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Meine ausgerissene Kipphebelachse
Verfasst: 16.05.2008, 11:04
von Bernd Hoose
Mir ist ja auf dem Hinweg zum Treffen die Kipphebelachse rausgerissen
Mir wurden ja einige Für und Wieder zu der Reparatur genannt, der eine sagte Schweißen kein Problem, der andere schlug die Hände über dem Kopf zusammen.
Jetzt hat mir ein Heinkelkollege eine Einfachlösung zu gemailt, Ich finde eine "Keep it Simple" Lösung!
Er schrieb, bei den Kipphebelachsen muss man zuerst die Oberfläche (gehärtete Schicht) anschleifen bevor man bohrt.
Und er fährt schon laut seiner Aussage, 2 Jahre ohne Probleme damit rum.
Ich wollte euch die Lösung mal vorstellen.
Ich habe inzwischen sogar schon einen kompletten Kopf zu einen guten Preis von einem alten Heinkler bekommen,
so das ich die defekten jetzt in Ruhe fertig machen lassen kann, der Motor wird natürlich auch nachgesehen und überholt.
Wer weiß was sich nach 25.000 Km so alles findet....
Bernd
Re: Meine ausgerissene Kipphebelachse
Verfasst: 16.05.2008, 12:45
von Hauke
Hi Bernd,
also ich persönlich würde mit einem unguten Gefühl durch die Gegend fahren mit solch einer Lösung. Die Kipphebelwelle wird durch die Bohrungen geschwächt und, was ich noch schlimmer finde, der ganze Druck der Stößelstange wird von 2 Schrauben (ich schätze max. M6) abgefangen, die in den Zylinderkopf (Alu) geschraubt sind. Bei 5000 und mehr Kurbelwellenumdrehungen bzw. 2500 Nockenwellenumdrehungen pro Minute ist da ganz schön viel leben drin.
Die Gefahr ist viel zu groß, sich den ganzen Motor zu ruinieren, wer weiß schon, was unten im Motor noch alles kaputt gehen kann.
Gruß
Hauke
Re: Meine ausgerissene Kipphebelachse
Verfasst: 16.05.2008, 22:20
von Stephan Tödt
Hallo Bernd,
dass ist doch die Lösung, solange Du Dein Grundstück nicht verlässt. Zum Tanken würde ich lieber den Kanister empfehlen.
Eins muss man aber zugeben, der Man hat Mut oder weiß nicht was er tut.
Ich denke der restliche Zustand des Motors, von dem was man sieht, spricht für sich. Zumindest braucht er keinen Ölwechsel, sondern muss nur nachkippen und Benzin kontrollieren. Also letzteres!
Schön, dass Du schon einen neuen Kopf hast. Bei 25tkm würde ich sagen, der Motor ist gut eingefahren. Wenn er gut gemacht ist dürfte nichts zu finden sein. Das Doppelte würde ich ihm geben, dann wäre bei Deiner Fahrweise und Strecke mal die Kurbelwelle und die Kohlen dran.
Gruß Stephan
Re: Meine ausgerissene Kipphebelachse
Verfasst: 19.05.2008, 10:23
von Helmut
Hallo zusammen,
mittlerweile habe ich schon etliche ausgerissene Kipphebelachsen gesehen. Es ist doch ein offensichtlicher Schwachpunkt. Hatt sich schon jemand gedanken gemacht warum der Kipphebelbock bricht?
Ich habe bei großen Touren immer etwas bedenken.
Gruß Helmut
Re: Meine ausgerissene Kipphebelachse
Verfasst: 20.05.2008, 15:10
von Bernd Hoose
Ich war heute bei jemanden der für BMW virl macht.
Hatte gehofft das er mir meinen wieder richten kann.
Aber leider macht er das ohne ganz viel € nicht.
Er hat selber BMW's und deswegen alles für die Köpfe zusammengebastelt das dies schnell wieder herstellbar sind.
Er meinte sofort, typischer Fehler, die Klemmung zu stark angezogen,
bei dem weichen Material ist das das typische Resultat aus harten Schrauben und weicher Aluklemmung.
Er empfahl mir die entweder gar nicht mehr zu klemmen und auf die Auswandernasen im Deckel zu vertrauen, oder die halt nur mit ganz ganz viel Gefühl nur anzuhauchen.
Hab direkt mal nach gesehen, da sind wirklich kleine Nasen im Deckel die an die Klemmböcke gehen,
scheinbar hat sich da jemand bei der Konstruktion seine Gedanken gemacht.
