Hallo Lothar,
ich habe nun eine ganze Weile überlegt, ob ich etwas dazu schreibe oder mir die Zeit (bei dem Wetter) spare, denn wir werden nie zu einer allgemein einheitlichen und übereinstimmenden Meinung über dass zu fahrende Öl kommen, aber es regnet gerade mal kurz etwas und ich habe Zeit.
Also …….
Jeder fährt Öl von dem er überzeugt ist und es ihm wert ist.
Wenn ich ein Ölwechsel mache kostet es mich 15€ und es dreht sich mir der Magen um, wenn ich daran Denke, dass ich es auch für 3€ haben kann.
Warum tu ich dass? Ganz einfach! Da ich auch schon 23 Jahre auf Achse bin und einige 100tkm runtergeorgelt habe, habe ich auch schon dass eine und andere ÖL ausprobiert und meine „Erfahrungen“ machen müssen, an die ich mich nicht unbedingt gerne erinnere.
In den Anfängen fuhr ich auch ein (wie viele andere auch) normales Mehrbereichsöl. Der Roller fuhr, „OK“. Über Verschleiß kann ich hierzu nichts sagen, da es einfach schon zu lange her ist und der Motor schlecht gemacht war. Was mich aber enorm ärgerte (ich erinnere mich sehr gut), war, dass die Kupplung ständig rutschte. Da nützen keine neuen Beläge mit neuen Federn und Scheiben drunter. Zu Anfang war alles gut, das „Eisen“ rannte. Aber wenn ich auch nur ein klein wenig Öl nachfüllen musste, rutschte die Kupplung, bis die Maschine einmal wieder richtig heiß geworden ist. Dann ging es wieder bis zum nächsten Nachfüllen. Ich wohne nun leider im platten Land, was mich aber wohl vor dem Wahnsinn bewahrt hat (ich hoffe doch). Ich fuhr aber nun mal gerne in die Berge. Von unten sahen sie schön aus, von oben war es aber noch schöner (wusste ich), es gab da nur häufig ein Problem. Das „Eisen“ war willig, aber die Kupplung war wie ein chronisch entzündeter Blinddarm. Es nervte, also, so ging es nicht weiter.
Mit sehr viel mehr Erfahrung wurde der Motor zum ersten mal in einen neuwertigen Zustand versetzt, ohne Rücksicht auf Geldverluste. Des Weiteren wurde auch das ÖL gewechselt, es sollte was gutes sein. Also, Einbereichsöl, Club-Öl (roter Kanister), muss gut sein. Das „Eisen“ rannte wie nie zuvor, wie ein Uhrwerk. Ich war begeistert. Auf zum Treffen nach Süddeutschland. Ich glaube „Heilbronn“ sollte es sein. Eine Übernachtung auf einem Campingplatz. 4 Uhr aufstehen, packen und „schon“ um 11 Uhr los, um frühzeitig da zu sein. Zwischenzeitlich noch schnell im Frühnebel auf dem Campinglpatz die Ventile ausgebaut und die Führung geputzt. Ob ich dass immer so mache?
NEEEIIIN!!! Aber was soll ich machen wenn nach etwa 1500 km ein neues Ventil in einer neuen Ventilführung, nicht mehr schließt und die Kompression einen Ausflug macht. Was war passiert? Es befand sich ein Teerartiger klebriger schwarzer Film in der Ventilführung, welcher beim erkalten so fest wurde, dass das offen stehende Ventil nicht mehr schloss. Wo kommt das „Deubelszeug“ her? Natürlich vom Öl, woher sonst!? Ich habe die Tour dann noch mit demselben Öl beendet und seitdem findet es Verwendung in meiner Ölkanne zum Ölen des Hauptständers Türscharniere u.s.w.. Ganz hervorragend, bisher keine Fresser.
Ich habe mich dann schweren Herzens für das „Castrol Classic Öl“ SAE 40 entschieden. Bei dem Preis blutete mir das Herz. Bis heute fahre ich dieses Öl ohne Probleme in meinem Originalmotor. Einige wissen, dass ich letztes Jahr etwas Probleme mit meinem neuen Austauschmotor hatte, was aber vermutlich auf eine nicht korrekt zusammengebaute Kurbelwelle zurück zuführen ist. Jetzt fahre ich wieder meinen alten Motor, der rennt wenigstens. Ich habe meinen Kolben nach 100tkm ausgebaut und er sieht bis auf den Kolbenboden und den Stoss der Kolbenringe aus wie neu, keine Ablagerungen, kaum Verschleiß. Die Kupplung, die ich wegen alten „Erfahrungen“ immer misstrauisch im Auge hatte fing nach fast 100tkm an zu rutschen, es fehlten noch 300km. Schade.
Ich mache meine Ölwechselintervalle nur alle 5000 km, wenn ich in Urlaub fahre auch mal nach 9000 km. Der Motor ist sauber (von innen). Es gibt nach gut 150tkm kaum Verschleiß an Zahnrädern, Kupplungsglocke, Kolben und Zylinder, Zylinderkopf, Nockenwelle und
Getriebe. Die Kurbelwelle, Lager, sowie Simmerringe schmeiße ich allerdings alle 50-75tkm routinemäßig raus, je nachdem wo ich im Urlaub so hin will.
Nach meinen „Erfahrungen“ werde ich mein Öl so lange es im Handel erhältlich ist nicht mehr wechseln, es kann nur schlechter werden.
Ich gestehe, ich bin ein ganz schlimmer, gemeiner und überzeugter UQÖP (Unlegiertes Qualitäts-Öl Prediger) und lass mich diesbezüglich auch nicht belehren und habe es auch bei anderen aufgegeben.
Soll doch jeder fahren was er meint und womit er glücklich ist.
Ich glaube nicht, dass Du an den Kolbenringen einen UÖP von einem LÖP unterscheiden kannst, aber ich glaube dir, dass du an den Kolberingen ein Hochwertiges von einem Billigöl unterscheiden kannst, die Erfahrungen habe ich auch gemacht. Man muss allerdings von gleichen Bedingungen ausgehen. Langstrecke und Kurzstrecke wirken sich nicht gleich aus und auch andere Motorzustände können ihr übriges dazu tun. Auch die gerne vernachlässigte Wartung spielt eine Rolle. Ich denke mal, Du bist auch eher ein Langstreckenfahrer, was dem Motor zugute kommt und wünsche dir noch viele sorgenfreie Kilometer.
Aber sind wir doch mal ehrlich, wer fährt heute schon noch wirklich „lange Strecken“, das sind doch nicht mal 5 Prozent und zum Briefkasten oder der Eisdiele komme ich notfalls auch mit "Sonnenblumenöl".
Den Bericht von „Onkel Walter“ habe ich leider nicht zur Hand, da ich erst von 1964 bin.
Und die Erde ist doch eine Scheibe. Es gibt sogar einen recht neuen"Dokumentarfilm" davon. Geh mal in die Videothek Deines Vertrauens und hol Dir „Fluch der Karibik“. Viel Spaß!
„Guten Abend“
Gruß Stephan