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Zündkerze und Gewindeeinsatz (und ein paar andere Fragen)

Verfasst: 24.09.2012, 18:02
von BerndSt
Hallo Heinkel-Freunde,

ich darf mich erst einmal vorstellen: Mein Name ist Bernd (schon wieder einer...) und ich bin dieses Jahr ein halbes Jahrhundert alt geworden. In meiner Jugend (ab 14 Jahren - zuerst schwarz, dann legal 8)) habe ich jede Menge Mopeds gefahren (und einige auch verbraucht). Das erste war eine Miele, danach kamen einige Zündapp Combinetten, dann eine Zündapp GTS 50 und schließlich bin ich mit 18 auf eine alte Suzuki umgestiegen. Einige Erfahrung mit "schrauben" habe ich also, wenngleich die schon ganz schön eingerostet ist.

Mit 23 Jahren hatte ich dann einen bösen Motorradunfall, der mich ein Bein gekostet hat und ich schwor mir, nie wieder auf einen Bock zu steigen. Aber wie das eben so ist mit den guten Vorsätzen: mit jedem Jahr das verging, wurde (vor allem immer im Frühjahr) der Drang größer, mir wieder ein Krad zuzulegen. Und jetzt zu meinem 50sten dachte ich mir "was soll's, man gönnt sich ja sonst nichts" :wink: und habe mir den seit einigen Jahren in meinem Kopf herumspukenden Traum von einem Heinkel Tourist erfüllt (Handschaltung ist ideal für mich und der Tourist trägt schon bauartbedingt zur Entschleunigung bei :D).

Seit einer Woche bin ich nun stolzer Besitzer eines 103-A1 (EZ 1959) und ich habe damit gleich ein paar Hundert Kilometer abgespult. Der Vorbesitzer war ein Club-Kamerad und gelernter KFZler, da ging ich davon aus, dass der Heinkel fahrbereit ist. War er auch. Bis heute, als ich den ersten Kundendienst gemacht habe. Und dabei sind mir gleich ein paar Sachen unangenehm aufgefallen.

1. Der OT ist nicht da, wo er laut Markierung sein soll, sondern um knapp 10 Grad versetzt (ausgemessen mit der bei Pteng beschriebenen Methode). Das ist insofern ungünstig, als sich die Unterbrecherkontakt-Trägerplatte nicht weit genug verschieben lässt, um die Zündung exakt einzustellen. Hat leichte Frühzündung, geht aber gerade noch so. Hat jemand eine Idee, was da zu machen ist?
2. Die Kupplung ist saumäßig schwergängig (ich habe schon Muskelkater in der linken Hand). Aber sie trennt sauber und rückt auch sauber wieder ein. Kein "Schlupf" - aber eben extrem streng. Was kann das sein (mir fallen eigentlich nur zu starke Kupplungsfedern ein, aber warum sollte jemand so etwas machen)?
3. Das schlimmste aber war, als ich die Zündkerze ausgebaut habe (sh. Betreff). Die ging gut raus - aber bei näherer Betrachtung musste ich feststellen, dass nicht die Kerze aus dem Kopf geschraubt wurde, sondern der Gewindeeinsatz selbst. Der sitzt jetzt schön fest auf der Kerze und im Zylinderkopf ist ein übergroßes Loch :(. Das Gewinde im Kopf sieht gut aus - deshab meine Frage: kann man den Gewindeeinsatz wieder einbauen und irgendwie fixieren, oder ist jetzt gleich schon mal eine Überholung des Zylinderkopfes fällig? Falls ersteres: wie und mit welchen Mitteln?
4. Die Kerze selbst ist brutal verölt/verrust. Da tippe ich erst einmal auf eine falsche Vergasereinstellung. Dazu mache ich dann aber einen neuen Thread auf, weil mir die div. erhältlichen Anleitungen zur Vergasereinstellung leider nicht weiterhelfen - der verbaute Vergaser sieht deutlich anders aus, als ein Standard-Bing bzw. - Pallas.

