Seite 1 von 2

103 A1 läuft schlecht

Verfasst: 24.09.2008, 20:10
von StefanK
Hallo Heinkel-Gemeinde,

musste bei meinem 103 A2 (mit A1-Motor) den Zyl.-Kopf wechseln. Startete danach problemlos und nahm in der Garage beim Probelauf auch ordentlich Gas an. Anschließend habe ich noch den Hauptständer etwas aufgeschweisst und den Heinkel dabei ganz auf die Seite gelegt. Auch danach lief er problemlos an. Doch bei der Probefahrt kam ich 200 m, danach nur noch sehr schlechte Gasannahme, dann ging er ganz aus und lief nach etlichen Versuchen wieder sehr zögerlich an und das auch nur durch "pumpen" und immer weiter aufziehehn des Gasgriffes.

So steht er jetzt in der Garage!

Nun meine Frage an Euch: Habe ich einen Fehler beim Zusammenbau gemacht oder kann es daran liegen, dass ich den Roller komplett flachgelgt habe. Kann dadurch Dreck im Tank in den Vergaser gekommen sein? Was darf ich beim Bing Vergaser öffnen und was nicht?

Für Eure Tipps bin ich jetzt schon dankbar.


In diesem Sinne noch auf ein paar Sonnenstrahlen und nen laufenden Heinkel hoffend


Stefan

Re: 103 A1 läuft schlecht

Verfasst: 25.09.2008, 10:20
von Heinkelholgi
Hallo Stefan,

ob du Fehler beim Zusammenbauen gemacht hast, weiß ich natürlich nicht... :?:
Zumindest könnte es aber sein, dass deine neue Kopfdichtung durchbläst, was sie naturgemäß erst nach einer gewissen Laufzeit mit erhöhter Drehzahl macht und nicht gleich in den ersten Sekunden nach dem Probestart. Hast du die einschlägigen Vorschriften der Montageanleitung beachtet? Dichtflächen vorher auf Planität überprüft? Mit Drehmonentschlüssel ordentlich über Kreuz angezogen? Weicheisenscheiben mit dem richtigen Durchmesser genommen? Im Zweifel mal die Kompression messen. Da das bei warmem Motor bei dir nicht geht, musst du es halt kalt machen (Gasschieber auf!); der Wert sollte dann oberhalb von etwa 7 bar liegen. Liegt er deutlich darunter, vielleicht sogar nahe Null, ist die neue Dichtung hinüber :( .
Diese sollte übrigens NICHT die Ausführung mit Brennsteg sein, da sich dieser erfahrungsgemäß in das Aluminium der Dichtfläche hineinarbeitet und dann die Dichtung nicht mehr dichtet und du zudem das Problem hast, die Fläche wieder plan zu kriegen, ohne dass der Kolben hinterher an die Ventile stößt.
Ich gehe weiterhin davon aus, dass du selbige im richtigen Totpunkt eingestellt hast, also in jenem, wo beide Ventile geschlossen sind.

Die zweite Ursache könnte der Vergaser sein. Wenn es die Kopfdichtung nicht ist, dann würde ich die Gasfabrik ohne zu zögern ausbauen und komplett zerlegen. Vorher könntest du natürlich durch Abziehen des Schlauches testen, ob überhaupt Benzin am Bing ankommt. Aber auch, wenn das nicht der Fall ist und die Verstopfung im Benzinhahn liegt, kommst du anschließend um die Vergaserzerlegung nicht herum, weil ja die Gefahr besteht, dass Dreck bereits dort hinein gelangt ist.
Alles, was an der Gasfabrik an- und zugeschraubt ist, kann auch unbesorgt abgeschraubt werden! Vorher besorgst du dir am besten bei Herta (oder einem "Mitbewerber") einen neuen Dichtungssatz dafür, eventuell und je nach Zustand, solltest du auch die Verschleißteile erneuern, also die Schwimmernadel, die Düsennadel und den Schieber. Hauptdüse und Leerlaufdüse mit Pressluft durchblasen, ebenso alle Kanäle und Bohrungen am zerlegten Vergaser. Beim Zusammenbau die beiden Düsen nicht verwechseln! Beschleunigerpumpe, falls zerlegt, richtig herum wieder montieren (Zeichnung in der Montageanleitung). Neue Schwimmernadel mit Zahnpasta einschleifen. Wenn du sie in den Schwimmer steckst und diesen in die Schwimmerkammer, darf eingefülltes Benzin unten nicht raustropfen. Es muss natürlich so viel Benzin in die Kammer, dass der Schwimmer seinem Namen gerecht wird :wink: !
Beim Zusammenbau von Vergasergehäuse und Schwimmergehäuse die große dicke Hohlschraube SW19 unten mit Schmackes anziehen, löst sich sonst gerne durch die Motorvibration.
Eine saubere Neu-Einstellung des Vergasers lässt sich anschließend natürlich nicht vermeiden.
Dann sollte deine Aufmerksamkeit auch dem Benzinhahn gelten. Sprit in Kanister ablassen, Hähnchen und dessen Sieb auf Verstopfung durch Farbenpopel oder Rostpartikel aus dem Tank kontrollieren, ggf. reinigen. Gerne löst sich auch die Korkscheibe im Hahn bei hohem Alter auf und verstopft dann Vergaserteile!
Anschließend Kraftstoffschlauch erneuern und gleich einen der preiswerten Kraftstofffilter in die Leitung einbauen!

Das war in Kurzform das, was mir jetzt einfiel. Sicher hat der eine oder andere noch mehr Tipps. Aber ich würde erstmal damit anfangen.

