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Ölverlust Antriebswelle

Verfasst: 16.12.2015, 15:01
von Desaunois
Nach meine Meinung alle Teile Korrekt montiert, aber es gibt eine Ölverlust zwischen Antriebswelle und die Abstandhülse, und Öl vom Swingarm kommt auf die Hinterradnabe unter die Schutzkappe raus. Fehlt es eine Dichtung irgendwo, oder habe ich etwas falsch montiert?

Re: Ölverlust Antriebswelle

Verfasst: 16.12.2015, 21:13
von heinkel-bernd
Servus Desaunois,

herzliches Willkommen hier im Heinkel-Forum ! :D

Ich gehe mal davon aus, dass Du einen neuen Wellendichtring eingebaut und die äußere, kurze Abstandhülse
an der Außenseite (wo der Wediring d`rauf läuft) eine glatte Oberfläche besitzt !
Wäre die Hinterachse an diese Stelle undicht, würde das Öl am Bremsträger nach unten laufen und sich im
schlimmsten Fall in der Bemstrommel verteilen ! :shock:

Wie Du aber schreibst, sickert das Öl an der Hinteachse entlang der Verzahnung nach außen und kommt dann
an der Kronenmutter zum Vorschein. In diesem Fall hast Du nichts falsch gemacht, da diese kritische Stelle
in der Montageanleitung nicht erwähnt wird ! :?
Erfahrene Heinkelschrauber wissen, dass u.U. zwischen Hinterachse und kurzer Abstandhülse Öl durchsickern
kann und schieben entweder einen O-Ring 18 x 1,5 auf die betreffende Stelle oder tragen hier eine dünne
Silikon-Schnur auf (Siehe Bild)
Hinterachse Abdichtung 103er.jpg
Nach dem Einschieben der Welle und Verschrauben mit den Lagern in der Schwinge verschließt dann der O-Ring
oder das Silikon den Spalt zwischen Abstandhülse und Hinterachse ! :idea:

Wenn Du jetzt die Hinterachse nicht nochmal ausbauen möchtest, kann man sich auch mit einem
O-Ring 18 x 2,0 behelfen, der bei abgezogener Bremstrommel auf die Hinterachse geschoben wird.
Beim Verschrauben der Bremstrommel mit der Hinteachse (160 Nm !!!) wird der O-Ring in die Verzahnung
der Welle gepresst und dichtet somit die Abstandhülse von außen ab.
Hinterachsabdichtung O-Ring kompr..jpg
Nach einer Demontage der Bremstrommel muss bei dieser Dichtungs-Methode natürlich der O-Ring erneuert werden !
Dichtheits-Garantie kann ich bei der letzteren Methode nicht übernehmen, bei mir hat es aber geklappt ! :P

Re: Ölverlust Antriebswelle

Verfasst: 30.07.2025, 16:24
von RELoeser
Hallo in die Runde,

auch ich hatte vor einiger Zeit das Problem mit dem Ölaustritt an der Befestigungsmutter der Bremstrommel.

Ich fand diesen Ratschlag (sowohl hier im Forum als auch unter "Tipps und Tricks" auf der Klubseite) und war froh, mit einer so einfachen Maßnahme ("... Schiebe einen O-Ring 18x1,5 zwischen Abstandhülse und Bremstrommel-Verzahnung auf die Hinterachse. ...") das Problem lösen zu können.
So baute ich zwischen Bremstrommel und deren Anschlag auf der Hinterachse den empfohlenen O-Ring ein, zog die Zentralmutter mit den vorgeschriebenen 160 Nm fest, sicherte mit dem Splint und war glücklich über die Dichtigkeit - dieser Live-Hack hatte funktioniert.

Aber - kleiner Wermutstropfen - nach ca. 1000 km gefahrener Strecke wackelte meine Bremstrommel auf der Welle, die Mutter war lose, obwohl sie vorschriftsmäßig angezogen und dank Sicherungssplint an Ort und Stelle geblieben war.

Wie konnte das passieren?
Meine Erklärung dafür ist, dass der O-Ring sich beim Festziehen der Bremstrommel-Mutter (wie oben gesagt mit 160 Nm) nicht einfach in den Spalt und die Verzahnung zwischen Bremstrommel-Anschlag, Welle und Bremstrommel "verdünnisiert" hatte, sondern offenbar auch zwischen Bremstrommel und deren Anschlag in axialer Richtung eine (dünne?) Schicht bildete. Diese wurde dann während der anschließenden Kilometer zerrieben, wodurch die Bremstrommel in axialer Richtung nachsetzte, was die Spannung von der Verschraubung nahm.

Ich zog die Mutter nun nochmals mit 160 Nm fest (... und sicherte sie mit dem Splint), nach weiteren 6.000 km ist die Bremstrommel nun weiterhin fest. Da ist also nichts weiter passiert.
Die Lehre kann nur sein, nach der Dichtungsmaßnahme mit dem O-Ring den Festsitz der Bremstrommel über einen Zeitraum kritisch zu beobachten und die Mutter ggf. nochmals (wiederholt?) nachzuziehen.

Ist das bisher nur mir passiert oder gibt es ähnliche Erfahrungen andernorts?

Re: Ölverlust Antriebswelle

Verfasst: 27.08.2025, 00:29
von Mockawilli
Bei mir hat sich der Ölverlust hauptsächlich durch Austritt am Wedi-Ring bemerkbar gemacht. Es war noch die original Dichtung mit Metallring verbaut.
Also neuen Simmerring und auch gleich neu eingeschliffene Bremsbeläge
Den O-Ring wie von Bernd empfohlen habe ich mit auf die Welle geschoben.
Nach ner kurzen Ausfahrt ist noch alles dicht.

Dass sich die Trommel gelockert hat wegen dem O-Ring, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Bei 160 Nm Anpressdruck ist der Gummi quasi gar nicht mehr vorhanden.