Sonst wäre ich mit dem Heinkel ganz zufrieden. Er verliert minimal Öl an der Verbindung der Schwinge zum Motor, das ist aber gerade noch im erträglichen Bereich (über Nacht ein Tröpfchen Öl auf dem Garagenboden). Darum kümmere ich mich im Winter, zumal der Bock ansonsten trocken ist. Den (hoffentlich) "goldenen Oktober" über wollte ich aber gerne noch fahren - aber der herausgedrehte Gewindeeinsatz macht mir üble Sorgen.

Ich bin für jede Hilfe dankbar (und werde Euch in Zukunft bestimmt noch öfter mit technischen Fragen löchern).

Viele Grüße aus Südbayern (ich wohne zwischen dem Starnberger See und Garmisch-Partenkirchen),

Bernd

Re: Zündkerze und Gewindeeinsatz (und ein paar andere Fragen

Verfasst: 24.09.2012, 21:56
von SaschaDuerr
Hallo Bernd,

willkommen im Verein. Ich bin auch erst seit einer Woche Heinkelfahrer und liege auch mehr
drunter als das ich damit fahre :D Im Moment stelle ich auch nur dumme Fragen im Forum :idea: :idea:
Aber aller Anfang ist schwer und die Technikprobleme scheinen sich oft zu wiederholen :D :D

Gute Fahrt und Grüße aus Nürnberg

Sascha

Re: Zündkerze und Gewindeeinsatz (und ein paar andere Fragen

Verfasst: 24.09.2012, 23:01
von heinkel-bernd
Servus Bernd,

willkommen bei den "Heinkel-Schraubern" ! :D und Glückwunsch zu Deinem A-1
(Ist das nächste Modell, das ich für mich restauriere. Als Zweitroller sozusagen)

Den gleichen Gedanken hatte ich vor 9 Jahren auch, als ich mir zu meinem 50. Geburtstag meinen
Tourist 103 A-0 restaurierte ! Allerdings hatte ich vorher mit Motorrädern oder -Rollern nichts am Hut
aber den 1er Führerschein hatte ich schon mit 18 in der Tasche ! Umso schneller wurde ich dann aber
unheilbar mit dem Heinkel-Virus infiziert ! :mrgreen:

Zum Kerzengewinde:
Wenn sich das Kerzengewinde im Alu-Kopf "abnützt" und schließlich überdreht wird, repariere ich
es mit einem HELI-COIL Einsatz, den ich mit Schraubensicherung (LOCTITE hochfest) in den neu geschnittenen
Gewindegang eindrehe ! :idea: Diese Reparatur an meinem Motor und auch an denen meiner Heinkel-
freunde hat sich bestens bewährt !
Ich schlage Dir vor, das gleiche mit Deiner Gewindehülse zu machen ! Natürlich sollte das Kerzengewinde
schön gängig sein und die Kerze wird immer "trocken" eingeschraubt !

Zur O.T.-Markierung:
Das Abweichen der Gehäuse-Markierung zur Skala des Lüfterrades habe ich noch nicht erlebt ! :shock:
Der Rotor der LIMA wird auf der Kurbelwelle mit einer Scheibenfeder gegen Verdrehen gesichert,
das Lüfterrad mit den Einstellmarkierungen besitzt außermittig eine Bohrung, in die ein Stift eingreift,
der aus der Stirnfläche des Rotors ragt !
Wenn ich minimales Spiel in diesen Sicherungen berücksichtige, dürfte m.E. die Skala des Lüfterrades zur
Gehäusemarkierung um max. 2° tolerieren und das ist für die Heinkelzündung vertretbar !

