Neuvorstellung: mein erster Heinkel Tourist
Verfasst: 17.02.2019, 20:30
Hallo Heinkelfreunde, nachdem ich schon einige Probleme mit eurer Unterstützung hier im Forum lösen konnte, will ich mich doch endlich auch vorstellen. Mein Name ist Werner Netzname Teddy, ich bin Mitte sechzig und komme aus der Nähe von Osnabrück. Ich dachte eigentlich, ich wäre vom Oldtimervirus geheilt, aber nach 2 Jahren ohne Oldtimer habe ich doch Lust bekommen wieder etwas zu schrauben und einen Heinkel Tourist hatte ich noch nie. Da passte es gut, dass ein älterer Herr in der Nähe seinen vor 25Jahren und 2500km restaurierten 103A1 aus gesundheitlichen Gründen verkaufen wollte. Die Lackierung und der äußere Zustand waren für mich OK, der Roller hatte noch TüV aber die Reifen waren eben 25 Jahre alt. Der Roller sprang gut an lief aber viel zu fett, die Gänge ließen sich schalten und man konnte damit fahren. Ich würde sagen Zustand 3. So habe ich den Roller mit großer Idealscheibe dann für 2Mille gekauft.
Da ich von MZ Gespann über Tatran Roller, Zündapp DB200, Vespa PX125 und Honda CB125 schon einige Restaurationen hinter mir habe, wusste ich ungefähr was auf mich zukommt, auch wenn alles nicht so schlimm aussieht sind 500€ schnell weg.
Bei der ersten Bestandsaufnahme fiel mir schon auf, wie gut man an einem Tourist doch schrauben kann. Überrascht war ich auch wie einfach der Koffer oder auch die Nase vorne abzunehmen ist. Auch einige Detaillösungen wie die einfache Gabel ohne Dichtringe oder die Einarmschwinge mit Kette im Ölbad finde ich sehr interessant.
Und dann erst der Onlineshop im Club, einfach perfekt!
Was habe ich gemacht:
Ich wollte den Roller erst mal für die Saison fit machen und fahren. Dann über die Saison sehen was noch gemacht werden muss. Also habe ich erst mal Vergaser gereinigt und eingestellt. Ventile und Zündung eingestellt und den Kondensator ausgewechselt, die Kontakte waren noch OK. Den Luftfilter habe ich erneuert, das Öl war schon neu. Alle Bowdenzüge habe ich durch neue Teflonzüge ersetzt, die Bremszüge allein schon wegen der Sicherheit. Bein Gaszug hat das nicht viel geholfen, trotz perfekter Verlegung ging er ohne Vergaser ganz leicht, mit Vergaser extrem schwer. Ich habe die Feder im Gasschieber um ca. 1cm gekürzt und jetzt ist es perfekt. Die Verkabelung war schon abenteuerlich, überall immer wieder Lüsterklemmen und wilde Kabel, das habe ich auch erst mal aufgeräumt. Der Reflektor im Scheinwerfer war mit Wohnwagendichtmasse eingeklebt, die Gott sei Dank dauerelastisch ist und so gut entfernt werden konnte. Die Bremsbeläge habe ich kontrolliert, sie waren noch OK. Weil hinten ein Radlager defekt war, habe ich hinten und vorne die Wedis und die Radlager gegen gedichtete Lager ausgetauscht, bis auf das Lager zum Kettenrad, das ja gut durch das Kettenöl geschmiert wird. Dann habe ich vorne die Gabel auseinander genommen und mit neuen Faltenbälgen und Öl versehen. Der Roller hatte eine 12V Batterie mit entsprechendem Halter, die auch nicht mehr taufrisch war. Ich hatte noch eine AGM Batterie liegen, weil die ein bisschen zu groß ist, liegt sie jetzt im Werkzeugfach (kann ja nicht auslaufen!). Weil ein Motorlager im Auflösungsstadium war, habe ich beide seitlichen Gummilager für den Motor getauscht. Die hintere Trittbrettaufhängung musste ich auch erneuern, sie waren abgerissen.
Ja und optisch habe ich doch auch etwas gemacht. Der Vorbesitzer war ein Künstler des Felgensilbers, Sturzbügel, Gabel, Schutzbleche, Blinker, Reserveradhalter, Radmuttern, Felgen und noch viel mehr waren befallen. Ich habe es teilweise abgebeizt, darunter kann noch guter (original?) Lack zum Vorscheinen. Die Felgen habe ich neu lackiert, bevor die Reifen aufgezogen wurden.
Ich will mich gar nicht beschweren, denn schrauben wollte ich ja. Und mit Reifen, Schläuche und den anderen Teilen passte das mit den 500€ ziemlich gut. Jetzt will ich erst mal die Saison genießen. Ich denke das, das Schrauben nicht vorbei ist. Entgegen der Zusicherung des Vorbesitzers, das der Motor völlig dicht sei, sehe ich hier auch noch Handlungsbedarf auf mich zukommen, nächsten Winter!!!!!
An diesem wunderschönen Februar Wochenende, konnte ich die erste größere Probefahrt über 150km machen. Der Roller fährt sich erstaunlich gut, liegt stabil auf der Straße und ist für einen Roller sehr komfortabel. Er läuft locker 80kmh wobei zwischen 70 und 80 die Wohlfühlgeschwindigkeit liegt. Als ich den Roller bekam, war die Zündkerze total veröl. Nachdem ich die Düsennadel eine Kerbe tiefer gehängt habe, ist die Kerze jetzt Rehbraun und der Motor läuft besser. Im letzten fünftel des Gaswegs legt der Roller nicht mehr zu, ich denke die verbaute 80er HD ist zu klein, hier will ich noch mal wie vorgesehen eine 85er HD einbauen. Aber alles Step by Step sonst kann man nicht kontrollieren ob sich was verbessert oder verschlimmbessert.
