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Getriebe heult
Verfasst: 09.08.2014, 12:48
von Bernd Hünten
Mein Roller hat jetzt 121 000 km gelaufen und das Getriebe ist noch nie überholt worden, ansonsten habe ich aber den Motor vor 22 000 km neu aufgebaut und alle Verschleißteile erneuert.
Auf unserer Harztour fing mein Motor jetzt an zu heulen. Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich das Geräusch auch schon vorher wahrgenommen, allerdings längst nicht so laut.
Das Geräusch ist besonders im dritten Gang zu hören, aber auch im 4., jedoch nicht so laut. Zunächst fiel es mir beim Schalten von 4 nach 3 auf, wenn ich den Motor in den Gefällen zum Bremsen genommen habe; ich vermutete die Sekundärkette, doch die hat eigentlich wenig Durchhang (gerade vorher Hinterradachse/Simmering gewechselt). Dann war das Heulen/Jaulen auch nach dem Schalten von 2 auf 3 und beschleunigen da. Im 1. und 2. Gang ist nichts zu hören!
Wenn der Motor weder zieht noch geschoben wird, hört man das Heulen nicht. Das Geräusch hat sich auf der Rückfahrt noch verstärkt. Die Gänge lassen sich einwandfrei schalten und springen auch nicht heraus.
Jetzt werde ich meinen Reservemotor einbauen und danach an die Geräuschsuche gehe.
Hat vielleicht jemand von euch diese Geräusche auch schon gehabt oder kann mir aus seinem Erfahrungsschatz Tipps geben??
Bernd
Re: Getriebe heult
Verfasst: 09.08.2014, 17:27
von DER-SCHRAUBER
Hallo Bernd,
nur zur Verständigung:
- Im 1 und 2 Gang ist überhaupt nichts zu Hören??
- Und was ist bei EXTREM nieder turigen Fahren im 3 und 4 Gang? ist da das Heulen noch da?
Gruß Markus
Re: Getriebe heult
Verfasst: 09.08.2014, 17:43
von Bernd Hünten
Im 1. und 2. Gang höre ich nichts, vielleicht brauche ich ein Hörgerät!
Der Heinkel soll nach Betriebsanleitung drehen und nicht ziehen, ich fahre also nicht extrem niedertourig; da kann ich keine Aussage machen. Ich möchte ihn auch nicht mehr fahren, wer weiß was sonst noch kaputt geht. Ich bin froh, dass ich heil nach Hause gekommen bin.
Wenn man neben einer Mauer fährt ist das Geheule schon beängstigend laut.
Bernd
Re: Getriebe heult
Verfasst: 11.08.2014, 16:12
von Bernd Hünten
Ich habe in meiner geerbten Grabbelkiste ein Durcheinander von Getriebeteilen. Wie kann ich denn erkennen, welche Teile zu welcher Getriebeversion gehören?
Bernd
Re: Getriebe heult
Verfasst: 29.08.2014, 15:10
von Bernd Hünten
So, der Motor ist zerlegt. Im Ölschlamm fanden sich viele abgesetzte nicht magnetische Späne; der Motor war vor ca. 2000 km nach Einbau einer neuen Nockenwelle sauber. Es stellte sich heraus, dass auch die Nockenwelle
jetzt in den alten Lagern Spiel hat und sicherlich zum Abrieb beigetragen hat.
Der eigentliche Fehler - also das Heulen - kommt wohl vom Klauenrad 3. Gang (Tafel 5, Pos. 22). Hier gehen Buchse und Zahnrad getrennte Wege.
Die Buchse gibt es als Ersatzteil!

