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Bremse zieht zu stark

Verfasst: 11.09.2008, 21:23
von Philipp86
Hallo zusammen,

ich hab eine Problem mit meiner Vorderradbremse.
Sie zeiht so fest, dass bei minimalem anziehen des Bremshebels das Vorderrad blockiert. Richtig gefährlich wirds dann wenn der Untergrund auch noch nass ist.
Gibts jemand der das Problem kenn bzw. weiß was man da machen kann?
Vielen Dank vorab!

Grüße
Philipp

Re: Bremse zieht zu stark

Verfasst: 12.09.2008, 08:09
von Hauke
Hallo Philipp,

schau mal hier: http://www.heinkel-club.de/forum/phpBB3 ... lit=Bremse

Gruß

Hauke

Re: Bremse zieht zu stark

Verfasst: 12.09.2008, 08:52
von Matthias
Moin Philipp,
herzlich Willkommen im Heinkel-Forum. Ich hoffe, das du viel Freude an deinem Heinkel Roller hast, bei Fragen und Problemen gibt es hier im Forum sicherlich entsprechede Hilfe.

Kurze Anmerkung: es wäre hilfreich zu wissen, welchen Rollertyp du fährst, es gibt doch den einen oder anderen kleinen Unterschied zwischen A0, A1 und A2. Außerdem wäre es sicherlich sehr hilfreich für uns zu wissen, woher du kommst bzw. wo du wohnst. Vielleichst stellst du dich ja mal im Bereich "Sonstiges" kurz vor.

Was dein aktuelles Problem mit der Bremse betrifft:
Tritt das Problem von Anfang an auf (ich gehe mal davon aus, das du deinen Roller frisch erworben hast)?
Hast du dir schon einmal die Bremsbeläge bzw. die Bremse insgesamt angesehen, um festzustellen, ob die Backen richtig eingebaut und nichts abgebrochen ist?
Evt. solltest du mal das Bremsseil etwas lösen, am Vorderrad in Fahrtrichtung rechts befindet sich die Einstellschraube für die Vorderradbremse. Über die Einstellschraube kannst du die Bremse einstellen. Versuch dies bitte mal und teil uns das Ergebnis mit.

Re: Bremse zieht zu stark

Verfasst: 12.09.2008, 09:54
von Philipp86
Morgen zusammen,

schonmal vielen Dank für die schnellen Antworten.

Ich fahre einen 103A0 Baujahr 1957 und komme aus Ravensburg (Baden-Württemberg) und bin 22Jahre alt. Ich habe mir den Roller vor einem Jahr gekauft und schraube seit dem an ihm herum. Nächste Woche wollte ich zum TÜV wobei ich zuerst dieses Problem lösen muss.

Soweit ich mich erinnern kann hatte ich dieses Problem schon letztes Jahr bevor ich begann ihn zu zerlegen. Bremse hatte ich schon ausgebaut und alles kontrolliert. Bremsseil lösen bringt auch nichts, auch schon probiert.

Das mit der Luftfeuchtigkeit wie in dem anderen Beitrag diskuttiert kann bei mir eigentlich auch nicht sein, da der Roller bei mir im trockenen steht und bei längerer Fahrt wird der Effekt nicht besser.

Die Bremsbeläge machen eigentlich noch einen recht guten Eindruck - kann es aber sein dass sie zu alt sind?

Viele Grüße
Philipp

Re: Bremse zieht zu stark

Verfasst: 12.09.2008, 12:09
von Hauke
Hallo Philipp,

wahrscheinlich sind die Dinger alt und hart, versuch mal die Kanten anzufasen oder besser noch, bau neue Bremsbeläge ein. Ist wahrscheinlich die beste Lösung, an der Sicherheit sollte man nicht sparen!

