Moin!
@Peter: Ja, die Ersatzmontage war eine elende Fummelei. Mir ist dabei in den Sinn gekommen, was ich eigentlich machen soll, wenn mir unterwegs auf der Landstraße der Gaszug reißt. Das Gaszug-Notreparaturseil vom Club könnte ich zwar durch die vorhanden bleibende, verlegte Hülle durchschieben. Aber wie hänge ich es im Gasschieber des Vergasers oder im Gas-Drehgriff am Lenker (je nach "Durchschieberichtung") ein? Man muss am freien Ende einen genauso kleinen Nippel anbringen, wie er am vorgefertigten Ende des Notseiles vorhanden ist. So etwas Kleines gibt es wohl nicht als Schraubnippel. Eine Lötflamme habe ich gegebenenfalls im Grünen am Straßenrand auf der Landstraße nicht dabei. Und auch nicht ein genügend starkes Quetschwerkzeug für einen Quetschnippel, den man zuhause wohl noch nachlöten könnte, der aber für die nächsten 300km halten muss.
Natürlich ist die Frage, wie groß denn das Risiko für so einen Notfall ist. Vor allem jetzt nachdem der Zug erst mal neu ist. Der aktuell reparierte Gaszugriss ist mit glücklicherweise nur 100m von zu Hause entfernt passiert, direkt nach dem Start zu einer Sonntagsausfahrt, die dann gestrichen werden musste. Nach 1,5stündigen Gefummel hatte ich keine Lust mehr auf Münsterländische Landstraße.
Um tatsächlich an der Landstraße eine schnelle Notreparatur durchführen zu können, müssten in meinem Notfall-Bordwerkzeug neben einem Notfallgaszug auch kleine Quetschnippel sein. Außerdem müsste ich es auch um eine kräftige, geeignete Zange und einen Hammer erweitern, mit denen ich die kleinen Nippel auf das freie Seilende quetschen könnte. Mit dem Hammer würde ich auf die Zange schlagen können und so vielleicht den Nippel fest genug bis zum Nachlöten zuhause aufgequetscht zu bekommen.
Diesen Nippel, der notfallmäßig auf das freie Seilende anzubringen ist, würde ich nur ungern für die Seite im Vergaserschieber vorsehen. Sollte die Notfallquetschung nämlich nicht halten, liefe ich Gefahr, dass der abfallende Nippel in den Ansaugtrakt des Motors angesaugt würde und es zu einem kapitalen Motorschaden kommen könnte.
Wenn ich den Notfallnippel an der Gasdrehgriffseite anbringen will, fehlt mir dort eine stabile Unterlage, um mit dem Hammer die Quetschzange zu unterstützen. Hier müsste dann allein mit der Zange so quetschen, dass es für die Zeit bis eine Lötflamme zu Verfügung steht reicht.
Vielleicht ist es doch die bessere Alternative, gegebenenfalls den ADAC zu rufen. -> Kann aber auch 2 Stunden dauern, bis der dann vor Ort erscheint.
@Rued u. Velorex350: Ihr habt vermutlich noch keinen Heinkel-Gaszug und seine Verbindung mit den Betätigungseinrichtungen näher betrachtet.
Ich habe am Ende zwei Bilder eingefügt. Das eine Bild zeigt den Gaszug inkl. Hülle mit den kleinen Quetsch- oder Lötnippeln an den Enden des Seils . Ich habe auf der einen Seilseite den Gleitstein aus dem Gasdrehgriff druntergelegt und auf der anderen Seite den Vergaserschieber so vormontiert, dass das Seilende noch herausschaut. Im zweiten Bild habe ich einen Reparaturzug daneben gelegt. Man sieht bei ihm an einem Ende den kleinen Quetschnippel, der in den Gaschieber eingeführt werden muss und oben das Seilende an dem der Quetschnippel nach Durchziehen durch die Hülle angebracht werden muss. Erst dann kann er funktionstüchtig in den Gleitstein eingelegt werden.

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Rued und Velorex350, eure Beiträge beschreiben die Reparatur von Bowdenzügen allgemein, wie man sie in der (Hobby-)Werkstatt durchführt. Das habe ich so auch schon mehrfach durchgeführt und es ist zielführend. Eine Notreparatur am Straßenrand ist so aber nicht durchführbar und Schraubnippel gibt es eben nicht (Zitat) "in jeder Größe".
Vielleicht habt ihr aber noch Ideen, wie man mein Notfallproblem lösen könnte.
Vielleicht ist der Gleitstein so veränderbar, dass ein größerer Schraubnippel unterzubringen ist.
Bleibe ich am Straßenrand mit gerissenem Schaltzug oder Kupplungszug liegen, sind diese schnell mit Durchzugreparaturseilen und Schraubnippeln für eine Weiterfahrt zu reparieren. Bei den Bremszügen geht das auch nicht so einfach. Da aber wohl kaum beide Bremszüge gleichzeitig reißen dürften, könnte man mit der nötigen Vorsicht auch 300km mit einer Bremse zurücklegen.
Mit herzlichen Schraubergrüßen
Hans