Servus Al,
DOT-Nummern sind vierstellig, die ersten beiden Zahlen geben die Produktionswoche wieder, die zweiten beiden das Produktionsjahr.
Bei "xx14" musst Du über die Reifen nicht länger nachdenken. 12 Jahre alte Reifen würde ich noch nicht mal bei trockener Straße fahren wollen - da kann man ja gleich auf Holzräder umsteigen.

Im Ernst: besser bald tauschen wäre mein Rat dazu.
Tatsächlich werden Heinkel-Räder in den seltensten Fällen gewuchtet (schon allein deshalb, weil die meisten Reifenhändler die Felge nicht ohne Adapter - den kaum einer hat - auf die Wuchtmaschine spannen können). Ich mache das "von Hand" mit einer selbst gebastelten Vorrichtung. Und komme dabei durchaus auf Wuchtgewichte in der Größenordnung von 20g.
Ob das nun bei unseren Endgeschwindigkeiten notwendig ist oder nicht überlasse ich jedem selber. Sein muss es wahrscheinlich nicht zwingend, aber ich habe mit gewuchteten Reifen und meinem Fahrprofil einfach ein besseres Gefühl.
Wichtiger als Wuchten ist sicherlich, dass die Felgen möglichst wenig bis keinen Seiten- und Höhenschlag haben.
Falls Du auf die Metzler umsteigen möchtest: ich empfehle (dringend), die neue Dimension in den Papieren eintragen zu lassen (ich höre es schon! "Er nu wieder!", "das soll dich jeder selbst entscheiden!", "nerv nicht!"

)
Warum? Nicht (nur) weil das so legal ist, sondern weil eine nicht eingetragene "falsche" Reifendimension jeder "Dorfpolizist" sofort erkennt. Und noch viel wichtiger: im Falle eines Unfalls ist eine nicht eingetragene Rad-/Reifenkombination eine regelrechte "Steilvorlage" für einen gegnerischen Gutachter. Denk einfach darüber nach und entscheide dann selbst.
Weiterhin: falls Du die Metzler eintragen lassen willst, dann sprich (!) am besten vorher (!) mit Deinem TÜV-/Dekra-/was-auch-immer-Prüfer, der die Begutachtung zur Eintragung vornehmen wird. Warum? Für den Heidenau gibt es eine Herstellerfreigabe für den Heinkel, die die Eintragung deutlich erleichtert. Ob es so etwas für den Metzler auch gibt, weiß ich nicht. Ohne Herstellerfreigabe könnte die Eintragung aber schwer(er) werden, deshalb besser vorher abklären.
Ich habe mir deshalb als ersten Satz den Heidenau mit Herstellerfreigabe beim Club gekauft und den dann eintragen lassen. Dabei habe ich darauf geachtet, dass die Eintragung ohne Herstellerangabe erfolgt (wie auch bei Bernd Hünten im Bild zu sehen). Danach kann man dann jeden Hersteller frei wählen, so lange die Dimension, der Geschwindigkeits- und der Traglastindex stimmen (bei mir sind übrigens "57J" eingetragen, bei Bernd Hünten aber "60L").
Ob man die Reifen übrigens mit oder ohne Schlauch montiert ist eine interessante Frage. Die Herstellerfreigabe von Heidenau fordert die Montage mit Schlauch, obwohl der Reifen vom Typ "TL" (tubeless) ist. Der Metzler ist ebenfalls ein TL-Reifen.
Meine Erfahrung zeigt, dass die Montage und der Betrieb ohne Schlauch problemlos funktioniert (weil ein einspuriges Fahrzeug m.W. eh keinen "Hump" in der Felge braucht). Einschraubventile in die Felge und gut ist's. (aber auch hier: ob das nun noch im Rahmen der Legalität ist oder nicht mehr? Ich weiß es nicht, bin aber skeptisch, zumal die Herstellerfreigabe
für den Heidenau diesbezüglich recht eindeutig ist.)
Schließlich: Reifen selber montieren. Das geht, ist aber jedes mal wieder ein echter "Kampf". Ich habe mir mittlerweile einige Hilfsmittel zurecht gelegt/gebastelt und komme nach einigen Jahren Übung ganz gut zu Rande. Beim ersten mal stelle Dich aber besser auf eine verschwitzte Werkstatt-Session mit viel Fluchen ein.
Wichtig bei der Selbst-Montage: unbedingt Felgenschutzeinlagen unter den Montiereisen verwenden. Die Heinkelfelge kann man bei unsachgemäßer Montage relativ leicht an den Rändern verbiegen und dann hat man den Salat.
Frage einfach beim Reifenhändler Deines Vertrauens, ob er Dir die Reifen montieren kann (Tipp: Beispielrad mitbringen, damit der Händler weiß, worauf er sich einlässt). Das ist auf jeden Fall die streßfreiere Variante
Viele Grüße,
Bernd