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Vergaser

Verfasst: 08.04.2011, 18:56
von breumarco
Hallo

Ich habe mal eine Frage. Ist es beim 103A1 normal, das wenn man den Gasschieber sehr! schnell öffnet der Motor das Gas nicht annimmt?
Wenn man den Gasschieber normal öffnet dreht der Motor ganz normal hoch.

Kann das an der Beschleunigerpumpe liegen oder ist das normal?

Danke!!

Gruß

Re: Vergaser

Verfasst: 08.04.2011, 21:38
von heinkel-bernd
Servus Breumarco,

Du hast recht, es KANN an der Beschleunigerpumpe liegen.
Die heißt so, weil sie beim schnellen Öffnen des Gasschiebers zusätzlich Kraftstoff einspritzt.

Du kannst sie bei eingebautem Vergaser folgendermaßen prüfen:
Gasschieber herausnehmen. Einen sauberen, geraden 1,5 bis 2mm Draht von oben in die Nadeldüse einführen
und leicht bis zum Anschlag nach unten drücken. Dadurch spannst Du die Druckfeder des Pumpenkolbens.
Du mußt ein paar Sekunden warten bis sich der Pumpenzylinder mit Kraftstoff gefüllt hat.
Wenn Du jetzt den Draht schnell herausziehst, kannst Du sehen, daß der Kraftstoff wie bei einem Springbrunnen
durch die Nadeldüse herausgedrückt wird.
Aber Vorsicht! Nicht zu nah mit den Augen rangehen oder Schutzbrille aufsetzen.

Du kannst das beliebig wiederholen, aber bei gespanntem Pumpenkolben immer ein paar Sekunden warten, bis sich
der Pumpenzylinder wieder gefüllt hat.
Wenn die Pumpe nicht arbeitet, muß sie ausgebaut und zerlegt werden ( Siehe Montageanleitung )
Wichtig ist, daß sich der Pumpenkolben im -Zylinder ohne Widerstand bewegen läßt, die Feder und
das winzige Ventilplättchen in Odnung sind.
Im ausgebautem Zustand kannst Du die Pumpe prüfen, indem Du mit dem Mund Luft hineinbläst und
wieder ansaugst, dabei spürst Du wie das Ventilplättchen öffnet und schließt.

Wenn die Pumpe nicht die Ursache des Fehlers ist, liegt es vielleicht an der Vergasereinstellung:
Stellung der Düsennadel, Leerlauf-Luftgemisch, usw.

Eine Fern-Diagnose ist halt immer schwierig! Trotzdem hoffe ich, daß meine Hilfe nicht umsonst war.

Ist mein Vergaser ein Versager?

Verfasst: 20.05.2013, 13:50
von hajueeich
Hallo zusammen,

ich habe zur Pumpe auch eine Menge Fragen:
Warum kann ich meinen Pumpenkolben (Teil 16 Tafel 7) nicht aus dem Pumpenzylinder entfernen?
Der Kolben bleibt am Gewinde der Verschlußschraube hängen!
Ich kann ihn mit Pressluft so hart nach unten blasen, dass er richtig fest klemmt, dann kann ich auch die Verschraubung (Teil18) lösen und so das Ventilplättchen tauschen. Danach mit einem Dorn wieder reinschlagen und das Teil bewegt sich wieder!
Ist das normal?? (Ist mein Verdacht, dass hoer was schief läuft)
Ich habe einen neuen Pumpenkolben (Teil 12 zu 89 Euro) da.
Reicht es, die Teile 16-Kolben 17-Ventilplättchen 18-Verschraubung 19-Feder und 20 Verschlusschraube zu bestellen, um einen komlpetten Pumpzylinder zu erhalten? Und warum kostet der in Club dann stolze 120 Euro (12a)? Was ist da denn zusätzlich noch drin?

