Lenkkopflager einstellen

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StephanKersting
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Lenkkopflager einstellen

Beitrag von StephanKersting »

Eslohe 14.10.2024

Hallo liebe Forums-Freunde.

Da nun zunächst mein Vergaser auf Profi Einstellung beim Service Partner des Clubs wartet, habe ich eine weitere Herausforderung bei meinem A2 angenommen.
Nach dem Austausch der Federbeine (Heinkel Shop sei Dank) an der Schwinge hat sich das Fahrverhalten zwar deutlich gebessert, aber es gibt doch deutliches Spiel im Lenkkopflager.
Da ich vermutlich am Wochenende Zeit bekomme mir das anzuschauen meine Frage ins Forum: "Wie mache ich das und benötigt man Spezialwerkzeug dazu"? Bitte bedenken: Kaufmann! :oops:
Herzlichen Dank und freundliche Grüße aus Eslohe
Stephan
Carpe Diem :)
Rued
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Re: Lenkkopflager einstellen

Beitrag von Rued »

Hallo Stephan mal wieder,
Ohne Moped dabei wirds nie eine "Profivergasereinstellung" geben können. Bei deinem Spiel im LeKoLa gibt's genau zwei Möglichkeiten :
1 : Nur zu locker gewesen > einfach nachstellen und alles ist schön.
2 : Nachstellen, Spiel ist weg aber " Mittelraster " . Das ist leider zu ca 98% dein Ergebnis außer du hast unglaubliches Glück (z.B. der Vorbesitzer hats neu gemacht und es hat sich noch gesetzt) . Also Gabel und alle Lagerschalen raus, alles erneuern und gut. Ist ähnlich anstrengend wie der Vergaser, nur ungleich größer, schwerer, dreckiger, aufwändiger und je nach Geschick nur mit Spezialwerkzeugen bewältigbar.
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Hans
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Re: Lenkkopflager einstellen

Beitrag von Hans »

Hallo Stephan,
sieh dir das Werkstattvideo "Gabel ausbauen und Lenkkopflager erneuern und einstellen" mit Bernd Durant an. Das Video ist perfekt wie alle Heinkelclub Werkstattvideos.
Gruß
Hans
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StephanKersting
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Re: Lenkkopflager einstellen

Beitrag von StephanKersting »

Eslohe 16.10.24

Hallo liebe Heinkel Clubfreunde,

hab mir das Video nun angeschaut. Hier hört`s bei mir definitv auf. :shock:

Das nachstellen werd ich auf jeden Fall mal machen um zu schauen ob ich wohl bei irgendeinem Problem mit dem Roller tatsächlich mal Glück habe.
Rued: "Mittelraster" ? Das ist wahrscheinlich ein "Haken und Klemmen etc." welches sich durch nach dem Nachziehen durch schadhafte Kugeln oder Lagerschalen einstellt?
Zum Nachziehen des Lagers eine Frage: Komme ich an die beiden Sicherungsschrauben die notwendigerweise gelockert werden müssen ran ohne den Lenker zu demontieren? Also Bugschale abnehmen könnte reichen?

Morgen frage ich mal bei Herrn Engelbrecht zum Stand der Dinge beim eingeschickten Vergaser nach. Bin ich wirklich mal gespannt.
BG
Stephan
Carpe Diem :)
Rued
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Re: Lenkkopflager einstellen

Beitrag von Rued »

Als Mittelraster wird folgendes bezeichnet:
Ein heiles LeKoLa geht über den ganzen Drehbereich der Gabel gleichmäßig leicht und spielfrei. Verschlissene rasten quasi in der Geradeausstellung ein, wenn man versucht, sie spielfrei einzustellen. Ist beim Fahren nicht ganz so toll und TÜV gibt's so auch nicht, das wird eigentlich immer überprüft. Diese "Rasterung" entsteht durch Verschleiß, sprich viele gefahrene km über Unebenheiten, da die Lenkung öfter gerade als schräg steht, stanzen sich die Kugeln des LeKoLa quasi in die Lagerschalen ein.
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anh
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Re: Lenkkopflager einstellen

Beitrag von anh »

Morgen frage ich mal bei Herrn Engelbrecht zum Stand der Dinge beim eingeschickten Vergaser nach. Bin ich wirklich mal gespannt.
Jede Nachfrage verlängert die Reparatur. Aktuell sind 4 Wochen Wartezeit normal.

Und noch mal zu deiner Erwartungshaltung. Der Vergaser wird hinsichtlich der Werkseinstellung überprüft und in mit einer Grundeinstellung zurückschickt.
Die Feinabstimmung geht nur am Fahrzeug.


Anh
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heinkel-bernd
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Re: Lenkkopflager einstellen

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Stephan,
Die Ursache zur Rastung, wie sie Rued beschreibt, kann ich nicht bestätigen ;
Die Lenkungslager an meinem 103 A-0 wurden vor über 100.000 km und über 20 Jahren erneuert und laufen noch astrein :D
ich habe mir mal einen Lagerschaden am Lenkkungslager (Rued nennt es Mittelrastung) genauer angesehen :shock:
oft handelt es sich um einen Standschaden an den Lenkungslagern, wenn das Fahrzeug längere Zeit in feuchter
Umgebungaluft steht: An den Berührungspunkten der Kugeln zur Lagerschale hält sich Feuchtigkeit, die punktuell zur
zur Korrosion führen. Dadurch entstehen in den Lagerschalen im Abstand der Kugeln kleine Mulden, die sich beim Lenken
wie eine gleichmäßige Rastung anfühlen :x
101_6324bearb.jpg
101_6336bearb.JPG
Ein Nachstellen in diesem Zustand ist sinnlos, da sich dadurch die Rastwirkung verstärkt :cry:

Nun zu Deinem lockeren Lenklager:
Wenn nur das Lagerspiel zu groß ist, aber keine Rastung zu spüren ist sollte ein Nachstellen des Lagers zum Erfolg führen :wink:
Wenn die Lenklager erst erneuert wurden verwendet ein mitdenkender Monteur zum Kontern der Ringmutter nicht mehr die Madenschrauben
mit Flachschlitz sondern mit Innensechskant (Inbus Stiftschraube M6 x 8 ). Mit gewinkeltem Inbusschlüssel SW 3,0 mm sind diese jederzeit erreichbar :wink:
(für die originalen Madenschrauben gibt es aber auch abgewinkelte Schraubendreher)
Oft lässt sich aber diese gekonterte Ringmutter mit einem Splintentreiber (Durchschlag) 5mm, eingesteckt in die seitlichen Bohrungen, noch
verdrehen.
Dazu habe ich mir vor langer Zeit mal überlegtund das Lenklager nachzustellen, ohne die Vorderradhaube zu entfernen,
Um Arbeit und Zeit zu sparen.
Vorausgesetzt die Ringmutter lässt sich gekontert mit etwas Kraftaufwand noch drehen:
Dazu habe ich im genauen Abstand vom Lenkschloss-Gehäuse nach oben durch das Beinschild ein Loch mit 5 mm gebohrt,
durch das der 5 mm Splintentreiber in eine der 4 Bohrungen in der Ringmutter gesteckt wird.
Ringmutter Höhe.JPG
Durch Linksdrehung des Lenkers und Festsetzen der Ringmutter mit Durchschlag wird diese nach Rechts gedreht und somit das
Lagerspiel verkleinert :idea:
Zuletzt geändert von heinkel-bernd am 17.10.2024, 14:35, insgesamt 1-mal geändert.
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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StephanKersting
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Re: Lenkkopflager einstellen

Beitrag von StephanKersting »

Lieber Bernd,

herzlichen Dank für deine "Mutmachende" Nachricht! Den von Rued beschriebenen Effekt, dessen Ursache von Dir so prägnant beschrieben wird, kann ich tatsächlich beim Drehen des Lenkers noch nicht feststellen. Lediglich das Spiel im Lager ist halt vorhanden.
Ich werde aber den Bug abnehmen, trotz deines spannenden "Tricks". Ich habe an den Schwingenlagern neue Schmiernippel eingebaut auf die die modernen Pressen passen. Leider geht bei einem Lager kein Fett mehr durch. Da möchte ich nach Abbau des Buges evtl. mit einer Heissluftpistole versuchen das Lager nochmal durchgängig für Fett zu machen. War ein Tipp von meinem Bruder der deutlich mehr von Technik versteht als ich.

ABER: Ich lerne!

Ich hoffe das bei Herrn Engelbrecht die Vergaser Prüfung nicht zu lange dauert. Mal schauen. Falls dann der Roller immer noch die gleichen Mucken macht.....melde ich mich nochmal bei Dir, wenn ich darf. Aber zunächst hoffe ich noch das der Vergaser die Ursache darstellt.

Nochmals vielen Dank an alle Ratgeber, insbesondere an den Heinkel Pabst-Bernd.

BG
Stephan
Carpe Diem :)
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StephanKersting
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Re: Lenkkopflager einstellen

Beitrag von StephanKersting »

Eslohe 26.10.2024

Hallo zusammen, hallo Bernd.

Ich melde mal einen Erfolg. Ich habe heute den Bug abgebaut und konnte nach dem Entfernen der Sicherungschräubchen (Madenschrauben mit Schlitzkopf aber einer Art "Vierkant" auf die ein 6er Maul passte die Ringschraube nachziehen. Nicht zu fest, nach Bernds Anweisungen.
Danach alles wieder z`sammengebastelt. Wunderbar! Kein Spiel mehr und kein Rasten.

Der Vergaser von Herrn Engelbrecht ist auch auf der Reiste. Er hat mir geschrieben dass es wohl eine Art " Ersatzvergaser" von Bing ist. Die Hauptdüse sei ein wenig auf der Minusseite (was immer das heißt) und die Leerlaufdüse war zu. Auch die Einstellung der Düsennadel war auf der "Minusseite" ? Jetzt schickt er mir noch größere Düsen zum ausprobieren mit. Bin mal gespannt.

Beste Grüße
Stephan
Carpe Diem :)
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heinkel-bernd
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Re: Lenkkopflager einstellen

Beitrag von heinkel-bernd »

Jetzt schickt er mir noch größere Düsen zum ausprobieren mit. Bin mal gespannt.
Lieber Stephan,
Die Neuigkeit in Deiner P.N. an mich wird hier dem Rätsel schnell ein Ende bereiten :wink:
Ich will die Überraschung nicht vorweg nehmen, deshalb schreibe über Deinen Vergasertyp und der Bedüsung doch bitte selbst
im richtigen Thema weiter :wink:
Zum Bestimmen des Typs, hier ein paar Bilder:
Vergaser 20,22..jpg
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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