Ich habe jetzt auch mal wieder das Werkstattvideo 27 "Einstellen der Schaltzüge" angesehen
und festgestellt, dass ich (der Mod.) darin ein paar wichtige Punkte nicht angesprochen habe
Das möchte ich erst einmal hier im Forum ergänzen und vielleicht kann man das ja auch mal
im Club TV Kanal vervollständigen.
Voraussetzung für eine optimal funktionierende Schaltmechanik ist:
- Ein Getriebe mit möglichst wenig Verschleiß an den Schaltklauen und deren Eingriffen in den Schalträdern.
- Leichtgängige, in "weichen" Bögen verlegte Schaltzüge, die beim Lenken nicht geknickt oder eingeklemmt
werden.
- Eine möglichst spielfreie Mechanik im Schaltdrehgriff, insbes. beim 103 A-1/A-2
Und hierauf sollte man vor der Einstellung der Schaltung sein besonderes Augenmerk richten !
Am gehäuseseitigen Ende des Drehgriffes befindet sich ein Zahnsegment, das in Form eines Kegelrades
ausgebildet ist. Gegenüber im Gehäuse liegt die Schaltrolle um die der Schaltbowdenzug geführt ist und
in der wiederum ein Zahnsegment ausgearbeitet ist, das als Tellerrad funktioniert.
Sind die Zähne dieser beiden Teile schon stark verschlissen, können sie bei der GmbH bezogen werden.
Damit die Zahnsegmente dieser beiden Teile aber möglichst spielfrei "kooperieren", werden von der GmbH
auch noch dünne Distantscheiben angeboten, die, je nach Bedarf, zwischen Seilrolle und Gehäusedeckel
gelegt werden um die Verzahnung der Rolle möglichst vollständig in die Verzahnung des Drehgriffes zu
positionieren.
Ich gehe dabei folgendermaßen vor:
- Schaltzüge aus der Seilrolle entfernt und seitlich vom Lenker weggebunden, Rastkugel mit Feder ausbauen
- Schaltdrehgriff und Gehäuse mit Seilrolle und restlichen Kleinteilen reinigen und frisch einfetten.
- Schaltmechanik mit einer Distanzscheibe (mit Fett an die Rolle kleben) montieren und Deckel fest aufschrauben.
- Lässt sich der Griff leicht drehen, legt man noch eine Scheibe unter die Rolle und prüft wiederum die
Leichgängigkeit des Drehgriffes.
- Es werden nach und nach so viele Scheiben untergelegt, bis sich der Drehgriff bei festgezogenem Deckel etwas
schwerer drehen lässt.
- Entferne ich jetzt wieder eine Distanzscheibe, arbeitet die Mechanik des Schaltdrehgriffes nahezu spielfrei.
- Jetzt wird der Schaltbowdenzug um die Rolle gelegt und mit Fett in das Gehäuse eingesetzt. Die benötigten
Distanzscheiben auf die Rolle "geklebt" und der Deckel fest montiert. Dabei beachten, dass die Ringe auf der
äußeren Fläche der Seilrolle zum Liegen kommen !
- Bevor die Seilzüge mit den anderen Ende in den Schalthebel (motorseitig) eingehängt werden, wird die
Rastkugel mit Feder im Gehäuse montiert und eingestellt.
Da der Sitz für die Rastkugel (5,5 mm) oft schon ausgeleiert ist, verwende ich meist eine größere mit 6,0 mm.
Auch die Feder sollte auf Bruch oder Lahmheit geprüft werden, sie sollte ca. 2 mm aus der Einstellschraube
herausragen. Die Kontermutter mit viel Gefühl festziehen, das Gewinde im Gehäuse ist sehr empfindlich !
Bei Verwendung der Schalthilfe von Roland Niesner kann auf die Rasung verzichtet werden.
- Jetzt kann mit der Einstellung der Schaltzüge fortgefahren werden.
Bevor der Kofferkasten montiert wird, sollte durch Probefahrten, mit einem provisorischen Sitz, die Einstellung
der Schaltung während der Fahrt genau geprüft werden. Bei aufgesetztem Kofferkasten ist eine Nachjustierung
nicht mehr möglich.
@ Stefan
Das Video findest Du auf der Club-Startseite linke Spalte, "Club TV Kanal" - Heinkel Werkstattvideo 27-