Ich wollte mit diesem kleinen Bericht nur mal aufzeigen, was einem, auch bei restaurierten Roller so alles erwarten kann. Denn die meisten jetzt angebotenen Tourist wurden vor längerer Zeit restauriert und suchen aus Altersgründen wieder einen neuen Besitzer. Dies soll keine Kritik am Vorbesitzer sein, denn die Restauration ist ja auch schon 25 Jahre her und ich hätte den Roller ja nicht kaufen müssen. Alles Gut, ich bin mal gespannt wie es weitergeht!
Heinkeln macht Spaß!
Bei der ersten Bestandsaufnahme fiel mir schon auf, wie gut man an einem Tourist doch schrauben kann. Überrascht war ich auch wie einfach der Koffer oder auch die Nase vorne abzunehmen ist. Auch einige Detaillösungen wie die einfache Gabel ohne Dichtringe oder die Einarmschwinge mit Kette im Ölbad finde ich sehr interessant.
Und dann erst der Onlineshop im Club, einfach perfekt!
Was habe ich gemacht:
Ich wollte den Roller erst mal für die Saison fit machen und fahren. Dann über die Saison sehen was noch gemacht werden muss. Also habe ich erst mal Vergaser gereinigt und eingestellt. Ventile und Zündung eingestellt und den Kondensator ausgewechselt, die Kontakte waren noch OK. Den Luftfilter habe ich erneuert, das Öl war schon neu. Alle Bowdenzüge habe ich durch neue Teflonzüge ersetzt, die Bremszüge allein schon wegen der Sicherheit. Bein Gaszug hat das nicht viel geholfen, trotz perfekter Verlegung ging er ohne Vergaser ganz leicht, mit Vergaser extrem schwer. Ich habe die Feder im Gasschieber um ca. 1cm gekürzt und jetzt ist es perfekt. Die Verkabelung war schon abenteuerlich, überall immer wieder Lüsterklemmen und wilde Kabel, das habe ich auch erst mal aufgeräumt. Der Reflektor im Scheinwerfer war mit Wohnwagendichtmasse eingeklebt, die Gott sei Dank dauerelastisch ist und so gut entfernt werden konnte. Die Bremsbeläge habe ich kontrolliert, sie waren noch OK. Weil hinten ein Radlager defekt war, habe ich hinten und vorne die Wedis und die Radlager gegen gedichtete Lager ausgetauscht, bis auf das Lager zum Kettenrad, das ja gut durch das Kettenöl geschmiert wird. Dann habe ich vorne die Gabel auseinander genommen und mit neuen Faltenbälgen und Öl versehen. Der Roller hatte eine 12V Batterie mit entsprechendem Halter, die auch nicht mehr taufrisch war. Ich hatte noch eine AGM Batterie liegen, weil die ein bisschen zu groß ist, liegt sie jetzt im Werkzeugfach (kann ja nicht auslaufen!). Weil ein Motorlager im Auflösungsstadium war, habe ich beide seitlichen Gummilager für den Motor getauscht. Die hintere Trittbrettaufhängung musste ich auch erneuern, sie waren abgerissen.
Ja und optisch habe ich doch auch etwas gemacht. Der Vorbesitzer war ein Künstler des Felgensilbers, Sturzbügel, Gabel, Schutzbleche, Blinker, Reserveradhalter, Radmuttern, Felgen und noch viel mehr waren befallen. Ich habe es teilweise abgebeizt, darunter kann noch guter (original?) Lack zum Vorscheinen. Die Felgen habe ich neu lackiert, bevor die Reifen aufgezogen wurden.
Ich will mich gar nicht beschweren, denn schrauben wollte ich ja. Und mit Reifen, Schläuche und den anderen Teilen passte das mit den 500€ ziemlich gut. Jetzt will ich erst mal die Saison genießen. Ich denke das, das Schrauben nicht vorbei ist. Entgegen der Zusicherung des Vorbesitzers, das der Motor völlig dicht sei, sehe ich hier auch noch Handlungsbedarf auf mich zukommen, nächsten Winter!!!!!
An diesem wunderschönen Februar Wochenende, konnte ich die erste größere Probefahrt über 150km machen. Der Roller fährt sich erstaunlich gut, liegt stabil auf der Straße und ist für einen Roller sehr komfortabel. Er läuft locker 80kmh wobei zwischen 70 und 80 die Wohlfühlgeschwindigkeit liegt. Als ich den Roller bekam, war die Zündkerze total veröl. Nachdem ich die Düsennadel eine Kerbe tiefer gehängt habe, ist die Kerze jetzt Rehbraun und der Motor läuft besser. Im letzten fünftel des Gaswegs legt der Roller nicht mehr zu, ich denke die verbaute 80er HD ist zu klein, hier will ich noch mal wie vorgesehen eine 85er HD einbauen. Aber alles Step by Step sonst kann man nicht kontrollieren ob sich was verbessert oder verschlimmbessert.
Ich wollte mit diesem kleinen Bericht nur mal aufzeigen, was einem, auch bei restaurierten Roller so alles erwarten kann. Denn die meisten jetzt angebotenen Tourist wurden vor längerer Zeit restauriert und suchen aus Altersgründen wieder einen neuen Besitzer. Dies soll keine Kritik am Vorbesitzer sein, denn die Restauration ist ja auch schon 25 Jahre her und ich hätte den Roller ja nicht kaufen müssen. Alles Gut, ich bin mal gespannt wie es weitergeht!
Heinkeln macht Spaß!