Viel Erfolg!
Holgi

Re: 103 A1 läuft schlecht

Verfasst: 25.09.2008, 20:25
von StefanK
Hallo Holgi,

vielen Dank für Deine supergenaue "Kurzfassung" - ich denke ich kann -als Heinkel Neuling- sehr viel damit anfangen.

Weicheisenscheiben habe ich die alten genommen. Die Montagevorschriften habe ich beachtet und einen Drehmomentschlüssel hatte ich auch zur Hand. Kopfdichtung ohne Brennsteg benutzt. Denke, bevor ich den ganzen Spaß nochmals zerlege werde ich mal Deine Tipps bezüglich des Vergasers und der Benzinzufuhr genauestens befolgen. Mal sehen, ob ich am WE schon dazu komme.

Hatte mich eigentlich schon gefreut, dass alles so gut geklappt hat und er auf Anhieb lief... aber leider nicht sehr lange.

Na ja.. so sammelt man(n) seine Erfahrungen.


Danke Dir nochmals!!!

Gruß Stefan

Re: 103 A1 läuft schlecht

Verfasst: 06.10.2008, 07:22
von StefanK
Hallo Holgi,

habe zwischenzeitlich neue Dichtungen, etc. vom Club bekommen. Gestern Abend soweit wieder zusammengebaut - bis einschl. Ventildeckel. Dann den Motor kurz mittels Starter durchdrehen lassen. Nun hat er ein Pfeiffgeräusch (nicht durchgehend sondern mit regelmässigen Unterbrechungen). Was kann denn das sein. Ventile müssten eigentlich richtig eingestellt sein - also beide geschlossen (werde es aber nochmals testen). Eine Maus habe ich meines Wissens auch nicht mit eingebaut.

Viell. hast mir ja nochmals nen Tipp.

Gruß und einen schönen Tag

Stefan

Re: 103 A1 läuft schlecht

Verfasst: 06.10.2008, 14:56
von Stephan Tödt
Hallo Stefan,
wenn das pfeifende Geräusch von der Lichtmaschinenseite kommt, dann könnt es sein, dass vielleicht nur eine Schraube von der Unterbrecherplatte zu lang ist und das Blech darunter leicht berührt. Hatte ich auch mal, nur bei mir war es durchgängig. Andere Möglichkeit wäre, wenn etwas (z.B. Scheibe oder Schraube von Einlasskrümmer) bei der Lichtmaschine reingefallen ist und sich unten verfangen hat. Ich Tippe aber auf die Schraube, dass kann leicht passieren, besonders, wenn man neue Schrauben genommen hat.

Ich gehen auch mal davon aus, dass Dein Zylinderkopf bei der Montage plan war. Ich ziehe ihn immer kurz auf einer Anreissplatte ab, dann kann man es am besten sehen. Wenn der Kopf nicht plan anliegt und die Kopfdichtung nicht sauber und gleichmäßig "eingeklemmt" ist, dann kann sie bei Kupfer oder Alu unter Umständen auch Pfeifen (besonders gerne bei dicker Fußdichtung). Es dauert aber ein bisschen (etwa 30-50km).

Gruß Stephan

Re: 103 A1 läuft schlecht

Verfasst: 06.10.2008, 19:34
von StefanK
Hallo Stephan,

vielen Dank für Deine Tipps. Also dass der Kopf Plan war, davon gehe ich auch aus. An der Lichtmaschine, etc. habe ich überhaupt nichts gemacht. Das Pfeiffgeräusch hatte er vor der Demontage des Kopfes nicht. Bin jetzt doch etwas ratlos. Denke werde Morgen den Ventildeckel demontieren und mal Motor mit Starter durchdrehen lassen. Das Pfeiffgeräusch kommt parallel - also im Takt mit den Motorumdrehungen beim Starten.

Gruß Stefan

Re: 103 A1 läuft schlecht

Verfasst: 06.10.2008, 20:24
von Erich
Gelöscht :lol:

Re: 103 A1 läuft schlecht

Verfasst: 06.10.2008, 20:59
von Stephan Tödt
Hallo Stefan,
ich meinte auch nicht, dass Dir war zwischen Kollektor und Anker gekommen ist, sondern nur zwischen dem gelben Kollektor und dem Lichtmaschinengehäuse. Die Zündung hast Du ja nicht angefasst (Schrauben)!?

Wenn Du den Deckel ab hast kuck beim Gas geben mal auf die Kopfdichtung zwischen Stößelkanal und Zylinder. Könnte sein dass Die Dichtung flattert. Dann wäre ein Flächen (vermutlich Kopf) nicht plan, oder Dir ist etwas zwischen die Dichtung und Kopf oder Zylinder geraten. Was für eine Dichtung hast Du eigentlich verwendet? Die Original-Dichtung kann nicht flattern, die geht durch. Aber nach so kurzer Zeit!?
Wenn du den Kopf nicht geprüft hast ob er plan ist, würde ich davon ausgehen, dass er es nicht ist. Ist eigentlich immer so, wenn er lange montiert war und zwar bei der Zündkerze und dem dünnen Steg beim Stösselkanal.

Wollen wir mal hoffen, dass es nichts schlimmes ist.

Gruß Stephan

Re: 103 A1 läuft schlecht

Verfasst: 06.10.2008, 21:26
von StefanK
Werde mich mal auf die Suche begeben, ob etwas dazwischen gekommen ist. Ist die ALU Dichtung vom Club. Werde mich bei Dir melden, sobald ich etwas Neues weiß - oder auch nicht! Auf jeden Fall meld ich mich.

Einen schönen Abend


Stefan

Re: 103 A1 läuft schlecht

Verfasst: 06.10.2008, 21:31
von Erich
Gelöscht :lol: