich stört ist der Umbau des Reglers. Wie hoch liegen denn die Kosten für so eine Maßnahme? Ich trau mich nicht so einen Akku mit einem mech. Regler zu fahren. Bin nächste Woche in Bad Lauterberg bei einem Batteriehersteller auf einem Lehrgang. Da werde ich mal nachfragen und euch später berichten. Ciao Werner

Verfasst: 28.12.2005, 11:22
von Heinkelholgi-alt
Hallo Werner,
wegen des elektronischen Reglers frag mal bei
http://www.laubtec.de
Die haben welche mit und ohne Strombegrenzung. Und wenn du einen bestellst, kannst du auch gleich angeben, auf welche Spannung (bei Bleigel 13,8-13,9 V) und welchen Strom (7 A) sie ihn einstellen sollen. Du musst dann das elektromagnetische Reglersystem aus dem Gehäuse ausbauen und statt dessen den elektronischen Baustein einsetzen. Natürlich ersetzt der auch den Rückstromschalter (durch eine Schottky-Diode). Nur das Anlasserschütz bleibt drin.
Der Preis wird wohl so bei 100 Euro liegen, da ja das meiste 1 :1 umgerechnet wurde und ich damals 100 Mark bezahlt habe

Gruß Holgi

Verfasst: 28.12.2005, 11:22
von Gundolf
Moin, Moin
Hab da letzte Woche angefragt...
hier die Antwort:

""vielen Dankf für Ihre freundliche Anfrage.
Wir können die kontaktlose Zündanlage ZTH/B1 zum Preis von 85,- Euro anbieten.
Im Anhang finden Sie die Einbauanleitung.
Wir stellen auch elektronische Regler für den Heinkel her, ohne Strombegrenzung zum Preis von 50,- Euro, mit Strombegrezung zum Preis 85,- Euro, wir überholen auch Lichtmaschinen und Dynastartanlagen.

Wir bitten um Ihren geschätzten Auftrag und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
Jennifer Minges"

Verfasst: 08.02.2007, 07:14
von Olinger123
Hallo!

Da die beiden 6 Volt Batterien nunmehr nach 8 Jahren langsam ihren Geist aufgeben (übrigens Club Batterien), werde ich meinen Roller kurzfristig auf eine 12 Volt Batterie umrüsten. Für Säure-Batterien sind 8 Jahre nach meiner Meinung ziemlich gut :) . Der entsprechende Batteriehalter liegt schon bereit. Meine Frage jetzt: Was geschieht, wenn ich mit meinem mechanischen Regler eine 12 V/17AH Gell-Batterie lade? Welche Probleme habe ich zu erwarten (oder auch nicht)? oder besteht für mich mit einem mechanischen Regler nur die Möglichkeit einer Säure-Batterie?

Verfasst: 08.02.2007, 09:49
von Gregor
Hallo Ohlinger,
eine Gel-Batterie verträgt sich auf Dauer nicht mit dem mechanischen Regler. Das habe ich letztes Jahr selbst bei meinem Hainkel ausprobiert. Nach kurzer Zeit ist die Gel-Batterie aufgrund zu hohen Ladestroms hin.

Es gibt aber für den Gel-Batteriehalter eine passende 17 Ah-Säurebatterie. Die habe ich jetzt drinne und es funktioniert prima.
Die Batteriekennzeichnung muß ich mal zu Hause ablesen und werde die dann hier einstellen. Die Batterie gibt es günstig bei Polo oder Louis.

Gruß Gregor

Verfasst: 22.02.2007, 23:12
von Heinkelholgi
Hallo Gregor,

der LadeSTROM ist dabei nicht das Problem, wenn die Batterie einigermaßen fit ist und der Roller öfter gefahren wird, liegt derselbe sowieso nur im Bereich von einigen 100 Milliampere bis max. 2 oder 3 A. Was der Gelbatterie zu schaffen macht, ist die LadeSPANNUNG! Im Zyklenbetrieb (also ständiges abwechselndes Laden/Entladen) kann der Gel-Akku zwar ebenso 14,4 V ab wie eine Blei-/Säure-Batterie, aber bei längeren Fahrtstrecken ähnelt der Betrieb doch mehr dem Pufferbetrieb, da der Akku über längere Zeit kontinuierlich geladen wird; auch, wenn er bereits voll ist, fließt immer noch ein Erhaltungs-Ladestrom von 200 mA oder so.
Das Problem ist zu lösen, indem man die Ladespannung des Reglers bei erhöhter Motordrehzahl durch Nachbiegen der entsprechenden Feder am Anker auf 13,7-13,9 V heruntersetzt. Serienmäßig beträgt diese 14,2-14,5 V! Durch diese Maßnahme brennt das Licht zwar geringfügig dunkler, andererseits halten sämtliche Glühlampen etwa 30% länger.
Wie gesagt, mein Blei-Gel-Akku hält jetzt schon das dritte Jahr, obwohl er zum Zeitpunkt des Einbaus schon gebraucht war.
Meinen elektronischen Regler von Laubersheimer habe ich auf 13,9 V eingestellt. Aber das hatte ich ja schon vor Jahren geschrieben... :oops:
Im Winter wird die Gelbatterie übrigens weder ausgebaut noch nachgeladen (Roller steht "garagiert").

Gruß Holgi

Verfasst: 23.02.2007, 07:14
von Olinger123
Hallo Heinkelholgi!

Vielen Dank für deinen Bericht. Kannst du vielleicht einmal etwas deutlicher erklären was unter "nachbiegen" gemeint ist. Vielleicht gibt es ja ein Foto von einem mech. Regler ohne Gehäuse.