Seite 1 von 1

Tourist auf Autoreisezug?

Verfasst: 23.03.2013, 21:45
von Hans
Liebe Tourist-Touristen,
hat jemand Erfahrung, ob ein Tourist 103 A2 sicher auf dem Autoreisezug der Deutschen Bahn zu transportieren ist. Wie werden dort die Motorräder verzurrt? Wie würde ein 103 A2 verzurrt?
liebe Grüße
Hans

Re: Tourist auf Autoreisezug?

Verfasst: 23.03.2013, 23:51
von heinkel-bernd
Servus Hans,

die sicherste Möglickeit :lol: :
Transport-Gestell f.Tourist..jpg
Jetzt im Ernst:
Tourist nicht auf den Mittelständer stellen.
Gurte nicht an den Lenkerenden befestigen.
Den Roller mit den Spanngurten sternförmig nach unten in die Federung ziehen.

Auf dem Autoanhänger habe ich schon einige Touristen gefahren, auf einem Autoreisezug noch nie ! :(
Wäre schön, wenn Du uns nach dieser Aktion über Deine Efahrungen damit berichten würdest ! :D

Wünsche Euch Touristen eine Gute Reise ! :wink:

Re: Tourist auf Autoreisezug?

Verfasst: 24.03.2013, 03:06
von anh
Ich habe einige Erfahrungen mit dem Autoreisezug und meiner BMW, die man sicherlich teilweise übertragen kann.
a) vorgeschriebene Gesamthöhe nicht überscheiten (Scheibe?). Zweirader werden immer im unteren Teil des 2 stöckigen Transportwagen verzurrt.
b) mit Helm und ohne Gepäck einfahren und sich ducken. Die Höhe ist deutlich geringer als Stehhöhe.
c) die Bahn verteilt vor der Einfahrt in den Transportwagen zunächst stabile Schlaufen, an die später die Verzurrgute eingehängt werden. Diese Schlaufen lassen sich prima vorne an den Sturzbügel (wenn vorhanden) und hinten Sturzbügel/Gepäckträger/Federbein befestigen. Wenn Du vorne keine Sturzbügel hast, bekommst Du ein Problem. Die Schaufen passen zwar prima an den Lenker, das Risiko, dass der Lenker sich verbiegt/anbricht, ist jedoch hoch. Wenn Du die Scheifen unterhalb des Lenkers befestigt, drückt sich meist das Plastikteil unter dem Lenker weg und weil nicht weit genug abgespannt werden kann laufen die Abspanngute meist über ein Lackteil.
d) Motorräder werden immer auf den Seitenständer gestellt. Nun hat der Heinkel normalerweise ja keinen Seitenständer und da Du den Heinkel ja nicht hinlegen kannst, wirst Du ihn wohl oder übel auf den Hauptständer stellen müssen.
e) Dann mußt Du den Transportwagen verlassen. Klettere an der Seite heraus und beibt seitlich neben Deinem Fahrzeug auf dem Bahnsteig stehen.
f) Dann kommen mehr oder weniger kompetente "Verzurrer", die Dein Fahrzeug "abspannen".
g) Sprich mit den Verladern, ob Du Deinen Roller vom Hauptständer während des verzurren holen kannst. Meine Erfahrung mit meiner BMW mit Seitenständer: Keine Chance. Ich gehe davon aus, der Roller wird mit Hauptständer verzurrt.
h) Ausladen. Wenn Du dann in Narbonne (F) oder Alexand... (I) oder wo auch immer angekommen bist, wird der Tranportanhänger meist abgekoppelt und auf ein spezielles Nebengleis rangiert, während der Personenanhänger im Bahnhof "entladen" wird. Du schleppt dann erst einmal Dich und Dein Gepäck zu diesem Entladegleis.
i) Dann werden die Motorräder vom Fachpersonal "entzurrt" . Du kannst meist nur aus der Entfernung zuschauen. Du hast keine Möglichkeit mit diesen Menschen zu sprechen, weil ein "DB Angestellter" Dich und alle anderen Motorradfahrer vor einer Absperrung zurückhält. Wenn der Entzurrer in Frankreich oder Italien Dein Fahrzeug nicht auf dem Seitenständer (oder Hautständer) vorfindet, wird er hilflos sein. Keiner von den Entzurrern setzt sich auf ein Fahrzeug und stellt es dann auf den Hauptständer.
j) nach gefühlten 2 Stunden darst Du Dein Motorrad herausfahren. (Helm aufsetzten)

Ich hoffe, ich hab nix vergessen.