Zur Kupplung:
Die Heinkel-Kupplung ist erfahrungsgemäß recht schwergängig, neigt aber trotzdem gerne mal
zum Durchrutschen ! :( Deshalb werden von vielen Schraubern vorbeugend Scheiben unter die Druckfedern
der Kupplung gelegt, wodurch sich natürlich der Kraftaufwand am Kupplungshebel erhöht !
Eine Zusatz-Fußkupplung, die ich vor Kurzem konstruiert habe und schon mehrfach montiert habe,
würde natürlich die "Kupplungshand" total entlasten ! Kommt aber bei Dir leider nicht in Frage ! :|

Zur Zündkerze:
Das schlechte Kerzenbild kann natürlich viele Ursachen haben !
Motor verbrennt Öl: Verschlissene Ventilführungen, zu viel Spiel der Kolbenringe in den Ringnuten,
Kolbenringe und Kolben allgemein verschlissen oder schadhafte Kopfdichtung im Bereich des Stösselkanals.
(Kompression ca 9,0 bar )
Vergaser zu fett eingestellt oder falsche Bedüsung.
Ich vermute, Du hast den neuen 22er Club-Vergaser am Motor

Ich werde Dich jetzt mit meinen Erläuterungen alleine lassen und wünsche
FROHES SCHRAUBEN ! :lol: :lol:

Habe soeben Deinen neuen Beitrag gelesen:
Das ist in der Tat der neue 22er BING-Vergaser vom Club !
Die Leerlauf-Luftschraube befindet sich auf der andere Seite des Vergasers (Auspuffseite)
Sehr ungünstig angebracht ! :cry:
Die Schraube mit Feder, die auf dem Foto erkennbar ist, dient zum Einstellen des
Schieberanschlages= Leerlauf-Drehzahl.

Re: Zündkerze und Gewindeeinsatz (und ein paar andere Fragen

Verfasst: 24.09.2012, 23:45
von BerndSt
Servus Namensvetter!
(und gleich mal herzlichen Dank für die schnelle Antwort)

Ich werde Deinem Rat folgen und mir morgen gleich mal hochfeste Schraubensicherung besorgen (wir haben hier in der Stadt einen ziemlich gut sortierten Laden für Auto-Schrauber-Zubehör, der sollte so etwas eigentlich haben). Versuch macht kluch (auaauaaua) - wenn ich die Gewindebuchse so wieder fest bekomme ist alles in Ordnung und falls nicht kann ich mir immer noch einen Plan B überlegen (im Winter kommt der Motor sowieso auf die Werkbank, ich will nur diese Saison noch möglichst gut nutzen und den Heinkel-Virus pflegen :wink:)

Was den OT angeht bin ich auch ziemlich sprach- und ratlos. Selbstverständlich habe ich alle mir zugänglichen Explosionszeichnungen studiert und bin ebenfalls zu der Ansicht gekommen, dass das nicht sein kann. Ist aber so. Gemessen habe ich wie folgt: Messuhr mit Verlängerung durch das Kerzenloch eingeführt, Lüfterrad gedreht bis ca. 1 mm vor OT. Messposition fixiert, kleine Hilfsmarkierung am Lüfterrad angebracht. Dann Lüfterrad gegen den Uhrzeigersinn zurück, bis Kolben wieder an der fixierten Messuhr anstieß. Position wieder notiert am Lüfterrad markiert. OT ist nach Adam Riese genau zwischen diesen beiden Markierungen (so macht das Pteng und es erscheint mir logisch). Kann es denn sein, dass die OT-Markierung von Haus aus nicht ganz exakt auf dem tatsächlichen OT liegt?

Wie auch immer - ich fahre jetzt den Rest der Saison mit etwas Frühzündung und bestimme den wirklichen OT, wenn der Zylinder im Winter runter kommt :?

Kupplung: ich gebe ja zu, dass ich nicht "im Training" bin. Vielleicht wird mir die Kupplung nach einer weiteren Saison Handtraining ja deutlich leichtgängiger vorkommen :lol: Hauptsache sie trennt und rutscht eingerückt nicht durch. Fußkupplung kommt für mich leider tatsächlich nicht in Frage.

Kerzenbild: ich hoffe ja, dass ich mir keine "Gurke" eingehandelt habe und das Kerzenbild nicht an Abnutzung und Verschleiß liegt. Zuerst einmal stelle ich jetzt den Vergaser ein. Und eine Kompressionsdruckmessung steht bereits auf der To-Do-Liste.