Gruß

Hauke

Re: Bremse zieht zu stark

Verfasst: 12.09.2008, 17:27
von Werner
Hallo Philipp,
das Problem kenne ich. Da wird der Bremsschlüssel falsch herum eingebaut sein. Der "Bremsschlüssel" ist die Welle die innen die Bremsbacken an die Trommel drückt. Nehm mal das Rad raus und die Trommel ab. Dann außen die 13er bzw.14er (Schlüsselweite)Mutter abschrauben und die Bremsbacken abbauen. Nun den Bremsschlüssel um 180 Grad verdreht wieder einbauen und die Sache ist geritzt. Viel Erfolg Werner

Re: Bremse zieht zu stark

Verfasst: 14.09.2008, 11:15
von Philipp86
Danke, werd ich versuchen und berichten!

Re: Bremse zieht zu stark

Verfasst: 15.10.2008, 20:20
von Philipp86
Das war das Problem. Habe den Bremsschlüssel gedreht und jetzt funktionierts! Vielen Dank für die Hilfe!

Re: Bremse zieht zu stark

Verfasst: 26.10.2008, 17:28
von Stephan Tödt
Hallo Jungs,
als ich diese Beiträge gelesen habe, lief es mir zum Schluss kalt über den Rücken. Da mein Thermometer aber 22°C zeigt und ich nicht übermüdet bin, liegt es sicher an den letzten Beiträgen. Ich sitze hier ungelogen mit einer „Gänsehaut“.

Wisst ihr eigentlich was ihr da gemacht habt? Ich glaube, nicht wirklich! Das Problem ist behoben, das glaub ich. Dass ist aber auch schon alles.
Ihr ändert die Bremsanlage und scheint nicht zu wissen was ihr damit anrichten könnt. Jungs dass Ding soll Euch den „Arsch“ retten wenn es mal eng wird.
Komisch, dass sich von den "Fachleuten" noch niemand zu der Lösung geäußert hat.

Es gibt die Möglichkeit, dass der „Bremsnocken“ verkehrt eingebaut war. Dann ist jetzt alles in Ordnung. Dass passt aber nicht zu den Symptomen.
Vorweg: Verhärtete Backen bremsen in der Regel sehr schlecht bis fast gar nicht. Meine Roller stehen auch in der Garage. Trotzdem komme ich nicht drum rum, die Bremsen gelegentlich (ca.2x im Jahr) zu reinigen. Da sie zu „beißen“ anfangen.
Ich kann nicht sagen, warum Eure Bremsen mit den alten Backen noch so zupacken. Sie sollen zwar gut bremsen, aber noch dosierbar bleiben. Die alten Trommelbremsen bremsen normalerweise eher schlecht als zu stark. Aber OK, das nehmen wir mal so hin.

Bei der Trommelbremse gibt es eine „auflaufende“ und eine „ablaufende“ Bremsbacke. Die „auflaufende“ Bremsbacke wird durch die Richtung der Drehbewegung bedingt mehr in die Trommel gedrückt (Selbstverstärkung) und benötigt weniger kraft für die gleiche Wirkung als die „ablaufende“ Bremsbacke, welche von der Trommel (ich sag mal) eher abrutscht. Um dies auszugleichen, hat der „Bremsnocken“, wie hoffentlich bemerkt, zwei unterschiedlich lange Flanken. Dies hat den Grund, die aufgewendete Kraft so zu verteilen, dass die Bremsbacken optimal gleichmäßig an die Trommel gedrückt werden und eine möglichst hohe Bremswirkung erzielt wird. Die Bremsbacken nutzen daher auch unterschiedlich stark ab, was vollkommen normal ist.


Jetzt gibt es für Euch zwei Möglichkeiten.
Erste Möglichkeit:
Der Bremsnocken „WAR FALSCH“ eingebaut. Dann ist er jetzt richtig montiert. OK!
Problem: Wenn Ihr die alten Bremsbacken wieder eingebaut habt, Dann sind sie unterschiedlich abgenutzt und liegen jetzt nicht mehr gleichzeitig an und bremsen dementsprechend schlechter. Das Problem ist fast behoben, der Rest schleift sich ein. Kleiner Nachteil: Beim bremsen wird die Trommel leicht aus der Mitte gedrückt und belastet die Radlager zusätzlich etwas stärker. Kann man aber vernachlässigen.
Die Trommel wird ohnehin beim bremsen etwas aus der Mitte gedrückt, da die Flanken des Bremsnockens unterschiedlich sind. Optimiert werden kann dies nur mit einer Duplexbremse, die uns leider nicht zur Verfügung steht, wo auf beiden Seiten der Backen ein Bremsnocken sitzt, die gleichzeitig bewegt werden.