Re: Tourist auf Autoreisezug?

Verfasst: 25.03.2013, 14:49
von Hans
Danke für eure Infos!
nachgefragt: Stehen die Motorräder/Roller in so einer Art Schiene oder Führung oder auf dem ebenen Wagenboden?
Was haltet ihr von so einer Art "Dummy-Seitenständer" in Form eines Holzvierkants in angepasster Größe? Dadrauf könnte man den Roller leicht gekippt ablegen und festzurren.
An den Knieblechsturzbügeln zu verzurren halte ich für bedenklich - die sind doch nur im Blech und in der schmalen Alukante des Trittbretts verschraubt. Da können aber keine hohen Kräfte aufgenommen werden! Das Heinkelgewicht bei einer scharfen Zugbremsung dürte schon ordentliche Kräfte verursachen!

Außer dem "Holzseitenständer" könnte man das Verzurren ja noch mit einer massiven Brücke unter der Sitzbank sicherer machen. Man müsste eine Brücke (Stahl oder Alu) zwischen Tank und Zylinderkopfdeckel auf die Rahmenrohre aufsetzen. Die Rahmenrohre würden praktisch die "Brückenlager" bilden. Dann könnte das Zurrband unter der Klappsitzbank durchgeführt werden. Ohne diese Brücke hätte ich Sorge, dass die Haube verbogen wird.

Ich plane übrigens für die Rückreise von Pforzen den Autoreisezug zu buchen - von München nach Düsseldorf.

Grüße an die ganze Gemeinde.
Hans

Re: Tourist auf Autoreisezug?

Verfasst: 25.03.2013, 17:00
von anh
Vor dem Vorderradreifen und hinter dem Hinterrradreifen werden "Bremsklötze" in den ebenen Boden verankert. Diese verhindern, dass das Fahrzeug nach vorne rutscht. Es stehen immer 2 Motorräder nebeneinander.

Zur Befestigung von Rollern gibt es unzähligen Theorien. Ich habe meinen Lenker schon verbogen, während die Anspannung am Sturzbügel nach schräg vorne bei mir auf dem Hänger schon tausendende KM funktioniert hat. Aber das Thema ist so vielfältig wie das Ölthema. Auf Treffen sieht man die tollsten Konstruktionen.

Re: Tourist auf Autoreisezug?

Verfasst: 27.03.2013, 12:59
von sven1818
Hallo Hans,

im September 2008 sind wir nach einer Tour mit zwei A2-Touristen ebenfalls von München nach Düsseldorf zurück gefahren. Beide Roller haben die Verladung, Sicherung und Fahrt völlig unbeschadet überstanden. Das Verladepersonal in München war sehr freundlich und hat uns die Vorbereitungen der Sicherung mit den Spanngurten selbst vornehmen lassen. Die Nutzung des Hauptständers war überhaupt kein Problem; Die Verzurrgurte haben wir an den vorderen und den hinteren Sturzbügeln, sowie am Gepäckträger angebracht.
In Düsseldorf angekommen, waren die Gurte bereits abgespannt, als wir die Roller auf dem Waggon zu Fuß erreicht haben. Die "Abfahrt" vom Zug mit eingezogenem Kopf über diverse Waggons hinweg bis auf "festen Boden" war spannend, aber m.E. ungefährlich. Alles in allem eine gute, wenn auch nicht billige Möglichkeit zur Schonung des Heinkel-Materials.

Re: Tourist auf Autoreisezug?

Verfasst: 27.03.2013, 13:09
von 64krokodil
Hallo Sven,

kannst Du noch sagen,wieviel das gekostet hat ? Vielen Dank.

Gruß,Jürgen

Re: Tourist auf Autoreisezug?

Verfasst: 27.03.2013, 14:46
von sven1818
Hallo Jürgen,

wir haben seinerzeit für zwei A2 und zwei Erwachsene in einem eigenen Schlafabteil mit Dusche und WC rd. 370 € bezahlt. Der Preis ist aber saison- und komfortklassenabhängig. Schau mal auf http://www.autozug.de. Dort findest Du alle Infos über Termine und Preise.

PS: Zeit, dass es wirklich Frühling wird! Der Tourist scharrt schon mit dem Hinterrad.........