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neue Reifen Erfahrungen mit Heidenau und Schwalbe?

Verfasst: 29.09.2012, 01:07
von ingeni
Hallo Ihr Heinkel-Blogger,
da ich einen Satz neue Reifen brauche interessiert mich was ihr im Forum an Erfahrungen gemacht habt. Die Berichte von heinkel-bernd über den Michelin habe ich gelesen, den über die Sava auch. Interessant!
Inzwischen hat ja der Club den Heidenau im Angebot und ich habe noch den Schwalbe Weatherman gesehen. Hat jemand Erfahrungen mit diesen Reifen?
Ich bin jetzt 20 Jahre Conti gefahren einen nach dem anderen. Habe mich tatsächlich bei Regen und im Winter ein paarmal damit auf die Schnautze gelegt, aber ich fahre nun mal fast jeden Tag. Ich fand die Bridgstones davor nicht besser. Metzler Block habe ich nie getestet.
Mehr Sicherheit bei nasser Straße wäre mir echt wichtig und der größere Durchmesser käme mir entgegen, denn ich finde die Übersetzung eh zu kurz und habe mir schon Gedanken über eine andere Zähnezahl bei der Sekundärkette gemacht aber dann gehört, daß einige mit Kabinenreifen fahren, und das nicht schlecht. Hat auch schon jemand mal 130/90 er Reifen probiert?
Mit Conti und Bridgestone hatte ich das Problem, daß ich in Kurven immer mit dem Lenker dagegen stemmen muß. Es ist weg wenn ich hinten 2,2 und vorne 1,8 bar reinpacke. Aber dann sind die Reifen zu hart und fühlen sich noch unsicherer an.
Würde mich über ein paar Tipps freuen.
Viele Grüße
Reiner

Re: neue Reifen Erfahrungen mit Heidenau und Schwalbe?

Verfasst: 29.09.2012, 21:55
von heinkel-bernd
Servus Reiner,

Kabinenreifen auf dem Roller (ohne Seitenwagen) kann ich mir nicht vorstellen ! :?
Diese haben doch eine ebene Lauffläche und würden doch in Kurvenlage des Rollers (Neigung) Probleme machen !

Die Größe 130/90-10 mit noch größerem Abroll-Umfang würde dem TÜV warscheinlich auch nicht gefallen !
Muß man doch beim 120er schon die vorderen Kotflügelstreben leicht auseinander biegen un der Umfang liegt
gerade noch in der Toleranz !
Wenn man nicht unbedingt auf ein annähernd klassisches Profil schaut, hat man beim 120er schon eine recht
große Auswahl ( Auch Ganzjahres-Reifen für Schlechtwetterfahrer )

Ein überhöhter Reifendruck fördert natürlich auch den Verschleiß in der Mitte der Lauffläche ! :cry:
Ich persönlich fahre aus diesem Grund mit möglichst niedrigem Reifendruck
(Meine Michelin 120/90-10: vorne 1,5 bar, hinten 1,8 bar, Solo versteht sich)
und bin trotzdem mit den Fahreigenschaften der Reifen sehr zufrieden ! :P

Um das Übersetzungsverhältnis Motor zum Hinterrad etwas zu vergrößern habe ich vor Kurzem ein
Kettenrad mit 28 Zähnen und verkürzter Kette erstanden (macht bei 100 ca 8km/h aus),
das werde ich im Winter in meinen Ersatzmotor einbauen, der sowieso zur Revision fällig ist !
Das Gute daran ist auch, daß sich die Geschwindigkeits- und Kilometeranzeige dadurch nicht verändert ! :wink:

Re: neue Reifen Erfahrungen mit Heidenau und Schwalbe?

Verfasst: 29.09.2012, 22:15
von ingeni
Vielen Dank heinkelbernd !

So schnell hätte ich kaum mit Antwort gerechnet.
Der Umbau der Kotflügel schockt mich jetzt nicht. Aber was mich bisher stört ist die schlechte Haftung, die kurze Übersetzung und das gegendrücken in der Kurve. Kennst du das auch? Deine Michelin scheinen sich dieses Jahr also bewährt zu haben.
Naja 120/90 er Reifen sind sicher sinnvoller. Und wenn das mit der Überstzung wirklich so klappt-ich hatte immer die Befürchtung die Kettenspannung passt hinterher nicht mehr richtig.
Könntest du mir vielleicht verraten wo man das Zahnrad und die kürzere Kette herbekommt?
Also nochmal Danke und viele A0 Grüße
Reiner

Re: neue Reifen Erfahrungen mit Heidenau und Schwalbe?

Verfasst: 30.09.2012, 09:43
von manfred030
Moin Reiner,
ein Kettenrad - ungebraucht - kannst Du von mir für 50,-- erhalten.Wenn Du Interesse hast, melde Dich.
Siehe auch : www.Heinkelfreunde Rendsburg
Gruß
Manfred

Re: neue Reifen Erfahrungen mit Heidenau und Schwalbe?