Vergaser: vielen Dank für den Hinweis! Die Rückseite des Vergasers habe ich tatsächlich noch nicht betrachtet (weil man da ohne Ausbau schlicht nicht ran kommt). Aber jetzt weiß ich was der eine Beitrag meinte, den ich im Web gelesen habe "die Einstellung des Clubvergasers ist kein Spaß" :roll:

Gute Nacht und bis demnächst,
Bernd

Re: Zündkerze und Gewindeeinsatz (und ein paar andere Fragen

Verfasst: 25.09.2012, 18:15
von Stephan
Hallo Bernd (und auch Bernd) :)

ich habe mal gelesen (hier im Forum ?) , dass bei den neuen Zündkontakten zum Einstellen die Langlöcher der Zündverteilerplatte nicht ausreichen und als Abhilfe die Langlöcher aufgefeilt werden. Wer das nicht möchte (und was ich empfehlen würde) , sollte sich original Bosch Kontakte besorgen, die immer noch NOS (New old stock, also alte Lagerware) erhältlich sind, aber nicht mehr an jeder Ecke (z.B. Andreas Osterhaus, Iserlohn, http://www.zünd-licht.de/, evtl. nach BMW R27 Kontakten fragen, die sind m.W. nach gleich). Die neuen Kontakte sind wohl mechanisch etwas anders.

Ich habe leider auch einen Zylinderkopf mit Gewindebuchse - die dreht sich trotz entfetten und einsetzen mit hochfestem Loctite bzw. Konkurenzprodukt wieder heraus, da ist die hitzefestigkeit wohl nicht ausreichend :(
Ich würde Dir empfehlen, die Zündkerze nur im kalten Zustand herauszudrehen und dir Ersatzeinsätze zu besorgen. Gibt es z.B. bei Westfalia, wenn es der Einsatz ist, den ich vermute.
Sonst , wenn man es perfekt haben möchte, zuschweissen und neues Gewinde M14*1,25 schneiden (sehr aufwendig und teuer, eher was bei einer kompletten Zylinderkopfüberholung) oder der Einsatz einer grösseren Gewindebuchse und Innengewinde M14*1,25 - auch aufwendig, aber machbar.
Helicoil dürfte nicht mehr gehen, da bereits aufgebohrt, evtl. gehen noch ENSAT Einsätze, aber dazu müsste man genau die Werte deiner Buchse/Bohrung kennen und in die Datenblätter gehen...
Ich würde erst mal mit einem neuen Gewindeeinsatz weitermachen - so oft braucht man die Kerze nicht zu wechseln...

Grüße
Stephan

Re: Zündkerze und Gewindeeinsatz (und ein paar andere Fragen

Verfasst: 25.09.2012, 20:42
von heinkel-bernd
Servus nochmals BerndSt,

habe soeben an meinem A-0-Motor mit der Meßuhr den O.T. des Kolbens mit der Markierung
am Lüfterrad verglichen:
Die Markierung läuft dem Kolben-O.T. um ca. 1° hinterher.

Diese Messung wollte ich schon lange mal machen, da ich die Zündung ausschließlich mit
der Blitzlampe einstelle :idea: und meine Motoren haben immer gute Leistung gebracht !
Werde ich beim nächsten mal ein bis zwei Grad mehr Vorzündung geben.(Lt. Markierung)

Das bedeutet, daß man sich schon auf die Markierungen verlassen kann, wenn alles originalgetreu
und gewissenhaft montiert wurde ! :wink:

Wenn Du im Winter Deinen Motor genauer anschaust und den Fehler gefunden hast, bitte gleich
melden ! Das interessiert mich sehr ! :shock:

Bis dahin noch ein paar schöne Ausfahrten

P.S.:
Habe gerade bei E-COLL einen Rohrgewindekleber gefunden der evtl. die Gweindebuchse der
Zündkerze dauerhaft sichern könnte:
Rohrgewindekleber hochfest-mitteviskos, Temperaturbeständig von -55°C bis 200°C
(Die einzige Sicherung, die diese hohe Temperaturbeständigkeit besitzt)

Re: Zündkerze und Gewindeeinsatz (und ein paar andere Fragen

Verfasst: 25.09.2012, 23:23
von BerndSt
Hallo Heinkel-Bernd und Hallo Stephan,

danke für Eure Rückmeldungen. Zuerst einmal zu Stephan:

Langlöcher feilen will ich nun wirklich nicht. So etwas kann (!) nur ein Notbehelf sein - wenn alles innerhalb der von den Konstrukteuren vorgesehenen Spezifikation und Toleranzen liegt, dann ist es schlicht undenkbar, dass derartige Maßnahmen "normal" sein sollten (wenngleich ich zugebe, dass ich darüber auch schon nachgedacht habe - aber da sträubt sich der Techniker in mir derart, dass ich lieber nach der Ursache suche, als nach einem Notbehelf). Fakt ist, dass an der Maschine irgend etwas grob falsch ist (oder dass ich nicht fähig bin, sauber zu messen; aus Gründen der Aufrechterhaltung des Selbstbewusstseins will ich das aber vorerst ausschließen :wink:)

Den Tipp mit NOS-Unterbrechern ziehe ich allerdings durchaus in Betracht. Den gab mir auch mein großer Bruder (der ist ein leidgeprüfter DKW-Munga-Fahrer - und er kämpft regelmäßig mit gleich drei Unterbrechern gleichzeitig :lol:), Dennoch bezweifle ich, dass das des Rätsels Lösung sein kann - der um "einen Bauernschuh von den Markierungen abweichende tatsächliche OT" wurde von mir per Messuhr ausgemittelt. Hier liegt der Hund begraben, da bin ich ganz sicher (@Heinkel-Bernd: ich sage bestimmt Bescheid, wenn ich diesen "Hund" gefunden habe).

Was den Gewindeeinsatz angeht habe ich heute erst einmal den Tipp von Heinkel-Bernd befolgt und das Teil mit Loctite 2701 "eingeklebt". Ich bin sehr gespannt,. ob das funktioniert (laut Spezifikation ist Loctite 2701 bis 150 Grad Celsius geeignet und das ist m.E. knapp zu wenig; anderseits schreibt Loctite im Datenblatt, dass das Lösen einer derart gesicherten Schraubverbindung möglich ist, indem man das Werkstück auf 300 Grad erhitzt (!) Abwarten und (sehr heißen) Tee trinken sage ich da nur...) Morgen wird es sich herausstellen, ob die "Loctite-Methode" zum gewünschten Ergebnis führt - dann will ich den Vergaser fein einstellen (BTW: danke Bernd für den Hinweis auf die richtige Einstellschraube am Club-Vergaser!) und das erfordert langes Fahren und (evtl. mehrfaches) Heraus- und Einschrauben der heißen Zündkerze. Ich bin gespannt, ob ich morgen wieder den Gewindeeinsatz in der Hand habe, oder ob die Kerze allein heraus kommt.

Ein neuer (größerer) Gewindeeinsatz ist für mich nur "Plan B". Ich hoffe, dass ich darauf nicht so schnell zurück greifen muss (dennoch vielen Dank für die Hinweise auf geeignete Produkte und Hersteller - wenn Plan B nötig wird, sehe ich mir die sehr gerne genauer an).

Kleine Anekdote dazu: als ich heute das Loctite kaufte meinte der "Fachverkäufer": "oh ja, das hatte ich auch schon mal am Motorrad! Aber warum denn einkleben? Ist doch egal, wenn der Gewindeeinsatz mit heraus kommt. Dann schraubt man den einfach von der Kerze ab und dreht ihn wieder in den Kopf - alles kein Problem und hält ewig, oder?" Fachverkäufer sollte man sein, dann würde man sich deutlich weniger Sorgen machen :roll:.

Und dann noch zur Antwort von Heinkel-Bernd:

Merci vielmals für den Hinweis auf den E-Coll Gewindekleber! Eine solche Temperaturspezifikation habe ich gestern Nacht noch (erfolglos) im Web gesucht. Wenn Loctite 2701 nicht funktioniert, versuche ich das auf jeden Fall noch bevor ich Stephans Tipp mit einer "Übermaß-Gewindebuchse" probiere.