Zweite Möglichkeit:
Der Bremsnocken war richtig montiert und ist „JETZT FALSCH“ eingebaut. Jetzt bremst Ihr nur noch mit einer Bremsbacke. Die andere wird geschont (ganz schlecht).Die Bremswirkung ist geringer, Ihr seit zufrieden, das Problem scheint gelöst, die Gefahr schlummert im Verborgenen.
Nachteil: Jetzt hat die „ablaufende“ Bremsbacke die lange Flanke und erreicht beim Bremsen die Trommel weit bevor die „ablaufende“ Bremsbacke, mit der kurzen Flanke, mit der Trommel in Berührung kommt. Erst wenn scharf gebremst wird, erreicht die „ablaufende“ Backe auch die Trommel, aber auch nur, weil die Trommel sehr weit Axial verschoben wird.
Problem: Die Achse, die Radlager und die Achse des Bremsnockens werden stark belastet. Wenn es ganz dicke kommt (ich dramatisier mal) könnte es sogar zum Bruch führen.
Ihr wisst was dass bedeutet?! Dann sitz die Büx nicht mehr auf dem Polster, sondern schickert, über die Straße!

So Ihr Zwei, kuckt bitte nach ob Euer Bremsnocke richtig herum sitzt.

Richtig herum bedeutet:
Hinten steht der lange Nocken nach außen (oben)!
Vorn steht der lange Nocken nach innen (hinten)!




Zusammengefasst:
• Bremsnocken auf richtigen Sitz kontrollieren
• Bremstrommel kontrollieren, reinigen, eventuell ausdrehen (entsprechende Bremsbaken zur Not in Übergröße verwenden).
• Neue Bremsbacken anfasen und einbauen, eventuell anpassen.
• Gebrauchte Bremsbacken immer genau so einbauen wie sie demontiert wurden.


Eine sehr gute Anleitung steht in de Heinkel-Info 4/2000 ab Seite 31.


Ich hoffe ich habe jetzt, trotz sehr häufiger Kontrolle, nichts durcheinander aufgeschrieben. Den Sinn sollte aber auf jeden fall rüber gekommen sein. Nie einen Bremsnocken einfach drehen, sondern gezielt kontrollieren ob er richtig sitzt. Es hat einen Grund weshalb die Nocken verschieden lang sind und sie dienen nicht zum „einstellen der Bremskraft“!!!!!

Auf ein gesundes Wiedersehen!

Gruß Stephan

Re: Bremse zieht zu stark

Verfasst: 26.10.2008, 19:19
von Werner
Hallo Stefan,
es ist ja sehr gut dass du die Sorgen um unsere Sicherheit machst, aber so wie das Bremsverhalten oben beschrieben war konnte es nur ein VORHER falsch eingebauter Bremsschlüssel sein. Bist du schon mal mit nem Roller gefahren bei dem das Ding falsch eingebaut ist? Da haut es dich beim kleinsten zug am Bremshebel über den Lenker. Selbstverständlich muß die Bremse an unseren Rollern in Ordnung sein und ich rate hier auch niemandem die Bremse falsch zusammenzubauen um das mal auszuprobieren wie sich das anfühlt. Ich weiß schon ganz genau wie man eine Bremse beim Heinkel fachgerecht repariert. Ich wollte Philipp nur einen Tipp geben und ihm helfen und werde das auch weitehin hier im Forum tun solange ich das darf. Nicht dass du mich falsch verstehst und ich will dich hier auch wirklich nicht angreifen aber irgendwie verstehe ich deine Aufregung nicht ganz.
Mit freundschaftlichem Gruß
werner