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Kugellager auf der Abtriebswelle ist zerstört
Verfasst: 15.08.2014, 18:22
von StefanG27
Beim Zerlegen eines 103-A2-Motors musste ich mit Erschrecken feststellen, daß sich der Kugelkäfig des Lagers auf der Abtriebswelle atomisiert hatte.
Der Aussenring sitzt im Gehäuse, der Innenring auf der Abtriebswelle und dazwischen liegen nur noch ein paar traurige Kugeln herum. Erstaunlich, das die Heinkel noch fuhr.
So sah es im eingebauten Zustand aus:
Un die ausgebaute Welle mit Innenring sieht so aus:
Hat jemand eine Idee, wie ich den Innenring zerstörungsfrei (für die Welle) von der Abtriebswelle bekomme?
Im Handbuch steht ja auf Seite 37 lapidar : "6. Ringrillenlager von der Abtriebswelle abziehen."
Aber an dem Innenring kann ich keinen Abzieher ansetzen : -(
Um den Aussenring im Gehäuse werde ich mich später kümmern. Da die Bronzebuchse für die Schwingenlagerung auch erneuert werden muß, kann ich da gewalttätig rangehen.
mit ratlosem Gruß aus Aachen, Stefan
Re: Kugellager auf der Abtriebswelle ist zerstört
Verfasst: 15.08.2014, 21:32
von Rollerchris
Hallo Stefan
Den Innenring auf der Abtriebswelle etwas warm machen und dann mit zwei geigneten Hebel(Schraubenzieher) nach oben hin abhebeln. Die Welle würde ich dabei in einen Schraubstock einspannen, am besten mit ALU Backen. Den Aussenring im Gehäuse und die Schwingenlagerbuchse bitte nicht gewalttätig ausbauen. Das Gehäuse gut warm machen bis die Lagerbuchse und der Aussenring fast von selber rausfallen. Bei der Gelegenheit wenn das Motorgehäuse warm ist die Kurbelwelle gleich mit ausbauen, ebenfalls mit Wärme um den Lagersitz herum. Bitte auf keinen Fall mit Gewalt

, es sei denn du möchtest gleich ein Motorgehäuse mit kaufen.
Mit besten Rollergrüßen
Christoph
Re: Kugellager auf der Abtriebswelle ist zerstört
Verfasst: 15.08.2014, 21:34
von heinkel-bernd
Servus Stefan,
so ein zerstörtes Lager musste ich vor Kurzem auch abziehen. Allerdings ohne das Kurbelgehäuse zu öffnen !
Vielleicht kannst Du Dich noch an meinen Beitrag erinnern:
http://www.heinkel-club.de/forum/viewto ... f=1&t=2083
Ich habe mal ganz schnell skizziert, wie das provisorische Werkzeug aussieht
Dazu benötigst Du allerdings ein kleines Schweißgerät oder einen Bekannten, der so etwas hat !
Ein passendes Rohrstück, das über die Welle passt und vom Lager bis über das Ende des (Links) Gewindes reicht, beschaffen. An das obere Ende eine kräftige Scheibe und eine Mutter (oder größere Mutter ohne Scheibe)
schweißen.
Eine ausreichend lange Schraube am Gewindeende spitzig schleifen, einfetten und schon mal ein paar Gewindegänge
eindrehen. Das Rohrstück mit dem anderen Ende an die Lagerhülse anschweißen.
Durch die Hitze beim Schweißen löst sich schon mal die Lagerhülse etwas, deshab nach dem Schweißen unverzüglich
mit dem Abziehen beginnen !
Vorher schon das nötige Werkzeug und Hanschuhe bereit legen
(Ratsche zum Eindrehen der Schraube und Gabelschlüssel zum Gegenhalten an der Mutter)
und beim MAG-Schweißen das Zahnrad gegen Schweißspritzer schützen !
Viel Erfolg und
Re: Kugellager auf der Abtriebswelle ist zerstört
Verfasst: 16.08.2014, 00:49
von StefanG27
Hallo Christoph,
keine Sorge, wirklich gewalttätig wollte ich nicht werden. Da habe ich wohl Anführungszeichen vergessen.
und Hallo Bernd,
wenn du auch keine elegantere Methode weißt, werd ich mir wohl so'ne Komforte braten müssen.
Danke und nicht mehr ganz so ratlose Grüsse aus Aachen
Stefan
Re: Kugellager auf der Abtriebswelle ist zerstört
Verfasst: 22.08.2014, 12:50
von DER-SCHRAUBER
In solchen Fällen schleif ich den Ring z.B. mit einer Flex bis auf einen dünnen Rest herunter. (Nicht bis auf die Welle durchschleifen!)
Mit einem Schlag mit Hilfe eines Meisels seitlich auf den Rest Ring gibt es dann an der dünnen Stelle einen Riss durch die Eigenspannung.
In seltenen Fällen oder bei großen Lagerschalen kann es auch mal nötig sein genau gegenüber den Vorgang zu wiederholen.
Gruß Markus