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♣ Das leidige Getriebethema: der 2. Gang ♣

Verfasst: 03.05.2009, 12:10
von cocopelli
Hallo Freunde,

ich habe irgendwie Probleme mit dem Schalten... ein Anfängerproblem?

Ich möchte es mal so beschreiben:

Der 1. Gang lässt sich (fast) problemlos einlegen, der 2. ist dagegen kaum zu finden und es "ratscht".
ist er dann drin, dauert es grade mal wenige Sekunden, bis er mit wieder rausspringt...
. 3. und 4. gehen wieder problemlos.

Frage also an Euch:
Ist das ne Einstellungssache, ein Anfängerproblem oder Abnutzung??

Freundliche Grüße von *Chris*

Re: ♣ Das leidige Getriebethema: der 2. Gang ♣

Verfasst: 03.05.2009, 21:25
von Bernd Hünten
Hallo Chris,
so einfach ist das nicht zu beantworten.
Natürlich kann das Getriebe verschlissen sein, natürlich kann die Mimik des Schalthebels verschlissen sein. Wie ich in einem anderen Beitrag schon einmal geschrieben habe (Suchfunktion benutzen) hat mein Getriebe inzwischen über 100 000 km gelaufen (damals 90 000 km) und es läßt sich einwandfrei (und auch für andere!) schalten.

Ich will mich nun nur zur Einstellung äußern. Die Züge müssen leichtgängig sein, dazu löse ich das Unterteil des Schalhebels und lasse mit Hilfe einer Spritze dünnflüssiges Öl in den Zug laufen. Das dauert einige Zeit. Dann bocke ich die Schwinge auf, so dass das Hinterrad frei dreht. In der Leerlaufeinstellung drehe ich das Hinterrad und verstelle die Züge so lange bis kein Getriebegeräusch mehr zu hören ist. Dabei dürfen die Züge weder zu stramm noch zu locker sein. Wenn sie zu stramm sind, brauchst du viel Kraft , um zu schalten, wennn sie zu locker sind fehlt die Genauigkeit.
Ich habe als Anhaltspunkt: wenn sich die Seele des Bowdenzuges vor dem Schalthebel mit den Fingern ohne Anstrengungung etwa 3 - 4 mm auf und abbewegen lässt (Gesamtweg!), ist die Spannung einwandfrei.
Vom Leerlauf schaltest du in den ersten Gang und drehst dabei das Hinterrad. Du merkst, wie der erste Gang einrastet. Evtl. Mussst du jetzt korrigieren, also den unteren Zug spannen oder nachlassen. Am oberen Zug arbeitest Du genau entgegengesetzt. Stimmt der erste Gang, schaltest Du während Du das Hinterrad drehst in den zweiten Gang. Hier hörst Du genau das Einrasten. Je nachdem ob der 2. Gang noch nicht richtig drin ist (rattert) spannst Du den oberen Zug ein wenig und lässt den unteren etwas nach. Danach probierst Du wieder den 1. Gang, danach den 2..

Das dauert einige Zeit und ich fahre danach gleich, ohne die Karosse auf zu bauen. Danach korrigiere ich nötigenfalls nochmals im Stand.
Meine Schaltung lässt sich dann leicht und sauber schalten.

Wenn man langsam schaltet findet man den 2. Gang leichter, wenn man den ersten Gang nicht so hoch dreht, findet man den 2. leichter. Im Prinzip muss man den 2. Gang immer sofort finden, etwas Erfahrung (Gefühl) gehört aber dazu.
Ich hoffe, ich konnte Die eine Hilfe sein.
Mit Heinkelgruß
Bernd