Ferner sei der größte Killer das Abheben der Ventile bei zu hoher Belastung/Drehzahl oder Abnutzung, wenn die Ventile nicht mehr der Nocke folgen können und durch diese Stösse dann immer mehr Brüche im Material entstehen bis zum Versagen.
Hauptschuldiger sei da die viele Umlenkerei von Nocke bis Ventil.
http://www.heinkel-ei.de hat dieses Problem bei der Berechnung seiner neuen Nockenwelle ja auch angesprochen.
Ich hoffe ich bekomme den alten Kopf noch für einen halbwegs bezahlbaren Preis gerichtet, ansonsten habe ich ja GottseiDank schon einen neuen hier liegen, allerdings hat er auch schon einen keliene Riß allerdings auf der Einlaßseite.
Mal sehen was mit dem wird.
Bernd
Re: Meine ausgerissene Kipphebelachse
Verfasst: 20.05.2008, 15:29
von Hauke
Hi Bernd,
meinst du die kleinen scharfkantigen Nasen im Deckel wo man sich schön die Finger dran aufreißen kann? Die sind zur Schmierung der Kipphebelwellen. Von unten wird Öl an den Deckel geschleudert und von dort läuft es dann der Nase entlang und tropft dann auf den Kipphebel bzw. Welle, deshalb ist der Kipphebel auch oben offen (geschlitzt).
Gruß
Hauke
Re: Meine ausgerissene Kipphebelachse
Verfasst: 20.05.2008, 16:00
von manfred030
Moin,
nach dem ich meinem Nachbarn, einen alten versierten KFZ Meister, die Fotos gezeigt habe, meinte der nur:
"Na und, so haben wir das früher oft gemacht, das hält bombig, damit kannst bis zum Nordpol fahren!"
Also scheint derjenige, der den Kopf so repariert hat, zu wissen was er tut.
Skeptisch bin ich trotzdem und würde immer einen heilen Kopf verbauen.
Manfred
Re: Meine ausgerissene Kipphebelachse
Verfasst: 20.05.2008, 16:21
von Bernd Hoose
Hallo Hauke, ne die meine ich nicht.
Meiner hat zusätzlich zu den Tropfnasen noch in etwas der Flucht nach hinten zu diesen eine weitere Nase.
Vorne ist die durchgehende Kante in der auch die Entlüftung gebohrt ist.
Ich werde mal ein Foto machen ist besser zu erklären.

Rechts Tropfnase links der Anschlag für die Achse.
Bernd
Re: Meine ausgerissene Kipphebelachse
Verfasst: 01.06.2008, 14:30
von Bernd Hoose
Nachdem ich schon einige Aluschwißer, noch nicht alle, gesprochen habe.
Hat mir heute einer diese Lösung angeboten.
http://www.al85-nord.de/deutsch.html
Schomal gehört oder damit gearbeitet?
Laut seiner Aussage liegt die Temperatur an der Stelle nie über 200 Grad,
und die "Schweißnaht" wäre stabiler als der alte Guß.
Bin gespannt auf eure Meinungen.
Bernd
Re: Meine ausgerissene Kipphebelachse
Verfasst: 01.06.2008, 21:15
von Stephan Tödt
Hallo Bernd,
ich habe das Zeug im Keller und auch damit gearbeitet. Unter anderem habe ich meinen „Campi“ damit an den Scharnieren gelötet und die Gewinde für die Kontaktplatte überarbeitet. Das Zeug ist wirklich gut und erheblich härter als das Aluminium welches gelötet werden muss.
Es ist allerdings sehr schwer zu verarbeiten, denn wenn man zu viel wärme zuführt hat man ganz schnell nur noch einen Klumpen Aluminium. Ist mir zwar noch nicht passiert, aber ich konnte schon immer gut löten, egal ob hart oder weich. Ob ich mich aber an die Lagerböcke der Kipphebelachse herantrauen würde weiß ich nicht, es müssen ja auch noch die Augen erhalten bleiben. Man kann sie zwar mit der Reibahle nacharbeiten, was aber wegen des Schlitzes schwierig werden könnte. Ich würde wahrscheinlich erst mal eine große Fase an die Böcke machen, damit das ganze auch hält. Dabei ist es sehr wichtig, die Bruchflächen zu verzinnen, was mit Hilfe einer Drahtbürste gemacht wird. Auf jeden Fall ist es eine Herausforderung für jeden,
aber möglich.
Nichts für ungut Bernd, aber dass ist nichts für Dich, hat mit Papier nichts zu tun.
Gruß Stephan