Hinterachse
Verfasst: 22.12.2017, 23:30
Hallo Zusammen,
ich bin gerade an der Hinterachse meines 103-A1 Chaos-Puzzles.
Wie bei der Restauration meines ersten 103-A1 vor 15 Jahren sind auch hier die bekannten Schäden an den Abstandshülsen und weiteren Teilen vorhanden.
Dieses Mal ist aber das Fließen der Druckflächen ziemlich heftig.
Sowohl beide Rohrstücke, als auch die am Kugellager anliegende Seite des Kettenrades sind jeweils deutlich in den Radius der Kugellagerbohrung "geflossen".
Die alten Lager haben wohl andere Radien an der Bohrung, so daß die Abstandshülsen nun auf der scharfen Kante an den Lagerflanken anliegen.
Ist ja durch die großen Radien der Kugellagerbohrung auch nur ein schmaler Ring der trägt und mit einer Vorspannkraft von ca. 6to walten da sehr hohe Flächenpressungen.
Bei einem Kreisring von d=23mm / D=29mm sind das nur 245mm² und somit ca. 240N/mm².
Für einfachen Baustahl ist daß zu viel und knapp über der Fließgrenze.
C45 unvergütet hätte schon ca. 340N/mm² und in vergütetem Zustand deutlich über 500N/mm².
Hier mal die Ansicht des Kettenrades.....die beiden Abstandshülsen sehen nicht besser aus.
Die Welle der Hinterachse ist ja quasi schwimmend.
Das linke Kugellager wird durch 2 Seegeringe links am Rad in der Schwinge fixiert.
Die Welle wird durch die kurze Abstandshülse auf der der Simmerring läuft zwischen Kugellager und Rad und der langen Abstandshülse zwischen dem linken Kugellager und rechtem Kugellager "fixiert".
Da die kurze, auf die Welle aufgepresste Abstandshülse nicht genug Reibschluss mit der Welle zusammen aufbringt um ein axiales Verschieben der Welle beim Anziehen der Muttern zu gewährleisten, könnte man theoretisch eine Mutter so weit aufdrehen, daß auf der anderen Seite die Mutter nicht mehr greift.
Das wiederum bedeutet, daß beim Fließen des Materials an den Anlageflächen -egal an welchem Bauteil!- die Vorspannung der Welle durchgehend schwindet.
Irgendwie subgenial......
Ich hab´s nun schon 2 Mal erlebt/gesehen und hier im Forum gibt es auch mehrere Berichte dazu.
Nun weiß ich leider nicht, wie meine Vorgänger am Heinkel gewerkelt hatten.
Nach den obigen Daten dürfte das aber ein Materialproblem sein.
Falls es ein Materialproblem ist, kann ich die Abstandshülsen neu aus Vergütungsstahl fertigen und danach hoch Vergüten/härten oder die Abstandshülsen kürzen und mit untergelegten, gehärteten Anlaufscheiben den Druck verteilen (dadurch, daß dann der Radius der Lagerbohrung "ausgeblendet" wird, verringert sich die Flächenpressung an den Abstandshülsen auf ca. 170N/mm² und das ist auch bei den weichen Abstandshülsen nicht zu viel).
Wie seht ihr das:
Ist das Problem hierbei das Material der Abstandshülsen, also tritt das mehr oder weniger immer auf oder ist es der lllaaange Hebel der Grobmotoriker ohne Drehmomentschlüssel?
Gruß
Wolfram
ich bin gerade an der Hinterachse meines 103-A1 Chaos-Puzzles.
Wie bei der Restauration meines ersten 103-A1 vor 15 Jahren sind auch hier die bekannten Schäden an den Abstandshülsen und weiteren Teilen vorhanden.
Dieses Mal ist aber das Fließen der Druckflächen ziemlich heftig.
Sowohl beide Rohrstücke, als auch die am Kugellager anliegende Seite des Kettenrades sind jeweils deutlich in den Radius der Kugellagerbohrung "geflossen".
Die alten Lager haben wohl andere Radien an der Bohrung, so daß die Abstandshülsen nun auf der scharfen Kante an den Lagerflanken anliegen.
Ist ja durch die großen Radien der Kugellagerbohrung auch nur ein schmaler Ring der trägt und mit einer Vorspannkraft von ca. 6to walten da sehr hohe Flächenpressungen.
Bei einem Kreisring von d=23mm / D=29mm sind das nur 245mm² und somit ca. 240N/mm².
Für einfachen Baustahl ist daß zu viel und knapp über der Fließgrenze.
C45 unvergütet hätte schon ca. 340N/mm² und in vergütetem Zustand deutlich über 500N/mm².
Hier mal die Ansicht des Kettenrades.....die beiden Abstandshülsen sehen nicht besser aus.
Die Welle der Hinterachse ist ja quasi schwimmend.
Das linke Kugellager wird durch 2 Seegeringe links am Rad in der Schwinge fixiert.
Die Welle wird durch die kurze Abstandshülse auf der der Simmerring läuft zwischen Kugellager und Rad und der langen Abstandshülse zwischen dem linken Kugellager und rechtem Kugellager "fixiert".
Da die kurze, auf die Welle aufgepresste Abstandshülse nicht genug Reibschluss mit der Welle zusammen aufbringt um ein axiales Verschieben der Welle beim Anziehen der Muttern zu gewährleisten, könnte man theoretisch eine Mutter so weit aufdrehen, daß auf der anderen Seite die Mutter nicht mehr greift.
Das wiederum bedeutet, daß beim Fließen des Materials an den Anlageflächen -egal an welchem Bauteil!- die Vorspannung der Welle durchgehend schwindet.
Irgendwie subgenial......
Ich hab´s nun schon 2 Mal erlebt/gesehen und hier im Forum gibt es auch mehrere Berichte dazu.
Nun weiß ich leider nicht, wie meine Vorgänger am Heinkel gewerkelt hatten.
Nach den obigen Daten dürfte das aber ein Materialproblem sein.
Falls es ein Materialproblem ist, kann ich die Abstandshülsen neu aus Vergütungsstahl fertigen und danach hoch Vergüten/härten oder die Abstandshülsen kürzen und mit untergelegten, gehärteten Anlaufscheiben den Druck verteilen (dadurch, daß dann der Radius der Lagerbohrung "ausgeblendet" wird, verringert sich die Flächenpressung an den Abstandshülsen auf ca. 170N/mm² und das ist auch bei den weichen Abstandshülsen nicht zu viel).
Wie seht ihr das:
Ist das Problem hierbei das Material der Abstandshülsen, also tritt das mehr oder weniger immer auf oder ist es der lllaaange Hebel der Grobmotoriker ohne Drehmomentschlüssel?
Gruß
Wolfram