Mein 103A2 ist nach gründlicher Überholung zunächst nicht mehr angesprungen und läuft nun gerade so im Standgas, wenn der penibel gereinigte Vergaser in Grunstellung (Nadel auf 3) ist. Erst die Nadelstellung 1 (ganz niedrig)ermöglicht es, langsam die Drehzahl zu steigern, ohne dass Flammen hinten raus schlagen. (Hauptdüse 85 Leerlaufdüse 30)
Erst nach einigen Minuten nimmt er einigermaßen Gas an, dann komme ich allmählich auf Drehzahl.
Muss der Motor denn kurz "warmlaufen" oder soll er direkt nach dem Anlassen das Gas willig annehmen?
Die Zündung und der Schließwinkel stehen genau auf SP und 45 Grad, ohne Toleranz. Kompression kalt nach Zusammenbau 10 Bar.
Kerze neu, Arnos Transistorzündung drin, Funke da. Ventilspiel kontrolliert.
Die Luftschraube ist eineinhalb Umdrehungen draussen, daran habe ich noch nicht gespielt.

Ich nähere mich der Verzweiflung, aber bin mir auch Sicher, von Euch hilfreiche Tipps zu erhalten.
Ich erinnere mich wage, dass ich diesen Ärger auch vor 10 Jahren schonmal mit dem alten Motor und diesem Vergaser hatte. Seit dem steht der Roller übrigens . . . und genau das will ich unbedingt ändern !

Re: Vergaser

Verfasst: 20.05.2013, 15:14
von Werner
Hallo,
den Pumpenkolben bekommst du normalerweise herausgedrückt, der Grund dass er nicht heraus geht ist wahrscheinlich dass sich das Gehäuse beim Lösen mit dem Maulschlüssel verzogen hat. Vielleicht noch einmal mit sanfter Gewalt mittels einer dünnen Nadel etc. versuchen herauszudrücken. Ein klemmender Pumpenkolben ist auch ein Grund für schlechte Gasannahme und schlechtes Anspringen sowie schlechtes warmlaufverhalten.

Pumpenkolben verzogen

Verfasst: 20.05.2013, 20:50
von hajueeich
Wow, Werner!
Du liegst goldrichtig, der Pumpenzylinder ist verzogen . . . der Maulschlüssel passt nur von einer Seite!!!
Das wäre mir niemals aufgefallen!

Den Verzug bekomme ich im Leben nicht vernünftig gerade gezogen, und ich habe ja vor 23 Jahren einen leeren Pumpenzylinder dazu bekommen - zum Glück!
Reichen denn die oben erwähnten Teile
16-Kolben 17-Ventilplättchen 18-Verschraubung 19-Feder und 20 Verschlusschraube
um mir eine neue Pumpe zu bauen, oder habe ich da was vergessen?
-Wäre ja doof, wenn ich zwei Mal bestellen muss -

Gruß und Dank!
HaJue

Re: Vergaser

Verfasst: 20.05.2013, 22:25
von Werner
Ich würde dann die alte Pumpe aufsägen und die alten Teile in den neuen Zylinder bauen. Kolben sauberschmirgeln mit feinem Papier und etwas einölen. Wenn er sich dann leicht bewegt kannst du dir das Geld sparen. Ich habe das bisher immer ohne Neuteile hinbekommen.

Re: Vergaser

Verfasst: 21.05.2013, 01:44
von heinkel-bernd
Servus HaJue,

Wenn Du dann die Beschleunigerpumpe wieder zusammengeschraubt hast, kannst Du sie,
wie im u.g. Beitrag erläutert, prüfen ! :wink:
http://www.heinkel-club.de/forum/viewto ... umpe#p7610

Vergaser immer noch nicht ok

Verfasst: 24.05.2013, 21:38
von hajueeich
Hallo Leute,

ich benötige wieder Euren guten Rat.
Ich habe nun einen neuen Pumpenkolben, neue Düsen (85 und 30) eingesetzt und den Schwimmer gewogen (exakt 7 Gramm) - und verzweifel so langsam. Nun stellt sich folgendes Bild ein:
Motor läuft im Leerlauf super.
Er nimmt kein Gas an, er patscht sofort, wenn ich den Schieber etwas öffne.
Nun habe ich eine 88er Düse Nadelstellung 1 eingesetzt und damit dann geschafft, über das Patschen in ersten viertel hinweg zu kommen. Dann läuft der Motor rund und kräftig. Mühelos über 80 Sachen, aber wehe, ich falle in der Drehzahl - dann patscht er sofort wieder. Leerlauf wie gesagt immer gut.