Übrigens habe ich heute die Zündung noch einmal passend zum von mir ermittelten OT super-exakt eingestellt. Mit dem Ergebnis bin ich jetzt aber überhaupt nicht mehr zufrieden :(. Die Leistung ist jetzt gerade in den höheren Drehzahlbereichen mehr als bescheiden. Beim Gas-wegnehmen nach längerer Vollgasfahrt "patscht" die Kiste ganz übel, es kommt auch zu vereinzelten Fehlzündungen im Schubbetrieb ("lustig" im Tunnel, weil es so schön knallt, aber bestimmt alles andere als im Sinne des Erfinders). Ich kenne zwar mittlerweile jedes einzelne Teil der Zündung mit Vornamen (erstaunlich, wo ich den Tourist doch erst seit 10 Tagen besitze), aber langsam habe ich die Schnauze reichlich voll... morgen stelle ich die Zündung noch einmal ein, und zwar diesmal exakt nach Original-Markierung (nur aus Trotz, Sacklzementnochamal!). Und wenn es dann stimmt schäme ich mich, vergesse alle meine Messwert und leiste Canossa-mäßig Abbitte :wink:.

Im Ernst: ich möchte jetzt wirklich wissen (schon aus Prinzip), wie der OT derart von den Markierungen abweichen kann. Meine Messmethode ist doch OK, oder? (ich nehme an, Du hast das an Deinem A-0-Motor vergleichbar gemacht). 1 Grad Abweichung würde mich ja auch nicht beunruhigen - das wäre für mich bei einem über 50 Jahre alten Motor absolut innerhalb der Toleranz. Aber 10 Grad? Da ist etwas faul, keine Frage...

Ich hoffe ja sehr, dass dieser Thread nicht zur "never ending story" wird. Ich halte Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden und danke noch einmal sehr für Eure Hinweise.

Viele Grüße,
Bernd

Re: Zündkerze und Gewindeeinsatz (und ein paar andere Fragen

Verfasst: 26.09.2012, 06:19
von anh
Hier geht es zu den Zündungseinstellungsvideos des Clubs.

http://www.heinkel-club.de/t3/m-l/vehic ... html#c1185

Re: Zündkerze und Gewindeeinsatz (und ein paar andere Fragen

Verfasst: 26.09.2012, 12:36
von BerndSt
Hallo anh,

vielen Dank - die kenne ich schon auswendig :lol: (hatte ich mir schon bei Youtube "reingezogen" bevor ich den Tourist gekauft habe).

Der Vorgang des Zündungseinstellens und der verschiedenen Methoden ist mir auch aus früheren Schrauberzeiten noch bestens vertraut (ich sage nur: unzählige Zündapps sowie 3 Opel Kadett B und C :wink:) - das Problem ist bei mir nicht die eigentliche Einstellarbeit, sondern der merkwürdigerweise "verschobene" OT.

Viele Grüße,
Bernd

Re: Zündkerze und Gewindeeinsatz (und ein paar andere Fragen

Verfasst: 26.09.2012, 16:55
von BerndSt
Hallo Stephan,

wie recht Du doch leider hast:
Stephan hat geschrieben: ...
Ich habe leider auch einen Zylinderkopf mit Gewindebuchse - die dreht sich trotz entfetten und einsetzen mit hochfestem Loctite bzw. Konkurenzprodukt wieder heraus, da ist die hitzefestigkeit wohl nicht ausreichend :(
...
Heute in der Früh - Motor kalt - Kerze raus, super, Gewindebuchse bleibt im Kopf. Dann auf die Autobahn zur Vergasereinstellung. 15km unter Teillast, Motor aus, auf einem Parkplatz ausrollen lassen. Jetzt Kontrolle des Kerzenbildes et voila! Gewindebuchse schraubt sich heraus.

Deshalb für alle mit ähnlichen Problemen: Loctite 2701 eignet sich definitiv nicht für diesen Einsatzzweck.

Jetzt versuche ich noch das von Heinkel-Bernd empfohlene E-Coll-Zeug (und danach recherchiere ich bei Bedarf Deinen Tipp mit den ENSAT-Einsätzen).

Viele Grüße,
Bernd