Ich kann das also reparieren.
Dennoch habe ich noch 2 Fragen:
- Wie stark ist die Schaltklaue im Urzustand?
- Wie kann ich an den Zahnrädern erkennen, ob sie zum alten oder neuem Getriebe gehören?
Bernd
Re: Getriebe heult
Verfasst: 29.08.2014, 15:39
von Werner
Mit neuem Getriebe meinst du wahrscheinlich die späten A2 Getriebe die sich wesentlich leichter schalten lassen? Man erkennt die Zahnräder dieser Getriebe an den viel schmaleren Klauen. Durch die schmaleren Klauen lassen sich die Klauen leichter in die dazugehörigen Öffnungen des gegenüber liegenden Rades schieben. Ob die Öffnungen auch größer sind weiß ich nicht. Wenn man aber die verschiedenen Räder der beiden Getriebe miteinander vergleicht fällt der Unterschied sofort auf. Ich hoffe hier mal auf Bernd Durants Antwort mit Fotos

Re: Getriebe heult
Verfasst: 29.08.2014, 22:39
von heinkel-bernd
Servus Werner u. Bernd H.,
habe gestern mein Getriebe in meinen Motor (später A-2-Motor) wieder eingebaut und nur
ein Schaltrad
gefunden, das schmälere Klauen besitzt.
Es ist das Schaltrad für den 1. und 3. Gang ! Das gegenüberliegende 1. Gangrad ist identisch mit dem des alten Getriebes.
Ich habe aber trotzdem das besagte Schaltrad gegen eines mit breiteren Klauen getauscht, da ich das große
Spiel im Getriebe (bei Lastwechsel) nicht mag ! Wird schon funktionieren
Und hier der Grund für die unplanmäßige Revision meines Motors

(Allerdings nach 48.000 km)
Erst schleichender dann plözlicher Leistungsverlust, sehr unruhiger Leerlauf und nur noch 5,5 bar Kompression !

Re: Getriebe heult
Verfasst: 30.08.2014, 00:35
von DER-SCHRAUBER
Hallo Benrd,
doch gleich so Heftig!
Ein weiterer Hitzeschaden und das bei eiem ganz normalen Motor.
Es ist sowohl die Anlauffarbe zu erkennen, wie auch der Abriss des Ölfilms, was dann zum Klemen und Ausreisen der Stege führte,,,
Kannst das Foto auch in den Faden Ölkühlung kopieren?
Gruß und Kopf hoch Markus
Re: Getriebe heult
Verfasst: 30.08.2014, 17:27
von Werner
Ja ihr beiden Bernd`s so groß ist der Unterschied den ich meinte bei den Klauen. Bei den Späten Getrieben ist das bei allen Klauen so. Die Getriebe lassen sich super schalten, die ziehe ich den frühen Getrieben vor.
Re: Getriebe heult
Verfasst: 31.08.2014, 11:39
von Bernd Hünten

Dank eurer Hilfe kann ich die Getriebe inzwischen unterscheiden.
Es hat sich bei meinem Getriebe herausgestellt, dass auch zwischen Kupplungswelle und Abtriebswelle reichlich Spiel herrscht. Da ich aber gelesen habe, dass die Maße der Ersatzteile von Abtriebswelle und Lager nicht mehr original sind und man evtl. eine Scheibe zwischen Lager und Zahnrad legen muss, damit das Zahnrad nicht am Gehäuse schleift, werde ich mir weitere Experimente ersparen und eine neue Buchse in Verbindung mit der Kupplungswelle drehen lassen. Das wird allerdings etwas dauern, da sie nebenbei angefertigt wird.
Bernd, so einen Kolben habe ich noch nicht gesehen!

Ich kenne Kolbenklemmer, Kolbenfresser, Riß über dem Kolbenauge und Bruch von Kolbenringen. Bei meinen Motoren war die Ursache für einen Kolbenfresser ein defektes Pleuellager! Meistens werden ja auch nur Kolben und Zylinder gewechselt und der Kurbel- und Nockenwelle keine Beachtung geschenkt.
Bei dir sieht es nach Bruch des oberen Kolbenringes und Folgeschaden oder nach einem Materialfehler am Kolbenboden aus. Ich vermute, dass die Spuren am Schaft erst danach entstanden sind. Ist das Kolbenfabrikat noch zu erkennen?
Meine Schleiferei sagte, dass auch die heutigen Mahlekolben etwas mehr Spiel brauchen; der Reparateur will immer erst den neuen Kolben sehen, bevor er schleift.
So, jetzt bestelle ich noch die nötigen Ersatzteile, der Club macht ja eine kurze Pause.
Bernd