Was soll ich denn nun noch versuchen? Ihr seht mich völlig ratlos . . .
Sollte der alte Bing so verhunzt sein?

Ich freue mich auf Eure Antwort, ehrlich!

HaJue

Re: Vergaser

Verfasst: 24.05.2013, 22:10
von BerndSt
Hallo HaJue,

nur zur Sicherheit: Nebenluft zieht der Vergaser keine, oder? Falls Du Dir nicht sicher bist: sprühe ihn bei laufendem Motor mal (vorsichtig) mit Startpilot (oder Bremsreiniger) an. Vor allem an den Stellen, an denen Nebenluft eindringen könnte (Flansche, Düsen, etc.). Falls sich dabei die Drehzahl erhöht, hast Du irgendwo ungewollte Luftzufuhr.

Ich fürchte nur, das weißt Du bereits und hast es auch schon gemacht...

Ansonsten habe ich zum Vergaser noch folgende (eher unwahrscheinliche) Ideen:

- ist die zum Vergaser passende Vergasernadel eingebaut? Vermutlich "ja", der Vergaser ist vor dem Problem mit der Beschleunigerpumpe ja auch gelaufen, oder?
- hast Du das Vergasergehäuse auch innen schon mal akribisch auf evtl. Haarrisse oder andere Undichtigkeiten kontrolliert?
- ist die überholte Beschleunigerpumpe wieder fest (und in ihrem Sitz dicht) eingebaut worden?
- sind alle Luftkanäle im Vergaser sauber und alle Düsen durchgängig?
- ist der Vergaserschieber in Ordnung oder etwa ausgeschlagen?

Und andere mögliche Ursachen für schlechten Motorlauf hast Du vermutlich auch schon ausgeschlossen, oder? Also: Ventilspiel korrekt und Ventile auch dicht? Andere Kerze ausprobiert (es kann durchaus sein, dass Du eine Kerze drin hast, die nicht mehr so tut, wie sie soll - und das kann auch bei einer nagelneuen Kerze der Fall sein)? Zündkabel in Ordnung? Kerzenstecker OK?

"Patschen" und fehlzündungsartiges Knallen aus dem Auspuff könnte auch noch von einem undichten Auspuff (am Topf selbst oder am Auslasskrümmer) herrühren (hatte ich auch schon mal). Ich gehe aber davon aus, dass das Patschen bei Dir eindeutig vom Vergaser herrührt - richtig?

Viel Erfolg bei der Fehlersuche/-behebung und viele Grüße,
Bernd

Re: Vergaser

Verfasst: 24.05.2013, 22:24
von hajueeich
Hi Bernd,

die Kerze ist die neue, die ich zehn Jahre im Katon aufbewahrt habe . . . ungetauscht.
Aber ein undichtes Ventil? Ja, ich habe es mit Spiritus auf Dichtheit geprüft. Und der Roller zieht ja super, sobald ich über das erste Viertel Gas hinweg bin.
Macht das Sinn?
Ja, und ich vermute ehlich gesagt auch, dass der Vergaser irgend einen Riss oder so hat, ich habe mich aber davor gedrückt, wieder knapp 200 Euro für den Clubvergaser hinzulegen, ist aber scheinbar unvermeidlich.
Ich werde morgen mal die Kerze wechseln und Arnos Elektro-Zündung nochmal ausbauen.
Aber was mich halt sehr stutzig macht ist, dass er richtig gut durchzieht, sobald er auf Drehzahl ist - und im Standgas ganz ruhig vor sich hin tuckert.
Für heute habe ich erstmal keine Lust mehr . . . danke für Deine Tipps.

Der Vegaser ist immer schon drauf und gepatscht hat er mit dem alten Motor auch schonmal, aber prinzipiell ist er gelaufen, auch mit der verzogenen Pumpe. (Sie pumpt ja auch einwandfrei) Aber nach zehn Jahren Stillstand ist der nicht besser geworden. Ich erinnere mich nur wage, dass ich damals lange daran herumgestellt habe, bis er lief.