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Zylinderprobleme

Verfasst: 07.08.2013, 09:31
von manfred030
Moin,
dreimal habe ich jetzt bei mir und Freunden das Problem gehabt, dass nach der Einfahrzeit bzw. einigen hundert Km der Zylinder Riefen aufweist und deshalb getauscht werden mußte. Kolben und Kolbenringe sehen aus wie ladenneu.
Es handelt sich bei den Zylindern um das letzte Schleifmaß. 62,5 mm.
Kann es sein, daß das Materialgefüge bei diesem Schleifmaß nicht mehr "mitspielt"? Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht bzw.gibt es Hinweise, welche Zylinder evtl. dafür nicht geeignet sind. Beim Einbau von Zylindern mit 62mm sind bisher nämlich nie Probleme aufgetreten.
Manfred

Re: Zylinderprobleme

Verfasst: 07.08.2013, 21:36
von heinkel-bernd
Servus Manfred,

da hast Du wieder meinen Neugier gewekt ! :mrgreen:

Aus meiner Ausbildungszeit (ist schon ewig her) weiß ich noch, daß bei Guß-Werkstoffen beim Abkühlen
leichte Verunreingungen und auch Legierungszusätze von außen nach innen in die noch flüssige Schmelze wandern !
Im äußeren Bereich (Gießhaut) ist das Metall relativ hart und feinkörnig und wird nach innen weicher und
grobkörniger. Je nach Werkstoff und Abkühlphase mehr oder weniger !

Da mir die Werkstoff-Kennzahl des Heinkel-Gußzylinders nicht bekannt ist, dachte ich, man könnte an der
Bruchfläche eines Probestücks mit der Lupe Unregelmäßigkeiten im Metallgefüge erkennen :shock:
Dabei bin ich aber, wie erwartet, an die Grenze der Leistugsfähigkeit der Lupe und meiner Augen gestoßen :(
Um vom Metallgefüge dieses Werkstoffes ein aussagekräftiges Bild zu bekommen, müsste die Bruchfläche
geschliffen, poliert und mit einem Elektronenrastermikroskop betrachtet werden und das habe ich im Moment
ausgeliehen ! :lol: :lol: :lol:

Trotzdem füge ich ein "Makro-Foto" hier ein, wenn es auch misslungen ist !
Zylinder-Bruchstück eines 61er Zylinders
Zylinder-Bruchstück eines 61er Zylinders
Wie es der Zufall will, habe ich die "Zylinder-Reste" von meinem kürzlich gebauten Schnittmodell aufgehoben ! :P
http://www.heinkel-club.de/forum/viewto ... 908#p10806

Wen es einen KS-Kolben mit 62,5 gäbe, hätte ich meinen Ersatzmotor auch auf diese Größe umgerüstet
aber nun hat sich das erledigt und ich lasse lieber die Finger von dem 62,5er Zylinder und nehme den 62er ! :wink:
Herzlichen Dank für diese Beitrag ! :D

Noch kurz eine Frage:
Wie hast Du dieses Problem mit den 62,5er Zylindern gelöst ?
Hast Du wieder auf einen kleineren umgerüstet ?

Re: Zylinderprobleme

Verfasst: 08.08.2013, 08:10
von manfred030
Hallo Bernd,
mit Deinen Erkenntnissen liegst Du wahrscheinlich richtig.
Stutzig macht mich nur, dass 3 Motore mit etlichen Km ohne Probleme laufen.
Das beim 64mm Zylinder (wie Glaser ihn verwendet) richtige "Bruckstücke" rausfallen, ist mir bekannt.
Das läßt den Schluß zu, dass zur damaligen Zeit verschiedene Materialien verwendet bzw. verschiedene Hersteller beauftragt wurden.
Hatte z.B. auch schon Zylinder mit geteiltem Stößelkanal!
Ich baue jetzt erstmal wieder einen neuen 62,5 Zylinder ein, ich möchte den einwandfreien Kolben nämlich weiter verwenden.
Gruß
Manfred

Re: Zylinderprobleme

Verfasst: 27.08.2013, 00:08
von DER-SCHRAUBER
manfred030 hat geschrieben:Moin,
dreimal habe ich jetzt bei mir und Freunden das Problem gehabt, dass nach der Einfahrzeit bzw. einigen hundert Km der Zylinder Riefen aufweist und deshalb getauscht werden mußte. Kolben und Kolbenringe sehen aus wie ladenneu.

Manfred
Die Frage ist doch woher kommen die Riefen. Besser welche Fremdkörper verusachen diese... Das wär für mich der Ansatz der Fragestellung... Denn das passiert selbst bei 60 Zylinder...

Gruss Markus

werd hierzu noch ein Foto hochladen...

Re: Zylinderprobleme

Verfasst: 27.08.2013, 11:24
von barmbrun
Hallo,
dass beim Guss der Zylinder in der Bohrung auch eine Gusshaut entsteht, ist ja logisch. Bloß sieht man deren Rückstände später nach dem Ausdrehen und Hohnen im Werk nicht mehr. Dass dann bei den werksmäßigen 60er Zylindern auch Ausbrüche zu verzeichnen sein sollen, kann ich fast nicht glauben. Da müsste man wohl aufwendigere Untersuchungen anstellen. Denn in diesem Bereich ist die Bohrung durch die größere Nähe zur Gusshaut natürlich noch stabiler. Dass dann wiederum bei nachlassender Wirkung dieser Stabilität im Bereich von 62 bis 62,5 mm Bohrung die "Brocken" eher herausgerieben werden können, ist auch nur logisch (geschweige denn bei Glaser´s 64er Bohrung).