Verfasst: 30.09.2012, 21:51
von heinkel-bernd
Servus Reiner,

mit meinen Michelin "Reggae" bin ich wirklich sehr zufrieden ! :D
Habe nach ca. 4.000 km die Räder getauscht (vorne/hinten), um sie die voraussichtl.
nächsten 4.000 km gleichmäßig bis auf Mindest-Profil abzufahren ! :wink:

Die Kurvenlage dieser Reifen ist so stabil und gut, daß ich vor Kurzem das Trittbrett rechts hinten auf
dem Asphalt etwas schräg geschliffen habe ! War bei 50-60 Sachen schon etwas riskant, da das Trittbrett
in diesem Fall ja den Reifen von der Straße abhebelt ! :shock: Habe den Roller aber wieder in den Griff bekommen !

Um genug Luft und Sicherheit zu bekommen, habe ich dann die "Flügel" der Trittplatte noch etwas hochgebogen,
eine keilförmige Scheibe zwischen Platte und Konsole gelegt,
Trittplatte Flügel hochgebogen komp..JPG
den Anschlagpuffer des Mittelständers (103 A-0) etwas gekürzt und den "Zipfel" des Gußständers noch höher gebogen !
Linksneigung 1 kompr.JPG
Dieser "Zipfel" dient bei Links-Neigung immer noch als
"Warneinrichtung", da er immer noch am Asphalt kratzt bevor das Trittbrett Straßenkontakt bekommt ! :mrgreen:

Der Roller liegt auf den Fotos mit seinem ganzen Gewicht auf der Trittlatte, dadurch ist die Federung etwas entlastet
Der Neigungswinkel des Rollers bis zum Straßenkontakt der Trittplatte ist während der Fahrt natürlich nicht
so extrem, da das Fahrwerk durch die Fliehkräfte noch stark einfedert !

In Kurvenlage muß ich nur ganz wenig gegenlenken, für mein Gefühl eigentlich optimal ! :)
Ich weiß allerdings auch nicht, was in diesem Fall "optimal" ist, da ich nie richtig Motorrad gefahren bin !
Wenn Du extrem gegenlenken mußt, liegt es vielleicht nicht an den Reifen, sondern an der Gabel oder
Rahmen-Geometrie ( Siehe mein Beitrag: Rahmenmaße zum Prüfen und Richten)

Wenn Du ein kleineres Kettenrad montierst bleibt das originale Antriebsritzel, es muß aber die (neue) Kette um
1,5 Glieder gekürzt werden ! Dazu gekröpftes Doppelglied verwenden (tsubaki), das hat die gleiche
Belastbarkeit wie die Kette ! Ein Kettenschloß wird dann danach oder davor eingesetzt !
gekröpftes Doppelglied kompr..JPG

Re: neue Reifen Erfahrungen mit Heidenau und Schwalbe?

Verfasst: 01.10.2012, 22:17
von ingeni
Hallo Heinkelbernd,
nochmals Danke für deine weiteren Tipps. Das mit dem hochbiegen klingt ggar nicht so schlecht. Tatsächlich fehlt an meinem Gusständer schon mindestens 1 cm, der abgeschliffen ist und am Trittbrett siehts ähnlich aus. Sag mal, wie hast du das Aluminium gebogen ohne dass es bricht?
Das mit dem Rahmen prüfen will ich mal lesen. Aber das gehe ich mal über den Winter an. Jetzt brauche ich erst mal neue Reifen, sonst komme ich erst gar nicht in den Winter rein.
Gruß Reiner

Re: neue Reifen Erfahrungen mit Heidenau und Schwalbe?

Verfasst: 14.10.2012, 22:55
von heinkel-bernd
Servus Reiner,

das Trittbrett besteht aus einen sehr gutem Alu-Guß und besitzt eine relativ gute plastische Verformbarkeit ! :D
Ich hab schon viele Trittplatten kalt gerichtet und natürlich auch nachgeschweißt (Risse, Bohrungen, Ausbrüche) !
Nach dem Schleifen und Glasperlstrahlen sahen sie wieder wie neu aus ! :wink:

Das paradoxe an meinem ist daran: Beim Restaurieren vor ca 10 Jahren habe ich es wunderbar eben gerichtet
und jetzt habe ich es mit Widerwillen wieder verbogen ! :?
Die gute Straßenlage meiner Reifen will ich aber trotzdem auskosten und dazu brauche ich einfach etwas
mehr Luft under dem Trittbrett ! :)
Ständer hochgebogen u. Keilscheibe kompr. Kopie.jpg
Zum Hochbiegen der "Flügel" habe ich an der breitesten Selle der Trittplatte einen kräftigen Franzosen angesetzt.
Oben ein kurzes, stabiles Hartholzbrett und unten an der Trittbrettkante eine kurze Hartholzleiste mit reingeklemmt.
Über den Griff ein Rohrstück als Verlängerung übergeschoben, damit hat man mehr Kraft und Gefühl !
Zwischen Kofferkasten und Trittbrett habe ich auch eine passende Hartholzleiste geklemmt, damt es in diesem
Bereich unten bleibt. Die beiden Linsensenkschrauben M8 habe ich vor dem Hochbiegen entfernt und danach
keilförmige Scheiben gefertigt, die ich dann zur Montage zwischen Rahmenkonsole und Trittplatte gelegt habe !
Die beiden Schrauben natürlich wieder einsetzen und festziehen !