Und noch eine Tüftelei !
Da ich in unmittelbarer Nähe Zugang zu einem Leistungsprüfstand besitze, habe ich dort schon an ein paar Motoren
deren Vergaser per Lambda-Messung einstellen lassen
Dem Besitzer, ein Spezialist in Sachen Motorinstandsetzung und -Tuning, war schon immer die übermäßige Fördermenge
der Beschleunigerpumpe ein Dorn im Auge !
Nach dem Öffnen des Gasschiebers dauerte es immer relativ lange bis der Motor das überfettete Gemisch verbraucht
hatte und der eingestellte Lambda-Wert wieder erreicht wurde.
Vor dem letzten Prüfstandstermin machte wir uns Gedanken darüber, wie und um wieviel wir diese große
Fördermenge am einfachsten reduzieren könnten.
Dabei ist folgendes herausgekommen:
Gefertigt wurde eine Messinghülse (roter Pfeil), die sich im Pumpenzylinder leicht verschieben lässt (Außendurchm. 6,95 mm)
und eine Bohrung mit 5,00 mm besitzt.
Die Länge habe ich gefühlsmäßig mal mit 8 mm angenommen.
Diese Hülse wurde noch vor dem Pumpenkolben in den Pumpenzylinder geschoben und dient somit als "Begrenzer" des
Kolbenhubs.
Rein rechnerisch ergibt sich folgende Situation:
Im Originalzustand fördert die Pumpe in der tiefsten Position der Düsennadel (größt möglicher Hub von 14 mm)
0,538 cm³/Hub
Diese Menge würde zum Beschleunigen eines "kleinen" Vierzylinder-PKW-Motors ausreichen
Da die Düsennadel meines Vergasers aber in der Kerbe 3 fixiert ist verringert sich der Kolbenhub um 3,4 mm auf 10,6 mm.
Da diese Fördermenge von
0,407 cm³/Hub aber noch viel zu groß war, wurde die o.g. Hülse als
Hubbegrenzer eingesetzt. Diese wurde jedoch nach wiederholter Lambda-Messung auf 7,00 mm gekürzt, da sich die
Gasannahme etwas verschlechtert hatte.
Die Fördermenge hat sich somit auf
0,138 cm³ reduziert.
Durch diese Maßnahme wurde erreicht, dass sich der eingestellte Lambda-Wert nach einem kräftigen "Gasstoß" sehr schnell
wieder "normalisiert"
Auf die Einstellung des Leerlaufgemisches, der Stellung der Düsennadel und die Hauptdüse hatte diese Maßnahme
keinen Einfluss
Bestimmt kennen viele das Phänomen, dass nach einem kurzen Öffnen des Gasschiebers und dem Hochdrehen des Motors die
Drehzahl erst einmal unter den eingestellten Leerlauf bis fast zum Stillstand des Motors abfällt
Das liegt an der übermäßigen Fördermenge der Beschleunigerpumpe. Dieser zusätzliche Kraftstoff wir in der Phase der Beschleunigung
nicht restlos verbraucht und reichert ungewollt noch das Kraftstoff-Luft-Gemisch im Leerlauf des Motors an
Mit meiner "Konstruktion" konnte ich dieses Verhalten nicht mehr feststellen
